Blutdruckmessgeräte

Ratgeber


Das Blutdruckmessgerät ist ein medizinisches Gerät, das eingesetzt wird, um den Blutdruck für einen längeren Zeitraum zu überwachen. Dies ist eine praktische Selbstkontrolle, da man selber nicht spürt, ob der eigene Blutdruck hoch, niedrig oder normal ist. Ein stabiler Blutdruck ist wichtig, da es sonst langfristig zu Herz-Kreislauf-Störungen kommt.

Selbstverständlich ersetzt das kleine Gerät keinen Arztbesuch. Es stellt nur ein ergänzendes Hilfsmittel für Zuhause dar. Denn häufig ist bei einem Arztbesuch Nervosität im Spiel, wodurch die vor Ort gemessenen Werte verfälscht sein können. Nicht nur für Diabetiker oder Personen mit Bluthochdruck ist das Messgerät wichtig, sondern auch für Sportler, Schwangere sowie für alle, die Ihre Blutdruckwerte im Auge behalten möchten.

Blutdruckwerte: systolisch und diastolisch

Das Gerät ermittelt grundsätzlich zwei Blutdruckwerte: den systolischen (oberer) und den diastolischen (unterer). Der systolische Wert entsteht, wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht und das Blut stoßartig in die Aorta pumpt. Daraufhin entspannt sich die Herzkammer, damit erneut Blut hineingelangen kann. In dieser Phase fällt der Druck in den Blutgefäßen ab. Der niedrigste erreichte Wert ist der diastolische Blutdruck.

Blutdruckwerte richtig deuten

Bei Erwachsenen sollte der systolische Wert zwischen 120 und 129 mmHg, der diastolische bei 80 bis 84 mmHg. Ist der systolische Wert höher als 129 und der diastolische höher als 89, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch für die Differenz der beiden Zahlen gibt es einen Richtwert. Dieser sollte nicht größer als 65 mmHg betragen.

Blutdruckmessgeräte erfassen zudem den Puls. Bei einer Arrhythmie, einem unregelmäßigen Herzschlag, kommen die Geräte jedoch an ihre Grenzen. Einige Modelle zeigen an, ob eine Arrhythmie vorhanden ist.

Einige Blutdruckmessgeräte haben einen sogenannten WHO-Indikator, der die gemessenen Werte anhand der Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation bewertet. Hier liegt der ideale Blutdruckwert bei 120/80 mmHg.

Was gilt es beim Kauf zu beachten?

Eine wichtige Voraussetzung für eine sinnvolle Kontrolle des Blutdrucks sind zuverlässige Messwerte. Dabei spielt die verwendete Manschette, die eingebaute Druckblase und die einprogrammierte Berechnungsformel eine Rolle. Falsche Messwerte entstehen aber auch bei fehlerhafter Benutzung durch den Käufer. Als Blutdruckmessgeräte dürfen nur Geräte vertrieben werden, die das Medizinproduktgesetz einhalten, die Messgenauigkeit ist dabei jedoch nicht gewährleistet.

Gerätetypen: Messung am Oberarm oder Handgelenk möglich

Es gibt zwei unterschiedliche Möglichkeiten, den Blutdruck zu messen. Entweder geschieht dies über den Oberarm oder das Handgelenk. Handgelenksgeräte sind handlicher und eignen sich auch für unterwegs, die Messung über den Oberarm ist jedoch genauer.

  • Vor dem Kauf sollte der Oberarm- oder Handgelenkumfang gemessen und demnach die passende Manschette gewählt werden. Bei einer Oberarmmanschette darf diese maximal zwei Drittel des Oberarms abdecken.
  • Viele Geräte pumpen sich bis zum Maximum auf und messen in der Ablassphase den Blutdruck. Einige Personen empfinden den aufgebauten Druck als unangenehm. Es gibt aber auch Geräte, die bereits beim Aufpumpen den Blutdruck messen, diese bauen insgesamt weniger Druck auf und sind den anderen vorzuziehen.
  • Soll das Gerät bei mehreren Personen verwendet werden, muss die Manschette allen Personen passen. Wenn das Gerät gemessene Werte speichert, muss auch diese Funktion für mehrere Personen ausgelegt sein. Ansonsten werden mehrere Geräte benötigt.
  • Entscheiden Sie vor dem Kauf, ob Sie ein intelligentes Gerät benötigen, das über Bluetooth oder Kabel die Daten auf mobile Geräte oder den PC übertragen kann.

Bevor Sie ein Blutdruckmessgerät zuhause verwenden, sollten Sie mit dem Arzt abklären, welcher Arm zur Messung verwendet werden soll, da auch hierbei Messunterschiede auftreten können, die zu langfristigen Messfehlern führen.

Praxistipps: So messen Sie richtig

  • Über den Tag hinweg schwankt der Blutdruck. Daher sollte dieser immer zur gleichen Zeit sowohl morgens, als auch abends gemessen werden.
  • Messen Sie Ihren Blutdruck morgens als Allererstes, noch bevor Sie Kaffee oder Tee zu sich genommen haben. Eine volle Blase kann den gemessenen Wert zusätzlich verfälschen.
  • Vor dem Messvorgang sollte eine Ruhepause von mindestens fünf Minuten eingelegt werden; bei vorheriger körperlicher Betätigung sogar noch etwas länger.
  • Um den richtigen Blutdruck zu ermitteln, sollten Sie entspannt auf einem Stuhl sitzen und sich an der Stuhllehne anlehnen. Der zu messende Arm sollte auf dem Tisch liegen und die Füße müssen nebeneinander auf dem Boden stehen. Diabetiker sollten auch stehend den Blutdruck messen, um zu ermitteln, ob es zu einer Kreislauf-Fehlregulation kommt, die typisch bei einer Diabetes-Erkrankung ist.
  • Die Blutdruckmanschette muss sich auf Herzhöhe befinden. Sitzt sie darunter, fällt der Messwert zu hoch aus, befindet sie sich jedoch darüber, so ist der gemessene Wert zu niedrig. Vor allem bei Handgelenksgeräten gilt dies zu beachten.
  • Die Messung sollte zwei Mal hintereinander am gleichen Arm erfolgen, jedoch mit einer Pause von ein bis zwei Minuten. Der zweite Wert fällt niedriger aus und sollte zusammen mit dem Datum und der Uhrzeit notiert werden.

Testberichte


konsument.at

Ausgabe 06/2016

7 Handgelenk-Blutdruckmessgeräte im Test

Das Testmagazin Konsument vergleicht 7 Blutdruckmessgeräte für eine Messung am Handgelenk. Mit einem guten Ergebnis schnitt das Boso Medistar Plus Gerät ab, da es einfach in der Handhabung und nicht störanfällig ist. Das mittelpreisige Blutdruckmessgerät von Beurer BC 40 und das teure Medisana BW 300 Connect erreichen nur eine mittelmäßige Bewertung, da beide eine durchschnittliche Messgenauigkeit liefern.


konsument.at

Ausgabe 06/2016

8 Oberarm-Blutdruckmessgeräte im Test

Konsument hat 8 Blutdruckmessgeräte für die Messung am Oberarm genauer unter die Lupe genommen. Das Boso Medicus X Gerät erreichte aufgrund der guten Messgenauigkeit und der einfachen Handhabung das beste Testurteil. Mit durchschnittlichen Ergebnissen wurden das Visomat Comfort Eco und das Sanitas SBM 38 Messgerät bewertet, da ihre Messgenauigkeit nicht überzeugen konnte.


ETM Testmagazin

Ausgabe 02/2015

7 Handgelenk-Blutdruckmessgeräte stellen sich dem Vergleich

Das ETM Testmagazin wollte herausfinden, welches der aktuellen Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk am besten abschneidet. Den Testsieg holt sich das Panasonic EW-BW10 Messgerät, das durch Handhabung und Funktionen die Tester überzeugen. Der Preis-/Leistungssieger Sanitas SBC 21 kann vor allem in den Punkten Funktion und Dokumentation glänzen. Das teuerste Gerät von Omron schneidet im Test ebenfalls sehr gut ab.


ETM Testmagazin

Ausgabe 02/2015

9 Oberarm-Blutdruckmessgeräte im Duell

Die Tester des ETM Testmagazins haben sich neun Oberarm-Blutdruckmessgeräte einmal genauer angeschaut und dabei besonderes Augenmerk auf Handhabung und Funktion gelegt. Das Beurer BM 85 Messgerät kann in diesen Punkten glänzen und holt sich damit den Testsieg. Dicht gefolgt von Omron M500 und Panasonic EW-BU 15, die ebenfalls sehr gut in Handhabung und Funktion abschneiden. Das Sanitas SBM 21 Messgerät sticht durch sehr gute Funktionen heraus und wird damit zum Preis-/Leistungssieger.


Stiftung Warentest

Ausgabe 12/2010

Die Stiftung Warentest prüfte fünf Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk anhand der Prüfkriterien Blutdruckmessung (65%), Handhabung (25%) und Gebrauchsanleitung (10%). Das Gerät von Panasonic, das EW-BW 10, belegt aufgrund der guten Messgenauigkeit und der leichten Bedienbarkeit den ersten Platz. Knapp dahinter folgt der Omron RX Classic II, der mit einer schnellen Messgeschwindigkeit und einer sehr guten Energieausnutzung ebenfalls mit einem "gut"bewertet wird. Das günstigste Gerät im Test, der Sanitas SBC 41 erhält aufgrund einer nur befriedigenden Messgenauigkeit die schlechteste Platzierung.





konsument.at

Ausgabe 12/2010

Konsument hat fünf Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk verglichen. Unterschiede zeigen sich bei der Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit bezüglich der Wiederholungsgenauigkeit. Mit dem einzigen "guten" Ergebnis wird Panasonics EW-BW 10 Testsieger (70). Es zeichnet sich besonders durch seine Genauigkeit aus und punktet in der Handhabung. Die vier Konkurrenten schneiden im Vergleichstest "befriedigend" ab. Das Mittelfeld bilden das Omron RX Classic II (64) und Uebes Visomat handy (62), sie liegen noch zehn Prozentpunkte vor den Letztplatzierten - dem Boso medilife S (52) und dem Sanitas SBC 41 (50). Die nur durchschnittliche Messgenauigkeit überschätzt den tatsächlichen Blutdruck häufig.


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