VEVOR Schlauchtrommel 20 Meter im Test: leichter Einzug, deutlich geringerer Wasserdurchfluss
Wer Garten und Pflanzen bewässert, will den Gartenschlauch schnell zur Hand haben und ebenso schnell wieder verstauen. VEVOR verkauft dafür eine wandmontierte Trommel, die das Aufrollen selbst übernehmen soll. Wir verraten euch, ob die Rechnung im Alltag aufgeht.
VEVOR XW20-1/2
Design und Verarbeitung
Die VEVOR-Schlauchtrommel XW20-1/2 misst 41 × 20,5 × 36,5 Zentimeter und wiegt 6,8 Kilogramm. Das Gehäuse besteht aus Polypropylen. Die Verarbeitung ist insgesamt nicht besonders hochwertig. Der Kunststoff ist einfach, und der obere Deckel löst sich bei uns schon nach leichter Berührung aus seiner Fassung. Der Sicherungssplint lässt sich leicht einsetzen und herausziehen. Laut Hersteller ist dies so vorgesehen und stellt keinen Qualitätsmangel dar. In unserem Test rutscht der Splint bei wiederholter Bewegung allerdings auch unbeabsichtigt aus seiner Aufnahme. Wir biegen ihn deshalb mit einer Zange leicht auf, damit er anschließend zuverlässig an seinem Platz bleibt.
Dafür überzeigt sie unter Last. Bei geradem Zug über 3 Meter und beim seitlichen Ziehen in einem Winkel von etwa 45 Grad bewegt sich die Halterung nur minimal. Auch der Schwenkbereich von 180 Grad läuft leichtgängig bis in beide Endpositionen, ohne dass die Trommel verkantet oder störendes Spiel bietet.
Montage und Erstinbetriebnahme
Die Wandmontage geht grundsätzlich schnell, hat aber einen Haken. Auf den beiliegenden Dübeln steht die Größe 10, ausgelegt sind sie, wie die englische Anleitung auch angibt, für ein Loch mit 11 Millimetern. In ein 10-Millimeter-Loch gehen sie nicht hinein, in einem Loch mit 12 Millimetern sitzen sie zu locker. 11-Millimeter-Steinbohrer sind in vielen üblichen Bohrersets nicht enthalten. Wir empfehlen deshalb eigene Dübel in gewohnter Größe.
Die Anleitung liegt nur auf Englisch bei und führt zwar bis zur betriebsbereiten Trommel, durchgehend klar ist es aber nicht. Ohne Englischkenntnisse könnten einige Benutzerinnen und Benutzer Probleme bekommen. Beim übrigen Material passt aber alles zusammen: Wandhalterung, Schrauben und die beiden O-Ringe lassen sich eindeutig zuordnen, der Zulaufschlauch ist schnell angeschlossen.
Ausstattung
Zum Lieferumfang gehören neben der Box mit dem vorinstallierten 20-Meter-Schlauch ein 2 Meter langer Zulaufschlauch, die Wandhalterung mit Dübeln und Schrauben, 2 O-Ringe sowie eine Spritzpistole und eine zusätzliche Sprühdüse. Für den Anschluss an den Wasserhahn liegt eine Verschraubung bei. Über die Spritzpistole können wir zwischen 9 Sprühmustern wählen.
Technisch setzt VEVOR auf einen dreilagigen PVC-Schlauch mit 12 Millimetern Durchmesser und Messingeinführung sowie auf eine Stahlspiralfeder, die laut Hersteller mehr als 3.000 Zugvorgänge übersteht.
Schlauch und Reichweite
19,75 Meter stehen vom Trommelausgang bis zur Kupplung bereit. Von den angegebenen 20 Metern liegen damit nur 25 Zentimeter als Reserve in der Box, und der Schlauch lässt sich bis kurz vor das Ende kontrolliert abziehen. Praktisch die komplette Nennlänge steht damit zur Verfügung.
Der Schlauch selbst ist die stärkste Komponente des gesamten Produktes. Bei 3 Metern, halber Länge und fast vollem Auszug bleibt er jedes Mal sehr felxibel und auch im weiten 90-Grad-Bogen um einen Eimer legt er sich ohne Knick. Nach einer Kurve richtet er sich von allein wieder aus, Verdrehungen müssen wir kein einziges Mal von Hand lösen.
Die Steckverbindungen an Zuleitung und Ausgang rasten eindeutig ein und halten dem leichten Zug unter Wasserdruck stand. Auch nach mehrfachem Lösen und Verbinden zeigt sich kein störendes Spiel, und keine Kupplung öffnet sich von selbst. Am Anschlusssystem gibt es entsprechend wenig auszusetzen.
Bedienung im Garten
Beim Ausziehen macht die Trommel im Alltag wenig Arbeit. Bei 3 Metern, halber Länge und nahezu vollem Auszug bleibt der Kraftbedarf gleichmäßig, ruckartiges Nachsetzen ist nicht nötig. Erst kurz vor dem vollen Auszug zieht die Feder spürbar an und verlangt merklich mehr Kraft. Beim Bewässern über 5 Meter und einmal um den weiten 90-Grad-Bogen folgt der Schlauch bereitwillig, ohne dass wir ihn ständig von Hand nachführen müssen.
Schwach fällt dagegen der Umgang mit den Düsen aus. Am Schlauchende sitzt keine Wasserstopp-Kupplung, deshalb lässt sich die Düse nicht wechseln, ohne vorher das Wasser am Hahn abzustellen oder den Schlauch abzuknicken. Wer zwischen Spritzpistole und Sprühdüse wechseln will, läuft also jedes Mal zurück zum Hahn. Bei einer fest montierten Trommel ist das eine echte Alltagsschwäche.
Aufrollmechanismus
Der automatische Einzug ist das Argument für die Trommel und dieser überzeugt uns auch im Praxistest. Aus 3 Metern, halber Länge und fast vollem Auszug zieht sich der Schlauch gleichmäßig und ohne Ruckeln zurück, wir führen das Ende nur leicht mit. Auch nach dem Bogen um den Eimer läuft alles einfach zurück.
Die Arretierung ist der Schwachpunkt der Mechanik. Sie hält den Schlauch zwar an allen geprüften Positionen, greift aber nicht immer sofort. Dann hilft ein kurzer zusätzlicher Zug am Schlauch, bis sie fasst. Beim Aufwickeln verteilt sich der Schlauch anschließend gleichmäßig auf der Trommel, von Hand nachsortieren müssen wir nicht.
Im Betrieb verhält sich die Trommel unauffällig. Bei keinem der Aufrollvorgänge schlägt der Schlauch unkontrolliert zurück, das Ende lässt sich durchgehend locker mitführen. In unseren Prüfungen treten hier keine Probleme auf.
Wasserdurchfluss und Dichtigkeit
Für den Durchflusstest stoppen wir am selben Hahn die Zeit bis zur 10-Liter-Marke im Eimer. Direkt am Hahn mit der mitgelieferten Verschraubung dauert das 22 Sekunden, der Wasserstrahl ist kräftig. Über die angeschlossene Trommel mit rund 3 Metern ausgezogenem Schlauch und offenem Auslauf ohne Düse sind es 38 Sekunden. Der Volumenstrom sinkt damit von rund 27 auf etwa 16 Liter pro Minute und somit um rund 42 Prozent. Der Unterschied ist deutlich, lässt sich aber zumindest teilweise durch die insgesamt rund 20 Meter lange und nur 12 Millimeter breite Schlauchleitung erklären. Zum Bewässern mit der Spritzpistole reicht der Strahl in unserem Test aber weiterhin aus.
Dicht ist die Konstruktion dagegen einwandfrei. Nach 2 Minuten bei vollständig geöffnetem Wasserhahn und geschlossener Düse bleibt das Küchenpapier an Wasseranschluss, Zuleitung, Trommeleingang, Schlauchausgang und Kupplung vollständig trocken. Auch nach dem erneuten Öffnen des Wasserflusses entdecken wir keine feuchte Stelle und kein Spritzwasser an den Verbindungen.
Transport und Winterlagerung
Für die Winterpause rollen wir den Schlauch vollständig ein und entlasten ihn. Die Box lässt sich anschließend von der Wandhalterung nehmen, mit 6,8 Kilogramm ist sie dabei gut zu handhaben, und über kurze Strecken auf ebener Fläche tragen wir sie ohne Mühe. Das niedrige Gewicht ist die angenehme Seite des einfachen Gehäuses.
Nach Herstellerangabe soll das Polypropylen frost- und sonnenbeständig sein. Ob die Trommel tatsächlich ganzjährig draußen bleiben kann, muss erst der Langzeittest zeigen.
Fazit
Die VEVOR-Schlauchtrommel XW20-1/2 überzeugt uns im Test vor allem beim Schlauch und beim Einzug: Der dreilagige PVC-Schlauch bleibt auch im getesteten 90-Grad-Bogen knickfrei, von 20 Metern Nennlänge sind 19,75 Meter tatsächlich nutzbar, und der automatische Einzug arbeitet gleichmäßig und ohne gefährliches Zurückschlagen.
Schwächen leistet sich die Trommel beim fehlenden Wasserstopp am Schlauchende, dem Wasserdurchfluss und der nur englischen Anleitung. Wer einen normalgroßen Garten mit Spritzpistole und Sprühdüse bewässert, die Düse selten wechselt und für die jeweilige Wand geeignetes Befestigungsmaterial nutzt, erhält eine leichtgängige Schlauchtrommel mit zuverlässigem Einzug. Wer dagegen einen hohen Wasserdurchfluss benötigt oder häufig zwischen Düsen wechselt, sollte den Kauf der VEVOR überdenken.
So testen wir Wand-Schlauchtrommeln
- +Knickfester, flexibler Schlauch
- +Gleichmäßiger automatischer Einzug
- +19,75 Meter nutzbar
- +Dichte Anschlüsse
- +Leichtgängiger 180-Grad-Schwenkbereich
- –Deutlich geringerer Wasserdurchfluss
- –Kein Wasserstopp am Schlauchende
- –Anleitung nur auf Englisch
- –Schwaches Montagematerial
- –Arretierung greift nicht immer