VEVOR Professioneller Ultraschallreiniger 2,85 L im Test: gründlich, aber laut
Ultraschallreiniger sollen Schmutz auch aus feinen Vertiefungen und schwer erreichbaren Stellen lösen, ohne dass von Hand gebürstet werden muss. Der VEVOR Ultraschallreiniger kombiniert dafür eine 2,85-Liter-Edelstahlwanne mit Ultraschall und zuschaltbarer Heizung. Zum Testzeitpunkt kostet das Gerät auf der VEVOR-Produktseite 59,90 Euro. Im Praxistest prüfen wir, welche Reinigungsleistung das Gerät für diesen Preis bietet.
VEVOR TH-20A Professioneller Ultraschallreiniger 2,85L
Design und Verarbeitung
Mit 265 × 165 × 240 Millimetern und 3,1 Kilogramm Leergewicht findet der VEVOR auf einer normalen Arbeitsplatte gut Platz. Die Wanne fasst maximal 2,85 Liter und besteht wie der Korb aus Edelstahl (SUS304). Im Test machen Wanne, Gehäuse, Bedienteil und Korb einen stabilen Eindruck.
Beim Prüfen des leeren, ausgeschalteten Geräts finden wir keine wackeligen Bauteile und keine schief sitzenden Komponenten. Spaltmaße und Übergänge zwischen Gehäuse, Bedienfeld und Wannenrand sind sauber ausgeführt, einzelne Details wirken dabei eher schlicht als fein abgestimmt. Bei den im Praxistest überprüften Sicherheitsaspekten gibt es nichts zu beanstanden: Die Außenkanten tragen keine störenden Grate, und die Füße halten das befüllte Gerät während aller Testzyklen an Ort und Stelle. Wasser tritt in keinem Durchgang aus, und Feuchtigkeit gelangt zu keinem Zeitpunkt in die Nähe der elektrischen Bauteile.
Ausstattung
Technisch arbeitet der Reiniger mit 120 Watt Ultraschallleistung bei 40 Kilohertz, verteilt auf 3 piezoelektrische Sandwich-Schwinger unter dem Wannenboden. Dazu kommt eine Heizung mit 150 Watt, die laut Hersteller bis 80 Grad Celsius regelt. Der Timer lässt sich zwischen 1 und 30 Minuten einstellen, die Bedienung läuft über ein Tastenfeld mit Digitalanzeige. Ein Ablassventil gibt es nicht, sodass wir das Gerät zum Entleeren anheben und das Wasser über den Wannenrand ausgießen müssen.
Innen misst die Wanne 240 × 135 × 100 Millimeter, der empfohlene Arbeitsfüllstand liegt bei 2,05 Litern. Im Karton liegen neben dem Gerät ein herausnehmbarer Edelstahlkorb, ein Deckel und das Netzkabel. Geeignete Kleinteile wie Brillengestelle, Uhrarmbänder oder Münzen lassen sich im Korb so ablegen, dass sie den Wannenboden nicht berühren. Beim Funktionsumfang konzentriert sich der VEVOR auf die Grundfunktionen: Timer und Ultraschall arbeiten zuverlässig und nachvollziehbar, die Heizung lässt sich eindeutig zuschalten. Darüber hinaus bietet das Gerät wenig Spielraum, um die Reinigung an unterschiedliche Materialien oder Verschmutzungsgrade anzupassen – schade.
Bedienung und Handhabung
Befüllen und Entleeren gelingen im Test unkompliziert. Das Ausgießen über den Wannenrand funktioniert sauber: Wir füllen bis zum empfohlenen Stand und entleeren nach dem Zyklus kontrolliert, ohne zu kleckern und ohne nachwischen zu müssen. Das geringe Leergewicht hilft dabei, denn selbst mit Wasser lässt sich der Reiniger noch sicher zur Spüle tragen.
Ebenso eingängig ist die Bedienlogik. Die Beschriftungen sind eindeutig, das Display bleibt aus normaler Arbeitshaltung gut ablesbar, und wir erkennen jederzeit, ob der Ultraschall läuft und welche Einstellung aktiv ist. Zeit und Temperatur lassen sich zuverlässig einstellen, und das Gerät übernimmt die Werte sauber. Korb und Deckel liegen im kalten Betrieb ordentlich in der Hand, sodass sich die Testobjekte ohne unnötigen Kontakt mit dem Bad einsetzen und nach dem Durchgang wieder entnehmen lassen.
Reinigungsleistung im Münztest
Nach den ersten 3 Minuten ist die Wirkung bereits zu erkennen: Die angetrocknete Creme löst sich sichtbar von den freien Flächen, in den Vertiefungen der Prägung bleibt sie zunächst liegen. Nach 6 Minuten sind die Münzen deutlich sauberer, und nach insgesamt 9 Minuten erreichen alle 3 Prüfstücke einen nahezu sauberen Zustand. Nur an den schwierigsten Stellen, den tiefsten Punkten des Reliefs, finden sich bei genauem Hinsehen noch kleine Reste. Das ist eine vergleichsweise gute Leistung, aber nicht herausragend.
Gleichmäßigkeit und Wiederholbarkeit
Zwischen den 3 Positionen zeigen sich im Münztest keine relevanten Unterschiede: Die Münzen links, mittig und rechts kommen nahezu identisch sauber aus demselben Durchgang. Dasselbe gilt für die Wiederholbarkeit. Wir reinigen die beiden Zusatzmünzen einzeln und mittig bei identischer Laufzeit und frischem Wasser und erhalten beide Male ein Ergebnis, das dem der mittleren Hauptmünze entspricht, während Timer und Ultraschall ohne Aussetzer oder Fehlermeldungen durchlaufen.
Der Folientest zeigt allerdings Unterschiede, die im Münztest nicht sichtbar werden. Wir hängen 3 gleich große Streifen dünner Haushaltsalufolie links, mittig und rechts frei ins Wasser und beschallen sie 1 Minute lang. Danach zeigen der linke und der mittlere Streifen deutlich stärkeres Pitting als der rechte. Die Kavitation verteilt sich damit in diesem Test nicht gleichmäßig über die Wanne, sondern fällt zur rechten Seite hin merklich ab. Bei der verwendeten Handcreme reicht die Reinigungswirkung dennoch an allen 3 Positionen für ein nahezu identisches Ergebnis aus. Der Folientest deutet jedoch darauf hin, dass sich die schwächere rechte Zone bei anspruchsvolleren Reinigungsaufgaben oder einer stärker belegten Wanne deutlicher bemerkbar machen könnte.
Lautstärke
Im Betrieb fällt der VEVOR durch ein deutlich wahrnehmbares hochfrequentes Geräusch auf. Aus etwa 1 Meter Entfernung empfinden wir den laufenden Zyklus über die gesamte Dauer als störend.
Da ein Durchgang bis zum weitgehend sauberen Ergebnis in unserem Münztest 9 Minuten dauert, hält auch das Geräusch entsprechend lange an. Im Arbeitszimmer oder in einem offenen Wohnbereich empfinden wir Telefonate oder konzentriertes Arbeiten daneben als unangenehm; in Werkstatt, Keller oder Hauswirtschaftsraum fällt das Betriebsgeräusch im Alltag weniger ins Gewicht.
Reinigung und Pflege
Nach den Reinigungs- und Folientests entleeren wir das Gerät, spülen die Wanne mit klarem Wasser aus und wischen sie trocken. Zurück bleiben weder Creme-Reste noch Folienpartikel, und auch in den Ecken der Wanne sammelt sich nichts, was Nacharbeit verlangen würde. Die glatte Edelstahlwanne lässt sich dadurch unkompliziert auswischen. Der fehlende Ablasshahn schafft zwar keine zusätzliche Schmutzstelle, dafür muss zum Entleeren das gesamte Gerät angehoben und gekippt werden.
Korb, Deckel und Außengehäuse machen ebenfalls wenig Arbeit, ein leicht feuchtes Tuch genügt. Vom Ausgießen des letzten Testwassers bis zum sauberen, trockenen Gerät vergehen 5 Minuten, anschließend lassen sich Kabel und Zubehör ordentlich verstauen. Im Test bleibt der Pflegeaufwand damit überschaubar.
Fazit
Der 2,85-Liter-Reiniger von VEVOR erledigt seine Kernaufgabe zuverlässig und das Ergebnis fällt an allen 3 Korbpositionen sowie in den Wiederholungszyklen sehr ähnlich aus. Dazu kommen eine sauber verarbeitete Edelstahlwanne, ein sicherer Stand ohne Leckage in unseren Testdurchgängen und eine unkomplizierte Bedienung.
Abstriche gibt es bei der Kavitationsverteilung, die im Folientest zur rechten Wannenseite hin abfällt. Zum Testzeitpunkt kostet das Gerät auf der VEVOR-Produktseite 59,90 Euro. Für diesen Preis bietet es eine gute Reinigungsleistung und eine unkomplizierte Handhabung. Für Brillen-, Schmuck- oder kleine Werkstattteile ist der Reiniger damit eine gute Option, sofern die jeweiligen Materialien und Beschichtungen für Ultraschall geeignet sind und das Betriebsgeräusch nicht stört.
So testen wir Ultraschallreiniger
- +Gute Reinigungsleistung
- +Gleichmäßige Münzergebnisse
- +Zuverlässige Wiederholungszyklen
- +Unkomplizierte Bedienung
- +Pflegeleichte Edelstahlwanne
- –Kavitation rechts schwächer
- –Störendes Betriebsgeräusch
- –Kein Ablassventil
- –Wenig Anpassungsmöglichkeiten