VEVOR Rotationswandschleifer im Test: Wie gut schleift der Langhalsschleifer mit Absaugung?
Beim Trockenbau ist das Schleifen verspachtelter Flächen staubig und körperlich anstrengend; die BG BAU rät wegen hoher Staubbelastungen zu wirksamer Absaugung. Der VEVOR Rotationswandschleifer FG-S225L-3 verspricht dank Teleskopstiel, integrierter Absaugung und LED-Licht mehr Reichweite und gute Sicht. Wie schnell und sauber er an einer trocken verspachtelten Gipskartonwand arbeitet, prüfen wir im Praxistest.
VEVOR Rotationswandschleifgerät 750W FG-S225L-3
VEVOR Rotationswandschleifgerät 750W FG-S225L-3
Design und Verarbeitung
Der Wandschleifer verwendet Schleifscheiben mit 225 Millimetern Durchmesser. VEVOR gibt die Eingangsleistung mit 750 Watt an. Die Drehzahl lässt sich in 6 Stufen zwischen 800 und 1.750 Umdrehungen pro Minute einstellen. Der Teleskopstiel lässt sich von 1,4 auf 1,7 Meter ausziehen und für den Transport zusammenklappen. Mit 4,9 Kilogramm ist der Schleifer kein Leichtgewicht. Das Netzkabel ist 3 Meter lang, der Absaugschlauch 2 Meter.
Der Schleifkopf mit Bürstenkranz wirkt stabil und solide gefertigt. Der Absaugschlauch besteht aus einfachem Kunststoff und wirkt weniger robust als der übrige Schleifer. Die Mechanik ist schlicht aufgebaut. Ein Schalter verstellt die Drehzahl, ein Verschluss arretiert die Länge des Stiels, und beides funktioniert im Test zuverlässig. Der Schleifkopf passt sich der Wand an und arbeitet dabei ruhig. Verarbeitung und Mechanik sind insgesamt gut.
Bedienung und Handhabung
Zum Lieferumfang gehören der Schleifer, der Absaugschlauch, ein Staubbeutel, 6 Schleifscheiben mit Körnungen von 80 bis 240, ein Sechskantschlüssel, Handschuhe sowie einige Dichtungen und Ersatzteile. Der Aufbau geht schnell und ohne Probleme. Auch der Wechsel der Schleifscheiben klappt problemlos, weil die Scheiben einfach auf dem Klett-Teller haften. Für den Test haben wir gelochte Scheiben mit Körnung 120 verwendet.
Die Bedienelemente sitzen so, dass wir sie auch während des Schleifens gut erreichen. Die Drehzahl stellen wir am Schalter ein, ohne das Gerät absetzen zu müssen. An der Wand lässt sich der Schleifer von Anfang an gut führen. Wir ziehen gleichmäßige, überlappende Bahnen, ohne dass der Kopf verkantet.
Auch über Kopf und an höheren Wandbereichen lässt sich der Schleifer trotz seines Gewichts gut führen. Im kurzen Test an einer kleinen Deckenfläche gelingt uns das ebenfalls. Bei längeren Deckenarbeiten ermüden Arme und Schultern jedoch schnell.
Schleifergebnis und Abtrag
Für den Haupttest haben wir 1 Quadratmeter einer trockenen Gipskartonwand vorbereitet. Fugen und Schraubenlöcher waren verspachtelt, und an der Oberfläche standen noch kleine Grate. Bei mittlerer Drehzahl brauchen wir für die gesamte Fläche 2 Minuten und 37 Sekunden. Die Spachtelgrate sind danach vollständig verschwunden. Beim Abtrag arbeitet der Schleifer damit sehr schnell, und wir müssen dafür kaum Druck ausüben.
Im Streiflicht zeigt die Oberfläche allerdings Schwächen. Bei ungleichmäßigem Anpressdruck entstehen im Test Riefen, die wir anschließend nachspachteln müssen. Das Gerät verlangt deshalb eine sorgfältige Führung, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erreichen.
Staubabsaugung
Die Absaugung arbeitet ohne zusätzlichen Staubsauger. Ein Gebläse im Gerät saugt den Staub durch den gelochten Schleifteller und den Schlauch in den mitgelieferten Beutel. VEVOR gibt an, dass bis zu 80 Prozent des Staubs aufgefangen werden. Im Test bildet sich kaum sichtbarer Staub, solange der Schleifkopf an der Wand anliegt. Nur wenn wir den Kontakt kurz verlieren, tritt am Kopf etwas Staub aus. Die sichtbare Staubentwicklung auf unserer Testfläche bleibt gering. Auf Schutzbrille, Gehörschutz und eine FFP2-Maske verzichten wir aber trotzdem nicht.
Randbereiche, Laufruhe und Sicherheit
Um bis dicht an Ecken und angrenzende Wände zu schleifen, lässt sich laut Hersteller ein Segment des Bürstenkranzes abnehmen. Wie das geht, beschreibt die beiliegende Anleitung allerdings nicht ausreichend. Ohne erheblichen Kraftaufwand bekommen wir das Segment nicht gelöst, und weil wir den Schleifkopf nicht beschädigen wollen, haben wir auf weitere Versuche verzichtet. Die Randfunktion konnten wir deshalb nicht nutzen. Am getesteten Randabschnitt fällt das Ergebnis aber auch mit vollständig montiertem Bürstenkranz zufriedenstellend aus.
Der Motor läuft gleichmäßig, und die Vibrationen im Stiel bleiben gering. Das Betriebsgeräusch fällt uns im Test nicht negativ auf. Kabel, Schlauch und Arretierungen halten sicher, und wir stellen weder Überhitzung noch Funkenbildung oder unkontrollierte Bewegungen fest. Laufruhe und Betriebssicherheit sind sehr gut.
Ausstattung
Ein separat schaltbarer LED-Streifen rund um den Schleifkopf beleuchtet die Wand direkt beim Arbeiten. Das hilft uns, Unebenheiten schneller zu erkennen. Drehzahlregelung, Teleskopstiel, beweglicher Kopf und Licht sind im Alltag nützlich. Der Staubbeutel erweist sich im Test als sehr hilfreich, weil wir für saubere Arbeit keinen Werkstattsauger brauchen.
Die ausschließlich englischsprachige Anleitung fällt dagegen negativ auf. Viele Funktionen sind nur stichpunktartig erklärt, was insbesondere die Nutzung der Randfunktion erschwert
Reinigung und Wartung
Nach dem Test brauchen wir 6 Minuten und 49 Sekunden, um Schleifkopf, Bürstenkranz, Schlauch und Gehäuse vom Staub zu befreien. Der Staubbeutel lässt sich etwas mühsam abnehmen. Schleifscheiben und Schlauchanschluss sind gut erreichbar. Dass sich das Randsegment des Bürstenkranzes nicht ohne Weiteres lösen lässt, erschwert auch die Reinigung dieses Bereichs. Reinigung und Wartung sind gut, aber nicht ohne Mühe.
Fazit
Der VEVOR Rotationswandschleifer entfernt Spachtelgrate auf unserer 1-m²-Testfläche in 2 Minuten und 37 Sekunden. Die Absaugung hält sichtbaren Staub gering, doch Riefen trüben das Schleifbild. Für Wandarbeiten ist er gut handhabbar. Die knappe Anleitung verhindert die Nutzung der Randfunktion; bei längeren Deckenarbeiten macht sich das Gewicht bemerkbar.
So testen wir Trockenbauschleifer & Langhalsschleifer
- +Sehr schneller Materialabtrag
- +Geringe sichtbare Staubentwicklung
- +Gute Führung an Wänden
- +Hilfreiches LED-Arbeitslicht
- +Ruhiger Lauf
- –Riefen im Schleifbild
- –Randfunktion nicht nutzbar
- –Knappe englische Anleitung
- –Schwer bei Deckenarbeit
- –Staubbeutel schwer abnehmbar