VEVOR Hochleistungs-Betonbrecher 1400 Watt im Test: Viel Schlagkraft für wenig Geld
Mit 1400 Watt Leistung und 19 Joule Schlagenergie soll der VEVOR Hochleistungs-Betonbrecher JH-0840 auch härteren Abbrucharbeiten gewachsen sein. Dabei kostet der kabelgebundene Abbruchhammer zum Testzeitpunkt nur rund 70 Euro und bringt Spitz- und Flachmeißel direkt mit. Wir prüfen, wie schnell er eine Betonplatte durchschlägt, wie gut sich mit ihm präziser arbeiten lässt und wo sich der niedrige Preis bemerkbar macht.
VEVOR Abbruchhammer 1.400 W mit 19 Joule Schlagkraft2.900 Schlägen/min und 8,1 kg Gewicht
Preise vergleichenVEVOR Abbruchhammer JH-0840
Design und Verarbeitung
Der VEVOR Hochleistungs-Betonbrecher mit der Modellbezeichnung JH-0840 ist ein kabelgebundener Abbruchhammer mit 1400 Watt Leistungsaufnahme. Sein Gewicht gibt der Hersteller mit 8 Kilogramm an, im VEVOR-Onlineshop kostet er zum Testzeitpunkt 69,90 Euro. Beim Rundgang um das stromlose Gerät zeigt sich schnell, wo VEVOR investiert und wo gespart hat: Meißelaufnahme und bewegliches Schlagteil bestehen aus massivem Metall und wirken robust gefertigt, Gehäuse und Schalter dagegen aus einem Kunststoff, der eher billig anmutet.
An der Verarbeitung selbst gibt es trotzdem wenig auszusetzen. Kanten und Übergänge sind sauber gearbeitet, und auch der Kabelabgang samt Zugentlastung sowie das Kabel selbst hinterlassen einen guten Eindruck. Ein Premiumgerät ist der Abbruchhammer damit nicht, macht zunächst aber einen ausreichend robusten Eindruck.
Ausstattung und Lieferumfang
Laut Datenblatt liefert der Abbruchhammer eine Einzelschlagenergie von 19 Joule bei 2900 Schlägen pro Minute. Die Meißel sitzen in einer Sechskantaufnahme mit 5/8 Zoll. Hinzu kommt ein Zusatzhandgriff, der sich um 360 Grad um den Schaft drehen lässt. Zum Lieferumfang gehören je ein Spitz- und ein Flachmeißel, Schmierfett, ein Schraubenschlüssel, eine Schutzbrille, ein Paar Handschuhe, eine Bedienungsanleitung und ein Transportkoffer.
Für den Einstieg ist damit alles Nötige an Bord, Komfortextras gibt es keine. Beim Schutzzubehör sollte der Hersteller nachbessern: Die Handschuhe fallen sehr dünn aus und wirken für anspruchsvollere Abbrucharbeiten wenig robust, und bei der Schutzbrille fällt uns schon während des kurzen Tests mindestens einmal die Scheibe heraus. Für die Arbeit mit dem Abbruchhammer raten wir deshalb dringend zu einer eigenen, stabilen Schutzbrille.
Inbetriebnahme und Meißelwechsel
Die Inbetriebnahme ist schnell erledigt. Für den Meißelwechsel ziehen wir die Arretierung zurück, stecken den Meißel ein, lassen die Verriegelung los und prüfen den festen Sitz. Für einen vollständigen Wechsel stoppen wir 17 Sekunden, wobei das Einfetten des Meißelschafts den größten Teil der Zeit ausmacht. Hier leistet VEVOR gute Arbeit.
Weniger gelungen ist die Bedienungsanleitung. Sie liegt nur auf Englisch bei, behandelt die wichtigsten Themen knapp und allgemein und kommt mit wenigen Abbildungen aus. Wer bereits Erfahrung mit Abbruchhämmern hat, dürfte damit auskommen, Einsteigern ohne Routine bei Bedienung und Wartung hilft sie dagegen kaum weiter.
Handhabung und Ergonomie
In der Hand wirkt der Abbruchhammer gut ausbalanciert und lässt sich im Test einfach führen. Mit 8 Kilogramm ist er kein Leichtgewicht, bleibt für kurze Arbeitseinsätze aber gut beherrschbar. Die Vibrationen sind dabei deutlich spürbar, die Dämpfung am Handgriff hält sie aber in einem erträglichen Rahmen. Die Schalter reagieren zuverlässig und tun genau das, was sie sollen.
Beim Zusatzhandgriff zeigt sich die Kehrseite der einfachen Konstruktion. Er lässt sich mit etwas Druck um den Schaft drehen, einen Klemmhebel, der zwischen lose und fest umschaltet, gibt es jedoch nicht. Damit bleibt das Risiko, dass der Griff bei der Arbeit verrutscht, auch wenn er sich in unserem Test allenfalls minimal bewegt. Eine Längsverstellung, mit der sich der Abstand zwischen beiden Händen anpassen ließe, fehlt ebenfalls. Hier sollte der Hersteller nachbessern.
Das Netzkabel messen wir mit 1,8 Metern. Für viele Einsätze reicht das, an der einen oder anderen Stelle brauchen wir aber ein Verlängerungskabel. Dank des Koffers lässt sich der Abbruchhammer gut transportieren. Der Koffer selbst gibt allerdings schon bei leichtem Druck nach, an seiner Langlebigkeit haben wir Zweifel.
Abbruchleistung mit dem Spitzmeißel
Mit dem Spitzmeißel geht der VEVOR-Abbruchhammer erstaunlich schnell durch die Betonplatte. Beim ersten Versuch ist der Durchbruch nach 10,86 Sekunden geschafft, beim zweiten nach 18,75 und beim dritten nach 11,89 Sekunden. Im Mittel braucht er damit 13,83 Sekunden für 6 Zentimeter Beton, und dieses Tempo überrascht uns positiv.
Die Ergebnisse streuen deutlich, zeigen insgesamt aber eine hohe Abbruchleistung. Ein Grund dafür dürfte der unterschiedliche Anpressdruck sein, den wir beim Führen unwillkürlich aufbringen. Das Schlagwerk arbeitet unter Last gleichmäßig. Mit dem Spitzmeißel spielt der Abbruchhammer seine größte Stärke aus.
Flachmeißel und Präzisionsarbeit
Deutlich schwerer tut sich der Abbruchhammer mit dem Flachmeißel auf Beton. Bis die 5 × 5 Zentimeter große Fläche 10 Millimeter tief abgetragen ist, vergehen 1 Minute und 18 Sekunden. Einen brauchbaren Abtrag erzielen wir nur, wenn wir den Meißel recht steil ansetzen, zudem spüren wir leichte seitliche Bewegungen. Kontrollierbar bleibt das Gerät trotzdem, für den flächigen Betonabtrag benötigt es aber spürbar mehr Zeit.
Auf Porenbeton ist Kraft kein Thema, weil sich das weiche Material sehr leicht abtragen lässt, schwierig wird es bei der Genauigkeit. Am besten gelingt das Rechteck, wenn wir zuerst die Kanten im rechten Winkel vorstemmen und die Fläche danach mit flach angesetztem Meißel ausräumen. Eine gleichmäßige Tiefe zu treffen, bleibt knifflig, weil der Meißel schnell zu viel Material abträgt. Beim dritten Versuch gelingt uns eine weitgehend ebene Fläche, wobei uns das gut beherrschbare Gewicht hilft. Mit etwas Übung lässt sich der Abbruchhammer für grobe Konturen ausreichend kontrollieren, für exakte oder feine Arbeiten ist er jedoch nicht ausgelegt.
Betriebsverhalten und Sicherheit
Über mehrere kurze Arbeitszyklen hinweg läuft der Abbruchhammer ohne Leistungseinbruch, ungewöhnliche Geräusche oder Funkenflug. Weder Kabel noch Gehäuse zeigen unter Anpressdruck und Vibrationen Schwächen. Nach jedem Test sitzt der Meißel so fest wie zuvor, mit dem üblichen Spiel in der Aufnahme, und die Verriegelung gibt kein einziges Mal nach. Am Abbruchhammer selbst stellen wir während unserer Tests keine sicherheitsrelevanten Auffälligkeiten fest. Die mitgelieferte Schutzbrille bewerten wir dagegen kritisch.
Aus einem Meter Entfernung messen wir im Test 92 Dezibel. Ein für einen Abbruchhammer normaler Wert. Weder besonders leise noch besonders laut.
Wartung und Ersatzwerkzeuge
Zur Pflege gehört vor allem das Einfetten des Meißelschafts beim Werkzeugwechsel, passendes Schmierfett liegt bei. Beim Werkzeug selbst bleibt es dagegen bei je einem Spitz- und Flachmeißel, Ersatzmeißel oder Flachmeißel in anderen Breiten fehlen. Sind die beiden Meißel verschlissen, steht also direkt ein Nachkauf an.
Da die Anleitung auch die Wartung nur oberflächlich behandelt, müssen sich weniger erfahrene Heimwerker die Details selbst erarbeiten. Hier verschenkt VEVOR Potenzial, zumal gerade die Zielgruppe des Geräts von einer ausführlicheren, bebilderten deutschen Anleitung profitieren würde.
Fazit
Der VEVOR Hochleistungs-Betonbrecher überzeugt uns im Test vor allem mit seiner Abbruchleistung: Mit dem Spitzmeißel durchschlägt er die 6 Zentimeter dicke Betonplatte im Schnitt in knapp 14 Sekunden, und über alle kurzen Arbeitszyklen hinweg arbeitet er zuverlässig. Dazu kommen die gute Balance, der schnelle Meißelwechsel und eine massive Werkzeugaufnahme, die den Meißel in jeder Prüfung sicher hält. Schwächen zeigt er beim zähen Abtrag mit dem Flachmeißel, beim einfachen Kunststoffgehäuse und beim Zusatzgriff ohne Klemmhebel und Längsverstellung. Hinzu kommen dürftiges Zubehör mit wackeliger Schutzbrille und nachgiebigem Koffer sowie eine knappe, nur englischsprachige Anleitung.
Für rund 70 Euro bekommen wir dennoch viel Abbruchleistung. Für gelegentliche, vergleichbare Abbrucharbeiten im Heimwerkerbereich, etwa das Durchbrechen dünner Betonplatten oder das Abtragen von Porenbeton, liefert der VEVOR in unserem Test überzeugende Ergebnisse. Für die Arbeit empfehlen wir dringend eine eigene, zuverlässige Schutzausrüstung.
- +Schneller Durchbruch mit Spitzmeißel
- +Zuverlässiger Betrieb unter Last
- +Schneller Meißelwechsel
- +Gut ausbalancierte Handhabung
- +Robuste Werkzeugaufnahme
- –Langsamer Abtrag mit Flachmeißel
- –Zusatzgriff ohne Klemmhebel
- –Schwache mitgelieferte Schutzausrüstung
- –Knappe englischsprachige Anleitung
- –Nachgiebiger Transportkoffer