VEVOR Akku-Sprühgerät 12 L XF-12M27 im Test
Wer im Garten größere Flächen oder viele Pflanzen besprüht, gießt oder düngt, kennt das Problem klassischer Drucksprüher: Ohne regelmäßiges Nachpumpen lässt der Druck spürbar nach. Gerade bei längeren Einsätzen wird das schnell anstrengend. Akkubetriebene Rückensprüher versprechen hier gleichmäßigen Druck ohne Kraftaufwand, liegen dafür aber meist deutlich über einfachen Handpumpmodellen. Mit rund 66 Euro zum Testzeitpunkt positioniert sich das VEVOR Akku-Sprühgerät vergleichsweise günstig und liegt deutlich unter einigen etablierten Markenmodellen. Ob der niedrige Preis zulasten von Sprühleistung, Handhabung oder Verarbeitung geht, zeigt unser Praxistest.
VEVOR Akku-Sprühgerät 12 L XF-12M27
Design & Verarbeitung
Das VEVOR Akku-Sprühgerät XF-12M27 fasst 12 Liter und baut einen stufenlos regelbaren Druck von bis zu 90 psi beziehungsweise rund 6,2 bar auf. Angetrieben wird es von einem 18-Volt-Akku mit 2 Amperestunden, für den VEVOR eine Laufzeit von bis zu 2 Stunden angibt. Das Gerät wiegt 2,95 Kilogramm, der Tank besteht aus Polypropylen. Zum Lieferumfang gehören fünf unterschiedliche Düsen, ein 1,2 Meter langer Schlauch sowie zwei Sprühstäbe: eine teleskopierbare Metalllanze mit bis zu 1 Meter Länge und ein 0,75 Meter langer Kunststoff-Sprühstab.
Der Kunststofftank macht im Test einen stabilen Eindruck und steht sowohl auf festem, ebenem Untergrund als auch auf Rasen wackelfrei. Der Anschlussschlauch fällt ausreichend lang aus, das Voltmeter lässt sich auch bei Sonnenschein gut ablesen. Beim Auspacken nehmen wir zunächst einen deutlichen Plastikgeruch wahr, der nach mehrtägigem Gebrauch jedoch verfliegt.
Bedienung & Handhabung
Montage und Inbetriebnahme gelingen uns zügig und ohne Nacharbeit, sodass das Gerät schnell einsatzbereit ist. Dem Testgerät liegt eine gedruckte Anleitung auf Englisch bei. Eine deutsche Fassung lässt sich über das VEVOR Support Center herunterladen, ein QR-Code auf Anleitung und Gerät führt direkt dorthin.
Das Befüllen über die große Öffnung funktioniert sauber. Allerdings stimmen die Maßangaben der Füllstandskontrolle nicht mit der tatsächlich eingefüllten Menge überein. Mischverhältnisse bei zulässigen Zusätzen würden wir deshalb mit einem separaten Litermaß bestimmen.
Die fünf Düsen erzeugen klar unterscheidbare Sprühbilder und lassen sich gezielt für unterschiedliche Anwendungen einsetzen. Bei fester Verschraubung bleiben die Verbindungsstellen dicht. Werden die Verbindungen nicht ausreichend fest angezogen, kann an den Übergängen Wasser austreten.
Besonders positiv fällt der Tragekomfort auf: Dank der großflächigen Rückenpolster verteilt sich das Gewicht gleichmäßig, ohne dass sich in unserem Tragetest Druckstellen bilden. Das Gerät lässt sich sowohl von Links- als auch von Rechtshändern gut bedienen. Weniger praktisch ist, dass sich Ein-/Ausschalter und Druckregler bei aufgeschnalltem Gerät nur schwer erreichen lassen. Gerade zu Beginn der Arbeit erschwert das das Nachjustieren des Drucks.
Ausstattung
Mit fünf deutlich unterschiedlichen Düsen deckt das Gerät ein breites Einsatzspektrum ab. Für jede Düse lässt sich im Test ein sinnvoller Verwendungszweck finden. Die Halterung für die beiden Sprühstäbe wirkt allerdings nicht besonders stabil.
Eine dauerhafte Zubehörtasche fehlt. Die beiliegenden Plastiktüten ermöglichen zwar eine getrennte Aufbewahrung der Zubehörteile, sind aber deutlich weniger robust als eine richtige Tasche oder ein Aufbewahrungssack. Trotzdem bewerten wir die Ausstattung insgesamt mit sehr gut.
Sprühleistung & Betrieb
Mit dem feinen Sprühkopf entsteht auf größerer Fläche ein sehr feiner Nebel. Der große Sprühkopf lässt sich dagegen sowohl für größere Wassermengen, etwa beim Gießen, als auch für einen feineren Nebel einsetzen. Je nach Düse und Druckeinstellung messen wir Reichweiten zwischen 0,5 und 4,3 Metern.
Bei der Fördermenge zeigt sich das Gerät sehr konstant. Bei niedrigster Einstellung messen wir in drei jeweils 30-sekündigen Durchgängen 700, 720 und 720 Milliliter, was einer Abweichung von 2,8 Prozent entspricht. Bei mittlerer Einstellung sind es 890, 900 und 890 Milliliter mit 1,1 Prozent Abweichung. Auf höchster Stufe fördert das Gerät in allen drei Durchgängen jeweils 1.580 Milliliter, hier messen wir keine Schwankung.
Die Wasserabgabe lässt sich über die Druckregelung gut an unterschiedliche Einsatzzwecke anpassen. Vom feinen Sprühnebel bis zu einer kräftigeren Wasserabgabe stehen deutlich unterscheidbare Einstellungen zur Verfügung.
Im 15-minütigen Dauerbetrieb arbeitet das Gerät ohne auffällige Aussetzer oder deutlichen Leistungseinbruch. Bei der Dichtigkeit zeigt es sich ebenfalls zuverlässig: Nach dem Betrieb und einer anschließenden Standzeit auf trockener Unterlage bleiben Tank, Deckel, Schlauch und Anschlüsse dicht, sofern alle Verbindungsstellen fest verschraubt sind.
Mit 12 Litern Nennvolumen bietet der Tank viel Reserve und reduziert bei größeren Flächen die Zahl der notwendigen Nachfüllstopps.
Reinigung & Wartung
Nach unserem Test ausschließlich mit Leitungswasser ist die Reinigung in rund 5 Minuten erledigt. Der Tank lässt sich über die Einfüllöffnung gut ausschütten und zusätzlich über die Pumpe entleeren, ohne dass größere Restmengen zurückbleiben. Nach dem Einsatz zulässiger Spritzmittel ist eine gründlichere Spülung von Tank, Schlauch, Pumpe und Lanze erforderlich.
Der feinmaschige Filter in der Tanköffnung hält Verunreinigungen zuverlässig zurück. Der Innenfilter vor der Pumpeneinheit lässt sich zwar nicht ausbauen, ist durch die große Tanköffnung aber von Hand erreichbar.
Fazit
Das VEVOR Akku-Sprühgerät überzeugt mit sehr konstanter Fördermenge, vielseitigen Düsen, guter Dichtigkeit und hohem Tragekomfort. Abzüge gibt es für die ungenaue Füllstandsanzeige, die englische Anleitung und die schlecht erreichbare Druckregelung. Für größere Gartenflächen ist der 12-Liter-Rückensprüher gut geeignet, für kleine Balkone dagegen eher überdimensioniert.
- +Sehr konstante Fördermenge
- +Vielseitige Düsen
- +Hoher Tragekomfort
- +Gute Dichtigkeit
- +Breiter Regelbereich
- –Ungenaue Füllstandsanzeige
- –Druckregler schwer erreichbar