Tineco FLOOR ONE i7 Fold im Test: Das kann der klappbare Wischer
Mit dem FLOOR ONE i7 Fold kommt ein Modell von Tineco auf den Markt, das vor allem eines sein möchte: möglichst handlich. Der Stiel lässt sich einklappen, das Gewicht ist niedrig, die Bauform fällt schlank aus. Doch bleibt genug Reinigungskraft übrig, wenn ein Gerät in erster Linie leicht, kompakt und gut verstaubar sein will? Wir machen den Praxistest.
Tineco FLOOR ONE i7 Fold
Design und Verarbeitung
Der erste Eindruck fällt positiv aus. Das Gehäuse in Schwarz mit silbernen und dunkelgrünen Akzenten wirkt hochwertig, nichts klappert, nichts knarzt. Auffällig ist vor allem die schlanke Bauform: Der Korpus fällt angenehm schmal aus, scharfe Ecken oder Kanten gibt es nicht.
Mit rund 4,8 Kilogramm zählt der i7 Fold zu den leichteren Geräten seiner Klasse. Die Abmessungen von etwa 113 × 24 × 17 Zentimetern und die nur 8,5 Zentimeter hohe Saugdüse machen ihn im Alltag gut handhabbar.
Ausstattung und Bedienung
Bis zum ersten Einsatz vergehen nur wenige Minuten. Der Zusammenbau klappt ohne Werkzeug und ist praktisch selbsterklärend. Die beiliegende Kurzanleitung hilft beim Start, lässt an einzelnen Stellen aber kleine Fragen offen.
Vier Reinigungsmodi stehen zur Wahl: Eco, Quiet, Suction und Max. Die Tasten sitzen gut erreichbar, reagieren zuverlässig und haben einen klaren Druckpunkt. Nach kurzer Eingewöhnung gelingt auch die Moduswahl intuitiv. Im Betrieb ist der Sauger leichtgängig und wendig. Der Eigenantrieb unterstützt spürbar beim Schieben und macht die Führung angenehm einfach. Nur in engen Passagen oder zwischen Möbeln braucht der i7 Fold etwas mehr Aufmerksamkeit.
Zum Lieferumfang gehören neben dem Sauger eine Ersatzwalze, ein Filter, eine Reinigungsbürste und eine Reinigungslösung. Eine App bietet der i7 Fold nicht. Das ist aus unserer Sicht aber auch nicht problematisch, weil sich alle wichtigen Funktionen direkt am Gerät steuern lassen.
Reinigungsleistung im Praxistest
Der i7 Fold saugt und wischt grundsätzlich gleichzeitig; ein reines Trockensaugen ohne Wasser ist nicht vorgesehen. Bei feinem Schmutz auf Hartböden überzeugt er sofort: Verstreutes Salz nimmt er in einem einzigen Zug restlos auf. Gröberes Material fordert ihn dagegen sichtbar stärker. Bei Haferflocken brauchen wir ein bis zwei Wischzüge, einzelne Flöckchen bleiben zunächst liegen. Die Schmutzaufnahme reicht damit von sehr gut bei feinem Schmutz bis durchschnittlich bei grobem Schmutz.
Beim Wischen leichter Verschmutzungen liefert der Tineco ein sehr sauberes Ergebnis. Selbst auf empfindlichen Fliesen, die sonst schnell Schlieren zeigen, bleibt der Boden sauber und trocknet zügig ab. Das überrascht uns positiv. Bei hartnäckigen Verschmutzungen zeigt sich dagegen die Grenze des Geräts: Eingetrocknete Seifen- und Wasserflecken bleiben selbst auf höchster Stufe teilweise sichtbar, auch ein Schokoladenfleck verlangt Nacharbeit. Das Ergebnis ist zwar streifenfrei, aber nur mittelmäßig.
An Rändern und in Ecken macht sich die Bauform bemerkbar. Die Walze kommt zwar nah an Kanten heran, in den Ecken selbst bleibt aber Schmutz zurück. Wer wirklich bis in den letzten Winkel reinigen möchte, muss dort von Hand nacharbeiten.
Akku, Lautstärke und Geruch
Bei der Ausdauer sammelt der i7 Fold viele Punkte. Nach 15 Minuten im Standardmodus zeigt das Display noch 61 Prozent Restladung. Das reicht für mehr als nur eine schnelle Runde zwischendurch und ist ein gutes Ergebnis.
Auch die Lautstärke gefällt uns. Mit gemessenen 62 Dezibel im Normalbetrieb und etwa 64 Dezibel auf höchster Stufe arbeitet der i7 Fold für einen Nass-Trockensauger außergewöhnlich leise. Viele Konkurrenzmodelle liegen jenseits der 70 Dezibel. Unangenehme Gerüche treten weder während der Nutzung noch danach auf; der Betrieb bleibt geruchsneutral.
Hygiene, Tanks und Reinigung
Das Entleeren und Reinigen des Gerätes ist unkompliziert. Die Walze lässt sich abnehmen und unter fließendem Wasser ausspülen, der Schmutzwassertank ist schnell abgenommen, auseinandergebaut und wieder eingesetzt. Ein HEPA-Filter unterstützt die Filterung der Abluft.
Zwei Einschränkungen bleiben aber. Eine automatische Selbstreinigung über eine Station bietet der i7 Fold nicht. Die Walze muss also von Hand unter dem Wasserhahn gereinigt werden, was auf Dauer mehr manuelle Pflege bedeutet. Hinzu kommt, dass sich der Walzenbezug nicht abnehmen und in der Waschmaschine reinigen lässt. Auch die vergleichsweise kleinen Tanks setzen Grenzen: Frisch- und Schmutzwasserbehälter fallen knapp aus, sodass wir bei größeren Flächen häufiger nachfüllen und entleeren müssen.
Fazit
Der FLOOR ONE i7 Fold ist ein leichter, sehr leiser und schnell einsatzbereiter Nass-Trockensauger. Bei feinem Schmutz und leichten Verschmutzungen liefert er ein sehr sauberes, streifenfreies Ergebnis, sogar auf empfindlichen Fliesen. Dazu kommen eine starke Akkuleistung, die angenehme Handhabung mit Eigenantrieb, der einklappbare Stiel und eine überzeugende Verarbeitung. Schwächen zeigt er bei eingetrockneten Flecken und in Ecken, wo Nacharbeit nötig bleibt. Die vergleichsweise kleinen Tanks, der nicht waschbare Walzenbezug und die fehlende automatische Walzenreinigung sind die wichtigsten Kritikpunkte.
Für rund 499 Euro ist das Gerät vor allem für alle interessant, bei denen es im Alltag schnell gehen muss. Auf Hartböden macht er eine gute Figur und gleitet auch mühelos über Läufer und Fußmatten. Für ein mehrstöckiges Haus mit großen Flächen ist er weniger ideal, weil die Tanks dann zu häufig nachgefüllt beziehungsweise entleert und die Walze gereinigt werden müssen. Wer diese Einsatzgrenzen kennt, bekommt ein durchdachtes, alltagstaugliches Leichtgewicht.
- +Leicht und handlich
- +Sehr leiser Betrieb
- +Starke Akkuleistung
- +Streifenfreie Reinigung
- +Einklappbarer Stiel
- +Gute Verarbeitung
- –Schwach bei Ecken
- –Hartnäckige Flecken bleiben
- –Kleine Tanks
- –Keine Selbstreinigung
- –Walzenbezug nicht waschbar