Testmethodik: Kopfhörer

In-Ear, On-Ear oder Around-Ear; stylish-schlicht oder grell-auffallend: Die Wahl des Kopfhörers ist vor allem von persönlichen Vorlieben abhängig. Guten Klang gibt es inzwischen bei allen Bauformen. Obgleich der passive, dynamische Kopfhörer den Urtyp darstellt, bemühten sich die Hersteller in den letzten Jahren um Innovationen, um die Klangqualität in Relation zum Preis und/oder zur Größe der Bauteile zu steigern. Die Gesamtbewertung erstellen wir schließlich aus den Kriterien Design und Verarbeitung, Ausstattung, Tragekomfort sowie Klangqualität.

Gewichtung Testkriterien

Design und Verarbeitung

Das Aussehen eines Kopfhörers ist oft der ausschlaggebende Faktor für den Kauf, jedoch auch subjektiv und wertungsfrei. Wir nehmen dagegen Haptik und Verarbeitung der Materialien unter die Lupe. Fühlt sich das Gerät wertig an und verspricht, ein treuer musikalischer Begleiter zu werden, oder beschleicht uns das Gefühl, die Plastik-Ohrenschalen zerfallen nach einem Jahr und der dünne Kabelanschluss hat bald einen Wackler?

Ausstattung

Die Kopfhörer selbst sind in den meisten Fällen gleich ausgestattet – was zählt, ist das Drumherum: Gibt es wechselbare Ohrpolster beziehungsweise Ohreinsätze? Ist das Kabel abnehmbar, gibt es eine Transportbox oder –tasche? Bei teuren Modellen ist interessant, ob der Hersteller Ersatzteile anbietet, um etwa für 20 Euro das Kabel nachzukaufen, statt den 150 Euro teuren Kopfhörer neu kaufen oder zur Reparatur einschicken zu müssen. Besondere Funktionen, etwa einen regulierbaren Anpressdruck, heben wir hervor.

Tragekomfort

Bei On- und Around-Ear-Kopfhörern entscheidet der Langzeittest: Uns ist wichtig, dass auch nach stundenlangem Tragen Bügel und Ohrenschalen nicht unangenehm andrücken. Bei In-Ear-Kopfhörern geht sicherer Sitz vor. Gibt es spezielle Bügelsysteme, die ein Herausrutschen verhindern? Weiterhin kann die Beschaffenheit des Kabels zum Komfort im alltäglichen Gebrauch beitragen.

Klangqualität

Ein Kopfhörer kann noch so chic aussehen – entspricht der Klang nicht den eigenen Ansprüchen, macht das Musikhören keinen Spaß. Besonders beim Testen hochwertiger Kopfhörer gehen wir in die Vollen: Wir steuern einen Referenz-Kopfhörerverstärker digital und mit ASIO-Treiber an, um bitgenaue Wiedergabe zu ermöglichen. Als Referenz-Setup nutzen wir den Violectric HPA V200 mit USB-Erweiterung als Verstärker (freundlicherweise bereitgestellt von Violectric) und den Beyerdynamic DT 1990 Pro. Mit sorgfältig ausgewählten Referenz-Tracks in CD- und Master-Audio-Qualität verschaffen wir uns einen Eindruck von Klangcharakter und frequenzieller Ausgeglichenheit, Räumlichkeit und Klangbühne, Impulsfreude und Dynamik sowie Detailtreue des Kopfhörers. Auch alltäglichen Situationen muss sich das Gerät stellen: Ist eine hochohmige Variante zum Beispiel am Smartphone oder PC nicht zu gebrauchen? Schlussendlich soll der Spaß am Musikhören nicht zu kurz kommen. Mit ausgewählten Titeln unterschiedlicher Genres testen wir, ob sich der Kopfhörer für alle Musikstile eignet oder bestimmte Spielarten bevorzugt oder benachteiligt.