Testmethodik: Klappmatratzen
Klappmatratzen sollen einen angenehmen Liegekomfort bieten, auf harten Untergründen ausreichend stützen und sich nach der Nutzung schnell zusammenfalten, transportieren und platzsparend verstauen lassen. Für eine faire Vergleichbarkeit bewerten wir alle Modelle mit einer gewichteten Testmethodik mit maximal 100 Punkten und leiten daraus eine Gesamtnote von 1,0 bis 6,0 ab.
Gesundheit & Schadstoffnachweise (10 %)
Gesundheit und Schadstoffnachweise fließen mit 10 % beziehungsweise 10 Punkten in die Gesamtnote ein. Dabei prüfen wir zunächst, welche modellbezogenen Zertifikate, Laborberichte oder anderen externen Nachweise zu Schadstoffen vorliegen und wie transparent der Hersteller die eingesetzten Materialien ausweist. Eine eigene Schadstoffprüfung führen wir nicht durch. Aus Geruch, Optik oder Hautgefühl ziehen wir keine Rückschlüsse auf eine mögliche Schadstoffbelastung.
Zusätzlich bewerten wir das Hautgefühl und die Verträglichkeit des Bezugsmaterials beim direkten Kontakt. Dabei achten wir darauf, ob sich der Bezug angenehm anfühlt oder beispielsweise kratzig und unangenehm wirkt. Ebenfalls relevant ist die Produktdeklaration. Herstellerangaben zu Kern, Bezug, Härte beziehungsweise Festigkeit, Belastbarkeit und Pflege sollten möglichst vollständig und nachvollziehbar sein.
Liegekomfort & Ergonomie (30 %)
Liegekomfort und Ergonomie bilden mit 30 % beziehungsweise 30 Punkten den wichtigsten Bewertungsblock. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Klappmatratze den Körper ausreichend unterstützt. Dazu beurteilen wir insbesondere die Wirbelsäulenlage in Rücken- und Seitenlage. Gleichzeitig prüfen wir die Druckentlastung an besonders belasteten Körperstellen wie Schulter, Hüfte, Rücken und Fersen.
Ein wichtiger Unterschied zu herkömmlichen Matratzen ist die meist vergleichsweise geringe Höhe sowie die direkte Nutzung auf dem Boden. Deshalb testen wir gezielt, ob es bei längerer Belastung zu einem unangenehmen Durchliegen oder spürbaren Bodenkontakt kommt. Auch die Faltfugen zwischen den einzelnen Segmenten spielen eine wichtige Rolle: Sie sollten beim Liegen möglichst wenig auffallen und keine störenden Druckstellen verursachen.
Darüber hinaus bewerten wir Bewegungsfreiheit und Rückstellverhalten bei Lagewechseln. Die Matratze sollte sich nach Belastung wieder ausreichend in ihre ursprüngliche Form zurückbilden. Abschließend fließen die tatsächlich nutzbare Liegefläche und der Komfort im Randbereich in die Bewertung ein.
Schlafklima & Bodeneignung (10 %)
Schlafklima und Bodeneignung gehen mit 10 % beziehungsweise 10 Punkten in die Wertung ein. Während längerer Liegephasen prüfen wir zunächst die Atmungsaktivität und das Wärmegefühl. Dabei interessiert uns, ob sich Wärme unter dem Körper staut oder die Matratze ein insgesamt angenehmes Schlafklima ermöglicht.
Auch der Umgang mit Feuchtigkeit fließt ein. Wir achten darauf, ob sich die Oberfläche bei längerem Liegen schnell klamm anfühlt, wie stark die Testperson schwitzt und wie gut die Materialien nach der Nutzung wieder trocknen. Da Klappmatratzen häufig direkt auf dem Boden zum Einsatz kommen, prüfen wir außerdem ihre isolierende Wirkung und den Liegekomfort auf einem kühlen und harten Untergrund.
Verarbeitung & Haltbarkeit (15 %)
Verarbeitung und Haltbarkeit fließen mit 15 % beziehungsweise 15 Punkten in die Gesamtnote ein. Zunächst beurteilen wir die Verarbeitung von Nähten, Reißverschlüssen, Tragegriffen und Bezug. Alle Bestandteile sollten sauber verarbeitet sein und auch bei wiederholter Nutzung einen stabilen Eindruck vermitteln.
Zusätzlich überprüfen wir die Passgenauigkeit von Bezug, Schaumstoffsegmenten und Faltübergängen. Die einzelnen Elemente sollten ordentlich zueinander ausgerichtet sein und weder stark verrutschen noch ungewollte Lücken bilden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Faltkonstruktion. Im Test führen wir mindestens 20 vollständige Auf- und Zuklappzyklen durch und kontrollieren anschließend erneut Nähte, Reißverschlüsse, Griffe, Segmentausrichtung und Fugen.
Abschließend bewerten wir die Formstabilität und Rückstellung nach punktueller sowie längerer Belastung. Dabei achten wir darauf, ob dauerhafte Verformungen entstehen oder der Schaumstoff zuverlässig in seine Ausgangsform zurückkehrt.
Pflege & Hygiene (10 %)
Pflege und Hygiene sind mit 10 % beziehungsweise 10 Punkten gewichtet. Hier prüfen wir zunächst, ob sich der Bezug unkompliziert abnehmen und anschließend wieder aufziehen lässt. Auch die Bedienung der Reißverschlüsse und die Zugänglichkeit der einzelnen Schaumstoffsegmente spielen dabei eine Rolle.
Ist der Bezug laut Hersteller waschbar, fließen die angegebenen Waschmöglichkeiten sowie die Form- und Passstabilität in die Bewertung ein. Darüber hinaus betrachten wir die Fleckempfindlichkeit der Oberfläche, die Aufnahme von Fusseln und die Möglichkeiten zur manuellen Reinigung. Ergänzend prüfen wir, wie einfach sich die Klappmatratze nach der Nutzung belüften und trocknen lässt.
Falten, Transport & Aufbewahrung (20 %)
Falten, Transport und Aufbewahrung haben bei einer Klappmatratze eine besonders hohe Bedeutung und gehen deshalb mit 20 % beziehungsweise 20 Punkten in die Gesamtnote ein. Wir prüfen zunächst, wie einfach und schnell sich die Matratze auf- und zuklappen lässt und ob der Ablauf ohne zusätzliche Erklärung verständlich ist.
Das Packmaß im gefalteten Zustand spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Eine Klappmatratze sollte sich möglichst platzsparend lagern lassen, ohne dass die Handhabung darunter leidet. Für den Transport bewerten wir Gewicht, Balance und vorhandene Tragegriffe. Zusätzlich berücksichtigen wir, wie gut sich das gefaltete Modell beispielsweise durch Türen, schmale Flure oder über Treppen tragen lässt.
Beim Liegen prüfen wir, ob die Matratze ausreichend rutschfest bleibt und die einzelnen Segmente zusammenhalten. Einige Modelle lassen sich zusammengefaltet zusätzlich als Sitzhocker oder Sitzgelegenheit verwenden. Ist eine solche Nutzung vorgesehen, bewerten wir auch Stabilität und praktischen Nutzwert in diesem Zustand. Abschließend vergleichen wir die tatsächlichen Abmessungen mit den Herstellerangaben und beurteilen, wie gut sich das Modell für den vorgesehenen Nutzungsort eignet.
Geruchstest (5 %)
Der Geruchstest fließt mit 5 % beziehungsweise 5 Punkten in die Gesamtnote ein. Direkt nach dem Auspacken bewerten wir zunächst die Intensität eines möglichen Neugeruchs. Dabei dokumentieren wir, ob dieser kaum wahrnehmbar, deutlich oder besonders störend ausfällt.
Anschließend beobachten wir die Geruchsentwicklung nach 24 und 72 Stunden Auslüften. Entscheidend ist, wie schnell ein möglichst neutraler Eindruck erreicht wird. Der Geruchstest dient dabei ausschließlich der Bewertung der Alltagstauglichkeit und des Ersteindrucks. Aussagen über mögliche Schadstoffe leiten wir daraus nicht ab.