Test: Panasonic Lumix DC-S1RME-K Vollformat-Systemkamera

Die Panasonic Lumix DC-S1R Vollformat-Systemkamera lässt nach den Angaben des japanischen Elektronikunternehmens auch im Profi-Segment keine Wünsche mehr offen. Mit höchster Auflösung im Foto- und Videobereich sowie zahlreichen Features mutet die robuste DSLM schon einmal sehr hochwertig an. Wir testen, ob die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt sind.

Design und Verarbeitung

Das Unboxing der Panasonic Lumix DC-S1RME-K mit dem zum Set gehörigen Lumix S 24-105mm F4 MACRO Zoom-Objektiv ist schon ein Erlebnis für sich: ein hochwertiger stabiler Karton, vom Gehäuse über das Objektiv bis hin zu den Bedienungsanleitungen ist alles einzeln verpackt. Das Kameragehäuse ist mit seinen 1018 Gramm (inklusive SD-Karte und Akku) etwas richtig Handfestes. Auch die Abmessungen mit 148,9 Millimetern in der Breite, 110 Millimetern in der Höhe und 96,7 Millimetern in der Tiefe (ohne Objektiv) machen mächtig Eindruck. Selbst wenn das Gesamtgewicht inklusive Objektiv mit weit über 1.600 Gramm zu Buche schlägt, liegt die Vollformat-DSLM sehr gut und angenehm in der Hand. Die Verarbeitung im Allgemeinen ist ausgezeichnet. Front- und Rückwand des Gehäuses bestehen aus besonders beständigem Magnesiumdruckguss. Sämtliche Einstellräder und Knöpfe sind für den Langzeiteinsatz konzipiert und besitzen eine gute Ansprache sowie einen guten Druckpunkt. Sämtliche Anschlüsse sind zudem abgedichtet, sodass die Kamera insgesamt staub- und spritzwassergeschützt ist. Auch Kälte und hohe Temperaturen können der DC-S1R nichts anhaben. Die Bedienung aller wichtigen Elemente, wie die Einstellräder für Blende und Kamera-Modi sowie Kurzwahltasten lassen sich sehr gut erreichen. Allerdings ist zu befürchten, dass Anwender mit kleineren Händen Schwierigkeiten bekommen können.

Der mit 5,76 Megapixeln sehr hochauflösende Live-OLED-Sucher sitzt mittig genau richtig, sodass der Nutzer jede Situation ideal einfangen kann. Das Design und die Verarbeitung der Vollformat-Lumix sind bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt – keine ungewöhnlichen Spaltmaße, kein billiges Plastik – alles vom Feinsten.

Handhabung und Bedienung

Panasonic Lumix DC-S1RME-K - Handhabung/Bedienung
Die Panasonic Lumix DC-S1RME-K lässt sich trotz ihrer Größe einfach und komfortabel beispielsweise über das hochauflösende Touch-Display bedienen.

Bei einer komplexen Kamera wie der Panasonic Lumix DC-S1RME-K empfiehlt es sich vor der ersten Verwendung, die sehr umfangreiche Bedienungsanleitung in Augenschein zu nehmen. Diese erklärt alles von der ersten Einrichtung bis zu den unzähligen Einstellungsmöglichkeiten über die Einstellräder, Knöpfe und das Touchscreen-Menü verständlich. Das Ganze natürlich in verschiedenen Sprachen – je in einem separaten Heft. Sehr gut!

Wer sich diese Kamera für den Profieinsatz kauft, muss sich bewusst sein, dass sie baubedingt kein Leichtgewicht ist. Schon bei der Ersteinrichtung spürt der Nutzer die Masse der Kamera im Handgelenk. Lässiges Fotografieren ist da nur bedingt möglich, aber auch gar nicht vorgesehen. Ist die DC-S1R erst einmal mit den Grundeinstellungen über das sehr gut navigierbare Touchscreen-Menü versorgt, kann es schon fast losgehen. Nun muss noch das mitgelieferte L-Mount Zoom-Objektiv – Lumix S 24-105mm F4 MACRO O.I.S. – durch Drücken des untersten Knopfes auf der Vorderseite des Gehäuses und Positionierung der Markierung am Bajonett der Kamera angebracht werden. Das funktioniert nach ein bisschen Übung sehr zügig. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass das Objektiv auch wirklich hörbar einrastet, denn sonst erkennt die Kamera die Linse nicht und es kommt zu Fehlfunktionen.

Zur Motivaufnahme bietet die Kamera den sehr hochauflösenden OLED-LiveView-Sucher oder das 3,2 Zoll TFT-Touch-Display auf der Rückseite. Sehr erfreulich: Selbst bei starker Sonneneinstrahlung sind beide sehr gut erkenn- und ablesbar. Die Bedienung mittels Touch-Display funktioniert ebenfalls sehr intuitiv und zuverlässig. Das Einstellrad mit Druckpunkten für das Steuerkreuz kann bei der Navigation durch das Einstellungsmenü zur Hilfe genommen werden. Zusätzlich befindet sich an der Gehäuseoberseite rechts noch ein kleines LCD-Display, das Infos wie eingestellte Brennweite, Blende, Anzahl der möglichen Aufnahmen oder der Akkustatus anzeigt. Alles zusammen sehr durchdacht und hilfreich.

Das bereits erwähnte Zoom-Objektiv mit MACRO-Eigenschaften ist im Gegensatz zu den beiden ebenfalls im Rahmen des Tests verwendeten Objektiven (S 50mm F1,4 und S 70-200mm F2,8) geradezu ein Leichtgewicht (circa 680 Gramm). Insgesamt wiegt die Kamera dann gut 1,7 Kilogramm. Dabei ist die Panasonic DC-S1RME-K aber erstaunlich gut ausbalanciert. Auf die Unterstützung der linken Hand unter dem Objektiv kann aber beim Fotografieren nicht verzichtet werden. Das hängt nicht etwa mit der Bildstabilisierung zusammen. Denn mit der 5-Achsen Dual-I.S. Stabilisierung ist nicht nur das Objektiv optisch stabilisiert, sondern auch das Gehäuse. Das allerdings ist bei Panasonic mittlerweile in diesem Segment ohnehin erfreulicherweise Standard und der Hersteller ist ein echter Vorreiter was diese Technik betrifft. Die Bedienung der Vollformat-Kamera sowie die Einstellringer für Fokus und Brennweite – genau wie der Umschalter von Autofokus auf manuellen Fokus geht recht unkompliziert direkt am Objektiv. Auch die Stabilisierung kann dort ein- und ausgeschaltet werden.

Insgesamt lassen sich Kamera und Objektiv gut und sicher bedienen auch wenn das Gewicht selbst mit dieser relativ leichten „Linse“ nicht zu verachten ist. An der Verarbeitung ist ebenfalls nichts auszusetzen.

Ausstattung

Panasonic Lumix DC-S1RME-K - Ausstattung
Die Ausstattung der Vollfomrat-Systemkamera ist hervorragend – Panasonic hat an nahezu alles gedacht.

Die Ausstattung und der Funktionsumfang der Panasonic Lumix DC-S1RME-K ist einfach atemberaubend. Die Kamera erfüllt nach unserem Ermessen nahezu jeden Wunsch des Fotografen.

Die DC-S1R besitzt einen 35mm-Vollformat-CMOS-Sneosr mit 47 Megapixeln Auflösung. Das erlaubt nun sogar die Aufnahme von 6K-Fotos mit 5184 x 3456 Pixel (3:2) sowie 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde. Der superschnelle Kontrast-Autofokus mit DPD-Technologie und einer Reaktionszeit von nur 0,08 Sekunden ist ebenso zielsicher wie leise. Eine praktische Funktion, die bereits zu den Features der MFT-Systemkameras von Panasonic wie der GX80 gehört, ist der Post-Fokus. Dabei wird während der Bildaufnahme der komplette Bildinhalt mehrfach fokussiert und kann im Nachhinein noch verschoben werden. Die leichte Verzögerung bei der Aufnahme ist mit der enormen Datenmenge zu erklären, die durch die Mehrfachfokussierung zustande kommt. Diese Funktion lässt sich jedoch im Menü deaktivieren. Über das Einstellrad links oben auf dem Gehäuse (das erst per Knopfdruck in der Mitte bewegt werden kann) wählt der Nutzer verschiedene Modi aus. Die intelligente Automatik (iA) ist sicherlich bei Profis eher verpönt, besitzt allerdings nützliche Funktionen wie Motiverkennung, Gesichtserkennung, Motivfokussierung und Augenverfolgung. Natürlich lassen sich darüber auch die Blendenautomatik (A), Programmautomatik (P) und der komplett manuelle Modus (M) wie gewohnt einstellen. Sehr angenehm finden wir, dass ein versehentliches Verstellen der Modi nicht möglich ist, da immer der Knopf gedrückt werden muss.

Etwas schade ist hingegen, dass die DC-S1R keinen integrierten Blitz besitzt, sodass für die vollumfängliche Nutzung der Kamera auf jedem Fall ein kompatibles externes Blitzgerät für den TTL-Blitzschuh notwendig ist. Die Kamera zeigt im Display auch die aktuell eingestellte Brennweite digital sowie alle weiteren Parameter für eine erfolgreiche Aufnahme an. Der 5-Achsen-Dual-I.S.-Bildstabilisator, welcher die Stabilisierung eines Objektivs mit dieser Technologie automatisch zum System hinzuschaltet, sorgt für nahezu verwackelungsfreie Aufnahmen in jeder Situation. Da der Bildsensor zusätzlich beweglich gelagert ist, kann eine Vielzahl von Bewegungen in 5 verschiedenen Achsen wirksam korrigiert werden. Wem die 47 Megapixel nicht genug sind, der kann mittels High-Resolution-Modus und einem Stativ per Sensorshit ein 187 Megapixel errechnetes Foto aus mehreren Aufnahmen erstellen lassen, was auch erstaunlich gut funktioniert. Das Ganze wird dann im RAW-Format gespeichert und nimmt entsprechend viel Speicherplatz ein. Sehr positiv an der DC-S1R ist auch, dass sie zwei Speicherschächte für SD- oder auch XQD-Speicherkarten besitzt. Ist also einmal die Kapazität der einen erschöpft, kann auf der anderen weitergespeichert werden.

Hochauflösende Videoaufnahmen unterstützt die Kamera natürlich ebenfalls. Mit 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) und bis zu 60 Bildern pro Sekunde Framerate lassen sich ausgezeichnete Videosequenzen von verschiedensten Ereignissen aufnehmen. Gerade für längere Aufnahmen sollte hier aber ein entsprechendes Stativ verwendet werden. Das mitgelieferte S 24-105mm F4 MACRO Zoom-Objektiv gefällt insgesamt durch seine vielseitige Verwendung. Denn sowohl für Makro-Aufnahmen von kleinsten Objekten (bis in den Nahbereich von 30 Zentimetern) als auch im Tele-Bereich überzeugt das Objektiv mit vernünftiger Schärfe im Bildzentrum. Durch sein vergleichsweise leichtes Gewicht ist es auch sehr praktisch für kleinere Touren. Einstellringe, Schalter und Fokussierung (manuell wie auch Autofokus) funktionieren zuverlässig. Top!

Neben zahlreichen „Hardfacts“ überzeugt auch die softwaretechnische Umsetzung der Kamera. Verschiedene Hilfsmittel wie die bekannten Gitterlinien oder eine 3D-Wasserwaage für die möglichst genaue Ausrichtung des Horizonts bildet die Panasonic Lumix DC-S1RME-K direkt im Sucherbild ab. Äußerst angenehm: Der Näherungssensor schaltet ab etwa 8 Zentimetern Entfernung vom Display auf das Sucherbild um. Wer sich jedoch etwa in diesem Bereich hin und her bewegt, der fühlt sich etwas gestört von der ständigen Umschaltung. Abhilfe sorgt hier beispielsweise die Deaktivierung des Displays.

Für längere Foto-/Video-Sessions ist natürlich auch das Durchhaltevermögen der Kamera unter praxisnahen Verhältnissen wichtig. Der mitgelieferte Lithium-Ionen-Akku erlaubt mit einer Kapazität von 3.050 mAh etwa 350 Bilder bei der Verwendung des Displays und etwa 20 bis 30 Aufnahmen weniger pro Akkuladung bei der Nutzung des Suchers. Er scheint aufgrund seiner hohen Auflösung etwas hungriger zu sein. Der Fotograf kann jedoch durch die Batterie-Anzeige mit 20 Prozent-Staffelung sehr gut abschätzen, wie viel Saft für die Aufnahmen und Videos noch zur Verfügung steht. Das Aufladen des Akkus dauert etwa 2 Stunden – ein Ladegerät gehört natürlich zum Lieferumfang. Die Batterie kann aber auch direkt in der Kamera mit USB-C-Kabel und besagtem Ladegerät wieder aufgeladen werden.

Was die Anschlussvielfalt betrifft, so glänzt die Vollformat-DSLM durch USB-C, micro-HDMI, Mikrofon-Eingang, WLAN, NFC und Bluetooth. Alles drin also für beste Konnektivität und Datenübertragung. Für schnelle und verzögerungsfreie Foto- und Filmdatenspeicherung empfiehlt sich die Verwendung einer SDXC-Speicherkarte mit UHS-II. Das kommt insbesondere 4K-Videodaten zugute und erhöht die Arbeitsgeschwindigkeit.

Foto- und Videoqualität

Panasonic Lumix DC-S1RME-K - Foto-/Videoqualität
Die Foto- und Videoqualität ist mit dem bestehenden Set sehr gut und überzeugt durchgehend.

Jetzt aber zu den entscheidenden Kaufkriterien – der Qualität bei Foto- und Videoaufnahmen. Wer sich eine Kamera zum Preis von über 4.000 Euro kauft, hat bestimmte Vorstellungen, was diese leisten muss. Die Auflösung ist mit 47 Megapixeln im 35mm-Vollformat schon einmal eine echte Hausmarke. Wir tasten uns zunächst einmal mit dem S 24-105mm F4 MACRO-Objektiv, das zum Set gehört, vor. Die ersten Aufnahmen nehmen wir im Automatik-Modus (iA) vor und sind sogleich vom angenehm weichen Druckpunkt des Auslösers überrascht. Die Fokussierung geschieht blitzschnell auf das gewünschte Bildmotiv und kann per Touch auch noch nachjustiert werden. Makro-Aufnahmen mit 70mm-Brennweite und Offenblende sind sehr ordentlich und geben ein herrliches Bokeh wieder. Ähnliches trifft auf Portrait-Aufnahmen zu. Doch auch im Weitwinkel-Bereich ab 24mm überzeugt die Panasonic Lumix DC-S1RME-K. Landschaften, Marktplätze oder auch Bauwerke gibt sie vollumfänglich, scharf und kontrastreich wieder. Die durchgehende Lichtstärke von F4 sorgt dafür, dass auch bei schwierigeren Lichtbedingungen kaum Bildrauschen auftritt. Selbst im Tele-Bereich bis 105mm lassen sich vor allem im Bildzentrum sehr scharfe und verwacklungsfreie Aufnahmen erstellen.

Wie bei vielen Zoom-Objektiven besitzt die Linse allerdings auch Schwächen. So fällt die Abbildungsleistung im Weitwinkelbereich zu den Rändern hin bei Blende F5,6 doch deutlich ab. Ähnlich verhält es sich auch bei höheren Brennweiten und der Offenblende. Hier hilft nur Abblenden (beispielsweise F11), was nicht nur dem Bildzentrum eine knackige Schärfe beschert, sondern auch bis in den Randbereich eine ordentliche Abbildungsleistung wiederspiegelt. Das Rauschverhalten der Kamera mit dem 24-105mm F4 ist von ISO 50 bis 1.600 sehr ordentlich. Mit zunehmender ISO ändert sich das jedoch, denn ab ISO 6.400 ist schon ein deutliches Helligkeitsrauschen sichtbar – was bei ISO 12.600 sehr stark stört. Ein Farbrauschen ist dagegen so gut wie nicht wahrnehmbar, selbst mit ISO 51.200 ist es nur leicht zu erahnen.

Freunde des manuellen Fokus kommen mit dieser Kamera-Objektiv-Kombination voll auf ihre Kosten. Der Fokus kann sehr präzise eingestellt werden und wird auch im Sucher und im Display hervorgehoben. So lässt sich die Fokussierung haarklein an der gewünschten Stelle positionieren. Ausgezeichnet! Auch die manuellen Modi – wie die Blendenautomatik, Zeitautomatik und Programmautomatik bieten eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten für das Profi- Herz. In Kombination mit dem Touch-Menü kann jeder Modus noch individuell angepasst werden. Uns gefällt beim Fotografieren (in jedem Modus) insbesondere der hochauflösende OLED-Sucher, der ein sehr klares und hochauflösendes Bild wiedergibt. Allerdings muss auch erwähnt werden, dass Brillenträger aufgrund der Bauweise doch ihre Nachteile haben werden. Ihnen steht nur ein eingeschränktes Sichtfeld zur Verfügung. Eine Vergrößerung der Darstellung führt nur dazu, dass ein bestimmter Bildausschnitt herausgestellt wird, der Rest jedoch wird ausgeblendet. Hier hätten wir uns eine bessere Lösung gewünscht.

Gerade bei sonnigen Verhältnissen ist der Sucher jedoch erste Wahl, wenngleich das Display nur unwesentlich abfällt. Für eine bessere Übersicht der Aufnahmesituation eignet sich wiederum der Bildschirm besser. Sehr praktisch ist hierbei, dass sich der 3,2 Zoll-TFT nicht nur 90 Grad nach oben und unten, sondern auch zur rechten Seite wegklappen lässt. Auf den ersten Blick ist diese Funktion gar nicht ersichtlich, erst beim genaueren Hinschauen lässt sich das Display auch so entriegeln, dass es zur Seite wegklappt.

Panasonic Lumix DC-S1RME-K - Foto-/Videoqualität
Die hervorragende Bildqualität der Panasonic Lumix DC-S1RME-K kommt insbesondere bei Landschaftsaufnahmen voll zur Geltung.

Die Aufnahmen selbst – sowohl Foto als auch Video – überzeugen uns weitestgehend mit dem S 24-105 F4 MACRO. Sie punkten durch sehr gute Kontraste, eine exzellente Schärfe und Bildauflösung und eine natürliche und nicht softwarebedingt aufgehübschten Farbwiedergabe. Dabei geht zwar etwas Auflösung verloren, aber gerade bei der Verwendung von RAW-Dateien bekommt der Anwender hier sehr ehrliche Ergebnisse, die im Nachhinein noch hervorragend weiterverarbeitet werden können – so muss es sein. Aus unserer Sicht eine sehr gelungene Kombination, sofern weitergehende Investitionen für den Anfang eher nicht mehr anstehen. Doch testen wir die Profi-Vollformat-DSLM von Panasonic auch mit weiteren L-Mount Objektiven. Bei dieser Gelegenheit ist positiv zu erwähnen, dass durch die Allianz von Leica, Sigma und Panasonic auch Objektive mit L-Bajonett von Sigma und Leica vollumfänglich verwendet werden können, was das Gesamtportfolio deutlich erweitert.

Folgende Objektive testen wir zusätzlich:

  1. Lumix S-X50E (S-Pro mit 50mm F1,4)
  2. Lumix S-R70200E (S Pro mit 70-200mm F2,8 O.I.S)
Anzeigen Panasonic Lumix S Pro 50mm F1.4
Klasse Portraitaufnahmen und ein besonders weiches Bokeh gelingen mit dem Panasonic Lumix S Pro 50mm F1.4.

Was uns bei der 50mm Festbrennweite direkt auffällt, als wir sie aus dem voluminösen Karton nehmen, ist das enorme Gewicht von gut 955 Gramm, was noch einmal gut 300 Gramm schwerer ist als das zum Set gehörende Zoom-Objektiv. Es ist aus 13 Elementen in 11 Gruppen aufgebaut, wobei es 2 asphärische und 3 LED-Linsen gibt. Die maximale Blende von F1,4 ist schon einmal eine Ansage und verspricht sehr gute Ergebnisse. Nachdem wir das Objektiv mit der Kamera verbinden kann es schon losgehen. Zunächst vermissen wir den Autofokus – allerdings hat sich Panasonic bei der Konzeption der lichtstarken Festbrennweite eine clevere Lösung überlegt. Der Fokusring lässt sich nicht nur zum Scharfstellen bei manueller Fokussierung verwenden – er kann auch vertikal nach oben gezogen werden, wodurch der Autofokus aktiviert wird. Um von Anfang an damit arbeiten zu können, empfehlen wir daher das Studium der beiliegenden Bedienungsanleitung des Objektivs, denn darin werden wir fündig.

Das Scharfstellen geschieht dann blitzschnell und sehr leise. Der manuelle Fokus gefällt uns jedoch noch ein bisschen besser, da er noch präziser einstellbar ist. Die Bilder – insbesondere Portraits und Aufnahmen von Pflanzen und Tieren mit Hintergrundunschärfe – sind eine echte Augenweide. Knackscharf bis zu einer Vergrößerung von 300 Prozent in Photoshop. Das ist wirklich brillant. In der Dämmerung und im Morgengrauen bei deutlich schwierigeren Lichtverhältnissen spielt das Objektiv in Kombination mit der Kamera jedoch seine ganze Stärke aus und gibt die Aufnahmen mit sehr gutem Farbumfang und Kontrast wieder.

Panasonic Lumix S Pro 70-200mm f2.8 OIS
Herausragende Bildqualität insbesondere bei Landschafts- und Tieraufnahmen mit dem Tele-Zoom Panasonic Lumix S Pro 70-200mm F2.8 OIS.

Eine ganz andere Hausnummer ist das große 70-200 mm F2,8 Tele-Zoom. Mit 1.570 Gramm ein echter Brocken. Nicht umsonst besitzt es noch einen zusätzlichen (verstellbaren) Objektivgriff und eine extra Stativaufnahme am Objektiv. Allein das Zoom an der DC-S1R anzubringen, ist eine kleine Herausforderung. Dazu muss der Nutzer die DSLM hinlegen, denn sonst besteht die Gefahr, dass er das Bajonett nicht sauber trifft. Ist das Tele dann einmal montiert und funktionsbereit, muss zwingend der Griff als Unterstützung verwendet werden. Ansonsten lässt sich die Kamera nicht sauber führen. Wer natürlich ohnehin vorhat Tieraufnahmen aus einiger Entfernung mit einem Stativ zu machen, muss sich keine Sorgen um das Gewicht machen. An der Qualität der Bilder und Videoaufnahmen haben wir ohnehin nichts auszusetzen. Hier fällt uns eigentlich nur ein Wort ein: überwältigend. Die Präzision mit welcher Kamera und 70-200er Tele arbeiten ist beeindruckend. Die Fokussierung im Autofokus ist blitzschnell und zielsicher. Die Schärfe und der Dynamikumfang der Aufnahmen ausgezeichnet. Selbst weit entfernte Tiere können sauber anvisiert und aufregend inszeniert werden. Dabei ist es unerheblich, ob das Motiv die komplette Szene umfassen soll oder nur einen bestimmten Bildausschnitt – das Ergebnis ist spektakulär. Aber auch ohne Stativ kann das Objektiv eingesetzt werden. Denn selbst aus der Hand fotografiert, werden die Aufnahmen knackscharf dank der optischen Bildstabilisierung im Objektiv und in der Kamera (Dual I.S.). Zusammen mit der durchgehenden Lichtstärke von F2,8 ist dieses Objektiv ein Muss für Profi-Fotografen, denn sowohl Tier-, Landschafts- als auch Portrait-Fotografie sind ein echter Genuss.

Die Panasonic Lumix DC-S1RME-K sowie die beiden Objektive sind allesamt staub-, spritzwasser- und kältegeschützt, was sie in jeder nur möglichen Aufnahmesituation bestehen lässt. Insgesamt hinterlässt die Kamera auch in der entscheidenden Kategorie – der Bild- und Videoqualität – einen ausgezeichneten Eindruck.

Fazit

Die spiegellose Vollformat-Systemkamera Panasonic Lumix DC-S1RME-K mit dem im Set enthaltenen Zoom-Objektiv S 24-105mm F4 MACRO richtet sich an Profi-Fotografen. Was bei einem Anschaffungspreis von aktuell gut 4.300 Euro auch nicht weiter verwunderlich ist. Aber für diesen Preis bekommt der Anwender ein wirklich komplett ausgestattetes Gerät. Die 47 Megapixel im 35mm Kleinbildformat sind eine echte Ansage. Das Bedienkonzept ist durchdacht, jedes Rädchen sitzt, jeder Schalter rastet richtig ein. Das Gewicht der Kamera mag nicht jedermanns Sache sein, aber wer einen robusten, wetterfesten und zuverlässigen Begleiter in allen Aufnahmesituationen sucht, ist mit der DC-S1R genau an der richtigen Stelle. Die Bildqualität ist im üblichen ISO-Bereich vollkommen in Ordnung. Die Bilder sind farbtreu, insbesondere im Zentrum scharf und haben einen guten Dynamikumfang. Zu den Rändern hin schwächelt das Set jedoch etwas. Ansonsten ist die Vollformat-DSLM vollgepumpt mit nützlichen Funktionen wie der Sensor- und Objektivstabilisierung Dual-I.S., welches in diesem Segment höchsten Ansprüchen genügt. Mittlerweile gibt es zudem einige neue L-Mount-Objektive die das Leistungsvermögen der Kamera noch deutlich weiter ausreizen, wenngleich hierfür der Geldbeutel doch etwas weiter geöffnet werden muss.

Insgesamt hinterlässt die Panasonic Lumix DC-S1RME-K in unserem Test einen ausgezeichneten Eindruck und braucht sich auch vor der Konkurrenz nicht verstecken. Wir können eine klare Kaufempfehlung aussprechen, da auch das Preis-Leistungsverhältnis gemessen an den Ansprüchen voll und ganz passt.

Wertung

: Panasonic Lumix DC-S1RME-K

Panasonic Lumix DC-S1RME-K
  1. Design und Verarbeitung
    1,1
    • Handhabung und Bedienung
      1,5
      • Ausstattung
        1,0
        • Fotoqualität
          1,5
          • Videoqualität
            1,3

            Pros

            • Ausgezeichnete Ausstattung
            • Sehr gutes Touch-Display, klasse OLED-Sucher
            • Sehr gute Foto- und Videoqualität
            • Hochwertige Verarbeitung
            • Vielseitig verwendbares Zoom-Objektiv
            • 5-Achsen Gehäuse-Stabilisierung
            • Großer Funktionsumfang

            Cons

            • Hohes Gewicht
            • Hoher Preis
            • Set-Objektiv mit Schwächen bei Schärfe am Bildrand