Roborock RockMow Z150 im Test: starker Schnitt, schwache Orientierung
Roborock kennen wir vor allem aus dem Wohnzimmer. Dort haben sich die Saugroboter der Marke längst etabliert, nun versucht der Hersteller den Sprung in den Garten. Mit dem RockMow Z150 tritt Roborock direkt in der Premiumklasse an. Der Anspruch ist hoch: Der Mähroboter soll große Rasenflächen selbstständig pflegen, sich komfortabel per App steuern lassen und ohne Begrenzungsdraht auskommen. Im Test zeigt sich jedoch schnell: Beim Mähen überzeugt der Roborock, bei Einrichtung und Navigation fordert er deutlich mehr Geduld.
Roborock Rasenroboter RockMow Z150 AWD RTK+Vslam+KI+Dual Kamera 5000m² KABELLOS
Roborock RockMow Z150
Verarbeitung
Der RockMow Z150 macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Das Gehäuse sitzt fest, die Spaltmaße fallen nicht negativ auf, und mit 21,5 Kilogramm wirkt der Mäher ausgesprochen massiv. Die Schutzklasse IPX6 passt dazu: Starker Regen ist für das Gehäuse grundsätzlich kein Problem.
Einrichtung und App
Der Lieferumfang deckt alles ab, was wir für den Aufbau brauchen. Neben dem Mähroboter liegen Ladestation, Netzteil, Verlängerungskabel, RTK-Antenne sowie zwei Montagepfosten mit Befestigungsmaterial im Karton. Ersatzklingen und Werkzeug liefert Roborock ebenfalls mit.
Der schwierigste Teil wartet allerdings gleich zu Beginn. Die RTK-Antenne, die für die zentimetergenaue satellitengestützte Positionierung zuständig ist, erweist sich im Test als empfindlich. Die App führt zwar durch die Einrichtung, erklärt einzelne Schritte aber nicht klar genug. Mehrfach müssen wir Vorgänge wiederholen, sowohl an der Antenne als auch am Roboter. Am gewählten Standort gelingt die RTK-Installation erst nach mehreren Versuchen und einem Neustart der App.
Auch die Kartierung kostet Komfort. Der RockMow Z150 erfasst die Rasenfläche teils manuell, teils automatisch. Grenzen erkennt er häufig korrekt, der erste Kartenaufbau wirkt aber noch nicht ausgereift. Dass die automatische Kartierung zum Testzeitpunkt noch als Beta gekennzeichnet ist, merken wir deutlich. Zudem reißt die Verbindung zwischen Antenne und Roboter mehrfach ab. Dadurch müssen wir die Kartierung so lange wiederholen, bis alles stabil genug läuft. Am Ende steht zwar eine nutzbare Karte, der Weg dorthin passt aber nicht zu dem Anspruch, den Roborock in dieser Preisklasse formuliert.
Sobald der Mäher eingerichtet ist, zeigt die App ihre Stärken. Sie bietet Live-Karte, Positionsanzeige, Zonen, Sperrflächen, Mähpläne, Fernsteuerung, elektronische Schnitthöhe, Mähgeschwindigkeit, Bahnabstand, Mähmuster, Smart-Home-Anbindung, Push-Nachrichten, Updates, Live-Kamerabild, Multi-User-Zugriff und Mobilfunkverbindung. Das ist viel, im Alltag aber nicht überladen. Wer mehrere Rasenbereiche pflegt oder den Mähplan regelmäßig anpasst, findet die wichtigsten Funktionen schnell und kann Änderungen ohne Rätselraten umsetzen.
Praktisch ist außerdem die Bedienung direkt am Gerät. Start, Stopp und Heimfahrt lassen sich ohne Smartphone auslösen, die Tasten sitzen gut erreichbar. Das hilft, wenn der Mäher gereinigt, gewartet oder kurzfristig angehalten werden muss.
Navigation und Hinderniserkennung
Bei der Navigation liefert der RockMow Z150 ein gemischtes Bild. Auf offenen Flächen fährt er geordnet und nachvollziehbar. Schwierig wird es an kritischen Stellen. Wiederholt bleibt der Mäher an einem Zaun oder in einer Mulde hängen und befreit sich nicht selbst. Dann müssen wir eingreifen. Für den Rasen ist das kein großes Problem, für das Gehäuse schon: Gerade an solchen Stellen holt sich der Roborock zusätzliche Kratzer.
Die Hinderniserkennung arbeitet insgesamt ordentlich, bleibt aber nicht fehlerfrei. Viele Objekte erkennt der RockMow rechtzeitig und umfährt sie sauber. Kleinere oder ungünstig platzierte Hindernisse registriert er dagegen nicht immer früh genug. Für einen Mähroboter dieser Preisklasse wünschen wir uns hier mehr Sicherheit.
Stark fällt der Igelschutz aus. Die im Test verwendete Attrappe erkennt der Mäher verlässlich. Hinzu kommt ein Zeitfenster, das Mähen in Dämmerung und Nacht unterbinden kann.
Engstellen meistert der Roborock auch. Schmale Durchgänge bereiten ihm kaum Probleme, und zwischen den Zonen bewegt er sich kontrolliert. Die Rückfahrt zur Ladestation klappt ebenfalls, allerdings nicht immer auf direktem Weg. Manchmal sucht der Mäher länger oder nimmt Umwege.
Sicherheit
Bei der Sicherheit ist der RockMow Z150 gut aufgestellt. Er bringt Aufhebesensor, Kippsensor, Stopp-Taste, PIN-Schutz, Alarmfunktion, Kollisionssensor, Kindersicherung und automatischen Stopp bei Regen mit. Im Test greifen diese Funktionen zuverlässig. Zusammen mit dem überzeugenden Igelschutz gehört die Sicherheitsausstattung zu den klaren Stärken des Mähers.
Mähleistung und Rasenbild
Beim eigentlichen Mähen macht der Roborock viel richtig. Der Schnitt ist sauber und gleichmäßig, sichtbare Lücken oder ungemähte Streifen fallen uns kaum auf. Steht die Karte und arbeitet der Mäher ungestört, deckt er die Fläche systematisch ab.
Die Schnittbreite liegt bei 24 Zentimetern. Die Schnitthöhe stellen wir elektronisch zwischen 20 und 70 Millimetern ein, bequem per App und ohne Handgriff am Gerät. Wer je nach Jahreszeit oder Rasenbereich unterschiedlich mäht, profitiert davon spürbar.
Auch der Umgang mit dem Rasen gefällt uns. Trotz seines hohen Gewichts hinterlässt der Mäher keine auffällig tiefen Spuren. Die Kunststoffräder rollen sauber ab, Wendemanöver wirken kontrolliert. Für ein Gerät, das regelmäßig seine Runden dreht, ist das wichtig: Es soll den Rasen nicht nur schneiden, sondern auch schonen.
An Steigungen macht der RockMow Z150 ebenfalls eine starke Figur. Roborock setzt auf Allradantrieb, laut Hersteller schafft der Mäher Steigungen bis 80 Prozent. Für Gärten in Hanglage ist das ein echtes Argument, allerdings nur dann, wenn Empfang, Karte und kritische Stellen zuverlässig mitspielen.
Enttäuschend ist dagegen der Kantenschnitt. Zwar bringt der Mäher einen eigenen Kantenmodus mit, doch an vielen Rändern bleibt zu viel Gras stehen. Ein großer Teil der Kanten wird nicht sauber genug erfasst, Nachtrimmen von Hand bleibt nötig.
Wartung und Reinigung
Bei Reinigung und Wartung macht Roborock vieles richtig. Das Mähwerk ist gut zugänglich, Grasreste lassen sich ohne großen Aufwand entfernen, und auch Gehäuse sowie Ladestation reinigen wir mühelos. Die glatten Flächen und die offene Unterseite helfen im Alltag, denn ein Mähroboter sammelt schnell Feuchtigkeit, Erde und Schnittgut.
Der Messerwechsel ist ebenfalls unkompliziert. Das passende Werkzeug liegt bei, die einzelnen Schritte sind nachvollziehbar, und Ersatzklingen befinden sich bereits im Karton. Ein Satz Ersatzklingen kostet 19,90 Euro. Die direkten Verschleißkosten bleiben damit überschaubar, solange keine teureren Spezialteile fällig werden.
Schwächer ist die Unterstützung bei der Einwinterung. Der Aufbau wird verständlich erklärt, zum Saisonabbau liefert Roborock jedoch zu wenige klare Hinweise. Was muss gereinigt werden? Wie lagert man den Akku richtig? Welche Teile dürfen draußen bleiben, welche gehören trocken untergestellt? Hier bleibt zu viel offen.
Gebrauchsanleitung und Fehlermeldungen helfen bei vielen Standardfragen weiter. Ausgerechnet bei den Schwachstellen des Tests wünschen wir uns aber mehr Tiefe. Gerade zu RTK-Verbindung, Kartierung und Abbrüchen dürften die Hinweise konkreter sein. Wer technisch versiert ist, arbeitet sich durch. Wer eine möglichst einfache Inbetriebnahme erwartet, stößt an Grenzen.
Lautstärke, Wetter und Umwelt
Im Betrieb bleibt der RockMow Z150 angenehm leise. In einem Meter Abstand messen wir rund 60 Dezibel. Der Mäher ist hörbar, drängt sich im Garten aber nicht auf. Rattern, Quietschen oder andere störende Geräusche treten nicht auf, der Klang bleibt ruhig und gleichmäßig.
Damit eignet sich der Roborock auch gut für Wohngebiete. Rücksicht bei den Mähzeiten ersetzt das natürlich nicht, akustisch tritt der Mäher aber dezent auf. Über die App planen wir die Einsätze zudem so, dass er tagsüber fährt und Dämmerung wie Nacht meidet.
Ein Pluspunkt ist der tauschbare Akku. Wie zuverlässig Ersatzteile langfristig verfügbar bleiben, können wir nicht sagen. Die grundsätzliche Tauschbarkeit spricht aber für den RockMow.
Fazit
Der Roborock RockMow Z150 mäht kraftvoll und leise. Schnittbild, Sicherheitsausstattung, Igelschutz, App-Funktionen und Steigfähigkeit überzeugen. Auf großen, übersichtlichen Flächen nimmt er spürbar Arbeit ab, sobald Karte und Verbindung stabil stehen.
Sorgenfrei läuft er aber nicht. Die Einrichtung verlangt Geduld, die RTK-Antenne ist empfindlich, die Kartierung bricht mehrfach ab, und gelegentlich fährt sich der Mäher fest. Dazu kommt der schwache Kantenschnitt, der weiterhin Handarbeit nötig macht.
Für offene Grundstücke mit wenigen schwierigen Rändern kann der RockMow Z150 eine starke Wahl sein. Wer einen verwinkelten Garten pflegt oder in dieser Preisklasse ein möglichst problemloses Gerät erwartet, sollte genauer vergleichen.
- +Sauberes Schnittbild
- +Leiser Betrieb
- +Sehr guter Igelschutz
- +Viele App-Funktionen
- +Starke Steigfähigkeit
- +Gute Sicherheitsausstattung
- +Einfache Reinigung
- +Tauschbarer Akku
- –Geduldsprobe bei Einrichtung
- –Empfindliche RTK-Antenne
- –Kartierung bricht ab
- –Schwacher Kantenschnitt
- –Fährt sich gelegentlich fest
- –Unklare Einwinterungshinweise