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AR-Brillen

RayNeo GT Max im Test: Die Kinoleinwand zum Aufsetzen

Marvin Widera
|
3. November 2026
|
6 Min. Lesezeit
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Mit der GT Max will RayNeo das Kino auf die Nase holen. Die Videobrille soll eine virtuelle Leinwand von bis zu 307 Zoll vor die Augen projizieren, das Bild per Kopftracking fest im Raum verankern und mit von Bang & Olufsen abgestimmten Lautsprechern auch klanglich überzeugen. Ob sie diese Versprechen im Alltag einlöst und den Fernseher ersetzen kann, zeigt unser Praxistest.

RayNeo GT Max

UVP489 Euro
ProdukttypAR-/Videobrille mit Micro-OLED-Displays
Gewicht78 Gramm
GrößenS (unter 64 mm), M (64 bis 67 mm), L (über 67 mm Pupillenabstand)
DisplaysMicro-OLED, 0,6 Zoll
Auflösung1.920 × 1.080 Pixel (Full HD)
Virtuelle Leinwand227, 267 oder 307 Zoll
Sichtfeld laut Hersteller59 Grad
Bildwiederholratebis 120 Hz (2D), 60 Hz (3D)
Helligkeit laut Herstellerbis zu 1.200 Nits
Kopftracking3DoF mit 3 räumlichen Modi
Lautsprecher4, Klangabstimmung von Bang & Olufsen
Stromversorgungüber USB-C vom Zuspieler, kein eigener Akku
AnschlussUSB-C mit DisplayPort-Videofunktion
BedienungLautstärkewippe, Menütaste, Taste für räumliche Modi
TestgerätiPhone 17 Pro mit RayNeo XR-App
Zubehör im LieferumfangEtui, USB-C-Kabel, 3 Nasenpads, 4 rutschfeste Polster, Mustereinsatz für Korrekturgläser, Putztuch
RayNeo GT Max: Frontansicht mit getönten Gläsern
Der breite Brillenrahmen trägt die Displaytechnik und die dunklen Gläser, die die GT Max deutlich von einer gewöhnlichen Brille unterscheiden. (Foto: Testsieger.de)

Design und Verarbeitung

Die RayNeo GT Max hat eine UVP von 489 Euro und bringt 78 Gramm auf die Waage. Damit die Brille passt, gibt es 3 Größen, die sich nach dem Pupillenabstand richten: S für weniger als 64 Millimeter, M für 64 bis 67 Millimeter und L für mehr als 67 Millimeter.

Im Test wirken Materialien und Oberflächen sehr hochwertig. Auch an der Verarbeitung finden wir nichts auszusetzen, sie ist präzise, und die Brille macht im Alltag einen robusten Eindruck. Zurückhaltender fällt unser Urteil zur Wirkung nach außen aus: Als gewöhnliche Brille geht die GT Max durch die großflächig verbaute Technik nur bedingt durch.

RayNeo GT Max: Innenansicht mit Displayoptik und Nasenpads
Die innenliegenden Displayelemente und Nasenpads zeigen, warum die GT Max vorne mehr Gewicht trägt als eine gewöhnliche Brille. (Foto: Testsieger.de)

Tragekomfort

Auf der Nase sitzt die GT Max sehr bequem. Nasenpads und Bügel liegen angenehm an, auch hinter den Ohren drückt nichts, und die Brille erwärmt sich beim Tragen nicht spürbar.

Das Gewicht verteilt sich etwas frontlastig, was angesichts der Displaytechnik im vorderen Rahmen kaum überrascht. Im Test stört uns das auch bei längerem Tragen nicht, unangenehme Druckstellen bleiben aus. Bei Kopfbewegungen sitzt die Brille gut, wenn auch nicht völlig fest.

RayNeo GT Max: Trageansicht von vorne
Beim Tragen fallen die breite Front und die getönten Gläser auf; trotz der Größe bleibt die GT Max bei längerer Nutzung bequem. (Foto: Testsieger.de)

Lieferumfang und Einrichtung

Im Karton liegen neben der Brille ein USB-C-Kabel, ein Etui, 3 Nasenpads, 4 rutschfeste Polster für die Bügel, ein Mustereinsatz für Korrekturgläser und ein Putztuch. Die Einrichtung mit Hilfe der mehrsprachige Kurzanleitung könnte jedoch besser sein. Gerade Einsteigern fehlen hier ausführlichere Erklärungen, wie man die Brille startet und mit der App einrichtet.

RayNeo GT Max: Aufgeklappte Kurzanleitung
Die mehrsprachige Kurzanleitung nennt Lieferumfang und erste Schritte, erklärt den Einstieg in die RayNeo XR-App für Neulinge aber nur knapp. (Foto: Testsieger.de)

Nach etwas Recherche starten wir die RayNeo und verbinden sie über einen QR-Code mit der RayNeo XR-App auf einem iPhone 17 Pro. Berechtigungen und Kontoanforderungen sind dabei klar nachvollziehbar. Eine kabellose Verbindung ist dabei nicht möglich.

RayNeo GT Max: RayNeo XR-App und Hinweis zum 3D-Modus
Die RayNeo XR-App erklärt den 3D-Modus, bietet im Alltag abseits der 3D-Umwandlung aber nur wenige zusätzliche Funktionen. (Foto: Testsieger.de)

Ausstattung

Das Bild erzeugen Micro-OLED-Displays mit 0,6 Zoll Diagonale und Full-HD-Auflösung (1.920 × 1.080 Pixel). RayNeo gibt ein Sichtfeld von 59 Grad an, die virtuelle Leinwand lässt sich in 3 Stufen auf 227, 267 oder 307 Zoll einstellen. Bei 2D-Inhalten arbeitet die Brille mit einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz, bei 3D-Inhalten mit 60 Hertz. Die Helligkeit beträgt bis zu 1.200 Nits.

Ein eigener Chip erfasst Drehbewegungen des Kopfes in 3 Achsen (3DoF, also 3 Freiheitsgrade). Darauf bauen 3 räumliche Modi auf: Im Folgemodus bewegt sich das Bild mit dem Kopf, der stabile Modus glättet Wackler etwa im Zug, und der angeheftete Modus hält die Leinwand an einer festen Stelle im Raum. In diesem Modus sinkt die Helligkeit laut allerdings auf 336 Nits. Über das Bildschirmmenü stehen außerdem 4 Anzeigemodi und 12 Helligkeitsstufen zur Wahl, dazu 3 zusätzliche Verstärkungsstufen.

Den Ton liefern 4 Lautsprecher mit einer Klangabstimmung von Bang & Olufsen. Hinzu kommen räumlicher Klang, der Kopfbewegungen folgt, und ein Flüstermodus, der weniger Schall nach außen dringen lassen soll. Einen eigenen Akku hat die GT Max nicht: Strom und Bildsignal bezieht sie per USB-C vom Zuspieler, der dafür eine Videoausgabe über DisplayPort beherrschen muss. Laut Hersteller gilt das unter anderem für iPhones ab der 15er-Serie (außer iPhone 16e, 17e und iPhone Air), viele Android-Smartphones, neuere iPads mit USB-C, MacBooks und Handheld-Konsolen. HDMI-Geräte lassen sich über einen separaten Adapter anschließen.

RayNeo GT Max: USB-C-Kabel am Brillenbügel
Der USB-C-Anschluss am Bügel führt Strom und Bildsignal vom Zuspieler zur Brille; eine kabellose Übertragung unterstützt sie nicht. (Foto: Testsieger.de)

Brillenträger fertigt der Herstellerpartner Lensology Korrektureinsätze zum Einclipsen, die 95 britische Pfund zuzüglich Versand aus Großbritannien kosten. Zusammen mit dem separat erhältlichen Pocket TV Pro für 219 Euro spielt die Brille auch Inhalte in Dolby Vision ab.

Bedienung und App

Die GT Max hat 3 Tasten: eine Lautstärkewippe, eine Menütaste und eine Taste für die räumlichen Modi. Einen Ein-/Ausschalter braucht sie nicht, denn sie startet von selbst, sobald über die USB-C-Buchse hinten am Bügel Strom und Bildsignal ankommen. Die Tasten reagieren zügig, und nach einiger Eingewöhnung ist uns die Bedienlogik klar. Menüs, Töne und Hinweise im Bild sind gut verständlich.

RayNeo GT Max: Lautstärketasten am Bügel
Über die Tasten am Bügel regeln wir die Lautstärke und wechseln zwischen den räumlichen Modi; nach kurzer Eingewöhnung klappt das zuverlässig. (Foto: Testsieger.de)

Die App spielt im Alltag dagegen eine Nebenrolle. Abgesehen von der 3D-Umwandlung bietet sie kaum Funktionen, das meiste läuft direkt über die Brille und das angeschlossene Smartphone, auf dem wir die Medien abspielen.

Bildqualität

Bei der Darstellung spielt die GT Max ihre größte Stärke aus. Sobald das iPhone verbunden ist und die Wiedergabe läuft, sehen wir in Innenräumen ein helles, scharfes Bild auf einer Fläche, die das Smartphone-Display weit übertrifft. Das breite Sichtfeld trägt viel zum Kinogefühl bei, und dank des gut arbeitenden Kopftrackings bleibt die Anzeige ruhig an ihrem Platz. Texte und Symbole sind gut lesbar. Auch draußen im Garten ist bei hellem Umgebungslicht alles gut zu erkennen.

Ganz ohne Schwächen kommt die GT Max hier nicht aus. Bei schnellen Bewegungen und an den Rändern franst das Bild leicht aus, an diesen Stellen wünschen wir uns mehr Schärfe. Nervig wird das im Test allerdings nicht, und auch bei längerer Nutzung strengt die Anzeige unsere Augen nicht an.

RayNeo GT Max: Trageansicht im Seitenprofil
Trotz der voluminösen Technik hinterlässt die GT Max beim längeren Tragen keine Druckstellen. (Foto: Testsieger.de)

Klang

Beim Ton kann die GT Max nicht mit dem Bild mithalten. Laut genug werden die Lautsprecher in allen Alltagssituationen, sie klingen aber leicht blechern, stellenweise kratzig und nicht immer klar, zudem fehlt es an Volumen. Für Filme, Serien und Videos reicht das aus, beim Musikhören treten die Schwächen dagegen deutlich hervor.

RayNeo GT Max: Lautsprecheröffnungen am Brillenbügel
Die Schallöffnungen im Bügel gehören zu den vier Lautsprechern; bei Filmen reicht ihr Ton, für Musik fehlt es uns an Volumen. (Foto: Testsieger.de)

Pflege im Alltag

Die Pflege macht keine Mühe. Mit dem beiliegenden Putztuch oder einem eigenen Microfasertuch kann man die Gläser schnell reinigen.

Fazit

Die RayNeo GT Max überzeugt uns im Test vor allem mit ihrem Bild: Die virtuelle Leinwand ist riesig und hell, das weite Sichtfeld schafft echte Kinoatmosphäre, und auch längere Nutzung bleibt für die Augen angenehm. Dazu kommen die hochwertige Verarbeitung, ein bequemer Sitz trotz leichter Frontlastigkeit, das sehr zuverlässige Kopftracking und die unkomplizierte Wiedergabe vom Smartphone per USB-C-Kabel. Schwächen zeigt sie beim blechernen, wenig voluminösen Klang, bei leichten Unschärfen an den Bildrändern und bei der knappen Anleitung samt funktionsarmer App.

Mit 489 Euro ist die Brille aber kein günstiges Vergnügen. Wer aber auch unterwegs oder bei belegtem Fernseher nicht auf ein großes Bild verzichten will, bekommt eine Videobrille, die wir ohne größere Einschränkungen empfehlen können. Bei hohen Ansprüchen an den Klang oder knappem Budget lohnt sich dagegen ein Blick auf andere Modelle.

Testergebnisse im Detail
Schärfe und Lesbarkeit
9,6 / 12
Helligkeit, Kontrast und Farben
7,2 / 9
Bewegungsdarstellung
6,4 / 8
Sichtbare Bildfläche und Reflexe
6 / 6
Klang und Sprachverständlichkeit
4,8 / 8
Zusammenspiel von Bild und Ton
3,2 / 4
Anpassung und sicherer Sitz
4,8 / 6
Tragekomfort im Alltag
6,4 / 8
Wärme und Betriebsgeräusche
4 / 4
Verarbeitung
4 / 4
Reinigung und Pflege
2 / 2
Erste Einrichtung
4 / 5
Bedienung im Alltag
5 / 5
Zusammenspiel mit Zuspielern
5 / 5
Zuverlässigkeit der Wiedergabe
6 / 6
Stromversorgung und Kabel im Alltag
2,4 / 3
Bildpositionierung und Darstellungsmodi
5 / 5
Testsiegel RayNeo GT Max

RayNeo GT Max

Getestet: 11/2026
zum Preisvergleich
Bewertung nach Kategorie
Bildqualität
83%
Tonqualität
67%
Tragekomfort und Verarbeitung
88%
Einrichtung und Alltag
93%
Bildpositionierung und Projektionsmodi
100%
Pro
  • +Riesige, helle virtuelle Leinwand
  • +Sehr zuverlässiges Kopftracking
  • +Bequem auch bei längerem Tragen
  • +Hochwertige Verarbeitung
  • +Gut lesbare Texte und Symbole
Contra
  • –Blechern klingende Lautsprecher
  • –Leichte Unschärfen an Bildrändern
  • –App mit wenigen Funktionen
  • –Nur kabelgebundene Bildübertragung