Neakasa Riko im Test: Wie gut bereitet der Futterautomat frische Nassmahlzeiten zu?
Futterautomaten für Trockenfutter gibt es viele. Nassfutter dagegen verdirbt schnell, wenn es stundenlang im Napf steht, und genau hier setzt der Neakasa Riko an. Er lagert gefriergetrocknetes Futter in einem verschlossenen Behälter, zerkleinert jede Portion erst zur Fütterung und vermischt sie mit Wasser zu einer frisch angerührten, feuchten Mahlzeit. Herkömmliches Nassfutter aus Dosen oder Portionsbeuteln kann er nicht verarbeiten. Die wichtigsten Einstellungen erfolgen über eine App, die Pläne, Portionen und Fütterungen protokolliert. Wir haben den Automaten mit drei Freigänger-Katzen im Alltag getestet und dabei geprüft, wie zuverlässig er Futter ausgibt, wie genau er portioniert, wie sicher er gebaut ist und wie viel Arbeit die Reinigung macht.
Neakasa Riko
Konzept und Ausstattung
Der Riko ist ein Vorratsautomat mit Mahlwerk und Wassertank. Laut Hersteller fasst der Futterbehälter 3 Liter und der Wassertank 2,4 Liter. Neakasa hat ihn vor allem für gefriergetrocknetes Katzenfutter entwickelt. Bei der Gefriertrocknung wird zuvor gefrorenem Futter unter Vakuum Wasser entzogen. Die dadurch entstandenen trockenen, porösen Stücke können anschließend wieder mit Wasser angereichert werden.
Der Automat kennt drei Modi. Im Mischmodus zerkleinert er das gefriergetrocknete Futter und vermischt es mit Wasser. Das Verhältnis lässt sich zwischen 1:1 und 1:5 einstellen: Auf einen Teil Futter kommen also ein bis fünf Teile Wasser, sodass eine frische, weiche Mahlzeit entsteht. Im reinen Futtermodus mahlt er nur, ohne Wasser. Im Wassermodus gibt er ausschließlich Wasser aus, etwa um Katzen zusätzlich zum Trinken zu bringen. Pro Mahlzeit lassen sich laut Anleitung bis zu 15 Gramm Futter ausgeben, am Tag mehr als 20 Mahlzeiten planen. Eine Kühlung benötigt der Riko für die Lagerung des gefriergetrockneten Futters nicht. Sobald Wasser hinzukommt, ist die Mahlzeit allerdings verderblich und sollte laut Neakasa innerhalb von drei bis vier Stunden gefressen werden. Strom kommt über ein Netzteil, einen Akku als Überbrückung bietet Neakasa als Zubehör an.
Da der Riko das Futter nicht erhitzt, hängt die hygienische Sicherheit auch von der verwendeten Futtersorte ab. Gerade bei gefriergetrocknetem Rohfutter können Krankheitserreger erhalten bleiben, da die Gefriertrocknung diese nicht zuverlässig abtötet. Entsprechend wichtig sind eine sorgfältige Futterauswahl und regelmäßige Reinigung. Wer den Riko für die täglichen Hauptmahlzeiten nutzt, sollte außerdem ein als Alleinfuttermittel gekennzeichnetes Produkt verwenden. Gefriergetrocknete Snacks allein decken den Nährstoffbedarf einer Katze nicht zwangsläufig.
Im Test haben wir den Riko mit gefriergetrocknetem Futter im Mischmodus genutzt. Da die Katzen unseres Testers nachts zusätzlich Trockenfutter erhalten, haben wir außerdem zwei Trockenfuttersorten ausprobiert: Royal Canin Sterilised mit ovalen Stücken von 8 × 4 Millimetern und Purina One Adult mit dreieckigen Stücken von 13 × 5 Millimetern. Die von uns gemessenen Abmessungen liegen bei beiden Sorten unter der von Neakasa genannten Obergrenze von 15 × 25 Millimetern. Die Bedienungsanleitung erlaubt grundsätzlich geeignetes Trockenfutter, empfiehlt aber gefriergetrocknete Sorten. Herkömmliches extrudiertes Trockenfutter sollte nur bei bestätigter Kompatibilität verwendet werden.
Einrichtung und App
Das Auspacken und Aufstellen gelingen uns problemlos. Die anschaulich bebilderte Anleitung erleichtert den Zusammenbau, sodass wir den Riko ohne größere Schwierigkeiten in Betrieb nehmen können. Inklusive App-Installation brauchen wir rund 11 Minuten. Für die Einrichtung benötigen wir ein 2,4-Gigahertz-WLAN, Bluetooth und ein Benutzerkonto in der Neakasa-App. Laut Anleitung muss auf dem Smartphone außerdem die Standortfreigabe aktiviert sein. Am Gerät starten wir zunächst den WLAN-Kopplungsmodus, im Display erscheint dann „connecting“. Anschließend verbinden wir den Riko über die App mit unserem WLAN. Beim ersten Versuch klappt das nicht, im zweiten Anlauf schon. Sobald die App installiert ist, läuft alles auf Deutsch.
Ein Ärgernis gibt es bei der Uhrzeit: Nach der Einrichtung zeigt das Gerät Winterzeit an. Erst wenn wir in der App kurz eine andere Zeitzone wählen und dann zurückwechseln, stimmt die Uhrzeit. Wichtig ist außerdem, die Napfwaage zu kalibrieren. Nur dann misst der Automat die Futtermengen im Napf genau.
Danach wird der Riko überwiegend über die App bedient. Eine Portion sofort auszulösen, den Zeitplan ganz abzuschalten, einzelne Fütterungen zu aktivieren oder zu verschieben: Diese vier Aufgaben erledigen wir in 3 Minuten und 25 Sekunden ohne Schwierigkeiten. Die App erfordert zunächst etwas Eingewöhnung, ist anschließend aber übersichtlich aufgebaut. In der App stellen wir auch ein, wie viel Futter und wie viel Wasser der Riko mischt. Außerdem bietet sie einen Fütterungsverlauf und Aufzeichnungen über die Futtermengen. Laut Hersteller erinnert sie an die Reinigung von Futter- und Wasserbehälter und an den Wechsel des Trockenmittels im Vorratsbehälter.
Die Abhängigkeit von der App hat einen Nachteil: Ohne Smartphone lassen sich Zeitplan, Portionen und Mischverhältnis nicht ändern. Eine manuelle Fütterung können wir aber auch direkt am Gerät per Doppelklick auf die Fütterungstaste auslösen. Auch der Napf lässt sich per Taste ausfahren.
Fütterungszeiten und Planung
Fütterungen lassen sich in der App einmalig, täglich, wöchentlich oder fortlaufend planen. Für unseren Tester, der seine Katzen auch nachts versorgen will, wenn sie heimkommen, ist das ideal. Die Planung ist sehr flexibel.
Laut Neakasa lässt sich außerdem eine Frischefunktion aktivieren. Sie prüft, wie viel Futter nach einer Mahlzeit im Napf zurückbleibt. Überschreitet die Restmenge einen einstellbaren Grenzwert, gibt der Riko nach einer Stunde weitere 10 Gramm Wasser hinzu. Nach vier Stunden zieht er den Napf ein, wenn weiterhin zu viel Futter darin liegt. Ist der Grenzwert vor der nächsten geplanten Mahlzeit noch überschritten, kann der Automat diese Fütterung überspringen. Die Funktion verhindert so, dass Katzen nach längerer Zeit noch an die Reste gelangen. Entfernt werden diese dadurch allerdings nicht; das muss weiterhin der Halter übernehmen.
Füttern im Alltag
Das Befüllen dauert 38 Sekunden. Weil sich Vorratsbehälter und Wassertank herausnehmen lassen, geht nichts daneben.
Die Zubereitung mit gefriergetrocknetem Futter funktioniert im Test sehr gut. Der Mahlgrad überzeugt uns: Der Riko zerkleinert das Futter sehr gleichmäßig und fein. Auch die Durchfeuchtung gelingt aus unserer Sicht sehr gut, sodass eine angenehm weiche, homogene Mahlzeit entsteht. Der Riko mahlt das Futter, mischt es mit Wasser und stellt die Mahlzeit pünktlich im Napf bereit. Für eine Fütterung um 5:30 Uhr beginnt er um 5:28 Uhr mit der Zubereitung und fährt den Napf um 5:29 Uhr aus. Bei den von uns beobachteten Fütterungen hält der Riko den Zeitplan zuverlässig ein, solange die Uhrzeit korrekt eingestellt ist. Nach jeder Fütterung kommt eine Meldung aufs Smartphone.
Besonders positiv fällt die genaue Portionierung auf. In mehreren Messreihen wiegen wir die ausgegebenen Portionen nach, und der Riko trifft die eingestellte Menge sehr genau. Stellen wir 15 Gramm ein, landen 15 Gramm im Napf.
Auch mit Trockenfutter läuft der Automat ohne Verstopfung oder Störung. Eine Eigenart muss man dabei aber kennen: Weil der Riko für gefriergetrocknetes Futter gebaut ist, mahlt er jede Portion. Auch Trockenfutter landet also nicht als ganze Kroketten, sondern als Mahlgut im Napf, was nicht jede Katze mag. Außerdem ist die Portion auf 15 Gramm begrenzt. Wer mehreren Katzen größere Mengen geben will, muss mehrere Fütterungszeiten hintereinander anlegen.
Sicherheit und Verarbeitung
Bevor die Mahlzeit fertig ist, kommen die Katzen nicht heran. Der Napf wird während der Zubereitung unter das Gerät eingezogen und erst bei der Fütterung ausgefahren. Danach bleibt er offen.
Auf unserer ebenen Testfläche steht der Riko stabil und zeigt keine Kippneigung. Neakasa empfiehlt dennoch, ihn möglichst an einer Wand und auf einer rutschhemmenden Unterlage aufzustellen. Es gibt keine scharfen Kanten, und auch ein Schwamm verhakt sich nirgends. Liegt beim Einfahren des Napfes ein Hindernis im Weg, stoppt der Riko in unserem Test sofort und meldet einen Fehler in der App. Die Hinderniserkennung soll das Risiko von eingeklemmten Pfoten und Beschädigungen verringern. Wichtig ist, den Automaten eben aufzustellen und darunter keine Gegenstände liegen zu lassen.
Die Verarbeitung ist sehr gut. Der Napf lässt sich problemlos herausnehmen und wieder einsetzen, und auch den Deckel des Futterbehälters nehmen wir leicht ab und setzen ihn wieder auf.
Strom- und WLAN-Ausfall
Für den Ausfalltest haben wir den Strom 15 Minuten abgeschaltet. Die zuvor eingerichteten Fütterungszeiten bleiben in der App gespeichert und stehen dem Automaten nach dem Neustart wieder zur Verfügung. Die Uhrzeit springt bei unserem Versuch aber erneut auf Winterzeit zurück, und wir müssen in der App kurz eine andere Zeitzone wählen und anschließend zurückwechseln. Ohne diese Korrektur können sich geplante Fütterungen um eine Stunde verschieben. Das Verhalten bei Ausfällen ordnen wir deshalb nur als durchschnittlich ein.
Nach einem 10-minütigen WLAN-Ausfall verbindet sich der Riko sofort wieder, sobald der Router läuft. Ist das Gerät offline, zeigt die App das an.
Reinigung
Futterbehälter, Wassertank und Napf lassen sich abnehmen und gut säubern. Der Napf ist besonders leicht zu entnehmen und zu reinigen. Für alle abnehmbaren Teile brauchen wir rund 5 Minuten. Praktisch ist, dass Neakasa zwei Futternäpfe mitliefert und diese laut Bedienungsanleitung auch spülmaschinengeeignet sind.
Schwieriger ist das Mahlwerk. Hier bleiben Futterreste hängen, die sich nur mit der mitgelieferten Reinigungsbürste entfernen lassen. Die fünf Minuten für die abnehmbaren Teile umfassen diesen zusätzlichen Aufwand nicht. Weil sich Futterreste im Mahlwerk ansammeln können, sollte man es regelmäßig säubern. Die Hygiene ist insgesamt gut.
Neakasa empfiehlt, die Futternäpfe alle ein bis zwei Tage, das Mahlwerk und den Bereich um die Wasserdüse alle ein bis zwei Wochen und die Futter- und Wasserbehälter monatlich zu reinigen. Auch der Wasserfilter soll monatlich gesäubert werden. Zusätzlich sieht die Anleitung alle vier bis sechs Monate eine Tiefenreinigung des internen Wassersystems über die App vor.
Fazit
Der Neakasa Riko überzeugt uns bei der automatischen Zubereitung und Portionierung gefriergetrockneten Futters. Er bereitet daraus zuverlässig feuchte Mahlzeiten zu, zerkleinert das Futter sehr gleichmäßig und erreicht eine sehr gute Durchfeuchtung. Bei korrekt eingestellter Uhrzeit gibt er die Mahlzeiten pünktlich aus und trifft die eingestellte Portion in unseren Messreihen sehr genau. Bis zur Fütterung bleibt das Futter vor neugierigen Pfoten geschützt, und nach jeder Mahlzeit kommt eine Meldung aufs Smartphone. Der Automat steht fest, ist sehr gut verarbeitet und stoppt sofort, wenn etwas den Napf blockiert. Fütterungen lassen sich per App sehr flexibel planen, das Befüllen ist schnell erledigt.
Abstriche gibt es bei der Uhrzeit, die wir nach der Einrichtung und unserem Stromausfall manuell korrigieren müssen. Das Mahlwerk ist schwer zu reinigen, und die meisten Einstellungen laufen über die App. Portionen sind auf 15 Gramm begrenzt, und auch Trockenfutter wird gemahlen. Für Katzenhalter, die auf geeignetes gefriergetrocknetes Futter setzen und ihren Katzen auch in ihrer Abwesenheit frisch angerührte, feuchte Mahlzeiten bieten wollen, ist der Riko eine sehr gute Wahl.
So testen wir Katzenfutterautomaten
Neakasa Riko
- +Sehr gleichmäßiger Mahlgrad
- +Sehr gute Durchfeuchtung
- +Genaue Portionierung
- +Pünktliche Fütterungen
- +Flexible Fütterungspläne
- +Übersichtlicher Fütterungsverlauf
- +Schnelles, sauberes Befüllen
- +Leicht entnehmbare Behälter
- +Sehr gute Verarbeitung
- +Stabiler Stand
- +Schnelle WLAN-Wiederverbindung
- –Zeitfehler nach Stromausfall
- –Mahlwerk aufwendig zu reinigen
- –Einstellungen überwiegend nur per App
- –Maximal 15 Gramm pro Portion