Neakasa M1 Plus im Test: Macht das selbstreinigende Katzenklo den Alltag wirklich leichter?
Katzenklo schaufeln gehört zu den unbeliebtesten Aufgaben im Haushalt. Ein selbstreinigendes Katzenklo verspricht, genau diese Arbeit abzunehmen: Die Katze geht, das Gerät räumt auf. Die Neakasa M1 Plus setzt dabei auf ein offenes Design ohne enge Haube, das auch große Katzen und Mehrkatzenhaushalte ansprechen soll. Wir haben sie 14 Tage lang mit zwei Katzen im Dauereinsatz getestet.
Neakasa M1 Plus
Design und Verarbeitung
Schon beim Auspacken macht die M1 einen wertigen Eindruck. Das Gehäuse aus Kunststoff fühlt sich hochwertig an, die Oberflächen wirken sauber verarbeitet, nichts wackelt oder klemmt. Das Design bleibt schlicht und modern und passt damit in jeden Raum. Auch der Eigengeruch des Materials hält sich von Anfang an in Grenzen.
Klein ist das Gerät allerdings nicht. Mit Außenmaßen von rund 59 × 53 × 51 Zentimetern braucht es einen festen Platz, leer wiegt es etwa 10,2 Kilogramm, befüllt rund 16,5 Kilogramm. Der Innenraum misst etwa 42 × 40 × 32 Zentimeter. Für ausgewachsene Katzen reicht das gut, eine etwas größere Tiefe wäre aber von Vorteil. Mit rund 35 Zentimetern liegt die Einstiegskante zudem recht hoch. Kräftige, erwachsene Katzen springen mühelos hinein, für kleine Kätzchen sowie alte oder gehandicapte Tiere kann der Zugang dagegen zur Hürde werden. Hier bietet Neakasa allerdings eine optionale Trittstufe als Zubehör an.
Technisch ist die M1 Plus auf Mehrkatzenhaushalte ausgelegt. Die Streukammer fasst 7,17 Liter, der Abfallbehälter 11,23 Liter. Für die Sicherheit sorgen laut Hersteller sechs Infrarot- und vier Gewichtssensoren sowie ein mechanisch begrenztes Getriebe. Das offene Design eignet sich nach Herstellerangabe für Katzen von etwa 1 bis 15 Kilogramm, auch für große Rassen wie Maine Coons. Die UVP liegt bei 549,99 Euro; im offiziellen Shop kostet die M1 Plus derzeit 359,99 Euro. Je nach Händler und Set-Variante schwanken die Preise.
Aufbau und Bedienung
Der Aufbau gelingt schnell. Die vier Standfüße sind in etwa 5 Minuten montiert, die bebilderte Anleitung führt Schritt für Schritt durch jeden Handgriff. Etwas mehr Zeit kostet die Einrichtung der App: Rund 25 Minuten dauert es, bis WLAN-Kopplung und Kalibrierung abgeschlossen sind. Wichtig zu wissen ist dabei, dass das Gerät nur 2,4-GHz-WLAN unterstützt, kein 5-GHz-Netz.
Im Alltag steuern wir die M1 auf zwei Wegen. Direkt am Gerät sitzen Tasten für Ein/Aus, Reinigen, Streu einebnen, Entleeren und WLAN. Über die Neakasa-App starten wir dieselben Funktionen, kalibrieren das Gerät und behalten Streufüllstand, Abfallmenge sowie Nutzungs- und Gewichtsdaten der Katzen im Blick. Praktisch: Ist das Handy gerade nicht zur Hand, bedienen wir alles genauso über die Knöpfe am Gerät. Beide Wege funktionieren zuverlässig.
Praxisleistung und Akzeptanz
Hier überzeugt die M1 auf ganzer Linie. Über 14 Tage nutzen unsere beiden Katzen die Toilette 74-mal – und das ganz ohne ein zweites Klo zur Sicherheit. Die Akzeptanz ist von Beginn an hoch, das offene Design zahlt sich aus. Beim Streuaustrag messen wir nach 24 Stunden nur 5 Gramm verteilte Streu, ein hervorragender Wert. Auch wer scharrt oder am Rand hockt, treibt kaum Streu nach draußen.
Die Automatik arbeitet im Test makellos. Bei 74 registrierten Nutzungen laufen 72 Reinigungszyklen; zwei Nutzungen wurden durch kurz aufeinanderfolgende Toilettengänge in einem Zyklus zusammengefasst. Es gibt keinen Fehler, keinen Fehlstart und keine Blockade. Größere und kleinere Rückstände entfernt das Gerät zuverlässig. Ein Zyklus dauert im Test 2 Minuten und 26 Sekunden; die Lautstärke liegt laut Hersteller bei rund 50 Dezibel und wirkt im Alltag leise genug, um nicht zu stören. Besonders überzeugt uns die Geruchskontrolle: Weil das Gerät nach jeder Nutzung selbst reinigt, bleibt der Raum spürbar geruchsneutral, ganz ohne zusätzliche Duftstoffe.
Sicherheit und Sensorik
Bei der Sicherheit gibt es nichts zu beanstanden. Im Test prüfen wir die Sensorik gezielt: Zehnmal halten wir eine Hand oder ein Prüfgewicht in den Innenraum, und zehnmal startet kein Reinigungszyklus. Sobald Gewicht im Inneren liegt, bleibt die Mechanik stehen. Das funktioniert verlässlich und nimmt die größte Sorge bei automatischen Katzenklos.
Wir finden keine scharfen Kanten oder Klemmstellen, und das Siebgitter ist so eng, dass Katzenpfoten nicht hängen bleiben. Für Kätzchen unter etwa einem Kilogramm lässt sich der Kitten-Modus aktivieren. In diesem Modus bleibt die automatische Reinigung deaktiviert; gereinigt wird manuell, bis der Automatikmodus wieder aktiviert wird.
Hygiene, Reinigung und Folgekosten
Im Alltag hält sich der Aufwand in Grenzen. Rund eine Minute täglich genügt, um das Gehäuse mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Das Ausschaufeln übernimmt das Gerät selbst, den Füllstand überwacht die App. Nach unserer Schätzung sparen wir über die gesamte Testzeit rund drei Stunden gegenüber einem klassischen Klo.
Bei der gründlichen Reinigung zeigen sich aber zwei Schwächen. Die Komplettreinigung am Ende dauert rund 20 Minuten, den Abfallbehälter entleeren und den Beutel wechseln wir in etwa 2,5 Minuten – beides ist in Ordnung, aber nicht besonders flott. Störender ist ein anderer Punkt: Im Bereich des Siebs setzt sich nach der Urinreinigung schneller Schmutz fest und bildet sichtbare Spuren. Ist die Wanne nur dünn mit Streu bedeckt, haften Urin und Streu hier fest. Wer großzügig Streu einfüllt, mildert das ab.
Zu den Folgekosten: Eine Packung mit 30 Müllbeuteln kostet laut Hersteller 19,99 Euro, dazu kommt der Streuverbrauch von rund 6 Litern für zwei Katzen über zwei Wochen. Am besten eignet sich feinkörniges, schnell klumpendes Bentonit- oder Mineralstreu. Nicht geeignet sind nicht klumpendes Streu, Papierstreu, Holzpellets/Holzstreu und sehr grobkörnige Streu. Tofustreu sollte nur verwendet werden, wenn sie fein genug ist und zuverlässig klumpt; gegebenenfalls muss die Reinigungsverzögerung erhöht werden. Die beworbenen bis zu 14 Tage gelten für eine einzelne Katze; bei zwei Katzen nennt Neakasa für die Beutel etwa 5 bis 7 Tage. Bei zwei oder mehr Katzen muss der Abfallbehälter deutlich häufiger geleert werden.
Fazit
Die Neakasa M1 Plus macht ihre Hauptaufgabe herausragend. Über zwei Wochen reinigt sie fehlerfrei und zuverlässig, hält den Raum geruchsneutral und nimmt uns die tägliche Schaufelarbeit fast vollständig ab. Unsere Testkatzen akzeptieren das offene Design sofort, der Streuaustrag bleibt minimal, und die Sicherheitssensorik arbeitet im Test ohne einen einzigen Fehler. Gerade für Mehrkatzenhaushalte und für alle, denen die Zeit zum täglichen Reinigen fehlt, ist sie eine lohnende Anschaffung.
Drei Dinge sollte man vor dem Kauf bedenken. Der hohe Einstieg von rund 35 Zentimetern erschwert kleinen, jungen oder alten Katzen den Zugang. Zudem setzt sich im Bereich des Siebs schneller Schmutz fest. Wer erwachsene, gesunde Katzen hat, bekommt ein durchdachtes, sehr zuverlässiges Gerät, das im Alltag einen echten Mehrwert bietet.
- +Fehlerfreie automatische Reinigung
- +Sehr gute Geruchskontrolle
- +Hohe Katzenakzeptanz
- +Minimale Streuverteilung
- +Zuverlässige Sicherheitssensorik
- –Hoher Einstieg
- –Schmutz am Sieb
- –Großes Gehäuse
- –App-Einrichtung dauert
- –Beutel verursachen Folgekosten