Narwal V50 Cube im Test: Absaugstation überzeugt, aber der Turbo-Modus könnte noch besser sein
Narwal ist bislang vor allem für seine Saug- und Wischroboter bekannt. Mit dem V50 Cube bringt der Hersteller seine 2. Generation Handtsaubsauger auf den Markt. Kann die Erfahrung aus der Robotik auch im Handbetrieb überzeugen? Wir haben den Praxistest gemacht.
NARWAL V50 Cube Akku-Staubsauger
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Design und Verarbeitung
Narwal gibt das Handgerät mit 1,43 Kilogramm an, komplett montiert wiegt der Sauger 2,55 Kilogramm. Aufgebaut misst er 88 × 24,2 × 16,3 Zentimeter, mit ausgezogenem Rohr sind es 105 Zentimeter. Im Test macht das Gerät einen durchweg hochwertigen Eindruck: Nichts klappert, nichts knarzt, und die Bauteile sitzen fest ineinander. Auch die Übergänge zwischen den Bauteilen fallen sauber aus. Sichtbare oder funktionale Verarbeitungsmängel entdecken wir nicht.
Aufbau und Anleitung
Der Zusammenbau gelingt in wenigen Minuten und ohne Werkzeug. Narwal setzt auf ein Klicksystem: Handgerät, Rohr und Bodendüse rasten hörbar ineinander. Alle Teile passen ohne Spiel zusammen. Die Reihenfolge erschließt sich von selbst, und der Sauger ist sofort einsatzbereit.
Die Anleitung führt verständlich durch die ersten Schritte. An einzelnen Punkten hätten wir uns mehr Details gewünscht. Für die Inbetriebnahme von Sauger und Station reicht sie aber aus.
Ausstattung und Lieferumfang
Zur Ausstattung gehören ein Display am Handgerät, eine App-Anbindung und die Auto Entleerungsstation, die dem Modell seinen Namen gibt. Sie ist kompakter gestaltet als noch die des V40 und bietet die Möglichkeit, die unterschiedlichen Düsen und Zubehörteile zu verstauen.
Narwal beziffert die maximale Saugleistung mit 210 AirWatt. Wählen lassen sich die Modi Eco, AI und Turbo. Auf Teppich soll die Funktion CarpetFocus den Saugdruck zusätzlich selbst anheben.
Die Hauptbürste arbeitet mit dem ZeroWrap-System, das Haare in vier Stufen von der Walze löst. Im Karton liegen außerdem eine motorisierte Handdüse für Polster, eine 2-in-1-Fugendüse und ein Verlängerungsrohr. Damit lassen sich Böden ebenso reinigen wie Polster und schmale Fugen. Ersatzfilter für Sauger und Station sowie zwei Staubbeutel legt Narwal bei.
Bedienung und Handhabung
Die Tasten sind gut erreichbar und reagieren zügig auf Druck. Nur vereinzelt müssen wir zweimal drücken. Die Bedienlogik erschließt sich schnell. Nach kurzer Eingewöhnung gelingt die Steuerung ohne Blick in die Anleitung. Besonders praktisch finden wir die automatische Modussteuerung: Der Narwal passt die Saugleistung selbstständig an den Untergrund an und nimmt uns das ständige Nachregeln ab.
Das geringe Gewicht des Handgeräts merken wir im Alltag. Der Sauger lässt sich leicht führen, auch um Möbelbeine und durch enge Kurven. Die Standardsaugdüse ist nur 5 Zentimeter hoch. Weil sich das Rohr flach um 180 Grad absenken lässt, kommen wir problemlos unter Sideboard und Sofa. Einen klaren Kritikpunkt gibt es trotzdem: Der V50 Cube steht nicht zuverlässig frei; wer ihn zwischendurch abstellen will, braucht die Station oder eine Wand.
Akkulaufzeit und Laden
Narwal legt zwei herausnehmbare Akkus bei und nennt bis zu 180 Minuten Laufzeit, einen Bestwert, der beide Akkus zusammen voraussetzt. Nach 15 Minuten Dauerbetrieb zeigt das Display noch 75 Prozent Restladung. Rechnerisch entspricht das etwa einer Stunde pro Akku und rund zwei Stunden mit beiden Akkus. Für eine Wohnung mittlerer Größe dürfte die Laufzeit dennoch ausreichen.
Enger wird es im Turbo-Modus. Dort hält ein Akku nur etwa 15 Minuten durch, genug für hartnäckige Stellen, aber zu wenig für eine ganze Wohnung auf höchster Stufe. Wer regelmäßig mit voller Leistung saugt, muss einen Akkuwechsel einplanen. Nachgeladen ist ein Akku in der Station in drei Stunden.
Saugleistung auf Hartboden und Teppich
Auf Hartboden nimmt der V50 Cube vom Grobschmutz 18 der 20 Gramm auf. Das ist ein guter Wert. Restlos sauber ist die Fläche im ersten Durchgang aber nicht. Beim Feinschmutz macht er es besser: 19 von 20 Gramm landen im Behälter, sichtbare Reste bleiben kaum zurück.
Auf dem Teppich, wo CarpetFocus den Saugdruck automatisch anhebt, bleibt beim Feinschmutz nahezu nichts zurück, beim Grobschmutz liegen vereinzelt kleine Krümel im Flor – sehr gut.
Eine Eigenheit fällt uns über alle Durchgänge hinweg auf: Der Sauger arbeitet praktisch nur in der Vorwärtsbewegung. Zieht man ihn zurück, nimmt er kaum etwas auf. Das kostet in der Praxis Zeit, weil die übliche Hin-und-her-Bewegung kaum etwas bringt und wir stattdessen bahnenweise vorarbeiten müssen.
Ecken, Kanten und Beleuchtung
An Kanten und Sockelleisten kommt der V50 Cube nah heran. Ein schmaler Streifen bleibt trotzdem stehen; für die Ecken selbst greifen wir zur Fugendüse. Narwals Versprechen, dass keine Stelle ausbleibt, löst der Sauger damit nicht ganz ein. Für einen Stielsauger ist das Ergebnis aber ordentlich.
Weniger gefällt uns die Beleuchtung. Narwal bewirbt eine Schmutzerkennungsleuchte mit 145 Grad Abstrahlung. Im Test leuchtet sie den Bereich vor der Düse jedoch nicht gleichmäßig aus; vor allem an der linken Kante bleibt der Boden dunkel. Gerade bei Arbeiten an der Wand oder unter Möbeln fehlt uns dort die Sicht auf den Schmutz.
Lautstärke und Abluft
Im AI-Modus messen wir 59 Dezibel. Das ist deutlich hörbar, stört aber nicht; ein Gespräch im selben Raum bleibt möglich. Im Turbo-Modus steigt der Wert auf 78 Dezibel und wird spürbar unangenehm. Zusammen mit der knappen Laufzeit taugt der Turbo-Modus damit nur für kurze Einsätze.
Der V50 Cube arbeitet mit einem neunlagigen Filtersystem und einem H13-HEPA-Filter, für den Narwal einen Abscheidegrad von 99,99 Prozent angibt. Während der gesamten Testzeit nehmen wir weder den typischen Staubgeruch nach längerem Saugen noch auffällige Ausdünstungen aus dem Gerät wahr.
Entleerung und Pflege
Nach dem Saugen zieht die Station den Inhalt des 450-Milliliter-Behälters selbstständig in ihren Beutel, der bis zu 3 Liter fasst. Öffnen müssen wir den Behälter im Alltag deshalb gar nicht mehr, und mit dem Staub kommen wir nicht in Berührung. Das Nachladen läuft im selben Arbeitsschritt. Der Sauger lässt sich außerdem ohne Anheben in die Station einschieben. In der kompakten Station lassen sich außerdem Bürsten und Zubehörteile verstauen. Laut Narwal wurde die Stellfläche gegenüber dem V40 reduziert.
Fazit
Die größte Stärke des Narwal V50 Cube ist im Test seine kompakte Absaugstation: Der 450-Milliliter-Behälter leert sich nach dem Saugen von selbst, der Schmutz bleibt dabei im geschlossenen System, und Bürsten sowie Zubehör lassen sich direkt an der Station verstauen. Auch die Akkulaufzeit inklusive Wechselakku von bis zu 2 Stunden überzeugt. Dazu kommen ein hochwertiger, stabiler Aufbau, eine sehr gute Feinschmutzaufnahme auf Hartboden und Teppich, eine automatische Modussteuerung, die die Saugstufe zuverlässig selbst wählt, und mit 59 Dezibel eine angenehme Lautstärke im AI-Modus. Mit 1,43 Kilogramm für das Handgerät bleibt der Sauger auch nach längerem Einsatz handlich.
Dem stehen mehrere Schwächen gegenüber. Der Sauger steht nicht zuverlässig frei, die Bodendüse leuchtet den Boden nicht über die gesamte Breite gleichmäßig aus, und Schmutz nimmt das Gerät fast ausschließlich in der Vorwärtsbewegung auf. Wer eine Wohnung mittlerer Größe komfortabel sauber halten will und Wert auf hygienisches Entleeren legt, bekommt einen verlässlichen Alltagssauger.
- +Hygienische automatische Entleerung
- +Sehr gute Feinschmutzaufnahme
- +Automatische Modussteuerung
- +Zwei herausnehmbare Akkus
- +Angenehm leiser AI-Modus
- +Hochwertige stabile Verarbeitung
- –Steht nicht zuverlässig frei
- –Ungleichmäßige Düsenbeleuchtung
- –Schwache Aufnahme rückwärts
- –Kurze Laufzeit im Turbo
- –Turbo-Modus deutlich laut