Test: Kiddy Evostar 1 – DLX-Street Jungle Collection

Bunt, vielseitig, Kiddy Evostar 1! Der erste Eindruck des Buggys: modern und dynamisch. Laut Hersteller ist das Modell ein echtes Allroundtalent, mit praktischen Funktionen. Wer zudem auf Flexibilität setzt, wird sich mit diesem Buggy schnell anfreunden. Vom Buggy zum Kombikinderwagen oder zum Geschwisterwagen – alles kein Hexenwerk und im Nu, mit dem passenden Zubehör, umgewandelt. Daher nehmen wir den Evostar 1 einmal genauer unter die Lupe.

Design und Verarbeitung

Optisch sieht der Kiddy Evostar 1 sehr sportlich und schnittig aus. Für unseren Test haben wir das Modell Street Jungle erhalten. Das Gestell ist in Schwarz gehalten, wobei die Sitzbezüge und der Bezug des Sonnenverdecks im Dschungeldesign einen bunten, auffälligen Akzent setzen. Der gut verarbeitete Stoffbezug ist angenehm weich. Die Nähte sind fest und sorgfältig verarbeitet. Auch bei den Schweißnähten am Buggy-Gestell ist die Verarbeitung einwandfrei.

Kiddy Evostar 1 DLX Street Jungle Collection
Der Evostar 1 sieht schnittig und modern aus.

Die Fußstütze ist schalenförmig, was einen guten Halt für Beine und Füße bietet. In waagerechter Position passt der Bezug nicht mehr hundertprozentig in die schalenförmige Fußstütze. Der Stoff krümmt sich und wirft Falten, was optisch nicht schön aussieht, weswegen wir hier Abzüge in puncto Design geben.

Ausstattung

Der Kiddy Evostar 1 ist hinsichtlich seiner Ausstattungsmöglichkeiten recht vielseitig. Der Buggy kann mit separat erhältlichem Zubehör in einen Kombikinderwagen oder in einen Geschwister-beziehungsweise Zwillingswagen umgebaut werden. Außerdem lässt sich der Buggy mit der passenden Babyschale und dem entsprechenden Adapter in ein praktisches Travel-System abwandeln. Für den Test stand uns lediglich das Modell ab sechs Monaten bis vier Jahren (9 bis 25 Kilogramm) zur Verfügung, sprich das Gestell inklusive vier Räder und Einkaufskorb sowie Sportsitzaufsatz mit Sicherheitsbügel und Verdeck.

Kiddy evostar 1 DLX Street Jungle Collection
Der Sicherheitsbügel kann nach Wunsch abgenommen werden.

Fangen wir von oben mit dem Verdeck an. Komplett aufgespannt ist es recht groß, lässt sich in drei verschiedenen Positionen verstellen und schützt so das Kind optimal vor Sonneneinstrahlung. Das Verdeck besitzt kein Sichtfenster. Es wäre schöner, seinen kleinen Schatz durch ein Sichtfenster im Blick zu haben, anstelle umständlich um den Buggy herum zu gehen oder gar das Verdeck einzuklappen, um nach ihnen sehen zu können. Die dreifach verstellbare Rückenlehne des Sportsitzes kann per Raster bis in die Liegeposition verstellt werden. Die Fußstütze passt sich in vier einstellbaren Positionen der Rückenlehne an. Somit ist es für die Insassen in allen Positionen immer schön bequem. Weiter ist der Sportsitz mit einem Fünf-Punkt-Sicherheitsgurt ausgestattet, welcher an empfindlichen Stellen, wie beispielsweise dem Halsbereich, gepolstert ist. Wächst das Kind, so wächst auch der höhenverstellbare Gurt mit. Ein abnehmbarer Sicherheitsbügel ist im Lieferumfang enthalten. Der Schieber passt sich der Größe des Schiebenden in fünf unterschiedlichen Höhen an. Überdies kann der Sportsitz in und entgegen der Fahrtrichtung angebracht werden. Der Sportsitz, der Sicherheitsbügel sowie der Schieber punkten durch eine komfortable Polsterung.

Schieber und Sicherheitsbügel sind mit optisch hochwertigem Kunstleder ummantelt. Jedoch ist uns im Praxistest aufgefallen, dass bei längeren Spatziergängen die Hände zu schwitzen anfangen. Das kann gerade in Sommermonaten unangenehm sein. Der Einkaufskorb ist nach unserem Empfinden nicht so geräumig wie vom Hersteller beschrieben. Dennoch bietet er genügend Platz für die wichtigsten Utensilien. Sehr praktisch ist das zusätzliche Ablagefach direkt hinter der Fußstütze. Hier können die Eltern Spielzeug oder Ähnliches verstauen. Die vier Einsteckräder sind aus strapazierfähigem Polyurethan und somit pannensicher. Die Vorderräder können vom Nutzer nach Belieben festgestellt werden. Ausstattungstechnisch fehlt es dem Evostar 1 also an nichts. Wäre noch eine Regenplane im Lieferumfang enthalten, wäre das Allroundpaket perfekt.

Bedienung und Handhabung

Kiddy Evostar 1 DLX Street Jungle Collection
Der Buggy hat ein kompaktes Faltmaß.

Der Kiddy Evostar 1 wird in einem kompakten Karton geliefert. Beim Auspacken hält sich der Verpackungsmüll in Grenzen. Dafür gibt es einen Pluspunkt! Der Aufbau geht fast wie von selbst. Gerade für unerfahrene Nutzer stellt die Montage keine Hürde dar und die Anleitung ist nahezu überflüssig. Es ist schnell ersichtlich, wo welche Komponenten aufgeklappt oder hineingesteckt werden müssen. Einen Blick in die Anleitung mussten wir dennoch werfen, um nachzuschauen, wie der Buggy wieder zusammengeklappt wird. Da in der Anleitung aber die einzelnen Schritte gut beschrieben und auch bebildert sind, war das Problem schnell gelöst. Sind alle Komponenten am Buggy angebracht, steht der ersten Spazierfahrt nichts mehr im Weg. Der Buggy läuft ruhig, lässt sich gut schieben und manövrieren. Bei Unebenheiten macht sich die Allradfederung bemerkbar. Der Buggy rumpelt nicht über Bodenwellen oder Ähnliches, denn diese werden dadurch gut abgefedert.

Kiddy Evostar 1 – DLX-Street Jungle Collection   
KinderwagentypBuggy
AltersempfehlungAb 6 Monaten
Max. Gewicht des Kindes25 kg
Gewicht des Buggys13,4 kg
Für eine bessere Steuerung können bei Unebenheiten zusätzlich die Vorderräder festgestellt werden. Hier ist uns jedoch gleich ein Manko aufgefallen. Denn um die Vorderräder feststellen zu können, muss der Nutzer an den beiden Rädern jeweils einen Knopf drücken und diese können nicht mit dem Fuß betätigt werden. Es ist störend sich jedes Mal herunterzubücken, um die Räder festzustellen. Die Fußfeststellbremse hingehen lässt sich einfach betätigen, der Buggy steht dann sicher und rollt nicht weg. Im Praxistest löste sich die Bremse allerdings nicht immer sofort, einige Male musste man mehrmals drücken. Gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln ist dies unpraktisch, da es dort meistens schnell gehen muss. Äußerst praktisch ist das Verstellen der Schieberhöhe. Diese lässt sich fix durch drehen direkt an der Schiebestange einstellen. Mit einem Eigengewicht von 13,4 Kilogramm ist der Buggy sicherlich kein Leichtgewicht. Dennoch ist er noch nicht zu schwer, um ihn beispielsweise in den Kofferraum zu hieven. Einen Vorteil hat das Gewicht natürlich auch: Der Buggy steht fest auf dem Boden und ist nicht wackelig. Mit einer Breite von nur 59 Zentimetern ist er relativ schmal und enge Passagen oder Kurven meistert er mühelos.

So schnell wie der Buggy einsatzbereit ist, so schnell lässt er sich für den Transport vorbereiten. Um das Gestell zusammenzufalten, müssen die Räder lediglich beweglich sein und der Schieber muss sich auf unterster Stellung befinden. Jetzt müssen die Eltern nur noch den Schieber einklappen und den Griff im Einkaufskorb ziehen – schon ist der Buggy zusammengefaltet. Eine eingebaute Transportsicherung verhindert zudem ein versehentliches Aufklappen des Buggys.

Fazit

Mit dem Kauf eines Kiddy Evostar 1 wird definitiv ein qualitativ hochwertiger Buggy angeschafft. Mit circa 700 Euro ist er preislich nicht der günstigste Wagen, dafür erhält der Nutzer eine vielseitige Ausstattung. Um ihn allerdings als Kombikinderwagen oder Geschwister-/ Zwillingswagen zu nutzen, müssen die entsprechenden Komponenten zugekauft werden. In der Handhabung zeigt der Evostar 1 ein paar Schwächen wie die Radfeststellung oder das Lösen der Fußfestsellbremse. Dafür kann er mit seinen Funktionen punkten – wie beispielsweise dem zusätzlichen Ablagefach hinter der Fußstütze. Zudem ist er weder zu schwer noch zu breit und lässt sich gut manövrieren.

Wertung

: Kiddy Evostar 1 – DLX-Street Jungle Collection

Kiddy Evostar 1 – DLX-Street Jungle Collection
  1. Design und Verarbeitung
    1,5
    • Ausstattung
      1,4
      • Handhabung
        1,6

        Pros

        • Verständliche Anleitung (bebildert und beschrieben)
        • Einfacher Aufbau
        • Einfache Handhabung
        • Viele praktische Funktionen
        • Ruhige Fahrt auch auf unbefestigten Wegen

        Cons

        • Feststellen der Räder umständlich
        • Das Lösen der Fußfeststellbremse klappt nicht immer sofort
        • Wird Fußstütze in die waagrechte Position verstellt, krümmt sich der untere Teil des Sitzes und wirft falten