Test: Dyson 360 Eye Staubsaugerroboter

Lange hat sich Dyson mit dem ersten Staubsauger-Roboter Zeit gelassen. Das ist verwunderlich, schließlich stehen die Briten wie kein anderes Unternehmen für Innovation. Doch bei den automatischen Saugern haben andere Hersteller wie iRobot oder Vorwerk die Nase vorn. Das soll sich jetzt ändern: Der Dyson 360 Eye möchte dank hoher Leistungsfähigkeit und guter Navigation mit der Konkurrenz den Boden aufwischen. Ob das gelingt, klären wir im ausführlichen Testbericht.

Design und Verarbeitungsqualität

Der Dyson 360 Eye erinnert an einen klassischen Staubsauger-Roboter, die typische Dyson-Handschrift lässt sich aber sofort erkennen. So sind am Staubbehälter beispielsweise die Zyklone angedeutet. Davon abgesehen haben sich die Briten aber mit Design-Spielereien zurückgehalten. Mit einer Höhe von 11 Zentimetern ist der 360 Eye ein gutes Stück höher als seine Konkurrenten. In Anbetracht der verbauten Technik lässt sich das allerdings verschmerzen, denn leistungsfähige Bauteile brauchen Platz. Zumal der Roboter mit einem Durchmesser von etwa 22 Zentimetern sehr kompakt ist und damit einfacher durch Engstellen manövriert.

Dyson 360 Eye 
Akkubetriebsdauer45 Min.
Max. Volumen Staubbehälter0,4 l
Max. Leistung22 Watt
EinsatzbereicheTeppichboden, Parkett

Die Verarbeitungsqualität geht in Ordnung. Der Dyson 360 Eye besteht zu einem Großteil aus robustem Kunststoff. Damit übersteht der Roboter auch kleiner Stürze problemlos. Einzig die Oberseite ist etwas dünn und lässt sich leicht eindrücken. Die einzelnen Komponenten sind gut miteinander verbunden. Spitze oder herausstehende Teile konnte wir keine finden. Die abnehmbaren Teile wie der Staubbehälter oder die Filter-Abdeckung lassen sich durch einen einfachen Klick-Mechanismus verbinden und halten sehr gut.

Handhabung

Dyson 360 Eye
Der Roboter verwendet eine 360-Grad-Kamera zur Navigation

Die Bedienung geht extrem einfach von der Hand. Der Dyson 360 Eye verfügt nur über eine große Taste an der Oberseite. Diese hat einen angenehmen Druckpunkt und lässt sich auch problemlos mit dem Fuß betätigen. Auf Tastendruck startet und stoppt der Roboter. Wird der Knopf länger betätigt, fährt der 360 Eye herunter. Mehr Möglichkeiten hat der Nutzer am Gerät selbst nicht. Wer beispielsweise einen Wochenrhythmus festlegen möchte, muss sich zunächst die Dyson-Link-App auf sein Smartphone herunterladen und den Roboter verbinden.

Das nimmt etwas Zeit in Anspruch, funktioniert aber problemlos. Trotzdem ist es unglücklich, dass man von Dyson zu diesem Schritt gezwungen wird. Unserer Meinung nach sollten alle Funktionen am Gerät anwählbar sein. Eine Fernbedienung, mit der sich der Staubsauger manuell steuern lässt, befindet sich nicht im Lieferumfang. Das ist gerade angesichts des hohen Preises unverständlich.

Ladestation und Navigation

Neben der Leistungsfähigkeit ist die Navigation das Hauptkriterium für die Qualität eines Staubsauger-Roboters. Denn das beste Saugverhalten ist zwecklos, wenn sich das Gerät nur auf der Stelle dreht oder kreuz und quer durch das Zimmer flitzt. Doch zunächst einmal muss der Akku aufgeladen werden. Die Ladestation erinnert dank der flachen Form zunächst an ein Tablet. Dadurch nimmt die Station nicht viel Platz in Anspruch und lässt sich fast überall platzieren. Praktisch: Das Ladekabel lässt sich zu beiden Seiten einstecken und am Netzteil aufwickeln. Damit ist das erste potentielle Hindernis für den Roboter aus dem Weg geschafft.

Dyson 360 Eye
Der Staubbehälter lässt sich ganz einfach abnehmen. Hier sitzen auch die Zyklone.

Zur Navigation hat Dyson dem Staubsauger eine 360-Grad-Kamera spendiert, die den gesamten Raum erfassen soll. Laut Dyson bedient sie sich komplexer mathematischer Formeln, Wahrscheinlichkeitsrechnungen, Geometrie und Trigonometrie, um ein detailliertes Bild vom Raum zu erstellen. Die Kamera nimmt pro Sekunde 30 Bilder in einem 45°-Winkel auf, die von einer Software zur einer vollständigen 360°-Panoramaansicht zusammengefügt werden. Dank Infrarot-Sensoren kracht der Roboter nicht gegen Wände oder andere Hindernisse. Damit unterschiedliche Bodenbeläge kein Problem für den Dyson darstellen, verfügt er über Raupenketten aus geripptem Gummi. So kann er auch über kleinere Hürden wie Kabel oder Türabsätze klettern.

In der Praxis macht der 360 Eye einen guten Eindruck. Das Gerät teilt die Wohnung in Quadrate auf und fährt diese systematisch ab. Um dem Dyson das Leben etwas schwerer zu machen, haben wir ein paar Wasserflaschen aufgestellt. Auch diese Hürden meistert der Roboter gekonnt und manövriert zielsicher um die Hindernisse. Startet der Staubsauger in der Ladestation, findet er diese nach getaner Arbeit ohne Probleme wieder. Auch wenn der Akku zur Neige geht, steuert der Dyson die Station an. Da er nicht der schnellste Staubsauger-Roboter auf dem Markt ist, kann das je nach Größe der Wohnung häufiger passieren, was die Gesamtzeit in die Länge zieht. Eine volle Akkuladung versorgt den 360 Eye in etwa für 45 Minuten mit Energie.

Saugleistung

Dyson-Staubsauger sind für ihre hohe Saugleistung bekannt. Das ist auch beim 360 Eye nicht anders. Der Roboter verfügt über einen digitalen V2-Motor, der durch hohe Drehzahl von 78.000 Umdrehungen in der Minute punktet. Wie bei den großen Brüdern kommt die Zyklon-Technologie zum Einsatz. Hier wird die eingesaugte Luft in sogenannten Zyklonspitzen zentrifugiert, um Staub und kleine Verschmutzungen von der Luft zu trennen.

In Kombination mit der Bürstwalze wird der Dyson 360 Eye den meisten Verschmutzungen Herr. Die Walze ist mit Nylonborsten für die Teppichreinigung und Carbonfasern für Hartböden bestückt. Mit Salz auf Hartböden hat der Staubsauger keinerlei Probleme und nimmt es fast komplett auf. Auf Teppich benötigt der 360 Eye ein paar Anläufe mehr, um die Körnchen aufzunehmen. 100 Prozent sauber wird der Teppich aber auch dann nicht. Konfetti, Haare und Reiskörner nimmt der Roboter auf allen Bodenbelägen gekonnt auf.

Lautstärke und Hygiene

Der Dyson 360 Eye ist kein Leisetreter. Mit etwa 70 Dezibel ist die Lautstärke aber noch in einem erträglichen Bereich. Leiser als ein herkömmlicher Bodenstaubsauger ist er damit aber nicht. Die Hygieneeigenschaften sind sehr gut. So wurde der Roboter mit zwei waschbaren Filtern ausgestattet. Einer sitzt hinter dem Staubbehälter, der andere gegenüber hinter einer separaten Abdeckung. Der Staubbehälter lässt einfach über den abnehmbaren Deckel entleeren. Ganz ohne Staubkontakt läuft das aber nicht ab. Hier wäre eine Klappe am Boden wie beim Dyson V6 oder Dyson Big Ball schöner gewesen.

Fazit

Der Dyson 360 Eye ist ein guter Staubsauger-Roboter. Im Test hat vor allem die hohe Leistungsfähigkeit und die zielsichere Navigation überzeugt. Die Bedienung geht einfach von der Hand, allerdings lassen sich viele Funktionen nur über die Dyson-Link-App einstellen. Wir vermissen eine Fernbedienung und eine manuelle Steuerung. Zudem arbeitet der Roboter recht langsam, dafür aber gründlich.

Wertung

: Dyson 360 Eye

Dyson 360 Eye
  1. Saugen
    1,2
    • Handhabung + Navigation
      1,7
      • Verarbeitungsqualität
        1,5
        • Geräusch- und Geruchsentwicklung
          1,8
          • Umwelteigenschaften
            1,6

            Pros

            • sehr gute Saugleistung
            • gute Navigation
            • Einfache Handhabung
            • gummierte Raupenketten
            • Ladestation

            Cons

            • langsam
            • wenig Lieferumfang