HAVA U01 Fensterputzroboter im Test: Sicher unterwegs, aber mit unruhigem Bahnverlauf
HAVA ist bislang vor allem für kompakte Haushaltsgeräte wie Tischgeschirrspüler, Mini-Waschmaschinen und platzsparende Lösungen für kleine Wohnungen bekannt. Mit dem U01 wagt sich die Marke in das Feld der Fensterputzroboter und verspricht Unterstützung an Dachfenstern, Wintergartenverglasungen und anderen schwer erreichbaren Scheiben. Kann das neue Modell dort tatsächlich Arbeit abnehmen, ohne bei Reinigung, Navigation und Sicherheit zu viele Kompromisse zu verlangen?
HAVA U01 Fensterputzroboter mit Sprühfunktion3800 Pa Saugkraft, Ultraschall-Sprühsystem, App & Fernbedienung, Randreinigung für Glas
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Ausstattung
Der betriebsbereite HAVA U01 wiegt mit montierten Pads 1,25 Kilogramm und misst 24,5 × 24,5 × 8,6 Zentimeter. Die beiden Wassertanks fassen jeweils 25 Milliliter. Der Roboter arbeitet am Netzkabel mit einer Länge von 7,5 Metern und trägt einen Notstromakku an Bord, der die Saugkraft bei einem Stromausfall oder einem versehentlich gezogenen Stecker aufrechterhält. Das ist bei einem Gerät, das sich an einer Scheibe festsaugt, ein zentrales Sicherheitsmerkmal. Der Hersteller gibt eine variable Saugkraft von bis zu 3.800 Pascal an und setzt auf eine Ultraschall-Sprühtechnik mit Doppeldüse, die einen feinen Nebel statt grober Tropfen auf das Glas bringt. Das quadratische Gehäuse soll die Ecken besser erreichen als runde Bauformen, eine Kantenerkennung soll auch rahmenlose Scheiben absichern. Freigegeben ist das Gerät laut Anleitung für senkrechte gerahmte und rahmenlose Fenster, schräge und waagerechte Glasflächen sowie Spiegel und glatte Fliesen.
Der Lieferumfang fällt umfangreich aus: sechs wiederverwendbare Mikrofaser-Pads, eine Fernbedienung samt Batterien, Netzteil mit Netzkabel, ein Verlängerungskabel, ein Sicherungsseil zur Absturzsicherung, eine Dosierflasche für die beiden Wassertanks, Ersatz-Sprühdüsen und die Bedienungsanleitung. Zusätzlich lässt sich das Gerät auch per App steuern.
Reinigungsergebnis
Das Reinigungsergebnis fällt über alle Schmutzarten hinweg recht durchschnittlich aus. Trockener Staub und pollenähnliche Rückstände verschwinden nach einem Durchgang nur teilweise, ebenso Fingerabdrücke und leichter Fettfilm. Auch angetrocknete Wasserflecken bleiben nach dem ersten Lauf sichtbar. Das Gerät entfernt die gröbsten Verschmutzungen von der Scheibe, ersetzt bei stärker verschmutztem Glas aber keine manuelle Reinigung mit dem Abzieher. Im Seitenlicht zeigt sich das gleiche Bild: Die Fläche wirkt sauberer, doch Streifen und Rückstände bleiben erkennbar.
Ein Teil der Ursache liegt bei den Pads. Sie sind nur in einer Ausführung erhältlich, wirken dünn und lassen sich deshalb nicht an unterschiedliche Verschmutzungsarten anpassen. Ein weicheres Pad für die Politur und ein griffigeres für hartnäckigen Schmutz würden hier spürbar mehr herausholen.
Deutlich sichtbar ist die Schwäche am Rand. Mit dem Maßband ermitteln wir an den Seiten 3 bis 5 Zentimeter breite Bereiche, in denen sichtbare Rückstände bleiben, obwohl der Roboter sie grundsätzlich überfährt; in den Ecken bleibt noch mehr Schmutz zurück.
Beim Feuchtigkeitsmanagement und bei der Betriebssicherheit macht das Gerät seine Sache besser. Die beiden Düsen verteilen den Sprühnebel gleichmäßig auf der Scheibe, herablaufende Tropfen bilden sich nicht, und die Dosierung bleibt über den Lauf hinweg konstant. Die Haftung ist gut: Der Roboter sitzt fest auf dem Glas, das Sicherungsseil lässt sich sauber befestigen, und Warnsignale kommen rechtzeitig. Fährt das Gerät am Dachfenster zu weit und verliert dabei teilweise den Halt, stoppt es aus Sicherheitsgründen selbstständig. Dieses Verhalten ist sicherheitsgerecht, erfordert aber einen manuellen Eingriff und unterstreicht die ohnehin vorgeschriebene Beaufsichtigung. Für geneigte Verglasungen nennt der Hersteller eine Einsatzgrenze: Der Innenwinkel zwischen senkrechter Wandebene und Glasfläche muss mindestens 135 Grad betragen. Das entspricht einer Dachneigung von 45 Grad oder steiler beziehungsweise einer Glasfläche, die höchstens 45 Grad von der Senkrechten abweicht. Bei flacheren Dachneigungen sinkt laut Hersteller die Haftreserve.
Navigation und Flächenabdeckung
Der U01 arbeitet laut Hersteller mit zwei fest hinterlegten Bahnmustern, die sich nach der Ausrichtung beim Ansetzen richten. Waagerecht angesetzt fährt er zunächst nach unten und folgt anschließend einem N-förmigen Verlauf mit senkrechten Bahnen. Senkrecht angesetzt fährt er zunächst nach rechts und arbeitet die Scheibe anschließend in einem Z-förmigen Verlauf mit waagerechten Bahnen ab. Im Praxistest wirkt der Bahnverlauf auf uns dennoch teilweise unregelmäßig. Das Gehäuse steht bei den Übergängen zeitweise schräg zum Rahmen, und einzelne Bereiche werden mehrfach befahren. Laut Hersteller ist dies Teil eines vorgesehenen Korrekturschritts: Beim Wechsel auf die nächste Bahn stellt sich das Gehäuse über die Raupenketten schräg, fährt zunächst weiter und kehrt anschließend gezielt zur Kante zurück, um einen dort noch nicht erfassten Bereich nachzuarbeiten. Das erklärt die beobachteten Schrägstellungen und einen Teil der mehrfach befahrenen Bereiche, auch wenn der Ablauf für uns optisch nicht immer unmittelbar nachvollziehbar wirkt.
Die beschriebenen Korrekturfahrten erklären einen Teil der mehrfach befahrenen Bereiche. Unabhängig davon ist die gesamte Glasfläche in unserem Test erst nach 2 bis 3 vollständigen Reinigungsläufen tatsächlich erreicht. Nach einem Durchgang bleiben regelmäßig Zonen ausgelassen. Wenn das Programm endet, fährt der Roboter an eine gut erreichbare Position zurück und signalisiert den Abschluss. Ein einzelner Lauf deckt die Scheibe in unserem Test jedoch nicht vollständig ab.
Handhabung und Bedienung
Der Einstieg gelingt reibungslos. Die Anleitung ist verständlich aufgebaut. Das Anbringen der Pads, das Befüllen der beiden Wassertanks sowie das Anschließen von Kabel und Sicherheitsseil gelingen ohne langes Suchen nach Erklärungen. Nach rund 10 Minuten läuft der erste Durchgang.
Auch das Ansetzen überzeugt. Der Griff ist gut erreichbar, und die Saugfunktion greift nach dem Anpressen sofort spürbar. Anschließend nimmt die Lautstärke des Motors hörbar ab. Wir gewinnen schnell Vertrauen darin, dass der Roboter sicher an der Scheibe haftet. Das Abnehmen funktioniert genauso problemlos.
Im Betrieb erweist sich die mitgelieferte Fernbedienung als sinnvolle Ergänzung, weil sich damit gezielt Bereiche nachbearbeiten lassen, die der automatische Lauf ausgelassen hat. Da nach einem automatischen Durchgang in unserem Test teilweise Bereiche ausgelassen bleiben, ist diese manuelle Steuerung weniger Zusatzfunktion als praktische Möglichkeit zur gezielten Nacharbeit.
Über die Smartphone-App können Nutzerinnen und Nutzer die Reinigung starten und pausieren, Fahrtrichtungen manuell vorgeben, die Sprühfunktion steuern und den Tiefenreinigungsmodus auswählen. Zusätzlich kann die Sprachausgabe auf Deutsch umgestellt oder vollständig deaktiviert werden. Damit ist die App eine sinnvolle Alternative zur Fernbedienung.
Pads, die beiden Wassertanks, Stromkabel und Sicherungsseil lassen sich unkompliziert handhaben, das Wechseln der Pads geht schnell von der Hand. Mit 1,25 Kilogramm und kompakten Abmessungen bleibt der Roboter leicht, liegt gut in der Hand und lässt sich problemlos transportieren und verstauen.
Verarbeitung
Beim Materialeindruck gibt es kaum etwas zu bemängeln. Das Hauptgerät wirkt hochwertig, das Gehäuse gibt unter leichtem Druck nicht nach, und die Übergänge, Abdeckungen und Padhalter sind sauber gearbeitet – scharfe oder störende Kanten finden wir keine. Für ein Gerät in dieser Preisklasse ist das ein sehr gutes Niveau.
Etwas darunter liegen die Zubehörteile. Kabel, Steckverbindungen, Sicherungsseil und Befestigungen machen einen soliden Eindruck, ohne herauszuragen. Die Reinigungspads bleiben der Schwachpunkt: Sie wirken dünn und sind nur in einer einzigen Ausführung erhältlich. Da die Pads das zentrale Bauteil sind, das die Scheibe aktiv reinigt, wäre gerade hier eine Auswahl verschiedener Varianten der wirksamste Hebel für ein besseres Reinigungsergebnis.
Geräuschentwicklung
Beim Einschalten meldet sich ab Werk eine sehr laute englische Computerstimme, die uns beim ersten Mal schlicht erschreckt. Der Effekt nutzt sich zwar ab, angenehm wird die Ansage aber nicht. Die App schafft hier immerhin Abhilfe, indem sie eine deutsche Sprachausgabe oder das vollständige Abschalten der Ansagen ermöglicht; eine Lautstärkeregelung bietet der Hersteller nicht an. Wer die Hinweise aktiviert lässt, muss die hohe Lautstärke daher akzeptieren.
Der eigentliche Arbeitsbetrieb fällt deutlich zurückhaltender aus. Sobald der Roboter am Glas haftet, sinkt der Motorton auf ein subjektiv erträgliches Niveau und bleibt gleichmäßig. Auffälliges Pfeifen, Dröhnen oder Klappern tritt nicht auf, störende Vibrationen bleiben ebenfalls aus. Der Betriebston geht damit in Ordnung, die laute Startansage verschlechtert den Gesamteindruck jedoch deutlich.
Fazit
Der HAVA U01 nimmt an schwer erreichbaren Dachfenstern und anderen Glasflächen spürbar Arbeit ab, ersetzt die manuelle Fensterreinigung aber nicht vollständig. Bei den im Test beobachteten Sicherheitsfunktionen und bei der Verarbeitung überzeugt das Gerät: Es haftet fest, stoppt bei nachlassendem Halt selbstständig, ist in rund 10 Minuten startklar und bleibt mit 1,25 Kilogramm handlich. Auch die Sprühtechnik dosiert sauber, ohne herablaufende Tropfen zu hinterlassen.
Die Abstriche liegen beim Reinigungsergebnis und bei der Flächenabdeckung. Trockener Schmutz, Fingerabdrücke und Wasserflecken verschwinden nur teilweise, an den Seiten bleiben auf 3 bis 5 Zentimeter breiten Bereichen sichtbare Rückstände zurück, und in den Ecken ist die Nacharbeit noch größer. Zwar arbeitet der U01 mit fest hinterlegten Bahnmustern und vorgesehenen Korrekturfahrten, der Ablauf wirkt auf uns aber teilweise unregelmäßig. In unserem Test sind 2 bis 3 vollständige Läufe nötig, bis die gesamte Glasfläche erreicht ist. Hinzu kommen die fehlende Auswahl unterschiedlicher Padtypen und die laute Startansage. Gemessen an der günstigen UVP von 279,99 Euro (der Marktpreis liegt teilweise deutlich darunter) liefert der Roboter trotzdem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
So testen wir Fensterputzroboter
- +Gute Haftung am Glas
- +Sicherer Stopp bei Haftverlust
- +Gleichmäßiger Sprühnebel
- +Keine herablaufenden Tropfen
- +Saubere Verarbeitung
- +Einfache Inbetriebnahme
- +App und Fernbedienung verfügbar
- +Schneller Padwechsel
- +Umfangreicher Lieferumfang
- +Kompakte Abmessungen
- –Nur durchschnittliche Reinigungsleistung
- –Sichtbare Randrückstände
- –Schmutz bleibt in Ecken
- –Mehrere Läufe nötig
- –Dünne Reinigungspads
- –Sehr laute Startansage