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HAVA U01 Fensterputzroboter im Test: Sicher unterwegs, aber mit unruhigem Bahnverlauf

Eva
|
27. August 2026
|
7 Min. Lesezeit

HAVA ist bislang vor allem für kompakte Haushaltsgeräte wie Tischgeschirrspüler, Mini-Waschmaschinen und platzsparende Lösungen für kleine Wohnungen bekannt. Mit dem U01 wagt sich die Marke in das Feld der Fensterputzroboter und verspricht Unterstützung an Dachfenstern, Wintergartenverglasungen und anderen schwer erreichbaren Scheiben. Kann das neue Modell dort tatsächlich Arbeit abnehmen, ohne bei Reinigung, Navigation und Sicherheit zu viele Kompromisse zu verlangen?

HAVA U01 Fensterputzroboter

UVP279,99 Euro
StromversorgungNetzkabel mit Notstromakku
Abmessungen24,5 × 24,5 × 8,6 Zentimeter
Gewicht1,25 Kilogramm mit montierten Pads
Wassertanks2 × 25 Milliliter
Netzkabel7,5 Meter
Saugkraftbis zu 3.800 Pascal
SprühtechnikUltraschall-Sprühtechnik mit Doppeldüse
SteuerungFernbedienung und App
Reinigungspads6 wiederverwendbare Mikrofaser-Pads
HAVA U01 Fensterputzroboter: Einsatz an einem Dachfenster
Am schwer erreichbaren Dachfenster nimmt uns der HAVA U01 spürbar Arbeit ab, ersetzt die manuelle Fensterreinigung aber nicht vollständig. (Foto: Testsieger.de)

Ausstattung

Der betriebsbereite HAVA U01 wiegt mit montierten Pads 1,25 Kilogramm und misst 24,5 × 24,5 × 8,6 Zentimeter. Die beiden Wassertanks fassen jeweils 25 Milliliter. Der Roboter arbeitet am Netzkabel mit einer Länge von 7,5 Metern und trägt einen Notstromakku an Bord, der die Saugkraft bei einem Stromausfall oder einem versehentlich gezogenen Stecker aufrechterhält. Das ist bei einem Gerät, das sich an einer Scheibe festsaugt, ein zentrales Sicherheitsmerkmal. Der Hersteller gibt eine variable Saugkraft von bis zu 3.800 Pascal an und setzt auf eine Ultraschall-Sprühtechnik mit Doppeldüse, die einen feinen Nebel statt grober Tropfen auf das Glas bringt. Das quadratische Gehäuse soll die Ecken besser erreichen als runde Bauformen, eine Kantenerkennung soll auch rahmenlose Scheiben absichern. Freigegeben ist das Gerät laut Anleitung für senkrechte gerahmte und rahmenlose Fenster, schräge und waagerechte Glasflächen sowie Spiegel und glatte Fliesen.

HAVA U01 Fensterputzroboter: Wassertank und Griff im Detail
Den Wassertank befüllen wir unkompliziert, während die Doppeldüse den Sprühnebel im Test gleichmäßig und ohne herablaufende Tropfen verteilt. (Foto: Testsieger.de)

Der Lieferumfang fällt umfangreich aus: sechs wiederverwendbare Mikrofaser-Pads, eine Fernbedienung samt Batterien, Netzteil mit Netzkabel, ein Verlängerungskabel, ein Sicherungsseil zur Absturzsicherung, eine Dosierflasche für die beiden Wassertanks, Ersatz-Sprühdüsen und die Bedienungsanleitung. Zusätzlich lässt sich das Gerät auch per App steuern.

HAVA U01 Fensterputzroboter: Lieferumfang mit Zubehör und Reinigungspads
Der Lieferumfang ist mit sechs Mikrofaser-Pads, Fernbedienung, Kabeln, Sicherungsseil, Dosierflasche und Ersatz-Sprühdüsen umfangreich. (Foto: Testsieger.de)

Reinigungsergebnis

Das Reinigungsergebnis fällt über alle Schmutzarten hinweg recht durchschnittlich aus. Trockener Staub und pollenähnliche Rückstände verschwinden nach einem Durchgang nur teilweise, ebenso Fingerabdrücke und leichter Fettfilm. Auch angetrocknete Wasserflecken bleiben nach dem ersten Lauf sichtbar. Das Gerät entfernt die gröbsten Verschmutzungen von der Scheibe, ersetzt bei stärker verschmutztem Glas aber keine manuelle Reinigung mit dem Abzieher. Im Seitenlicht zeigt sich das gleiche Bild: Die Fläche wirkt sauberer, doch Streifen und Rückstände bleiben erkennbar.

HAVA U01 Fensterputzroboter: Vorher-Nachher-Vergleich der Dachfensterreinigung
Im Vorher-Nachher-Vergleich sehen wir eine sauberere Scheibe, dennoch bleiben nach einem Durchgang Streifen und Rückstände sichtbar. (Foto: Testsieger.de)

Ein Teil der Ursache liegt bei den Pads. Sie sind nur in einer Ausführung erhältlich, wirken dünn und lassen sich deshalb nicht an unterschiedliche Verschmutzungsarten anpassen. Ein weicheres Pad für die Politur und ein griffigeres für hartnäckigen Schmutz würden hier spürbar mehr herausholen.

HAVA U01 Fensterputzroboter: Unterseite mit Mikrofaser-Pads und Raupenketten
Die großflächigen Mikrofaser-Pads nehmen einiges an Schmutz auf, sind allerdings dünn und nur in einer Ausführung erhältlich. (Foto: Testsieger.de)

Deutlich sichtbar ist die Schwäche am Rand. Mit dem Maßband ermitteln wir an den Seiten 3 bis 5 Zentimeter breite Bereiche, in denen sichtbare Rückstände bleiben, obwohl der Roboter sie grundsätzlich überfährt; in den Ecken bleibt noch mehr Schmutz zurück.

Beim Feuchtigkeitsmanagement und bei der Betriebssicherheit macht das Gerät seine Sache besser. Die beiden Düsen verteilen den Sprühnebel gleichmäßig auf der Scheibe, herablaufende Tropfen bilden sich nicht, und die Dosierung bleibt über den Lauf hinweg konstant. Die Haftung ist gut: Der Roboter sitzt fest auf dem Glas, das Sicherungsseil lässt sich sauber befestigen, und Warnsignale kommen rechtzeitig. Fährt das Gerät am Dachfenster zu weit und verliert dabei teilweise den Halt, stoppt es aus Sicherheitsgründen selbstständig. Dieses Verhalten ist sicherheitsgerecht, erfordert aber einen manuellen Eingriff und unterstreicht die ohnehin vorgeschriebene Beaufsichtigung. Für geneigte Verglasungen nennt der Hersteller eine Einsatzgrenze: Der Innenwinkel zwischen senkrechter Wandebene und Glasfläche muss mindestens 135 Grad betragen. Das entspricht einer Dachneigung von 45 Grad oder steiler beziehungsweise einer Glasfläche, die höchstens 45 Grad von der Senkrechten abweicht. Bei flacheren Dachneigungen sinkt laut Hersteller die Haftreserve.

HAVA U01 Fensterputzroboter: Unterseite am geöffneten Dachfenster
Am geöffneten Dachfenster erleben wir eine gute Haftung, wobei der Roboter bei teilweise nachlassendem Halt selbstständig stoppt. (Foto: Testsieger.de)

Der U01 arbeitet laut Hersteller mit zwei fest hinterlegten Bahnmustern, die sich nach der Ausrichtung beim Ansetzen richten. Waagerecht angesetzt fährt er zunächst nach unten und folgt anschließend einem N-förmigen Verlauf mit senkrechten Bahnen. Senkrecht angesetzt fährt er zunächst nach rechts und arbeitet die Scheibe anschließend in einem Z-förmigen Verlauf mit waagerechten Bahnen ab. Im Praxistest wirkt der Bahnverlauf auf uns dennoch teilweise unregelmäßig. Das Gehäuse steht bei den Übergängen zeitweise schräg zum Rahmen, und einzelne Bereiche werden mehrfach befahren. Laut Hersteller ist dies Teil eines vorgesehenen Korrekturschritts: Beim Wechsel auf die nächste Bahn stellt sich das Gehäuse über die Raupenketten schräg, fährt zunächst weiter und kehrt anschließend gezielt zur Kante zurück, um einen dort noch nicht erfassten Bereich nachzuarbeiten. Das erklärt die beobachteten Schrägstellungen und einen Teil der mehrfach befahrenen Bereiche, auch wenn der Ablauf für uns optisch nicht immer unmittelbar nachvollziehbar wirkt.

Die beschriebenen Korrekturfahrten erklären einen Teil der mehrfach befahrenen Bereiche. Unabhängig davon ist die gesamte Glasfläche in unserem Test erst nach 2 bis 3 vollständigen Reinigungsläufen tatsächlich erreicht. Nach einem Durchgang bleiben regelmäßig Zonen ausgelassen. Wenn das Programm endet, fährt der Roboter an eine gut erreichbare Position zurück und signalisiert den Abschluss. Ein einzelner Lauf deckt die Scheibe in unserem Test jedoch nicht vollständig ab.

Handhabung und Bedienung

Der Einstieg gelingt reibungslos. Die Anleitung ist verständlich aufgebaut. Das Anbringen der Pads, das Befüllen der beiden Wassertanks sowie das Anschließen von Kabel und Sicherheitsseil gelingen ohne langes Suchen nach Erklärungen. Nach rund 10 Minuten läuft der erste Durchgang.

Auch das Ansetzen überzeugt. Der Griff ist gut erreichbar, und die Saugfunktion greift nach dem Anpressen sofort spürbar. Anschließend nimmt die Lautstärke des Motors hörbar ab. Wir gewinnen schnell Vertrauen darin, dass der Roboter sicher an der Scheibe haftet. Das Abnehmen funktioniert genauso problemlos.

HAVA U01 Fensterputzroboter: Frontansicht auf der Fensterscheibe
Beim Ansetzen profitieren wir vom gut erreichbaren Griff und der Saugfunktion, die nach dem Anpressen sofort spürbar greift. (Foto: Testsieger.de)

Im Betrieb erweist sich die mitgelieferte Fernbedienung als sinnvolle Ergänzung, weil sich damit gezielt Bereiche nachbearbeiten lassen, die der automatische Lauf ausgelassen hat. Da nach einem automatischen Durchgang in unserem Test teilweise Bereiche ausgelassen bleiben, ist diese manuelle Steuerung weniger Zusatzfunktion als praktische Möglichkeit zur gezielten Nacharbeit.

Über die Smartphone-App können Nutzerinnen und Nutzer die Reinigung starten und pausieren, Fahrtrichtungen manuell vorgeben, die Sprühfunktion steuern und den Tiefenreinigungsmodus auswählen. Zusätzlich kann die Sprachausgabe auf Deutsch umgestellt oder vollständig deaktiviert werden. Damit ist die App eine sinnvolle Alternative zur Fernbedienung.

Pads, die beiden Wassertanks, Stromkabel und Sicherungsseil lassen sich unkompliziert handhaben, das Wechseln der Pads geht schnell von der Hand. Mit 1,25 Kilogramm und kompakten Abmessungen bleibt der Roboter leicht, liegt gut in der Hand und lässt sich problemlos transportieren und verstauen.

Verarbeitung

Beim Materialeindruck gibt es kaum etwas zu bemängeln. Das Hauptgerät wirkt hochwertig, das Gehäuse gibt unter leichtem Druck nicht nach, und die Übergänge, Abdeckungen und Padhalter sind sauber gearbeitet – scharfe oder störende Kanten finden wir keine. Für ein Gerät in dieser Preisklasse ist das ein sehr gutes Niveau.

HAVA U01 Fensterputzroboter: Raupenkette und Mikrofaser-Pad im Detail
Raupenkette und Padhalter sind wie das restliche Gerät sauber verarbeitet. (Foto: Testsieger.de)

Etwas darunter liegen die Zubehörteile. Kabel, Steckverbindungen, Sicherungsseil und Befestigungen machen einen soliden Eindruck, ohne herauszuragen. Die Reinigungspads bleiben der Schwachpunkt: Sie wirken dünn und sind nur in einer einzigen Ausführung erhältlich. Da die Pads das zentrale Bauteil sind, das die Scheibe aktiv reinigt, wäre gerade hier eine Auswahl verschiedener Varianten der wirksamste Hebel für ein besseres Reinigungsergebnis.

Geräuschentwicklung

Beim Einschalten meldet sich ab Werk eine sehr laute englische Computerstimme, die uns beim ersten Mal schlicht erschreckt. Der Effekt nutzt sich zwar ab, angenehm wird die Ansage aber nicht. Die App schafft hier immerhin Abhilfe, indem sie eine deutsche Sprachausgabe oder das vollständige Abschalten der Ansagen ermöglicht; eine Lautstärkeregelung bietet der Hersteller nicht an. Wer die Hinweise aktiviert lässt, muss die hohe Lautstärke daher akzeptieren.

Der eigentliche Arbeitsbetrieb fällt deutlich zurückhaltender aus. Sobald der Roboter am Glas haftet, sinkt der Motorton auf ein subjektiv erträgliches Niveau und bleibt gleichmäßig. Auffälliges Pfeifen, Dröhnen oder Klappern tritt nicht auf, störende Vibrationen bleiben ebenfalls aus. Der Betriebston geht damit in Ordnung, die laute Startansage verschlechtert den Gesamteindruck jedoch deutlich.

Fazit

Der HAVA U01 nimmt an schwer erreichbaren Dachfenstern und anderen Glasflächen spürbar Arbeit ab, ersetzt die manuelle Fensterreinigung aber nicht vollständig. Bei den im Test beobachteten Sicherheitsfunktionen und bei der Verarbeitung überzeugt das Gerät: Es haftet fest, stoppt bei nachlassendem Halt selbstständig, ist in rund 10 Minuten startklar und bleibt mit 1,25 Kilogramm handlich. Auch die Sprühtechnik dosiert sauber, ohne herablaufende Tropfen zu hinterlassen.

Die Abstriche liegen beim Reinigungsergebnis und bei der Flächenabdeckung. Trockener Schmutz, Fingerabdrücke und Wasserflecken verschwinden nur teilweise, an den Seiten bleiben auf 3 bis 5 Zentimeter breiten Bereichen sichtbare Rückstände zurück, und in den Ecken ist die Nacharbeit noch größer. Zwar arbeitet der U01 mit fest hinterlegten Bahnmustern und vorgesehenen Korrekturfahrten, der Ablauf wirkt auf uns aber teilweise unregelmäßig. In unserem Test sind 2 bis 3 vollständige Läufe nötig, bis die gesamte Glasfläche erreicht ist. Hinzu kommen die fehlende Auswahl unterschiedlicher Padtypen und die laute Startansage. Gemessen an der günstigen UVP von 279,99 Euro (der Marktpreis liegt teilweise deutlich darunter) liefert der Roboter trotzdem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

So testen wir Fensterputzroboter

Testergebnisse im Detail
Reinigungsleistung bei trockenem Alltagsschmutz, Staub und pollenähnlichen Rückständen
4,8 / 8
Reinigungsleistung bei Fingerabdrücken, Fettfilm und typischen Griffspuren
4,8 / 8
Reinigungsleistung bei angetrockneten Wasserflecken und leichten Kalkrückständen
4,2 / 7
Streifen-, Schlieren- und Rückstandsfreiheit der gereinigten Gesamtfläche
6 / 10
Rand- und Eckenreinigung sowie Breite sichtbar ungeputzter Bereiche
4,2 / 7
Feuchtigkeitsmanagement: Dosierung von Wasser/Reiniger, Sprühbild, Pad-Befeuchtung und Tropfenbildung
3,2 / 4
Haftung und Betriebssicherheit: sicherer Halt, Sicherungsseil, Warnsignale und Verhalten bei Unterbrechungen
4,8 / 6
Verständlichkeit der Anleitung, Vorbereitung und erste Inbetriebnahme
3 / 3
Ansetzen und Abnehmen an der Scheibe sowie sicherer Griff am Gerät
3,2 / 4
Bedienung über Gerät, Fernbedienung oder App: Übersichtlichkeit und Reaktionssicherheit
2,4 / 3
Handhabung von Reinigungspads, Tank/Sprühsystem, Stromkabel und Sicherungsseil
2,4 / 3
Transport, Aufbewahrung sowie praxisgerechte Abmessungen und Gewicht
1,6 / 2
Materialqualität und Robustheit von Gehäuse, Griffen und Schutzflächen
3 / 3
Passgenauigkeit, saubere Übergänge und keine scharfen oder störenden Kanten
2 / 2
Qualität von Stromkabel, Steckverbindungen, Sicherungsseil und Befestigungselementen
2,4 / 3
Qualität und Haltbarkeit von Pads, Tank, Sprühdüsen und gegebenenfalls Station
1,6 / 2
Betriebslautstärke
1,8 / 3
Geräuschcharakter und Störwirkung
1,6 / 2
Systematische, ruhige und nachvollziehbare Fahrwege mit möglichst vollständiger Flächenabdeckung
4,2 / 7
Zuverlässige Rahmen-/Kantenerkennung sowie kontrollierte Richtungswechsel
3 / 5
Vermeidung ausgelassener Zonen, unnötiger Doppelpassagen, Stillstände und manueller Eingriffe
2,4 / 4
Rückkehr zum Startpunkt, verständlicher Programmabschluss und Navigation auf freigegebenen Sonderflächen
4 / 4
Testsiegel HAVA U01 Fensterputzroboter

HAVA U01 Fensterputzroboter

Getestet: 08/2026
zum Preisvergleich
Bewertung nach Kategorie
Praxisbetrieb
64%
Handhabung
84%
Verarbeitung
90%
Geräuschentwicklung
68%
Navigation
68%
Pro
  • +Gute Haftung am Glas
  • +Sicherer Stopp bei Haftverlust
  • +Gleichmäßiger Sprühnebel
  • +Keine herablaufenden Tropfen
  • +Saubere Verarbeitung
  • +Einfache Inbetriebnahme
  • +App und Fernbedienung verfügbar
  • +Schneller Padwechsel
  • +Umfangreicher Lieferumfang
  • +Kompakte Abmessungen
Contra
  • Nur durchschnittliche Reinigungsleistung
  • Sichtbare Randrückstände
  • Schmutz bleibt in Ecken
  • Mehrere Läufe nötig
  • Dünne Reinigungspads
  • Sehr laute Startansage