Gusskönig Dutch Oven im Test: Gelingt Outdoor-Kochen mit dem eingebrannten Feuertopf wirklich so unkompliziert?
Der Dutch Oven hat ein bemerkenswertes Comeback hinter sich: vom Lagerfeuer-Werkzeug früherer Trapper zum festen Inventar deutscher Grillgärten und Outdoor-Küchen. Gusskönig positioniert sich als Marke für BBQ- und Gusseisenprodukte rund ums Kochen im Freien und hat einige Dutch-Oven-Varianten im Angebot. Ein massiver Topf aus Gusseisen verlangt seinen Nutzerinnen und Nutzern allerdings einiges ab, von der Hitzeführung über das Gewicht bis zur Pflege. Wir prüfen im ausführlichen Praxistest, wie gut das beim Gusskönig Dutch Oven gelingt.
GUSSKÖNIG Dutch Oven 7L
Design und Verarbeitung
Beim Auspacken hinterlässt der Feuertopf einen wertigen Eindruck. Der Korpus besteht aus dickwandigem Gusseisen, das der Hersteller bereits vor dem Versand mit pflanzlichen Ölen einbrennt und damit direkt einsatzbereit ausliefert. Im Innenraum entdecken wir leichte Flecken, die vermutlich vom Einbrennen stammen und für uns daher keinen Makel darstellen.
Die Verarbeitung gefällt uns. Der Guss ist gleichmäßig, die Oberfläche sauber, und am Rand, Deckelunterseite sowie Gussnähten finden wir keine einzige scharfe Kante oder störende Stelle. Auch der Deckel liegt plan auf und schließt mit nur minimalem Spalt, sodass Wärme und Dampf weitgehend im Inneren bleiben. Optisch gibt sich der Topf puristisch, wobei das Hirsch-Motiv auf dem Deckel dem schlichten Dutch Oven einen speziellen Charakter verleiht.
Unser Testmodell fasst 7 Liter und reicht damit für 3 bis 6 Personen. Mit rund 8 Kilogramm Eigengewicht und Maßen von 31 Zentimetern Breite, 21 Zentimetern Höhe und 34 Zentimetern Tiefe liegen Abmessungen und Gewicht noch im Rahmen. Wer eine andere Portionsgröße sucht, findet die Baureihe auch mit 4,5 Litern, 9 Litern und 12 Litern sowie wahlweise mit oder ohne Füße. Das Gusseisen kommt nach Herstellerangaben ohne PFAS, PFOA und PTFE aus.
Lieferumfang und Handhabung
In dem von uns getesteten Set befinden sich neben dem Topf eine Bedienungsanleitung, 2 Rezeptbücher, der 2-in-1-Deckelheber, eine Reinigungsbürste und eine Pflegepaste. Das Paket deckt den Einstieg sehr gut ab und reduziert den Bedarf an zusätzlichem Zubehör deutlich. Die Anleitung erklärt Erstbenutzung, Reinigung und Pflege insgesamt gut.
Beim Handling zeigen sich Licht und Schatten. Der Deckelgriff fällt sehr klein aus. Aus diesem Grund befindet sich auch der 2-in-1-Deckelheber in der Verpackung. Dabei handelt es sich um einen Haken, mit dem sich der Deckel anheben lässt und der anschließend als Pfannengriff für den umgedrehten Deckel dienen kann. In der Praxis bleibt das Abnehmen dennoch eine wacklige Angelegenheit, weil der Deckel nicht perfekt ausbalanciert am Haken hängt und eine ruhige Hand verlangt.
Das Tragen und Ausgießen des gefüllten Topfes gelingt ordentlich, ist wegen des hohen Gewichts und des knapp bemessenen Deckelgriffs aber nicht ganz einfach.
Kochleistung und Temperaturverhalten
Hier spielt das Gusseisen seine Stärken aus. Einmal auf Betriebstemperatur, lässt sich die Wärme über Position, Vorheizen und Nachlegen der Kohlen sehr präzise und reproduzierbar steuern, weshalb wir an dieser Stelle die Bestnote vergeben. Mit Briketts befeuert, hält der Topf das Niveau zuverlässig und köchelt anschließend nahezu selbstständig weiter, ohne dass wir ständig nachregeln müssen. Als Hitzequellen eignen sich Gasgrill, Kohlegrill, Holzgrill und Backofen gleichermaßen.
Bis es so weit ist, braucht man jedoch etwas Geduld. Rund 17 Minuten vergehen in unserem Test, bis kräftiges Anbraten möglich wird, und gerade zu Beginn ist das Aufheizen etwas zäh. Die Maximalhitze reicht für scharfes Anbraten und ordentliche Röstaromen aus. Hier wäre aus unserer Sicht aber noch etwas mehr gegangen.
Entscheidend ist am Ende aber, was auf dem Teller landet, und hier überzeugt das Testgulasch. Die Wärme verteilt sich überwiegend gleichmäßig, ausgeprägte Hotspots bleiben aus, und das fertige Schmorgericht ist saftig und gleichmäßig gegart. Auch die Wärmespeicherung gelingt gut: Selbst beim Öffnen des Deckels oder beim Zugeben kalter Zutaten bricht die Temperatur nur wenig ein. Neben klassischen Schmorgerichten lassen sich ebenso Brot, Aufläufe und Desserts im Oven zubereiten.
Sicherheit
Beim Thema Sicherheit verlangt der Dutch Oven denselben Respekt wie jeder gusseiserne Feuertopf. Griffe und Deckelgriff werden im Betrieb sehr heiß, daher sind Grillhandschuhe Pflicht. Weil der Deckelgriff recht klein ausfällt und der Deckel am Heber nicht ganz ausbalanciert hängt, braucht das Abnehmen etwas Übung und sollte nicht hektisch erfolgen.
Beim Anheben des Deckels kann je nach Gericht sehr heißer Dampf nach oben entweichen, der ohne Handschuhe schnell unangenehm oder sogar gefährlich werden kann. Mit Grillhandschuhen lässt sich das Risiko gut kontrollieren, dennoch sollte der Deckel immer langsam und vom Körper weg geöffnet werden.
Reinigung und Pflege
Im Alltag erweist sich der Feuertopf als angenehm pflegeleicht. Da der Hersteller das Gusseisen bereits ab Werk einbrennt, kann der Topf ohne zusätzliche Vorbereitung genutzt werden. Nach dem Kochen reicht in der Regel heißes Wasser, um Rückstände zu lösen. Meist ist der Innenraum nach wenigen Minuten wieder sauber. Etwas mehr Aufmerksamkeit brauchen lediglich die Rillen an der Deckelinnenseite, weil sich dort leichter Speisereste festsetzen können.
Für die langfristige Pflege gelten die bekannten Gusseisen-Regeln: Nach der Reinigung sollte der Topf gründlich trocknen und anschließend dünn mit der beiliegenden Pflegepaste eingerieben werden. So bleibt die Einbrennschicht erhalten und das Material besser vor Rost geschützt. Das ist kein großer Aufwand, gehört bei Gusseisen aber einfach dazu. Dank Pflegepaste und Reinigungsbürste im Lieferumfang sind Käuferinnen und Käufer dafür gut gerüstet.
Fazit
Im Praxiseinsatz erfüllt der Gusskönig Dutch Oven sein Versprechen weitgehend, sofern Nutzerinnen und Nutzer die Eigenheiten von Gusseisen akzeptieren. Die Verarbeitung ist sauber, die Hitzeregelung über die Kohlen gelingt sehr gut, und das Garergebnis überzeugt. Saftige Schmorgerichte über Glut oder im Backofen sind genau die Disziplin, in der dieser Topf zu Hause ist.
Das Bild trüben der kleine Deckelgriff und der nicht perfekt austarierte Deckel, der das Anheben etwas fummelig macht. Hinzu kommt eine Spitzenhitze, die gut, aber nicht überragend ausfällt.
Für 125,99 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) erhalten Outdoor-Köchinnen und -Köche ein stimmiges Allround-Paket. Wer regelmäßig draußen schmort und sich ein wenig in die Hitzeführung einarbeitet, trifft hier eine gute Wahl.
- +Saubere Verarbeitung
- +Sehr gute Hitzeregelung
- +Saftiges Garergebnis
- +Umfangreicher Lieferumfang
- +Direkt einsatzbereit
- +Gute Wärmespeicherung
- –Kleiner Deckelgriff
- –Deckel hängt unausbalanciert
- –Hohes Gewicht
- –Aufheizen braucht Geduld