GEEKOM GeekBook M16 im Test: Kann der Mini-PC-Spezialist auch Laptop?
GEEKOM hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit seinen kompakten Mini-PCs gemacht. Jetzt bringt das Unternehmen auch seine ersten Notebooks auf den Markt. Das GeekBook M16 soll eine bezahlbare Alternative zu etablierten Business-Notebooks und teuren Premium-Ultrabooks sein. Ob GEEKOM auch Notebooks kann, verraten wir in unserem Praxistest.
GEEKOM GeekBook M16 Business-Laptop mit Intel Core Ultra 955W Leistung, 99,9 Wh Akku, USB4, Fingerabdrucksensor und IceBlade 3.0 Kühlung
GEEKOM GeekBook M16 Business-Laptop mit Intel Core Ultra 9
Design und Verarbeitung
Auf den ersten Blick macht das Notebook einen wertigen Eindruck. Das Metallgehäuse ist flach und leicht; mit 1,7 Kilogramm lässt es sich mühelos in der Tasche verstauen.
Beim genaueren Hinsehen bestätigt sich der erste Eindruck. Das Gehäuse ist stabil, die einzelnen Bauteile sitzen fest und ohne Spiel, nichts knarzt oder klappert. Die Spaltmaße fallen gleichmäßig aus, und an den Kanten von Handballenauflage, Seiten und Unterseite können wir keine Grate oder unangenehmen Übergänge ertasten. Positiv fällt zudem der schmale Displayrand auf, der den verfügbaren Platz gut ausnutzt, ebenso das großzügig dimensionierte Touchpad.
Bedienung und Handhabung
Die Tastatur gehört zu den größten Stärken des GeekBook M16. Der Tastenhub ist angenehm, wenn auch eher kurz. Die Enter-Taste ist erfreulich groß bemessen; auch längere Texte lassen sich präzise und komfortabel tippen.
Das Touchpad ist angenehm groß, wodurch wir den Finger seltener absetzen und neu ansetzen müssen. Die linke und rechte Maustaste geben ein sauberes Klickfeedback, und die Gesten arbeiten zwar nur mit dem üblichen Funktionsumfang, dafür aber zuverlässig. Damit liegt das Touchpad auf einem guten Niveau, nur eine Nuance hinter der starken Tastatur. Der Deckel lässt sich einhändig öffnen, die Scharniere sind stabil und das Display wackelt kaum - ein durchweg wertiges Gefühl.
Display
Das Display ist 16-Zoll groß, hat ein IPS-Panel sowie eine Auflösung von 1920 x 1200 Pixel und 60 Hertz Bildwiederholrate. Besonders gleichmäßig fällt die Ausleuchtung aus, und auch die Blickwinkelstabilität überzeugt: Farben und Kontrast bleiben aus seitlicher, oberer und unterer Betrachtung sehr stabil. Schärfe, Textdarstellung, Kontrast und Farbwiedergabe bewegen sich durchgehend auf gutem Niveau.
Im Alltag gefällt uns vor allem die Helligkeit, die einen breiten Bereich abdeckt. Tagsüber leuchtet das Display hell genug, um Reflexionen und Spiegelungen zu unterdrücken, abends lässt es sich auf eine angenehme Stufe herunterregeln. Die Farben wirken kräftig und deutlich, Flimmern ist kaum zu erkennen. Auch schnelle Bewegungen stellt das Panel scharf und stabil dar. Mit 60 Hertz richtet sich der Bildschirm klar an Office- und Alltagsnutzung und nicht an flüssiges Gaming mit hohen Bildraten.
Lautsprecher und Webcam
Die Webcam nimmt in einer Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten auf und liefert eine ordentliche Qualität für Videocalls. Bei schnellen Bewegungen gibt es ein leichtes Bildrauschen, davon abgesehen sind wir gut erkennbar. Praktisch: Ein physischer Schieber deckt die Kamera bei Bedarf ab.
Die Lautsprecher schlagen sich für ein Notebook solide. Sie erzeugen eine gute klangliche Breite und klingen klar, sodass sie für Videos und den Alltag ausreichen. Bei voller Lautstärke wirkt der Bass allerdings etwas flach, und es stellt sich ein leichter Echo-Effekt ein. Für gehobene Multimedia-Ansprüche reicht das nicht ganz, für den Büroalltag aber allemal.
Anschlüsse und Erweiterbarkeit
Die Anschlüsse verteilen sich auf beide Seiten: Links sitzen ein USB-C-Port zum Laden und für Daten sowie ein HDMI-Ausgang, rechts zwei USB-A-Buchsen und ein Audioanschluss. Insgesamt bietet das GeekBook M16 zwei USB-A-Ports nach Standard 3.2, zwei USB-C-Ports nach dem schnellen USB4-Standard und einen HDMI-2.0-Ausgang. Ein SD-Kartenleser fehlt, kabelgebundenes Netzwerk gibt es am Gerät selbst nicht. Für die Funkverbindung sorgen Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.4.
Einen kabelgebundenen Netzwerkzugang stellt GEEKOM über eine beiliegende Dockingstation bereit, die per USB-C angeschlossen wird. Sie ergänzt einen weiteren HDMI-Ausgang, zwei USB-A-Ports nach Standard 3.0, einen zusätzlichen USB-C-Port und einen Gigabit-LAN-Anschluss, der die einzige Möglichkeit für ein Netzwerkkabel bleibt. Die Anschlussvielfalt ist damit gut, die Ports sind sinnvoll positioniert und gut erreichbar.
Schwächer fällt die Aufrüstbarkeit aus: Laut einer Anleitung von GEEKOM lässt sich das Gehäuse zwar öffnen, doch sämtliche Speicher-Slots sind bereits belegt. Wer mehr Arbeitsspeicher oder Kapazität möchte, muss die vorhandenen Module austauschen statt einfach zu erweitern.
Leistung und Systemverhalten
Im Inneren des GeekBook M16 arbeitet ein Intel Core Ultra 9 185H mit integrierter Intel-Arc-Grafik. Dazu kommen 16 Gigabyte LPDDR5-Arbeitsspeicher, eine 512 Gigabyte große PCIe-Gen-4-SSD und Windows 11. Zum Testzeitpunkt liegt der Preis bei rund 899 Euro.
Im PCMark 10-Benchmark erreicht das GeekBook einen Essentials-Wert von 8639, einen Productivity-Wert von 13542 und 8958 Punkte im Bereich Digital Content Creation. Diese Ergebnisse spiegeln den Alltagseindruck wider: Chrome, Office und Multitasking laufen sehr flott und ohne spürbare Wartezeiten. Auch anspruchsvollere Anwendungen wie Foto- und Videobearbeitung meistert das Notebook gut, nur bei großer Last stößt die integrierte Grafik an ihre Grenzen. Die SSD liefert im AS-SSD-Benchmark 2072 Megabyte pro Sekunde beim sequenziellen Lesen und 2740 Megabyte pro Sekunde beim Schreiben. Keine Spitzenwerte, aber absolut ausreichend für die meisten User.
Beim Startverhalten zeigt sich ein interessanter Kontrast. Aus dem komplett ausgeschalteten Zustand steht der Desktop bereits nach 8 Sekunden bereit, was sehr flott ist. Der Warmstart, also der Neustart aus dem laufenden Betrieb, dauert mit rund 26 Sekunden dagegen deutlich länger und wirkt im direkten Vergleich etwas träge.
Beim Spielen kommt die Intel-Arc-Grafik dann klar an ihre Grenzen. Bei 3DMark erreicht das Notebook 3632 Punkte im Time Spy bei 2560 x 1440 Pixeln und 7039 Punkte im Fire Strike bei 1920 x 1080 Pixeln. In der Praxis erzielen wir in Rocket League bei mittleren Grafikeinstellungen und Full-HD-Auflösung durchschnittlich 47 Bilder pro Sekunde. Leichte eSports-Titel sind damit spielbar, für anspruchsvolle aktuelle Spiele reicht die Grafikleistung jedoch nur mit stark reduzierten Einstellungen. Als reines Gaming-Notebook eignet sich das GeekBook M16 daher nicht.
Thermik und Lautstärke
Im Alltag hält sich der Lüfter zurück und wird nur bei Updates oder Downloads etwas lauter. Bei geringer Last messen wir direkt neben dem Gerät 23 Dezibel, was leise und unauffällig ist. Unter Volllast steigt der Pegel auf 44 Dezibel und wird damit klar hörbar, bleibt aber im vertretbaren Rahmen.
Die CPU erwärmt sich unter Dauerlast auf durchschnittlich rund 47 Grad Celsius und erreicht in der Spitze 72 Grad Celsius, während das Gehäuse an der Unterseite auf etwa 46 Grad Celsius kommt. Bei der thermischen Stabilität zeigt sich unter länger anhaltender Last eine leichte Drosselung. Die Leistung bricht dabei nicht dramatisch ein, das Gerät bleibt nutzbar, allerdings wird es spürbar wärmer und lauter. Für typische Büro- und Produktivarbeit ist das kein Problem, bei dauerhafter Volllast sollte man die Erwärmung aber im Hinterkopf behalten.
Akku und Laden
Für den Akkutest lassen wir bei voller Helligkeit ein Video in Dauerschleife laufen, bis sich das Gerät abschaltet. Dabei hält das GeekBook M16 7 Stunden und 30 Minuten durch, was angesichts des harten Testszenarios ein guter Wert ist. Der Hersteller bewirbt unter schonenderen Bedingungen deutlich längere Laufzeiten, in unserem anspruchsvollen Testszenario liegt der reale Wert erwartungsgemäß darunter.
Geladen wird ausschließlich über den USB-C-Port. Von 0 auf 100 Prozent vergehen 1 Stunde und 50 Minuten, was in Ordnung geht, ohne besonders schnell zu sein. Angenehm: Beim Laden erwärmt sich das Notebook nur leicht.
Fazit
Das GeekBook M16 ist ein überzeugender Einstand für GEEKOMs junge Notebook-Sparte. Das leichte, sauber verarbeitete Metallgehäuse, die sehr gute Tastatur und das große, präzise Touchpad machen es zu einem guten Begleiter für unterwegs. Auch das gute IPS-Display sowie die starke Office- und Produktivleistung unterstreichen seine Ausrichtung als mobiles Arbeitsgerät. Dazu bleibt das Notebook im Alltag leise und liefert eine ordentliche Akkulaufzeit.
Schwächen leistet sich das Gerät vor allem abseits des Büroalltags. Die integrierte Grafik taugt nur für leichte Spiele, unter Dauerlast wird das Notebook spürbar warm und drosselt leicht. Ein Netzwerkkabel lässt sich nur über die mitgelieferte Dockingstation anschließen, und aufrüsten lässt sich kaum, da alle Slots belegt sind. Auch der im Vergleich zum Kaltstart träge Warmstart fällt auf. Besonders gut aufgehoben ist das GeekBook M16 bei Studierenden sowie im Homeoffice und auf Reisen, während ambitionierte Gamerinnen und Gamer besser zu einem Gerät mit dedizierter Grafik greifen.
- +Wertiges Metallgehäuse
- +Sehr gute Tastatur
- +Großes Touchpad
- +Gutes IPS-Display
- +Starke Office-Leistung
- +Ordentliche Akkulaufzeit
- –Nur leichte Spiele
- –Wird unter Last warm
- –Leichte Drosselung
- –LAN nur per Dock
- –Kaum aufrüstbar
- –Träger Warmstart