Einhell TP-VC 18/10 Li BL L-Solo im Test: So viel Leistung steckt in einem kleinen Sauger
Klassische Nass-Trockensauger arbeiten häufig netzgebunden und fallen wegen ihrer leistungsstarken Motoren und großen Behälter meist weniger kompakt aus. Mit dem Ausbau der 18-Volt-Akkuplattformen lassen sich solche Geräte inzwischen auch dort flexibel einsetzen, wo keine Steckdose verfügbar ist - etwa im Garten, am Auto oder auf dem Rohbau. Einhell macht den TP-VC 18/10 Li BL L-Solo mit seinem E-Case-Koffersystem kompatibel: Er lässt sich direkt mit passenden Half-Size-E-Cases verbinden; für ältere E-Cases ist eine separat erhältliche Adapterplatte notwendig. Wir wollten wissen, wie viel Sauger in ein Gehäuse passt, das sich mit einer Hand tragen lässt.
Einhell Professional TP-VC 1810 Li BL L-Solo, Akku-Nass-/Trockensauger mit 10l Staubklasse L, bürstenlosem Motor und 2 Saugmodi
Einhell Akku-Nass-Trockensauger TP-VC 18/10 Li BL
Verarbeitung und Ausstattung
Behälter, Motorkopf, Griff und Verschlüsse des Einhell TP-VC 18/10 Li BL L-Solo machen einen soliden Eindruck. Nichts gibt unter leichtem Druck nach, die beiden Drehverschlüsse am Behälter greifen sauber, und der Deckel sitzt nach dem Schließen fest. Auffällig ist, wie schlicht die Übergänge gestaltet sind: Es gibt keine hörbaren Klickverschlüsse beim Zusammenstecken, trotzdem wirkt der Verbund stabil.
Bei den Verbindungen liegt die eigentliche Stärke. Schlauch, Saugrohre, Kupplungen und Filteraufnahme bleiben über den gesamten Testparcours dicht. Weder beim Trockensaugen noch nach dem Wassertest finden wir Staubaustritt, gelöste Kupplungen oder Tropfen am Deckelrand. Der Schlauch misst 36 Millimeter im Durchmesser und lässt sich auf 1,80 Meter ausziehen, zwei Saugrohre verlängern ihn bei Bedarf.
Der Lieferumfang deckt beide Betriebsarten ab: Faltenfilter der Staubklasse L für den Trockenbetrieb, Vliesbeutel, Schaumstofffilter fürs Nasssaugen, eine Saugdüse, eine Fugendüse sowie Aufblasadapter für den Blasanschluss. Schlauch, Rohre und Düsen lassen sich direkt am Gerät verstauen, was im Werkstattalltag für Ordnung sorgt. Die mitgelieferte Saugdüse aus Hartplastik misst allerdings nur 3 × 9 Zentimeter und ist erkennbar kein Ersatz für eine ausgewachsene Bodendüse - passende Alternativen bietet Einhell als Zubehör an.
Ein Konstruktionsdetail stört uns im Betrieb: Der Blasanschluss dient zugleich als Abluftöffnung und lässt sich nicht verschließen. Der Schlauch wandert je nach Aufgabe in den Saug- oder Blasanschluss. Im Saugbetrieb strömt daher dauerhaft Luft aus der ungenutzten Blasöffnung.
Der Behälter fasst 10 Liter. Der maximale Unterdruck beträgt im Boost-Modus 180 Millibar und im Eco-Modus 120 Millibar. Die unverbindliche Preisempfehlung für die getestete Solo-Ausführung beträgt zum Testzeitpunkt 149,95 Euro. Akku und Ladegerät sind darin nicht enthalten. Ein passendes Starter-Kit mit Akku und Ladegerät wird von Einhell ab 69,95 Euro angeboten, sodass Neueinsteiger nach UVP mit rund 220 Euro rechnen müssen.
Aufbau und Wechsel zwischen Nass und Trocken
Der Zusammenbau geht in Sekunden und erklärt sich von selbst. Schlauch, Rohre und Düse lassen sich ohne Blick in die Anleitung zusammenstecken und ebenso leicht wieder voneinander lösen. Für ein Gerät, das im Alltag ständig zerlegt und wieder aufgebaut wird, ist das ein echter Vorteil.
Noch beeindruckender fällt der Wechsel der Betriebsart aus. Deckel öffnen, Vliesbeutel herausnehmen, Filter tauschen, Deckel wieder aufsetzen - der komplette Umbau vom Trocken- auf den Nassbetrieb kostet uns kaum mehr als 10 Sekunden. Die Filterzuordnung ist eindeutig, Fehlversuche gibt es keine. Wer zwischen Sägespänen und Pfütze hin- und herspringt, verliert hier praktisch keine Zeit.
Handhabung, Transport und Aktionsradius
Betriebsbereit mit Schlauch, Düse und eingesetztem Akku bringt der Sauger 3,6 Kilogramm auf die Waage. Das lässt sich problemlos über eine Treppe oder durch den Garten tragen, Tragegriff und Schultergurt sind vorhanden. Rollen gibt es nicht - der Sauger wird also nicht hinterhergezogen, sondern steht während der Arbeit fest am Boden oder hängt am Gurt. Die rechteckige Bauform sitzt dabei stabil, und beim normalen Ziehen am Schlauch kippt nichts.
Der Schalter ist gut erreichbar und reagiert zuverlässig; die beiden Leistungsstufen lassen sich eindeutig anwählen. Auch Einsetzen, Entnehmen und Laden des 18-Volt-Akkus verlangen keine Fummelei. Über den Ladestand informiert allerdings nur die dreistufige Leuchtanzeige am Akku selbst, ein Display am Gerät fehlt.
Beim Aktionsradius zeigt sich die Kehrseite der kompakten Bauweise. Mit 1,80 Metern Schlauchlänge kommen wir nicht weit vom Gerät weg und müssen es häufiger umsetzen, als uns lieb ist. Die beiden Verlängerungsrohre helfen in der Höhe, ersetzen aber keinen langen Schlauch. Der Akkubetrieb gleicht diesen Nachteil teilweise aus, weil beim Umsetzen kein Netzkabel mitgeführt oder neu eingesteckt werden muss.
Trockensaugen
Auf trockenem Untergrund liefert der Sauger gute, aber keine überragenden Ergebnisse. Sowohl beim feinen Material als auch bei der groben Mischung aus Sand, Fasern und zerkleinertem Karton brauchen wir einen zweiten Durchgang. Danach bleibt nichts mehr sichtbar zurück - mit der Handfläche lässt sich allerdings noch ein feiner Rest ertasten. Verstopfungen treten dabei nicht auf, auch die Fasern gelangen zuverlässig durch Düse und Schlauch.
Ein großer Teil dieses Ergebnisses geht auf die mitgelieferte Düse zurück. Weil sie aus hartem Kunststoff besteht und keine Bürstenleiste besitzt, dichtet sie flach aufgelegt zu stark ab und schiebt den Schmutz dann eher hin und her. Mit ein wenig Abstand zum Boden geführt, arbeitet sie deutlich besser. Wer den Sauger regelmäßig für Flächen einsetzt, sollte eine der optionalen Bodendüsen einplanen. Als Ersatz für einen Haushaltsstaubsauger ist dieses Gerät ohnehin nicht gedacht.
Nasssaugen
Bei Nasssaugen liegt die eigentliche Stärke. Von 500 Millilitern Wasser holt der Sauger rund 470 Milliliter zurück in den Behälter, und zwar in weniger als 1 Minute. Auf der Fläche bleibt keine stehende Pfütze, nur ein dünner Feuchtigkeitsfilm. Dabei können wir keine Spritzer feststellen, die Aufnahme läuft kontrolliert ab.
Auch die anspruchsvollere Mischung aus Wasser, Sand und Fasern bewältigt das Gerät fast vollständig. Die Fasern gelangen vollständig in den Schmutzwasserbehälter, ohne Düse oder Schlauch zuzusetzen. Lediglich am Rand des Testbereichs bleiben einzelne Sandkörner liegen. Eine Blockade tritt zu keinem Zeitpunkt auf, und die Eigenverschmutzung von Düse und Schlauch hält sich in Grenzen.
Kanten, Fugen und Ausdauer der Saugleistung
Kanten und schmale Fugen erreichen wir mit der Fugendüse gut. Die Rückstände bewegen sich auf demselben Niveau wie auf der freien Fläche: Sichtbares verschwindet, ein tastbarer Feinanteil bleibt. Für Sockelleisten, Fensterrahmen oder den Fußraum im Auto reicht das aus.
Bemerkenswert ist die Konstanz. Während der einzelnen Trocken- und Nassprüfungen stellen wir keine spürbare Abnahme der Saugleistung fest. Auch nach mehreren aufeinanderfolgenden Aufgaben arbeitet der Sauger subjektiv konstant. Bei Geräten dieser Klasse ist das keine Selbstverständlichkeit.
Sicherheit und Lautstärke
Der Gerätekopf mit Motor und Akku lässt sich vollständig vom Behälter abnehmen. Beim Nasssaugen ist der Schaumstofffilter einzusetzen; zusätzlich schließt ein Sicherheitsschwimmerventil den Saugweg, sobald der maximale Füllstand erreicht ist. Nach dem Nasstest finden wir weder Tropfen am Deckelrand noch Feuchtigkeit im Filterbereich.
Eine optische Füllstandsanzeige für das Schmutzwasser fehlt. Beim Erreichen des maximalen Flüssigkeitsstands schließt jedoch das Sicherheitsschwimmerventil den Saugweg. Das veränderte, lautere Ansauggeräusch signalisiert, dass das Gerät ausgeschaltet und der Behälter geleert werden muss.
Beim Trockensaugen erfüllt das Gerät mit korrekt eingesetztem Faltenfilter die Anforderungen der Staubklasse L. Diese Klasse ist für Stäube mit einem Arbeitsplatzgrenzwert von mehr als 1 Milligramm pro Kubikmeter vorgesehen. Ob ein bestimmter Baustoff abgesaugt werden darf, hängt jedoch von seiner genauen Zusammensetzung ab; insbesondere quarzhaltiger Feinstaub erfordert strengere Schutzmaßnahmen. Während des Feinsandtests sehen wir am Luftauslass keine Staubwolke, der Filter sitzt nach der Kontrolle korrekt. Gehäuse und Akkuaufnahme bleiben auch nach dem kompletten Durchlauf kühl, ungeplante Abschaltungen oder auffällige Gerüche treten nicht auf.
Angenehm leise arbeitet das Gerät ebenfalls. In einem Meter Abstand messen wir im Eco-Modus einen Schalldruckpegel von 74,5 dB(A). Pfeifen, Dröhnen oder schrille Töne stellen wir nicht fest - für einen Sauger dieser Bauart ein sehr guter Wert.
Akku, Reinigung und Wartung
Den kompletten Testparcours absolviert der 4,0-Ah-Akku im Eco-Modus, ohne dass die Leistung nachlässt. Am Ende leuchten weiterhin alle drei LEDs. Einhell gibt für den 4,0-Ah-Akku Laufzeiten von bis zu 52 Minuten im Eco- und 18 Minuten im Boost-Modus an. Je nach verwendeter Akkukapazität reichen die Herstellerangaben von 9 bis 104 Minuten. Mit dem 3-A-Ladegerät des verwendeten 4,0-Ah-Starter-Kits ist der Testakku nach rund 75 Minuten wieder vollständig geladen.
Die Reinigung nach dem Einsatz ist erfreulich unspektakulär. Nach dem Abnehmen des Deckels bleibt nur der Behälter zurück, der sich kontrolliert ausgießen lässt, ohne dass wir uns die Hände schmutzig machen. Der Filter hängt am Oberteil und lässt sich ohne Werkzeug entnehmen. Behälter und Schaumstofffilter lassen sich unter fließendem Wasser reinigen. Den Faltenfilter soll man laut Anleitung dagegen nur vorsichtig ausklopfen und mit einer feinen Bürste oder einem Handfeger säubern. Schlauch und Rohre lassen sich bei Bedarf separat von anhaftendem Schmutz befreien. Der ganze Vorgang kostet wenige Minuten. Ersatzfilter, Vliesbeutel und Schaumstofffilter bietet Einhell als reguläres Zubehör an.
Fazit
Der TP-VC 18/10 Li BL L-Solo erfüllt genau das, wofür er gebaut ist. Nasssaugen gelingt hervorragend, die Saugleistung bleibt während der einzelnen Prüfungen konstant, und der Wechsel zwischen den Betriebsarten dauert kaum länger als ein Griff in die Werkzeugkiste. Dazu kommen dichte Anschlüsse, ein sehr einfach zu entleerender Behälter und ein Geräuschpegel, den wir im Test als angenehm niedrig empfinden.
Die Grenzen sind ebenso klar. Trockener Fein- und Grobschmutz braucht in der Regel zwei Durchgänge, wozu die kleine Hartplastikdüse ihren Teil beiträgt. Der Schlauch ist mit 1,80 Metern kurz, eine optische Füllstandsanzeige für das Schmutzwasser fehlt, und der unverschließbare Blasanschluss gibt im Saugbetrieb dauerhaft Abluft ab. Rollen gibt es nicht, was bei diesem Gewicht aber verschmerzbar ist.
Als Zweitgerät für Werkstatt, Garten, Auto und Baustelle ist der Sauger eine überzeugende Wahl - besonders für alle, die bereits Power-X-Change-Akkus besitzen und die Stapelbarkeit mit dem E-Case-System nutzen können. Mit einer UVP von 149,95 Euro ohne Akku ist der Einstieg fair bepreist; Neukunden müssen ein Starter-Kit einkalkulieren.
- +Sehr starke Nasssaugleistung
- +Konstante Saugleistung
- +Schneller Betriebsartenwechsel
- +Dichte Anschlüsse
- +Einfache Behälterentleerung
- +Angenehm niedrige Lautstärke
- +Gut tragbar
- –Trockenschmutz braucht zwei Durchgänge
- –Kleine Hartplastikdüse
- –Kurzer 1,80-Meter-Schlauch
- –Keine optische Füllstandsanzeige
- –Blasanschluss nicht verschließbar
- –Keine Rollen
- –Akku separat erhältlich