Einhell SUPPERO 18/380 im Test: Wie gut ist die Akku-SUP-Pumpe?
Aufblasbare SUP-Boards sind an Badeseen, Flüssen und Küsten längst weit verbreitet. Der Haken liegt nicht im Paddeln, sondern davor: Wer sein Board von Hand auf Betriebsdruck bringt, steht am Ufer erst einmal schwitzend über der Doppelhubpumpe, bevor es aufs Wasser geht. Einhell ergänzt seine Power-X-Change-Plattform für Rasenmäher, Bohrschrauber und Nasssauger um eine Akkupumpe – ob sie der Handarbeit tatsächlich überlegen ist, klärt unser Praxistest.
Einhell Akku-SUP-Pumpe SUPPERO 18380 PXC, 18 V, Inflation + Deflation, max. 1,38 bar, 380 L/min, Auto-Stop, inkl. 7 Adapter, ohne Akku
Einhell SUPPERO 18/380
Verarbeitungsqualität
Zum Testzeitpunkt kostet die SUPPERO 18/380 als Solo-Gerät 89,95 Euro und wird ohne Akku und Ladegerät geliefert. Wir kombinieren das Solo-Gerät im Test mit dem Power-X-Change-Starter-Kit aus einem 4,0-Ah-Akku und einem Ladegerät. Damit beträgt der Gesamtpreis zum Testzeitpunkt 159,90 Euro. Mit 23,5 × 18,2 × 8 Zentimetern bleibt das Gerät kompakt; auf unserer Waage zeigt es 2,1 Kilogramm ohne und 2,7 Kilogramm mit eingesetztem Akku.
Beim Material geht Einhell einen sichtbaren Kompromiss ein, und der ergibt Sinn. Das Kunststoffgehäuse hält das Gewicht niedrig, nimmt auf rauem Untergrund allerdings vergleichsweise schnell sichtbare Kratzer an. Ein echter Kritikpunkt ist dagegen die Klappe des Akkufachs: Sie ist zu leichtgängig und öffnet sich dadurch schneller als gewollt.
Schlauch und Anschlüsse machen einen sauberen Eindruck. Auch nach dreimaligem Anschließen und Lösen bleiben sämtliche Verbindungen dicht; hörbar entweicht an keiner Stelle Luft. Oberflächen, Kanten und Display wirken sorgfältig ausgeführt, scharfe Stellen finden wir nicht. Der Schlauch selbst dürfte für unseren Geschmack allerdings länger sein: Mit 80 Zentimetern ist er je nach Lage des Ventils am Board knapp bemessen, und seine Steifigkeit macht das Anschließen etwas umständlich.
Handhabung
Die Bauform der Einhell SUPPERO erleichtert die Handhabung. Die Pumpe arbeitet liegend statt aufrecht und bekommt dadurch eine große Standfläche. Sowohl auf ebenem Boden als auch auf den leicht unebenen Terrassenplatten unseres Testorts steht sie während beider Pumpstufen sicher, wandert nicht und vibriert kaum. Genauso praktisch ist das integrierte Adapterfach, in dem die zusätzlichen Adapter griffbereit verstaut sind. Der SUP-Adapter sitzt bereits vormontiert am Schlauch.
Die Bedienlogik erschließt sich schnell. Ein Blick in die Anleitung ist dennoch sinnvoll, da sie unter anderem die beiden Luftanschlüsse und wichtige Sicherheitshinweise erklärt. Danach kann es schnell losgehen: Akku einsetzen, Schlauch anschließen, Adapter wählen, Zieldruck einstellen und Start drücken. Wir sind in weniger als einer Minute startklar.
Eine Stolperstelle bleibt trotzdem: Die Anschlüsse sind mit Air In und Air Out beschriftet. Aus den englischen Bezeichnungen geht zunächst nicht eindeutig hervor, an welchem Anschluss der Schlauch zum Aufpumpen beziehungsweise Entlüften sitzen muss. Ein kurzer Blick in die Anleitung klärt, dass Air Out zum Aufpumpen und Air In zum Entlüften dient. Schöner wäre trotzdem eine eindeutigere Kennzeichnung. Ansonsten ist die Bedieneinheit aus unserer Sicht vorbildlich: Das Display zeigt Soll- und Ist-Druck gut ablesbar an, die Einheit lässt sich zwischen bar, psi, kPa und kg/cm² umstellen. Der gewünschte Sollwert lässt sich innerhalb weniger Sekunden einstellen und nachträglich verändern.
Danach arbeitet die Pumpe selbstständig. Nach dem Druck auf die Starttaste fördert sie zunächst ein hohes Luftvolumen, wechselt nach kurzer Zeit in die Hochdruckstufe und schaltet beim Erreichen des Zieldrucks selbstständig ab. Die Bajonettverbindungen an Schlauch, Pumpe und Board funktionieren nach demselben Prinzip: aufstecken, drehen, fertig. Für das Anschließen von Schlauch und Adapter benötigen wir rund 10 Sekunden, und nach dem Auto-Stop lässt sich der Adapter ohne hörbaren Luftverlust wieder abnehmen.
Beim Transport zahlt sich das geringe Gewicht aus. Den 20 Meter langen Weg zum Testort legen wir mit ausgeklapptem Tragegriff oder über der Schulter zurück, wobei der 150 Zentimeter lange Tragegurt Clips zur Schlauchfixierung mitbringt. Der Akkuwechsel dauert nur wenige Sekunden. Weil die Adapter im Gerät und der Schlauch am Tragegurt verstaut werden, geht unterwegs nichts verloren.
Trotz des vorgesehenen Outdoor-Einsatzes besitzt die Pumpe laut Anleitung keinen Schutz für den Betrieb in nasser Umgebung. Die Einhell benötigt daher einen trockenen Aufstellort. Selbst mit Spritzwasser sollte die SUPPERO nicht in Berührung kommen. Am Ufer achten wir deshalb auf ausreichend Abstand zum Wasser und einen trockenen Untergrund.
Ausstattung
Technisch arbeitet die SUPPERO 18/380 zweistufig. Die Niederdruckstufe fördert bis zu 380 Liter Luft pro Minute für das schnelle Vorbefüllen, danach übernimmt die Hochdruckstufe mit bis zu 80 Litern pro Minute den Druckaufbau bis maximal 1,38 bar, also 20 psi. Angetrieben wird das Ganze von einem klassischen Bürstenmotor mit 23.000 Umdrehungen pro Minute.
Für die vorgesehenen SUP-Boards, Luftmatratzen, Schlauchboote und andere aufblasbare Freizeitartikel reicht der Maximaldruck von 1,38 bar in der Regel aus. Maßgeblich bleibt jedoch stets der vom jeweiligen Hersteller angegebene Höchstdruck. Für die meisten Fahrradreifen ist die Pumpe daher ungeeignet: Der Maximaldruck von 1,38 bar liegt unter den Vorgaben vieler gängiger Reifen, außerdem fehlt ein passender Anschluss für typische Fahrradventile. Wer eine Pumpe für beide Welten sucht, ist hier falsch.
Der Adaptersatz umfasst 7 Teile und deckt entsprechend viel ab: das SUP-Bajonett, das ab Werk direkt am Schlauch sitzt, ein Boston-Ventil für Luftmatratzen, ein Bajonett für aufblasbare Kites, einen kurzen Rundadapter für Zelte sowie mittlere und lange Kegeladapter für Wasser- oder Yogabälle, Pools und weitere kleine aufblasbare Freizeitartikel. Dazu kommt das Anschlussstück, über das alle Adapter außer dem SUP-Bajonett angebunden werden. Qualität und Aufbewahrung überzeugen uns, nur die Zuordnung ist nicht in jedem Fall selbsterklärend – welcher Kegel für welchen Artikel gedacht ist, erschließt sich nicht immer auf den ersten Blick.
Bei den Komfortfunktionen bietet die SUPPERO die wichtigsten Ausstattungsmerkmale. Auto-Stop, manueller Nachfüllmodus und Statusanzeigen arbeiten zuverlässig, und die Entlüftung erfordert lediglich, den Schlauch vom Ausgang auf den Eingang umzustecken. Anders als beim Aufpumpen stoppt die Entlüftung nicht automatisch. Sobald das Board leer ist, beenden wir den Vorgang erneut über die Starttaste.
Betrieb
Für den Praxistest verwenden wir ein SUP-Board mit 300 Zentimetern Länge, 77 Zentimetern Breite in der Mitte und 15 Zentimetern Dicke. Der zulässige Höchstdruck und unser Zieldruck liegen jeweils bei 15 psi. Vor jedem Lauf entleeren wir das Board vollständig und starten Pumpe und Stoppuhr gleichzeitig.
Die Ergebnisse liegen dicht beieinander: 6 Minuten und 57 Sekunden im ersten Lauf, 7 Minuten und 32 Sekunden im zweiten, 7 Minuten und 24 Sekunden im dritten. Der erste Durchgang findet bei unter 20 Grad Celsius statt, die beiden folgenden bei rund 35 Grad Celsius in der Sonne. Die höhere Umgebungstemperatur könnte zu den längeren Zeiten beigetragen haben. Da wir den Temperatureinfluss nicht isoliert untersuchen, lässt sich die Abweichung jedoch nicht eindeutig darauf zurückführen. Einhell selbst nennt für ein handelsübliches Board rund 7 Minuten. Mit gemessenen Zeiten zwischen 6 Minuten und 57 Sekunden sowie 7 Minuten und 32 Sekunden kommt die Pumpe dieser Angabe im Test nahe.
Die Aufteilung innerhalb eines Laufs ist dabei aufschlussreich. Die Hochvolumenphase bis zur vollständigen Grundform dauert jeweils weniger als 1 Minute, den weitaus größeren Teil beansprucht der Druckaufbau in der Hochdruckstufe. Das ist bauartbedingt und bei elektrischen SUP-Pumpen üblich, doch wer auf die Uhr schaut, wartet eben vor allem auf die letzten psi.
Bei der Wiederholbarkeit überzeugt die Automatik. Nach dem Auto-Stop starten wir die Pumpe mit demselben Zieldruck erneut, und sie stoppt bereits nach 1 bis 2 Sekunden wieder – das Board ist also tatsächlich auf dem eingestellten Wert und wird weder unter- noch überfüllt. Die Gesamtzeiten der beiden Läufe unter gleichen Bedingungen unterscheiden sich um weniger als 2 Prozent, und auch von Hand fühlt sich das Board in beiden Fällen identisch fest an.
Eine sehr nützliche Funktion ist die Entlüftung. In 55 Sekunden saugt die Pumpe das Board so weit leer, dass es sich mit kaum spürbarer Restluft und ohne größeren Kraftaufwand falten lässt. Verglichen mit der üblichen Prozedur aus Falten, Draufsteigen und Drücken ist das ein erheblicher Gewinn, und der Umbau beschränkt sich auf das Umstecken eines Schlauchendes. Ein Kinderpool lässt sich mit einem weiteren Adapter ebenso unkompliziert befüllen und wieder entleeren.
Die Akkuausdauer liegt am oberen Ende dessen, was Einhell für diese Kapazität angibt. Nach dem ersten kompletten Zyklus aus Befüllen und Entlüften zeigt der 4,0-Ah-Akku noch 2 von 3 Balken, nach dem zweiten weiterhin 2 Balken. Ein dritter Durchgang gelingt zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls, danach schaltet das Gerät bei einem weiteren Versuch allerdings zügig ab. Der Akku erwärmt sich dabei nur handwarm bis warm, heiß wird er zu keinem Zeitpunkt, und die Zeiten bleiben über alle Läufe stabil.
Lautstärke
In 1 Meter Abstand messen wir während der schnellen Anfangsphase 64 dB(A) und in der Hochdruckphase 77 dB(A). Der zweite Wert deckt sich exakt mit dem Schalldruckpegel, den Einhell für das Gerät angibt – ein Gespräch daneben bleibt möglich, Gehörschutz ist nicht erforderlich.
Der Geräuschcharakter ändert sich dabei deutlich. In der Hochvolumenphase dominiert ein pfeifender Ton. Sobald die Hochdruckstufe übernimmt, geht das in ein tiefes, gleichmäßiges Kompressorbrummen über. Klappern, Dröhnen oder Resonanzen aus dem Gehäuse nehmen wir nicht wahr, und störende Vibrationen überträgt die liegende Bauform ebenfalls nicht auf den Boden.
Fazit
Die Einhell SUPPERO 18/380 hinterlässt im Test einen sehr guten Eindruck. Rund 7,5 Minuten bis 15 psi, ein Auto-Stop, der den Zieldruck in jedem Lauf präzise trifft, und eine Entlüftung, die das Board in unter 1 Minute faltbar macht. Zudem erschließt sich die Bedienlogik schnell und alle Adapter stecken griffbereit im Gerät. Zwei kleinere Punkte trüben das insgesamt positive Bild: Der Schlauch ist mit 80 Zentimetern kurz und dabei recht starr, was das Anschließen je nach Ventilposition fummelig macht, und die Beschriftung der Anschlüsse mit Air In und Air Out zunächst nicht ganz klar.
Der 4,0-Ah-Akku reicht für mindestens 2 komplette Zyklen aus Befüllen und Entlüften, oft auch für 3 – bei 2,7 Kilogramm Gesamtgewicht und einem Gerät, das über der Schulter zum Wasser getragen wird, ist das eine sinnvolle Auslegung. Für Besitzerinnen und Besitzer des Power-X-Change-Systems ist die Pumpe besonders interessant, sofern bereits ein kompatibler Akku und ein Ladegerät vorhanden sind. Dann fällt zum Testzeitpunkt nur der Gerätepreis von 89,95 Euro an. Auch die Kombination mit Akku und Ladegerät für rund 160 Euro ist vor allem für Personen interessant, die ihr Board regelmäßig aufbauen und künftig weitere Geräte des Power-X-Change-Systems nutzen möchten.
So testen wir Akku-SUP-Kompressoren
- +Schnelles Aufpumpen bis 15 psi
- +Präziser Auto-Stop
- +Schnelle Entlüftung
- +Intuitive Bedienung
- +Gut ablesbares Display
- +Sicherer Stand
- +Kaum Vibrationen
- +Dichte Anschlüsse
- +Viele Adapter
- +Gute Akkuausdauer
- –Kurzer starrer Schlauch
- –Akkufachklappe zu leichtgängig
- –Kein Schutz vor Spritzwasser