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Dyson Clean+Wash Hygiene im Test: Wie gut ist der filterlose Hartbodenreiniger?

Testsieger.de Redaktion
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11. Mai 2026
|
6 Min. Lesezeit

Ein flacher Bodenkopf, eine Selbstreinigungsstation für die Walze und das Versprechen, Hartböden in einem einzigen Zug sauber zurückzulassen: Der Dyson Clean+Wash Hygiene tritt mit hochwertiger Verarbeitung und starker Wischleistung bei eingetrockneten Flecken an. Wo das Konzept dennoch an Grenzen stößt, zeigt unser Praxistest.

Dyson Clean+Wash Hygiene: Hartbodenreiniger frontal im Stand
Dyson Clean+Wash Hygiene (Foto: Testsieger.de)

Dyson Clean+Wash Hygiene

UVP499 Euro
ProdukttypAkku-Hartbodenreiniger
Laufzeitbis zu 70 Minuten
Frischwassertank0,75 Liter
Schmutzwassertank0,52 Liter
Gewicht Gerät3,8 Kilogramm
Gewicht Station1,9 Kilogramm
Maße Gerät110 × 28 × 24,3 Zentimeter
Bodenkopfhöhe7,2 Zentimeter
Lie-Flat-Höhe11,3 Zentimeter
DisplayFarbdisplay am Griff
Trocknung85 Grad Celsius Heißluft

Lieferumfang und Ausstattung

Im Karton liegen das Gerät, die Reinigungsstation und eine Reinigungslösung. Auf zusätzliche Walzen, Bürsten oder Werkzeug verzichtet Dyson. Da der Clean+Wash Hygiene komplett ohne klassische Luftfilter arbeitet, entfallen zumindest an dieser Stelle Folgekosten und Wartungsaufwand. Ganz ohne Folgekosten bleibt das Gerät aber nicht: Die von Dyson empfohlene Probiotic-Reinigungslösung und Ersatzteile wie die Walze können den Preis in die Höhe treiben. Die Ladestation übernimmt das Aufladen direkt über Kontakte, ein zusätzlicher Stecker am Gerät selbst entfällt komplett.

Dyson Clean+Wash Hygiene: Lieferumfang mit Station und Reinigungslösung
Im Lieferumfang finden wir Gerät, Station und Reinigungslösung, zusätzliches Zubehör legt Dyson nicht bei. (Foto: Testsieger.de)

Funktional bringt der Dyson alles mit, was ein moderner Wischsauger der Premium-Klasse mitbringen sollte: Flexibles Gelenk am Bodenkopf, Freistehfunktion, ein Farbdisplay am Griff, eine Trocknungsfunktion mit Heißluft (85 Grad Celsius) sowie eine Heißwasserreinigung der Wischeinheit. Eine App-Steuerung ist nicht vorhanden, sämtliche Einstellungen erfolgen direkt am Gerät. Wer möchte, kann allerdings die MyDyson-App für Videoanleitungen, Tipps und Tricks verwenden.

Design und Verarbeitung

Mit Abmessungen von 110 x 28 x 24,3 Zentimetern und einem Gewicht von 3,8 Kilogramm – dazu kommt die Station mit weiteren 1,9 Kilogramm – fällt der Clean+Wash Hygiene optisch in die Liga klassischer Akku-Stielsauger. Den Unterschied macht der ungewöhnlich flache Bodenkopf, der mit einer Höhe von 7,2 Zentimetern unter fast alle Möbel passt. Bett, Sideboard oder TV-Lowboard verlieren damit ihren Status als uneinnehmbare Staubzonen. Durch das sehr flexible Gelenk an der Düse lässt sich der Dyson fast komplett flach hinlegen. Mit einer Lie-Flat-Höhe von 11,3 Zentimetern erreicht er auch viele hintere Bereiche.

Dyson Clean+Wash Hygiene: Handteil und Aluminium-Saugrohr
Aluminium-Rohr und Handteil machen wie das restliche Gerät einen sehr wertigen Eindruck. (Foto: Testsieger.de)

Das Halterohr aus Aluminium hebt sich qualitativ deutlich von reinem Kunststoff ab und verleiht dem Gerät einen wertigen, stabilen Eindruck beim Schieben. Alle übrigen Bauteile bestehen aus Kunststoff, der jedoch sauber verarbeitet ist und weder klappert noch nachgibt. Auch ein versehentlicher Stoß bringt den Hartbodenreiniger nicht aus dem Gleichgewicht – das Konstrukt steht stabil, in der Freistehposition genauso wie im laufenden Einsatz. Die typische Dyson-Farbgebung in Türkis, Rot und Gold setzt einen erkennbaren optischen Akzent, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

Bedienung und Handhabung

Auf dem Display am Griff stehen 4 Feuchtigkeitsstufen zur Auswahl: 3 reguläre Modi, gestaffelt in Wassertropfen-Symbolen, sowie eine Max-Stufe für besonders hartnäckige Flecken. Die Modusauswahl gelingt intuitiv, auch während der Reinigung wechseln Nutzerinnen und Nutzer die Stufe problemlos. Praktisch fällt das Farbdisplay auf, das kurze Erklärvideos einblendet – etwa zum Befüllen des Frischwassertanks. Die Erstinbetriebnahme verläuft dadurch deutlich entspannter als bei vielen Wettbewerbern. Kleiner Wermutstropfen: Die gesamte Steuerung läuft über einen einzigen Knopf, was zum Beispiel bei der einmaligen Sprachauswahl etwas fummelig wird.

Dyson Clean+Wash Hygiene: Griff mit Display und Bedientasten
Das Display liefert hilfreiche Infos wie die restliche Akkulaufzeit. (Foto: Testsieger.de)

Die Montage geht in wenigen Minuten von der Hand und erfordert kein Werkzeug. Im Betrieb unterstützt ein Eigenantrieb der Walze beim Schieben, sodass selbst längere Putzrunden nicht zur Belastung werden. Kurvenfahrten gehen leicht von der Hand, und in Pausen steht das Gerät dank Freistehfunktion frei im Raum, ohne sich an Wand oder Möbel anlehnen zu müssen. Mit einem Gesamtgewicht von 3,8 Kilogramm zählt der Clean+Wash Hygiene nicht zu den Leichtgewichten, im Alltag bleibt er dank Walzenantrieb dennoch komfortabel führbar.

Reinigungstest auf Hartböden

Der Clean+Wash Hygiene nimmt trockenen Schmutz auf und wischt gleichzeitig – eine reine „Saugfunktion“ ohne Wasser bietet er nicht. Geeignet ist er für Hartböden wie Fliesen, Vinyl, Laminat und versiegeltes Holz. Für Teppiche und Teppichböden ist er nicht gedacht.

Aufnahme von trockenem Schmutz: Bei groben Verschmutzungen wie ausgelegten Reiskörnern zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Beim Vorwärtsschieben verteilt der Bodenkopf den Schmutz, beim Rückwärtsziehen nimmt er ihn auf. Allerdings landet längst nicht alles im Schmutzwassertank. Mehrere Körner sammeln sich unter dem Bodenkopf und bleiben beim Anheben einfach liegen. Bei feinem Material wie Salz fällt das Bild noch deutlicher aus: Die feinen Körner setzen sich in den 84.000 Filamenten der Mikrofaserwalze fest, sorgen für sichtbare Schlieren und verschwinden erst nach mehrfachem Reinigen auf der Max-Stufe sowie zwischengeschalteter Selbstreinigung der Walze restlos vom Boden. Wer also mit Bröseln, Sand oder Streusalz an den Schuhen rechnet, kommt um einen zusätzlichen Sauger kaum herum.

Dyson Clean+Wash Hygiene: Unterseite mit Mikrofaserwalze
Die dichte Mikrofaserwalze macht insgesamt einen guten Job, teilweise setzt sich im Test aber feiner Schmutz fest. (Foto: Testsieger.de)

Wischleistung: Beim eigentlichen Kerngeschäft kehrt sich das Bild teilweise. Hartnäckige, eingetrocknete Flecken wie Ketchup verschwinden bereits nach einem Wischgang fast vollständig; nur leichte Schatten bleiben zurück und verlangen ein zweites oder drittes Überfahren aus unterschiedlichen Richtungen. Die dichte Walze mit ihren Noppen löst auch festsitzende Rückstände zuverlässig ab. Bei einfachen, eingetrockneten Flüssigkeitsflecken hingegen bleibt nach zweimaligem Drüberfahren noch eine sichtbar feuchtere Stelle erkennbar – auch hier braucht es mehrere Wischrichtungen, um wirklich rückstandsfrei zu arbeiten. Streifen entstehen je nach Feuchtigkeitsstufe: Auf höheren Stufen trocknet der Boden langsamer und neigt eher zu sichtbaren Bahnen.

Dyson Clean+Wash Hygiene: Wischtest mit eingetrockneten Flecken
Hartnäckige Flecken wie Ketchup lassen sich mit dem Dyson schnell beseitigen. (Foto: Testsieger.de)

Ecken und Kanten. An Sockelleisten und entlang von Möbelkanten kommt der flache Bodenkopf erstaunlich nah heran und erreicht den Boden bis dicht an die Kante. In Ecken stößt das Gerät hingegen an Grenzen: Von 5 ausgelegten Reiskörnern landen lediglich 2 im Tank, der Rest bleibt liegen oder rutscht zur Seite. Staub entfernt die Walze auch in diesen Bereichen zuverlässig. Im Alltag heißt das: Für die letzten Millimeter in der Ecke bleibt der Handfeger ein nützlicher Begleiter.

Akku, Wassertanks und Selbstreinigung

Der Akku zeigt sich im Praxistest ausdauernd: Nach 15 Minuten Dauerbetrieb liegt der Ladestand noch bei 80 Prozent. Dysons Herstellerangabe von bis zu 70 Minuten klingt damit plausibel. Für eine durchschnittliche Wohnungsreinigung reicht das mehr als aus.

Der Frischwassertank könnte für große Flächen etwas üppiger sein. Mit 0,75 Liter reicht er im Alltag zwar für normale Putzrunden, bei hoher Feuchtigkeitsstufe und intensiver Fleckenreinigung leert er sich aber spürbar schneller. Wer große Flächen auf der höchsten Stufe reinigen möchte, sollte Tankpausen einplanen.

Dyson Clean+Wash Hygiene: transparenter Frischwassertank am Gerät
Den Füllstand des Frischwassertanks können wir gut kontrollieren, für große Flächen fällt das Volumen jedoch eher knapp aus. (Foto: Testsieger.de)

Beim Auffüllen des Frischwassertanks und beim Entleeren des Schmutzwassertanks tropft regelmäßig Wasser nach. Rund um die Station bilden sich dadurch kleine bis mittlere Pfützen - unschön.

Akustisch bleibt der Dyson im Reinigungsbetrieb angenehm zurückhaltend: Im Normal-Modus liegt der Pegel bei 61 Dezibel, auf der höchsten Stufe steigt er nur leicht auf 63 Dezibel. Deutlich auffälliger wird es bei der Selbstreinigung. Der anschließende Heißluft-Trocknungsvorgang dauert rund 30 Minuten und liegt mit etwa 60 Dezibel auf einem Pegel, der im selben Raum schnell stört – Wohn- und Schlafzimmer scheiden für die Trocknungsphase als Standort damit faktisch aus.

Dyson Clean+Wash Hygiene: Heißluft-Trocknungsstation
Die Station übernimmt Laden, Selbstreinigung und Trocknung, im Test stört uns dabei vor allem die lange Trocknungsphase. (Foto: Testsieger.de)

Hinzu kommt: Vor jedem Selbstreinigungszyklus müssen Nutzerinnen und Nutzer den Schmutzwasserbehälter zunächst leeren, und der Zyklus selbst verbraucht spürbar viel Wasser. Positiv hingegen der Geruchseindruck – der mitgelieferte Reiniger sorgt für eine frische Note während und nach dem Einsatz; unangenehme Gerüche kommen weder am Gerät noch am Boden auf.

Fazit

Der Dyson Clean+Wash Hygiene überzeugt überall dort, wo es um das eigentliche Wischen von Hartböden geht. Die hochwertige Verarbeitung mit Aluminiumrohr, der flache Bodenkopf für niedrige Möbel, die selbstreinigende Walze mit dichter Borstenstruktur und die intuitive 4-Stufen-Modusauswahl machen den Alltag merklich angenehmer. Eingetrocknete Flecken, klebrige Spritzer oder umgekippte Flüssigkeiten verschwinden in den meisten Fällen schnell und zuverlässig, der Eigenantrieb der Walze erleichtert das Manövrieren spürbar, und die Heißluft-Trocknung beugt Gerüchen wirkungsvoll vor.

Die Walze zieht groben Schmutz nur unzuverlässig ein, feiner Staub und Salz blockieren die Walze regelrecht, und die Selbstreinigung samt Trocknungsphase ist mit 30 Minuten Dauer und rund 60 Dezibel kaum zu überhören. Auch die Tanks dürften mit 0,75 und 0,52 Liter Volumen gerne etwas größer sein. Die tropfende Station schmälert den Gesamteindruck ebenfalls.

Unter dem Strich präsentiert sich der Clean+Wash Hygiene als Spezialist statt Allrounder: Wer einen kabellosen Reiniger sucht, der Hartböden wirklich gut wischt und dabei dank flachem Bodenkopf bis unter die niedrigsten Möbel reicht, findet hier ein durchdachtes Premium-Gerät. Wer den klassischen Akkusauger komplett ersetzen möchte, wird mit der Lösung allerdings nicht glücklich – ein zweites Gerät für gröberen Schmutz bleibt Pflicht.

So testen wir Nass- und Trockensauger

Testergebnisse im Detail
Materialqualität
4 / 4
Verarbeitung und Robustheit
3 / 3
Abmessungen
3 / 3
Position Tasten
2 / 2
Druckpunkt Tasten
2 / 2
Intuitive Bedienung
3 / 3
Handhabung
8 / 8
Zusatzausstattung
5 / 5
Leistung Hartboden
6 / 10
Leistung grober Schmutz
4 / 5
Leistung feiner Schmutz
2 / 5
Wischleistung
12 / 15
Saugvermögen Ecken und Kanten
4 / 5
Akkulaufzeit
10 / 10
Lautstärke
6,4 / 8
Geruchsneutralität
2 / 2
Hygiene
3,2 / 4
Abluft
6 / 6
Testsiegel Dyson Clean+Wash Hygiene

Dyson Clean+Wash Hygiene

Getestet: 04/2026
zum Preisvergleich
Bewertung nach Kategorie
Design und Verarbeitung
100%
Ausstattung und Bedienung
100%
Leistung
76%
Geräusch/Geruch
84%
Umwelteigenschaften
92%
Pro
  • +Sehr gute Wischleistung
  • +Flacher Bodenkopf
  • +Wertige Verarbeitung
  • +Intuitive Bedienung
  • +Starker Walzenantrieb
  • +Heißluft-Trocknung
  • +Leiser Reinigungsbetrieb
Contra
  • Schwache Schmutzaufnahme
  • Salz blockiert Walze
  • Tanks etwas klein
  • Station tropft
  • Lange Selbstreinigung
  • Trocknung hörbar