CUTMORE ProSharp im Test: variabler Messerschärfer für Messer, Scheren und Wellenschliff
Stumpfe Messer nerven im Küchenalltag, doch der Griff zum Schleifstein ist vielen zu aufwendig. Genau hier setzt der CUTMORE ProSharp an: Der kompakte Durchziehschärfer verspricht schnelle Gebrauchsschärfe ohne lange Einarbeitung. Ob das im Alltag funktioniert, zeigt unser Praxistest.
CUTMORE ProSharp
Design und Verarbeitung
Der ProSharp ist ein rein manueller Durchziehschärfer. Mit von uns gemessenen 26 Zentimetern Länge, 8,4 Zentimetern Breite und 4,7 Zentimetern Höhe bei 300 Gramm Gewicht ist er angenehm flach und kompakt, sodass er in praktisch jede Küchenschublade passt. Das tiefschwarze Gehäuse mit den signalroten Akzenten wirkt modern.
Bei der Verarbeitung haben wir nichts zu bemängeln. Die Gehäuseteile sitzen sauber zusammen, lose Elemente oder scharfe Kunststoffkanten suchen wir vergeblich. Das zentrale Einstellrad für den Schleifwinkel rastet spürbar und fest in seinen Stufen ein.
Ausstattung und Vielseitigkeit
Im Inneren des ProSharp sitzen die Schleifelemente in V-Anordnung und bearbeiten die Klinge von beiden Seiten. Die geführten Schlitze stabilisieren die Klingenposition, sodass der Winkel über den Zug hinweg weitgehend konstant bleibt.
Für den Vorschliff nennt der Hersteller Wolframcarbid, für den Feinschliff Präzisionsdiamant. Eine weitere Diamantstufe ist für Wellenschliffmesser, Brotmesser und Scheren vorgesehen.
Der eigentliche Trumpf ist die Winkelauswahl. Über das zentrale Rad lassen sich fünf Schleifwinkel einstellen: 15°, 18°, 20°, 22° und 24°. Die flacheren Einstellungen passen vor allem zu fein ausgeschliffenen japanischen Klingen, während steilere Winkel robusteren Küchen-, Outdoor- oder Taschenmessern entgegenkommen. Dazu kommen eigene Stationen für Haushaltsscheren und für Brotmesser mit Wellenschliff, die ein klassischer Durchziehschärfer gar nicht abdeckt. Vom kleinen Gemüse- oder Officemesser über das Kochmesser bis zur japanischen Klinge deckt der ProSharp damit ein breites Einsatzfeld ab.
Bedienung und Handhabung
Der ProSharp ist sofort einsatzbereit: kein Wässern, kein Aufbau. Wir setzen das Messer am Griffende an und ziehen es mit leichtem, gleichmäßigem Druck zu uns heran. Vor- und Zurückbewegungen vermeiden wir. Die V-Schlitze führen die Klinge spürbar, sodass gerade und moderat gebogene Schneiden gleichmäßig durchlaufen. Bei stark geschwungenen Klingen bleibt die Spitze jedoch der anspruchsvollste Bereich. Zu viel Druck bringt keinen Vorteil, sondern kann der Schneide eher schaden. Am besten funktioniert der Schärfer mit ruhigen, konstanten Zügen.
Eine Markierung am Gehäuse zeigt die richtige Reihenfolge der Schärfstufen. Für Linkshänder lässt sich das Gerät um 180 Grad drehen. Scheren werden nicht durchgezogen, sondern vollständig geöffnet in die Spezialnut gelegt und flach an der Schleifkante entlanggeführt. Nach dem Schärfen können feine Metallpartikel an der Klinge haften. Vor dem nächsten Kontakt mit Lebensmitteln sollte die Schneide deshalb feucht abgewischt werden.
Schärfergebnis und Praxiseinsatz
Im Papiertest zeigt sich der Fortschritt deutlich: Vor dem Schärfen trennt unser Testmesser das Druckerpapier noch ordentlich, danach gleitet es deutlich leichter und sauberer hindurch. Auch im Tomatentest überzeugt das Ergebnis. Ein Kochmesser, das vorher zusätzlichen Druck brauchte, setzt nach dem Schärfen sauber an und schneidet die Haut ohne Quetschen.
In unserem Test reichen meist 15 bis 30 Sekunden beziehungsweise 5 bis 7 Züge, um alltagsstumpfe Messer wieder auf Gebrauchsschärfe zu bringen. Weil die V-förmig angeordneten Schleifelemente beide Klingenseiten gleichzeitig führen, fällt das Ergebnis von der Ferse über die Mitte bis kurz vor die Spitze gleichmäßig aus. Der Abtrag wirkt kontrolliert; sichtbare Riefen oder Wellen entstehen im Test nicht. Auch deutlich vernachlässigte Klingen bringen wir verlässlich wieder in Form.
Eine spiegelpolierte Schneide wie vom fein geführten Wasserstein liefert der ProSharp konstruktionsbedingt nicht. Auch für tiefe Scharten oder stark beschädigte Klingen ist er nur eingeschränkt gedacht. Bei stark geschwungenen Klingen kann die Spitze im Schlitz zudem leichter den Kontakt verlieren.
Sicherheit und Reinigung
Die Sicherheit zählt zu den Stärken des ProSharp. Der geschlossene, ergonomische Haltegriff dient als physische Barriere und trennt die Hand zuverlässig von der Schleifzone. Auch der Stand ist ordentlich: Die breiten, rutschfesten Gummifüße greifen recht sicher, sodass das Gerät bei normaler Nutzung nicht über die Arbeitsplatte wandert. Ganz perfekt ist der Stand aus unserer Sicht aber nicht.
Die Reinigung profitiert davon, dass der Schärfer trocken arbeitet und weder Wasser noch Schleiföle braucht. Es bildet sich kein nasser Schleifschlamm, ein Tuch oder eine weiche Bürste genügt. Wichtig: In die Spülmaschine darf das Gerät nicht, da Salze und scharfe Reiniger die Metall- und Schleifkomponenten angreifen. Die Schleifelemente kommen ohne Öle und ohne besondere Pflege aus.
Fazit
Der CUTMORE ProSharp bringt alltagsstumpfe Klingen in unter einer Minute zurück auf Gebrauchsschärfe. Neben Kochmessern bearbeitet er auch Scheren sowie Messer mit Wellenschliff und liegt dabei sicher in der Hand. Bei einer UVP von 74,90 Euro und einem häufig sichtbaren Verkaufspreis um 50 Euro ist der ProSharp ein schnelles, vielseitiges und vergleichsweise schonendes Werkzeug, das sich im Test ein sehr gutes Gesamturteil verdient.
- +Kompakte Bauweise
- +Saubere Verarbeitung
- +Feste Winkelrastung
- +Fünf Schleifwinkel
- +Für Wellenschliff geeignet
- +Für Scheren geeignet
- +Schnelle Gebrauchsschärfe
- +Überzeugende Schleifergebnisse
- +Kontrollierter Abtrag
- +Sicherer Haltegriff
- –Schleifen von Spitzen anspruchsvoll
- –Nicht für tiefe Scharten
- –Stand nicht ganz perfekt