CUTMORE OneSharp 5-in-1 im Test: manueller Durchziehschärfer mit festem Winkel
Wer seine Messer scharf halten will, steht schnell vor der Wahl zwischen aufwendig geführtem Schleifstein und schnellem Durchziehschärfer. Der CUTMORE OneSharp setzt klar auf Tempo und einfache Bedienung: ein manuelles 5-in-1-Gerät für Messer, Scheren und Wellenschliff. Wie gut das in einer normalen Küche funktioniert, haben wir ausprobiert.
CUTMORE OneSharp 5-in-1
Design und Verarbeitung
Äußerlich gibt sich der OneSharp zurückhaltend und funktional. Da es sich um einen manuellen Schärfer handelt, braucht er weder Strom noch Batterien. Mit Abmessungen von 25 × 9 × 4,5 Zentimeter und einem Gewicht von 264 Gramm lässt er sich problemlos verstauen.
Das Kunststoffgehäuse macht einen guten Eindruck. Die einzelnen Schärfmodule sitzen fest, die Übergänge sind sauber gearbeitet, und an keiner Stelle stören Grate oder lockere Teile. Rutschfeste Gummielemente an der Unterseite stabilisieren den Schärfer auf der Arbeitsfläche, während der Griffbereich sicher in der Hand liegt.
Ausstattung und Vielseitigkeit
Im Kern ist der OneSharp ein 5-in-1-Werkzeug, in dem laut Hersteller Wolframcarbid, Diamant und Feinkeramik zusammenspielen. Wolframcarbid richtet stumpfe Schneiden im Vorschliff auf, Diamant und Feinkeramik übernehmen Feinschliff und Pflege. Die fünf Bereiche decken Vorschliff, Nachschärfen, Feinschliff beziehungsweise Pflege sowie eigene Aufnahmen für Scheren und Wellenschliff ab.
Anders als beim verstellbaren Schwestermodell ProSharp liegt der Schleifwinkel fest bei 19°. Das passt gut zu vielen europäischen Küchenmessern, bietet aber weniger Spielraum für Spezialklingen. Wer viele japanische Messer, sehr dünne Klingen oder individuell geschliffene Profimesser besitzt, fährt mit einem variablen System oder einem Schleifstein besser.
Die einzelnen Stufen wählen wir über ein zentrales Drehrad. Ein kurzer Dreh genügt, um zwischen den Schleif- und Pflegebereichen sowie den Spezialaufnahmen für Scheren und Wellenschliff zu wechseln. Zubehör braucht es dafür nicht; der Lieferumfang bleibt entsprechend überschaubar. Bei Kochmessern und kleineren Glattklingen arbeitet das System im Test verlässlich. Beim Wellenschliff gehen wir behutsamer vor, weil die Zähne nicht so gleichmäßig durch den Schlitz laufen wie eine glatte Schneide.
Bedienung und Handhabung
Vor dem ersten Schliff ist praktisch keine Vorbereitung nötig. Es kann nach dem Auspacken direkt losgehen. Wir führen das Messer mit ruhigem, gleichmäßigem Zug zu uns heran und vermeiden Vor- und Zurückbewegungen. Die Klinge läuft sauber durch den Schlitz, und auch Linkshänderinnen und Linkshänder finden sich schnell zurecht.
Besonders das Drehrad gefällt uns: Es rastet hörbar ein, sodass wir die gewünschte Stufe auch ohne genaues Hinsehen zuverlässig treffen. Der Schärfer steht beim Arbeiten ruhig, und weil sich die Zugbewegung leicht wiederholen lässt, fallen auch das zweite und dritte Messer ohne große Übung ähnlich gleichmäßig aus.
Schärfergebnis und Praxiseinsatz
Wir starten mit unserem Papier-Test. Vor dem Schärfen zerrt unser Testmesser deutlich am Papier und reißt es stellenweise sogar ein, danach trennt es den Bogen schön sauber. Auch im Tomatentest überzeugt das Ergebnis: Wo die Klinge zuvor abrutscht, und die Haut eindrückt, setzt sie nach dem Schärfen sauber an und gleitet leichter hindurch.
In unserem Test genügen bei normal abgestumpften Küchenmessern meist wenige Züge, um wieder eine brauchbare Alltagsschärfe zu erreichen. Das Ergebnis verteilt sich über weite Teile der Schneide gleichmäßig; weder Ferse noch Mittelbereich fallen im Test sichtbar zurück. Die Spitze verlangt etwas mehr Aufmerksamkeit, bleibt bei geraden und moderat gebogenen Klingen aber gut kontrollierbar. Der Abtrag bleibt schonend, Riefen oder Wellen finden wir keine. Auch deutlich abgestumpfte Alltagsmesser bekommen wir wieder auf ein sauberes Gebrauchsniveau.
Sicherheit und Reinigung
Die Handhabung fühlt sich sicher an. Griffbereich und Fingerschutz schaffen ausreichend Abstand zwischen Hand und Klinge, während das Gehäuse beim Ziehen gut kontrollierbar bleibt. Auf trockener Arbeitsfläche steht das Gerät zuverlässig. Bei schweren Kochmessern stabilisieren wir den Schärfer trotzdem mit der zweiten Hand, was bei manuellen Durchziehschärfern ohnehin die sicherere Arbeitsweise ist.
Die Reinigung ist unkompliziert. Da der OneSharp trocken arbeitet, entsteht kein Schleifschlamm; ein kurzes Auswischen oder Abbürsten der Schlitze genügt nach dem Schärfen. CUTMORE bewirbt die Schleifelemente mit über 10.000 Anwendungen. Das können wir im Testzeitraum naturgemäß nicht überprüfen, nach mehreren Durchgängen zeigen die Schlitze aber keine auffälligen Spuren.
Fazit
Der CUTMORE OneSharp ist ein Messerschärfer für alle, die im Alltag schnell wieder scharfe Küchenmesser haben möchten, ohne sich lange mit Schleifwinkeln oder Technik zu beschäftigen. Im Test gefällt vor allem, wie einfach sich das Gerät bedienen lässt. Messer durchziehen, wenige Züge abwarten, weiterarbeiten. Auch Scheren und Messer mit Wellenschliff lassen sich damit auffrischen, was den OneSharp in der Küche angenehm vielseitig macht.
Für sehr feine japanische Messer oder höchste Schärfeansprüche ist er nicht die erste Wahl. Hier bieten ein Schleifstein oder ein variabler Schärfer mehr Kontrolle. Für normale Küchenmesser liefert der OneSharp aber ein hervorragendes Ergebnis. Zum Testzeitpunkt kostet er 34,90 Euro statt regulär 49,90 Euro.
- +Einfache Bedienung
- +Schnelles Nachschärfen
- +Sehr gutes Schärfergebnis
- +Vielseitige 5-in-1-Funktion
- +Sicherer Griff
- +Rutschfeste Unterseite
- +Schonender Abtrag
- +Unkomplizierte Reinigung
- +Linkshänderfreundliche Handhabung
- –Fester Schleifwinkel
- –Nicht für Japanmesser
- –Messerspitze braucht Aufmerksamkeit