Beurer EM 55 Menstrual Relax+ im Test: Wie gut funktioniert das TENS-Wärmepad?
Beurer ist vor allem für Blutdruckmessgeräte, Wärmekissen und andere Gesundheitsprodukte bekannt. Mit dem EM 55 Menstrual Relax+ widmet sich der Hersteller einem speziellen Einsatzgebiet: Das flexible Pad soll Menstruationsschmerzen und Beschwerden durch Endometriose mithilfe elektrischer Nervenstimulation und Wärme lindern. Wir testen, wie angenehm sich das Gerät am Unterbauch trägt, wie sich die elektrischen Impulse anfühlen und wie einfach die Handhabung im Alltag ist.
Beurer EM 55 Menstrual Relax+
Design und Verarbeitung
Mit Abmessungen von 23,5 × 11,5 × 2 Zentimetern ist das Beurer EM 55 Menstrual Relax+ kompakt genug, um es unter der Kleidung zu tragen. Das Gerät wiegt 120 Gramm. Das türkisfarbene Gehäuse besteht aus weichem, flexiblem Silikon, das sich gut an die Körperform anschmiegt. Im Test gefällt uns besonders die flache Bauweise. Am Unterbauch trägt das Pad kaum auf und sitzt dort angenehm, ohne durch seine Größe zu stören.
Beurer bietet mit dem EM 50 Menstrual Relax auch eine kleinere Variante an. Diese misst 19,3 × 9,5 × 1,5 Zentimeter und wiegt 67 Gramm. Auch die Gel-Pads fallen beim EM 50 mit 50 × 56 Millimetern kleiner aus als beim EM 55 mit 61 × 89 Millimetern. Beim kleineren Modell liegt ein Set mit 2 Gel-Pads bei, beim EM 55 sind es 2 Sets mit insgesamt 4 Gel-Pads. Beide Geräte bieten TENS und Wärme. Für unseren Praxistest verwenden wir das größere EM 55.
Die Verarbeitung macht einen guten Eindruck. Wir kontrollieren die Übergänge zwischen den einzelnen Bauteilen, die Kanten und die Bedienelemente. Alles wirkt sauber zusammengesetzt. Die Tasten sitzen ordentlich und lassen sich problemlos drücken. Größere Verarbeitungsmängel fallen uns nicht auf.
Im Praxistest entstehen durch das flexible Material keine unangenehmen Druckstellen. Auch während der 20-minütigen Anwendung bleibt das Pad bequem. Durch seine kompakte Form eignet sich das EM 55 außerdem gut für die Mitnahme auf Reisen oder ins Büro.
Ausstattung und Bedienung
Das Beurer EM 55 kombiniert transkutane elektrische Nervenstimulation, kurz TENS, mit einer Wärmefunktion. Bei TENS gelangen elektrische Impulse über die Gel-Pads an die Haut. Das EM 55 bietet ein TENS-Programm, das automatisch zwischen 3 Phasen mit unterschiedlichen elektrischen Impulsen wechselt. Die Stärke lässt sich in 15 Intensitätsstufen einstellen. Für die Wärme gibt es eine Stufe. Beide Funktionen können wir einzeln oder gemeinsam nutzen.
Ein Display gibt es nicht. LEDs zeigen die gewählte Funktion an, die eingestellte TENS-Intensität lässt sich jedoch nicht als Zahlenwert ablesen. Über die Ein-/Aus-Taste wechseln wir zwischen reiner Wärme, der Kombination aus Wärme und TENS sowie der alleinigen TENS-Anwendung. Die Impulsstärke regeln wir anschließend mit den Plus- und Minustasten.
Im Test kommen wir mit dieser einfachen Steuerung sehr gut zurecht. Die Tasten reagieren zuverlässig, die Intensität lässt sich gut anpassen und die Anzeigen sind verständlich. Auch die erste Inbetriebnahme bereitet keine Schwierigkeiten. Vor der ersten Nutzung ist eine mindestens zweistündige Akkuladung vorgesehen. Ein USB-Netzteil liegt nicht bei. Die Bedienungsanleitung erklärt die wichtigsten Funktionen nachvollziehbar, sodass wir uns schnell zurechtfinden.
Die Anwendung funktioniert ohne fremde Hilfe. Wir platzieren das Pad selbstständig am Unterbauch und erreichen die Bedienelemente auch während der Nutzung gut. Besonders angenehm ist, dass keine Kabel am Körper entlangführen. Das Gerät arbeitet mit einem integrierten Akku.
Zum Lieferumfang gehören die selbsthaftenden Gel-Pads, ein Ladekabel, eine Aufbewahrungstasche und die Bedienungsanleitung. Die Tasche ist praktisch, wenn wir das Gerät unterwegs mitnehmen.
TENS und Wärme im Praxistest
Bei der eigentlichen Anwendung hinterlässt das EM 55 einen sehr guten Eindruck. Die elektrische Stimulation fällt überraschend kräftig aus. Über die 15 Intensitätsstufen können wir die Impulse von schwach bis deutlich spürbar einstellen. So lässt sich die Anwendung fein abstimmen, ohne dass die Bedienung unnötig kompliziert wird.
Wir empfinden die Stimulation als angenehm und gut dosierbar. Obwohl das Programm zwischen unterschiedlichen Impulsfolgen wechselt, fühlen sich die Übergänge für uns gleichmäßig und angenehm an. Auch über mehrere Minuten bleibt der Anwendungskomfort hoch. Das TENS-Programm mit seinen unterschiedlichen Phasen bietet eine sinnvolle Abfolge, auch wenn das Gerät keine große Auswahl eigenständiger Programme mitbringt.
Besonders gut gefällt uns die Wärmefunktion. Das Pad erzeugt eine angenehme Wärme am Unterbauch, die wir während der Anwendung als wohltuend empfinden. Beurer gibt für die einzige Wärmestufe eine Temperatur von bis zu 43 Grad Celsius an.
Während der gesamten 20-minütigen Anwendung bleibt die Wärme angenehm und wird nicht störend heiß. Wer die elektrischen Impulse gerade nicht nutzen möchte, kann die Wärmefunktion separat einschalten. Umgekehrt ist auch eine Anwendung mit TENS ohne Wärme möglich.
Ein weiterer Vorteil ist der leise Betrieb. Im normalen Betrieb arbeitet das EM 55 praktisch lautlos. Zusammen mit der flachen Form macht das die Anwendung unter der Kleidung angenehm.
Unsere guten Praxiseindrücke beziehen sich auf Intensität, Tragekomfort und Handhabung. Wie stark das EM 55 tatsächliche Menstruationsschmerzen lindert, lässt sich aus diesen Anwendungseindrücken nicht zuverlässig ableiten.
Gel-Pads und Reinigung
Während die eigentliche Anwendung sehr angenehm ausfällt, machen uns die Gel-Pads weniger Freude. Sie sorgen für den Kontakt zwischen Gerät und Haut und halten das Pad am Unterbauch. Beim Tragen erfüllen sie ihre Aufgabe gut. Das Gerät sitzt sicher und fühlt sich auf der Haut angenehm an. Unangenehmes Ziehen, Drücken oder Scheuern stellen wir während der normalen Anwendung nicht fest.
Weniger gut gefällt uns das erstmalige Anbringen der Gel-Pads. Die Schutzfolien lassen sich nur mühsam abziehen, was die Befestigung am Gerät unnötig umständlich macht. Das ist besonders bei einem Produkt störend, dessen Gel-Pads regelmäßig ausgetauscht werden müssen.
Nach der Anwendung gibt es weitere Kritik. Wir stellen fest, dass die Gel-Pads beim Abnehmen klebrige Rückstände auf der Haut hinterlassen. Das macht das Abnehmen weniger angenehm und erhöht den Pflegeaufwand. Wer das Gerät unterwegs oder vor einem Termin nutzt, muss gegebenenfalls Zeit einplanen, um die betroffenen Hautstellen anschließend zu reinigen.
Die Gel-Pads lassen sich mehrfach verwenden. Beurer sieht pro Set maximal 20 Anwendungen vor, wobei die tatsächliche Haltbarkeit von der Hautbeschaffenheit abhängt. Wenn die Haftkraft nachlässt, müssen wir die Pads austauschen.
Für die Reinigung des Geräts reicht ein leicht angefeuchtetes Tuch. Auch die Gel-Pads lassen sich vorsichtig mit einem feuchten, fusselfreien Tuch säubern. Nach dem Gebrauch bringen wir die Schutzfolien wieder an, damit die Haftflächen geschützt bleiben.
Der Pflegeaufwand ist damit der deutlichste Nachteil des EM 55. Die angenehme Anwendung selbst wird durch das umständliche Anbringen und die klebrigen Rückstände etwas getrübt.
Akku und Sicherheit
Der integrierte Akku macht das Beurer EM 55 unabhängig von einer Steckdose. Während unserer Anwendungen reicht die Akkuleistung problemlos aus. Beurer gibt eine Laufzeit von bis zu 6 Anwendungen mit jeweils 20 Minuten pro Akkuladung an.
Weniger zufrieden sind wir mit dem Ladekabel. Es ist so kurz, dass wir das Gerät beim Laden unmittelbar neben einer geeigneten USB-Stromquelle ablegen müssen. Das stört umso mehr, weil das EM 55 ein speziell kodiertes USB-C-Kabel benötigt. Ein gewöhnliches USB-C-Kabel funktioniert daher nicht als Ersatz. Immerhin bietet Beurer das benötigte Spezialkabel unter der Artikelnummer 110.009 zum Nachkaufen an.
Während unserer Anwendungen bemerken wir keine unangenehme Überhitzung oder andere Auffälligkeiten. Nach 20 Minuten beendet die Abschaltautomatik den Betrieb. Verliert das Gerät den Kontakt zur Haut, gibt es einen Signalton aus und schaltet sich ebenfalls automatisch ab.
Da das EM 55 elektrische Nervenimpulse abgibt, darf das Gerät unter anderem während der Schwangerschaft sowie bei Herzschrittmachern, metallischen Implantaten wie einer Kupferspirale oder Epilepsie nicht verwendet werden. Auch auf verletzter oder entzündeter Haut ist die Anwendung untersagt. Vor der Nutzung sollten deshalb unbedingt die Sicherheitshinweise der Bedienungsanleitung geprüft werden.
Fazit
Das Beurer EM 55 Menstrual Relax+ überzeugt uns im Praxistest vor allem mit seiner angenehmen Wärme, der kräftigen und fein dosierbaren TENS-Stimulation sowie dem hohen Tragekomfort. Das flexible Silikongehäuse liegt flach am Unterbauch an und bleibt auch während der Anwendung bequem. Die wenigen Tasten und die Möglichkeit, Wärme und TENS getrennt zu nutzen, machen das Gerät im Alltag unkompliziert. Für zu Hause und unterwegs ist das EM 55 deshalb eine praktische Lösung, wenn wir gezielt Wärme und elektrische Nervenstimulation einsetzen möchten.
Die größte Schwäche sind die Gel-Pads: Ihre Schutzfolien lassen sich nur mühsam ablösen, und nach der Nutzung bleiben klebrige Rückstände auf der Haut zurück. Auch das sehr kurze, nur durch ein Spezialkabel ersetzbare USB-C-Ladekabel kostet Komfort. Wer diesen zusätzlichen Aufwand akzeptiert, erhält dennoch ein angenehm zu tragendes und einfach bedienbares Gerät.
- +Angenehme, wohltuende Wärme
- +Kräftige TENS-Stimulation
- +15 fein dosierbare Intensitätsstufen
- +Hoher Tragekomfort
- +Flaches, flexibles Silikongehäuse
- +Einfach zu bedienende Tasten
- +Wärme und TENS getrennt nutzbar
- +Praktisch lautloser Betrieb
- +Kabellose Nutzung durch Akku
- +Sicherer Sitz am Unterbauch
- +Praktische Aufbewahrungstasche
- –Schutzfolien mühsam abzulösen
- –Klebrige Hautrückstände nach Anwendung
- –Sehr kurzes Ladekabel
- –Nur ein TENS-Programm
- –Kein USB-Netzteil im Lieferumfang