Beurer BM 53 im Test: Genaue Werte mit etwas Wartezeit
Beurer verspricht für das BM 53 präzise Blutdruckwerte und zusätzliche Messhilfen: Ruheindikator und Manschettensitzkontrolle sollen Fehlerquellen anzeigen, die Arrhythmie-Erkennung auch auf mögliches Vorhofflimmern hinweisen. Dazu kommen 2 Nutzerprofile und die Übernahme von Messwerten per Smartphone-Foto. Wir prüfen im Praxistest die Übereinstimmung mit unserem Vergleichsgerät sowie Bedienung, Kontrollhinweise und App im Alltag.
Beurer BM 53
Design und Verarbeitung
Die unverbindliche Preisempfehlung des Beurer BM 53 liegt bei 69,99 Euro. Laut Hersteller misst das Gerät 14 × 9,4 × 4,6 Zentimeter und wiegt samt Manschette, aber ohne Batterien rund 420 Gramm. Größe und Gewicht empfinden wir als gut handhabbar.
Gehäuse, Tasten und die Displayabdeckung bestehen aus grauem und weißem Kunststoff. Die schlichte Kombination gefällt uns. Die Spaltmaße sind gering und gleichmäßig, nichts sitzt locker, und insgesamt wirkt das Gerät robust verarbeitet. Einen Schönheitsfehler finden wir dennoch: Die Kunststoffabdeckung über dem Display lässt sich unter Fingerdruck etwas eindrücken. Das trübt den ansonsten wertigen Eindruck.
Manschette
Die Manschette ist für Oberarmumfänge von 22 bis 42 Zentimetern ausgelegt. Den Bereich finden wir ausreichend groß. Ob der Armumfang zur Manschette passt, zeigt eine Index-Markierung, die nach dem Anlegen im aufgedruckten OK-Bereich liegen muss. Ein roter Pfeil hilft außerdem bei der Ausrichtung über der Arterie.
Der Stoffbezug fühlt sich angenehm auf der Haut an, und der Klettverschluss hält fest. Das Anlegen geht schnell, die Manschette sitzt sicher und stört während der Messung nicht.
Einrichtung
Im Karton liegen neben Messgerät und Manschette 4 Batterien, eine Aufbewahrungstasche und die Gebrauchsanweisung. Die mehrsprachige Anleitung erklärt mit Abbildungen die richtige Sitzhaltung, das Einlegen der Batterien und das Anlegen der Manschette. Besonders praktisch finden wir die ausklappbare Übersichtsseite: Links sind die Anzeigen des Displays nummeriert, rechts stehen die passenden Erklärungen. Damit verstehen wir auch weniger geläufige Symbole rasch.
Die Inbetriebnahme dauert weniger als 5 Minuten. Wir legen die Batterien ein, stellen mit Pfeil- und Einstellungstaste Datum sowie Uhrzeit ein und wählen per Schiebeschalter eines der 2 Benutzerprofile. Das Display zeigt das aktive Profil sofort an. Alle Schritte gelingen problemlos.
Bedienung und Display
Das BM 53 bedienen wir über physische Tasten und einen Schiebeschalter zur Benutzerwahl. Zwei Pfeiltasten dienen zum Einstellen und Blättern, hinzu kommen eigene Tasten für Einstellungen, Start und Stopp sowie den Abruf gespeicherter Werte. Die Bedienung ist übersichtlich, im Test reagieren alle Tasten direkt.
Das beleuchtete Display misst laut Hersteller 8 × 7,4 Zentimeter und zeigt systolischen und diastolischen Blutdruck sowie den Puls in großen Ziffern an. Wir können alle Werte problemlos ablesen. Zwar erscheinen teilweise viele Symbole gleichzeitig, doch auch dann bleibt die Anzeige gut lesbar.
Ausstattung
Für 2 Personen hält der BM 53 je 100 Speicherplätze bereit. Ist ein Speicher voll, überschreibt das Gerät die jeweils ältesten Werte. Aus den gespeicherten Messungen berechnet es den Durchschnitt aller Werte sowie getrennte Mittelwerte für morgens zwischen 5 und 9 Uhr und abends zwischen 18 und 20 Uhr über die vergangenen 7 Tage.
Der Ruheindikator zeigt an, ob die Messung bei ausreichender Kreislaufruhe erfolgte. Die Manschettensitzkontrolle weist auf einen fehlerhaften Sitz hin. Die Arrhythmie-Erkennung macht auf unregelmäßigen Herzschlag aufmerksam und erkennt laut Hersteller auch Vorhofflimmern, das mit „AFIB“ angezeigt wird. Ein Risikoindikator ordnet die Blutdruckwerte auf einer farbigen Skala ein. Im Dreifachmodus führt das Gerät laut Anleitung 3 Messungen nacheinander aus und zeigt anschließend den Durchschnitt an.
Die Genauigkeit der Blutdruckanzeige gibt Beurer für systolische und diastolische Werte mit jeweils ±3 mmHg an. Das Gerät wurde laut Hersteller gemäß ISO 81060-2 klinisch geprüft und eignet sich auch für Schwangere und Diabetiker. Strom liefern 4 AAA-Batterien, die laut Anleitung für rund 400 Messungen reichen. Alternativ lässt sich ein separat erhältliches Netzteil anschließen. Beurer gewährt 5 Jahre Garantie.
Messgenauigkeit
Für den Vergleich sitzen wir vor jeder Messreihe 5 Minuten ruhig am Tisch. Anschließend führen wir abwechselnd jeweils 3 Messungen mit dem Beurer BM 53 und dem Omron M500 durch, den wir als Vergleichsgerät verwenden. Der Ruheindikator des BM 53 bestätigt uns bei allen Messungen ausreichende Kreislaufruhe.
Über alle Messungen hinweg ermittelt das Omron M500 durchschnittlich 137/86 mmHg, der BM 53 kommt auf 139/84 mmHg. Systolisch wie diastolisch unterscheiden sich die Durchschnittswerte damit um jeweils nur 2 mmHg. Auch beim Puls liegen die Geräte nah beieinander: Das BM 53 zeigt im Schnitt 85 Schläge pro Minute, das Omron M500 86.
Auch zwischen aufeinanderfolgenden Messungen bleibt der BM 53 weitgehend stabil. Wir beobachten Schwankungen von nur 3 bis 4 mmHg. Diese Ergebnisse gelten für unsere Testperson und den Vergleich mit dem Omron M500. Sie ersetzen keine eigenständige klinische Prüfung.
Messablauf und Kontrollhinweise
Das Aufpumpen empfinden wir als angenehm: Die Manschette baut den Druck kontrolliert auf, ohne den Arm schmerzhaft einzuschnüren. Etwas Geduld verlangt das BM 53 trotzdem. Vom Start bis zum fertigen Ergebnis vergehen in unserem Test 1 Minute und 8 Sekunden. Für eine einzelne Messung ist uns das relativ lang.
Auch die Kontrollhinweise erfüllen im Test ihren Zweck. Bei fehlerhaftem Manschettensitz oder Bewegung während der Messung weist uns das Gerät darauf hin. Unbegründete Fehlermeldungen oder Messabbrüche erleben wir nicht. Die Hinweise zum Manschettensitz und zur Kreislaufruhe helfen, mögliche Fehlerquellen zu erkennen. Der Risikoindikator ordnet dagegen den gemessenen Blutdruck ein.
Die Vorhofflimmer-Erkennung können wir im Rahmen unseres Tests nicht überprüfen. Wie die Anleitung erläutert, ersetzt ein entsprechender Hinweis keine ärztliche Diagnose. Auffällige Ergebnisse sollten medizinisch abgeklärt werden.
App und Datenübertragung
Das BM 53 besitzt keine Bluetooth-Schnittstelle. Über die Funktion „Scan & Save“ in Beurers App HealthManager Pro erfassen wir stattdessen die Displayanzeige mit der Smartphone-Kamera. Die App liest die Werte aus und speichert sie. Anschließend können wir die Messungen und ihren zeitlichen Verlauf übersichtlich ansehen sowie die Daten für einen Arzttermin exportieren.
Im Test funktioniert die Übertragung per Foto, allerdings müssen wir jeden Messwert einzeln mit dem Smartphone erfassen. Eine automatische Synchronisation im Hintergrund gibt es nicht. Für ein lückenloses digitales Blutdrucktagebuch ist das umständlicher als eine Bluetooth-Verbindung.
Lautstärke, Reinigung und Mobilität
Während der Messung ist die Pumpe hörbar. Direkt am Gerät messen wir mit einer Smartphone-App im Schnitt 52 Dezibel. Der Wert dient als Orientierung, da die App kein kalibriertes Schallpegelmessgerät ersetzt. Im Test stört uns das Geräusch nicht.
Gerät und Manschette passen in die mitgelieferte Aufbewahrungstasche und sind damit leicht zu verstauen. Für eine spontane Messung benötigen wir dank Batteriebetrieb keine Steckdose. Zur Reinigung empfiehlt Beurer, Gerät und Manschette vorsichtig mit einem leicht angefeuchteten Tuch abzuwischen. Unter Wasser gehalten werden dürfen sie nicht.
Fazit
Das Beurer BM 53 liefert in unserem Test Blutdruck- und Pulswerte, die sehr nah an denen des Omron M500 liegen. Das große Display, die einfache Bedienung, die bequeme Manschette und 2 Benutzerprofile gefallen uns. Weniger überzeugen die lange Messdauer und die umständliche Datenübertragung per Fotoscan statt Bluetooth.
So testen wir Blutdruckmessgeräte
- +Hohe Übereinstimmung mit Vergleichsgerät
- +Großes, gut lesbares Display
- +Bequeme Manschette mit sicherem Halt
- +Einfache Einrichtung und Bedienung
- +Zwei Nutzerprofile mit großem Speicher
- –Vergleichsweise lange Messdauer
- –Keine automatische Bluetooth-Übertragung
- –Nachgiebige Displayabdeckung