Testsieger.de

Beurer BM 48 im Test: Wie genau misst das Blutdruckmessgerät mit App?

Marvin Widera
|
21. Oktober 2026
|
7 Min. Lesezeit
|Bei Google bevorzugen

Einfach den Blutdruck messen, Ergebnisse automatisch übertragen und die Werte bequem in der App verfolgen: Darauf setzt Beurer beim BM 48. Die Inflation-Technology soll schon während des Aufpumpens für kürzere und angenehmere Messungen sorgen. Ruheindikator und Manschettensitzkontrolle sollen bei der korrekten Anwendung helfen. Doch wie genau misst das Gerät im Vergleich zu unserem Referenzgerät? Wie komfortabel ist die Manschette, wie einfach die Ein-Knopf-Bedienung und wie zuverlässig die Datenübertragung? Das überprüfen wir in unserem Praxistest.

Beurer BM 48: Produktdetails

UVP59,99 Euro
GerätetypOberarm-Blutdruckmessgerät
Abmessungen12,8 × 9,1 × 4,6 Zentimeter
Gewichtrund 357 Gramm inklusive Manschette, ohne Batterien
Manschettefür 22 bis 42 Zentimeter Oberarmumfang
MesstechnikInflation-Technology, rund 30 Sekunden im Test
App-AnbindungBluetooth, beurer HealthManager Pro
Stromversorgung4 AAA-Batterien oder separates Netzteil
ZusatzfunktionenRuheindikator, Manschettensitzkontrolle, Arrhythmie- und Risikoindikator
Garantie5 Jahre
Beurer BM 48: Blutdruckmessgerät mit eingeschaltetem Display
Das große Display zeigt Blutdruck und Puls gut lesbar an. (Foto: Testsieger.de)

Design und Verarbeitung

Das BM 48 ist ein klassisches Tischgerät für die Messung am Oberarm. Mit 12,8 × 9,1 × 4,6 Zentimetern fällt es kompakt aus und findet im Test mühelos Platz auf dem Schreibtisch. Inklusive Manschette, aber ohne Batterien wiegt es laut Hersteller rund 357 Gramm. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 59,99 Euro.

Das Gehäuse besteht vollständig aus Kunststoff und ist schlicht gestaltet. Es wirkt solide, ohne einen besonders hochwertigen Eindruck zu hinterlassen. Die Verarbeitung ist ordentlich: Scharfe Kanten oder andere potenzielle Verletzungsstellen finden wir im Test nicht. Insgesamt bleibt die Materialanmutung funktional.

Manschette

Beurer legt eine Universalmanschette für Oberarmumfänge von 22 bis 42 Zentimetern bei. Für viele Erwachsene ist dieser Bereich gut gewählt, und die Größenhinweise sind eindeutig: Eine Index-Markierung zeigt nach dem Anlegen, ob die Manschette zum Armumfang passt.

Beurer BM 48: Universalmanschette mit Klettverschluss
Die Manschette passt an Oberarme von 22 bis 42 Zentimetern und hält dank des kräftigen Klettverschlusses gut, das Material fällt allerdings recht dünn aus. (Foto: Testsieger.de)

Das Material der Manschette ist recht dünn und wirkt dadurch nicht besonders hochwertig. Der Klettverschluss überzeugt dafür in der Praxis und hält gut. Beim Anlegen kann es jedoch zu kurzem Verrutschen kommen, bis die Manschette richtig sitzt.

Beurer BM 48: Größen- und Positionshinweise auf der Manschette
Die aufgedruckten Hinweise helfen beim richtigen Anlegen der Manschette, trotzdem verrutscht sie im Test mehrfach und erfordert etwas Geduld. (Foto: Testsieger.de)

Einrichtung

Im Karton liegen neben dem Gerät die Manschette, 4 AAA-Batterien und die Gebrauchsanleitung. Damit ist alles für die erste Messung vorhanden. Eine Tasche oder Hülle gehört nicht zum Lieferumfang.

Beurer BM 48: Batteriefach auf der Rückseite
Das rückseitige Batteriefach fasst vier AAA-Batterien, die laut Anleitung für rund 400 Messungen reichen. (Foto: Testsieger.de)

Die Inbetriebnahme ist schnell erledigt. Wir legen die Batterien ein, stecken den Manschettenschlauch an der linken Geräteseite ein und drücken die Starttaste. Weitere Einstellungen braucht es für die erste Messung nicht. Die Anleitung erklärt Symbole und Anzeigen anhand nummerierter Abbildungen sehr verständlich. Für die App koppeln wir das BM 48 einmalig per Bluetooth mit dem Smartphone, auch das klappt auf Anhieb.

Ausstattung

Das BM 48 misst mit der sogenannten Inflation-Technology bereits während des Aufpumpens, was laut Hersteller die Messzeit verkürzt und den Komfort erhöht. Ein Ruheindikator meldet, ob bei der Messung ausreichende Kreislaufruhe vorliegt. Die Manschettensitzkontrolle prüft den korrekten Sitz am Oberarm, eine Arrhythmie-Erkennung weist auf mögliche Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus hin. Dazu ordnet ein Risikoindikator mit farbiger Skala den Messwert in Kategorien von optimal bis Bluthochdruck Grad 3 ein und markiert auch zu niedrigen Blutdruck.

Beurer BM 48: Farbige Skala des Risikoindikators
Die farbige Skala hilft dabei, Messwerte von optimal bis Bluthochdruck Grad 3 einzuordnen, und ergänzt die ansonsten einfarbige Anzeige. (Foto: Testsieger.de)

Die Messwerte überträgt das Gerät per Bluetooth automatisch an die kostenlose App beurer HealthManager Pro, die sich wiederum mit Apple Health, Samsung Health und Health Connect synchronisieren lässt. Das BM 48 speichert noch nicht übertragene Messwerte zwischen, ein direkt am Gerät abrufbarer Messwertverlauf fehlt jedoch. Auch eine Durchschnittswertberechnung und die Auswahl zwischen mehreren Nutzern sind am Gerät nicht möglich.

Strom liefern 4 AAA-Batterien, die laut Anleitung für rund 400 Messungen reichen, alternativ lässt sich ein separat erhältliches Netzteil anschließen. Die Anzeigegenauigkeit gibt Beurer mit plus/minus 3 Millimeter Quecksilbersäule beim Blutdruck und plus/minus 5 Prozent beim Puls an. Das Gerät ist nach der Norm ISO 81060-2 klinisch geprüft, entspricht als Medizinprodukt der EU-Medizinprodukteverordnung und kommt mit 5 Jahren Garantie.

Beurer BM 48: Anschluss für das optionale Netzteil
Über den seitlichen Anschluss lässt sich das BM 48 alternativ zu den vier AAA-Batterien mit einem separat erhältlichen Netzteil betreiben. (Foto: Testsieger.de)

Bedienung und Display

Das BM 48 hat genau eine Taste. Mit ihr starten wir die Messung und brechen sie bei Bedarf ab. Sie reagiert im Test jederzeit zuverlässig, sodass die Bedienung unkompliziert gelingt.

Beurer BM 48: Große Start- und Stopptaste
Mit der großen Taste starten wir die Messung oder brechen sie bei Bedarf ab, was im Test jederzeit zuverlässig klappt. (Foto: Testsieger.de)

Das Display zeigt weiße Ziffern auf schwarzem Grund. Werte und Symbole sind scharf dargestellt und gut ablesbar. Allerdings leuchtet die Anzeige nicht besonders hell, was das Ablesen bei hellem Umgebungslicht erschweren kann. Die farbige Skala des Risikoindikators ergänzt das ansonsten einfarbige Display.

Messgenauigkeit

Für den Genauigkeitstest haben wir das BM 48 mit unserem Referenzgerät, einem Omron M500, verglichen. An einem ruhigen Sitzplatz am Schreibtisch haben wir mit beiden Geräten jeweils mehrere Messungen nacheinander durchgeführt und daraus Mittelwerte gebildet. Dabei haben wir stets auf eine ruhige Sitzhaltung geachtet und darauf, dass die Manschette korrekt über der Arterie sitzt.

Das BM 48 trifft die Werte des Referenzgeräts sehr gut. Im Mittel zeigt es 133 zu 83 Millimeter Quecksilbersäule an, die Abweichung zum Omron beträgt nur 3 bis 4 Millimeter Quecksilbersäule. Beim Puls ist der Abstand noch kleiner: 84 Schläge pro Minute beim Beurer stehen 83 beim Omron gegenüber.

Auch die Wiederholgenauigkeit stimmt. Zwischen einzelnen Messungen schwanken die Werte zwar um 4 bis 5 Millimeter Quecksilbersäule, die Messreihe bleibt aber insgesamt konstant und nah am Referenzwert. Diese Ergebnisse gelten für unsere Testperson und unser Testgerät und ersetzen keine klinische Validierung.

Messablauf

Eine Messung dauert nach unserer Beobachtung rund eine halbe Minute. Das passt zum Ansatz der Inflation-Technology, und die tägliche Kontrolle bleibt angenehm kurz. Fehlermeldungen oder Abbrüche treten während des gesamten Tests nicht auf.

Die Zusatzhinweise empfinden wir als hilfreich. Ruheindikator und Manschettensitzkontrolle melden direkt nach der Messung, ob wir ausreichend zur Ruhe gekommen sind und die Manschette richtig angelegt ist. Der Risikoindikator ordnet den Wert auf einen Blick ein. Die Arrhythmie-Erkennung können wir im Test nicht gezielt prüfen.

App und Datenverwaltung

Die Datenübertragung per Bluetooth funktioniert im Test sehr gut. Nach der einmaligen Kopplung landen die Messwerte verlässlich in der App. Ist das Smartphone während einer Messung nicht verbunden, werden die Werte zwischengespeichert: Im Test reicht es, die App nach 3 bis 5 Messungen ohne Verbindung erneut zu öffnen: Alle Werte werden nachträglich übertragen. Über die Teilen-Funktion exportieren wir die Daten ohne Umwege, etwa für den nächsten Arzttermin. Laut Beurer kann die App auch ohne Registrierung mit lokaler Datenspeicherung genutzt werden.

Beurer BM 48: HealthManager Pro mit Startseite und Menü
Die HealthManager-Pro-App empfängt unsere Messwerte per Bluetooth zuverlässig und übernimmt auch Werte, die das BM 48 zuvor ohne Smartphone zwischenspeichert. (Foto: Testsieger.de)

Ohne Smartphone zeigt sich die Kehrseite des Konzepts: Frühere Messungen lassen sich am BM 48 nicht aufrufen, auch wenn das Gerät noch nicht übertragene Werte zwischenspeichert. Für mehrere Personen ist es nur bedingt geeignet. Die App unterstützt zwar mehrere Benutzerprofile, am Gerät selbst fehlt jedoch eine Benutzerwahl. Für mehrere App-Profile sind laut Beurer eigene Online-Konten erforderlich.

Komfort und Alltag

Den Manschettendruck empfinden wir als angenehm. Die Manschette pumpt nicht übermäßig stramm auf, und dank der kurzen Messdauer lässt der Druck schnell wieder nach. Auch akustisch hält sich das BM 48 zurück: Direkt am Gerät messen wir mit einer Smartphone-App 46 Dezibel. Das Pumpgeräusch empfinden wir als sehr leise und nicht störend.

Auf dem Schreibtisch funktioniert das Gerät im Alltag reibungslos. Für unterwegs eignet es sich dagegen nur bedingt, weil eine Aufbewahrungstasche fehlt. Wer das BM 48 mitnehmen möchte, muss selbst für einen geeigneten Transportschutz sorgen. Für die Reinigung empfiehlt Beurer, Gerät und Manschette mit einem leicht angefeuchteten Tuch abzuwischen.

Fazit

Das Beurer BM 48 überzeugt mit Messwerten nahe am Vergleichsgerät, einfacher Bedienung sowie schnellen, leisen Messungen. Die App verwaltet den Verlauf zuverlässig, am Gerät lassen sich frühere Werte jedoch nicht aufrufen. Die wenig hochwertige Manschette und die fehlende Benutzerwahl machen das Modell vor allem für Einzelpersonen interessant.

So testen wir Blutdruckmessgeräte

Testergebnisse im Detail
Materialqualität / Robustheit
2,4 / 3
Abmessungen und Gewicht
2 / 2
Manschettenqualität / Sitz / Klettverschluss
1,8 / 3
Saubere Verarbeitung / keine scharfen Kanten
1,2 / 2
Verständlichkeit der Anleitung
5 / 5
Erste Inbetriebnahme
4 / 4
Anlegen / Positionieren der Manschette
4,2 / 7
Display / Ablesbarkeit der Werte
4,8 / 6
Mobilität / Alltagstauglichkeit
1,8 / 3
Tasten / Menüführung
5 / 5
Vergleichswerte Blutdruck zum Referenzgerät (SYS/DIA)
20 / 20
Pulswert im Vergleich zum Referenzgerät
5 / 5
Wiederholgenauigkeit (mehrere Messungen nacheinander)
10 / 10
Messdauer / Aufpumpdauer
5 / 5
Messstabilität / Fehlermeldungen / Bewegungsempfindlichkeit
5 / 5
Speicherplätze / Mehrnutzer / Durchschnittswerte
1,6 / 4
App / Bluetooth / Datenexport
3 / 3
Manschettengrößenbereich / Größenhinweise
4 / 4
Lieferumfang / Tasche / Batterien / Netzteil
1,2 / 2
Zusatzhinweise (z. B. Arrhythmie- oder Risikohinweise)
2 / 2
Testsiegel Beurer BM 48

Beurer BM 48

Getestet: 10/2026
zum Preisvergleich
Bewertung nach Kategorie
Verarbeitung und Manschette
74%
Einrichtung und Bedienung
83%
Messung und Ergebnis
100%
Ausstattung und Dokumentation
79%
Pro
  • +Sehr genaue Blutdruckmessungen
  • +Stabile Wiederholgenauigkeit
  • +Präzise Pulsmessung
  • +Kurze Messdauer
  • +Angenehmer Manschettendruck
  • +Sehr leises Pumpgeräusch
  • +Zuverlässige Ein-Knopf-Bedienung
  • +Schnelle Einrichtung
  • +Verlässliche Bluetooth-Übertragung
  • +Nachträgliche Datensynchronisierung
  • +Einfacher Datenexport
  • +Hilfreiche Kontrollhinweise
  • +Universalmanschette für 22–42 Zentimeter
  • +Fünf Jahre Garantie
Contra
  • –Wenig hochwertige Manschette
  • –Kein Messverlauf am Gerät
  • –Keine Durchschnittswertberechnung am Gerät
  • –Keine Benutzerwahl am Gerät