bamtoo KOA V2 Pro im Test: Wie gut putzt die nachhaltige Schallzahnbürste?
Elektrische Zahnbürsten bestehen häufig überwiegend aus Kunststoff, und ihre Aufsätze müssen in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden. Die Berliner Marke bamtoo hält dagegen: Bürstenköpfe mit Bambuskörper, DuPont-Borsten auf Rizinusölbasis und ein modular aufgebautes, vom Hersteller reparierbares Handstück sollen die Schallzahnbürste zum langlebigen Begleiter machen. Mit der KOA V2 Pro schickt der Hersteller nun die überarbeitete Version seines Vorgängermodells ins Rennen. Wir wollen wissen, ob der grüne Ansatz auch bei der Reinigungsleistung mithält.
bamtoo Schallzahnbürste KOA V2 Proelektrische Zahnbürste mit 8 Wochen Akkulaufzeit, 5 Reinigungsmodi, Bambus-Bürstenkopf und Reiseetui
bamtoo KOA V2 Pro
Design und Verarbeitung
Die KOA V2 Pro ist eine Schallzahnbürste mit fünf Putzmodi und kostet zum Testzeitpunkt 89,90 Euro. Auf der Waage zeigt sie 112 Gramm, mit aufgestecktem Bürstenkopf messen wir 25 × 2,7 × 2,7 Zentimeter (Höhe × Breite × Tiefe). Größe und Gewicht empfinden wir im Alltag als angenehm. Zudem ist das Gewicht ausgewogen verteilt, sodass die Zahnbürste weder klobig noch kopflastig in der Hand liegt.
Die Verarbeitung überzeugt uns auf ganzer Linie. Das Gehäuse in Holzoptik ist aus einem Guss gefertigt, der einzige Knopf sitzt sauber eingelassen im Korpus, und die Klappe über dem USB-C-Anschluss an der Unterseite dichtet zuverlässig ab. Laut Hersteller ist die Bürste nach IPX7 gegen Wasser geschützt. Der mitgelieferte Pro 3D Bambus Bürstenkopf sitzt fest auf dem Handstück und wackelt nicht. Gegenüber dem Vorgänger-Aufsatz hat bamtoo vor allem die Borstenstruktur überarbeitet: 3 unterschiedliche Borstenlängen, ein gewelltes Profil und eine höhere Borstendichte sollen die Zahnzwischenräume und den Zahnfleischrand besser erreichen, die Borstenenden sind abgerundet. Der Bambuskörper ist zudem stärker abgeschliffen und nachbehandelt. Das spüren wir auch sofort an der deutlich glatteren Oberfläche.
Ausstattung und Lieferumfang
Im Karton finden wir das Handstück, den Pro 3D Bambus Bürstenkopf, ein USB-C-Ladekabel, eine Anleitung und ein Reiseetui aus Bambus. Dieses Etui ist wie schon beim Vorgänger das Highlight der Ausstattung: schick gefertigt und auf Reisen ein echter Mehrwert. Ein zweiter Bürstenkopf hätte dem Paket dennoch gutgetan, hier zeigt sich der Lieferumfang mager. Auch ein Netzteil für die Steckdose fehlt.
Bei den Funktionen bleibt die KOA V2 Pro auf solidem Standardniveau. An Bord sind ein 2-Minuten-Timer, ein Quadranten-Timer, der alle 30 Sekunden den Wechsel signalisiert, eine Akkuwarnleuchte und eine Memory-Funktion, die sich den zuletzt genutzten Modus auch über längere Zeit merkt. Praktisch finden wir die Indikatorborsten des Aufsatzes, die mit der Zeit verblassen und so den fälligen Wechsel anzeigen. Eine App-Anbindung gibt es nicht, ebenso wenig eine Andruckkontrolle. Gerade Letztere vermissen wir, weil sie ein zu kräftiges Putzen verhindern kann. Beim aufgerufenen Preis wäre das aus unserer Sicht noch drin gewesen.
Bedienung und Handhabung
Gesteuert wird die Bürste über einen einzelnen Knopf, mit dem wir durch die 5 Modi Sensitive, Clean, White, Polish und Massage schalten. Dessen Druckpunkt gefällt uns ausgesprochen gut. Sehr gelungen ist auch die Beschriftung: Alle Programme sind – allerdings nur auf Englisch – direkt auf den Korpus gedruckt und jeweils einer eigenen LED zugeordnet. So sehen wir jederzeit, welcher Modus gerade aktiv ist.
Der Standardmodus Clean liegt allerdings erst an zweiter Stelle, sodass wir beim ersten Gebrauch einmal weiterschalten müssen. Dank der Memory-Funktion relativiert sich das im Alltag schnell, weil die Bürste ohnehin im zuletzt genutzten Programm startet. Laut Hersteller ist der Sensitiv-Modus an erster Stelle, um neuen Kundinnen und Kunden einen möglichst leichten und angenehmen Einstieg zu bieten. Auch mit nassen Händen behalten wir sicheren Halt, und der Griff bleibt selbst bei längerer Nutzung komfortabel.
Reinigungsleistung und Betrieb
Für den Plaque-Test färben wir die Zahnbeläge mit handelsüblichen Färbetabletten ein und putzen anschließend 2 Minuten im Clean-Modus. Das Ergebnis überzeugt uns: Die Bürste, deren Schallantrieb laut Hersteller bis zu 40.000 Schwingungen pro Minute erzeugt, reduziert die Färbung deutlich, lediglich an den Backenzähnen und in den Zahnzwischenräumen bleiben Reste zurück. Ganz perfekt ist das ergebnis also nicht. Das Mundgefühl danach bewerten wir dennoch als sehr gut. Die Zähne fühlen sich angenehm glatt und sauber an.
Im Betrieb bleibt die KOA V2 Pro erfreulich dezent. Aus unmittelbarer Nähe messen wir 50 Dezibel und empfinden das Betriebsgeräusch im Bad als angenehm leise.
Akku und Laden
Für den Dauertest lassen wir die Bürste wiederholt 2-Minuten-Zyklen absolvieren, bis der Akku aufgibt. Auf diese Weise kommen wir auf 235 Minuten Laufzeit. Da unser Dauertest ohne den zusätzlichen Widerstand beim Zähneputzen erfolgt, dürfte die Laufzeit im Alltag etwas niedriger ausfallen. Das Herstellerversprechen von mehr als 8 Wochen bei 4 Minuten täglicher Nutzung halten wir dennoch für realistisch. Die Anzeige des Ladestands fällt dagegen spartanisch aus, denn eine einzelne LED warnt lediglich, wenn der Akku zur Neige geht.
Geladen wird über den USB-C-Anschluss. Neben dem beiliegenden Kabel lassen sich auch andere passende USB-C-Kabel verwenden. Allerdings weist bamtoo darauf hin, dass Schnellladeadapter mit mehr als fünf Watt nicht funktionieren. Von 0 auf 100 Prozent vergehen erfreulich kurze 2 Stunden. Wer kein passendes Netzteil besitzt, muss es allerdings separat kaufen.
Fazit
Die bamtoo KOA V2 Pro zeigt im Test, dass der Nachhaltigkeitsansatz dieses Modells nicht zulasten der Reinigungsleistung gehen muss. Auch wenn unser Plaque-Test nicht ganz perfekt ausfällt. Die Verarbeitung ist tadellos, der Akku hält lange durch und lädt schnell, und im Betrieb bleibt die Bürste angenehm leise. Dazu kommen durchdachte Details wie die Memory-Funktion, die Indikatorborsten und das hochwertige Bambus-Reiseetui.
Abstriche gibt es vor allem beim Lieferumfang und der Ausstattung mit nur einem Bürstenkopf sowie bei der fehlenden Andruckkontrolle. Wer damit leben kann und eine hochwertige, leise Schallzahnbürste mit nachhaltigerem Materialkonzept sucht, bekommt für 89,90 Euro ein überzeugendes Gerät.
So testen wir elektrische Zahnbürsten
- +Tadellose Verarbeitung
- +Gute Reinigungsleistung
- +Sehr gutes Mundgefühl nach dem Putzen
- +Lange Akkulaufzeit
- +Kurze Ladezeit
- +Angenehm leiser Betrieb
- +Sicherer Halt bei Nässe
- +Hochwertiges Bambus-Reiseetui
- +Indikatorborsten zeigen Wechsel
- –Nur ein Bürstenkopf im Lieferumfang
- –Keine Andruckkontrolle
- –Plaque-Test nicht ganz perfekt