Aiper EcoSurfer S2 im Test: Ersetzt der Solar-Poolroboter den täglichen Kescher?
Ein Poolroboter, der fast allein von der Sonne angetrieben wird: Mit diesem Versprechen schickt Aiper den EcoSurfer S2 ins Rennen. Er reinigt ausschließlich die Wasseroberfläche und soll rund um die Uhr Blätter und Insekten einsammeln, bevor sie auf den Poolboden sinken. Ob das im Alltag funktioniert, klären wir im Praxistest.
Aiper EcoSurfer S2
Design und Verarbeitung
Schon auf den ersten Blick unterscheidet sich der EcoSurfer S2 von einem klassischen Poolroboter. Statt über Boden und Wände zu fahren, liegt das vergleichsweise flach gebaute Gerät auf der Wasseroberfläche. Uns erinnert es funktional eher an einen selbstfahrenden Skimmer als an einen herkömmlichen Poolroboter.
An der Verarbeitung gibt es wenig auszusetzen: Die Passungen sind präzise, Klappen schließen satt, nichts klappert oder hat spürbares Spiel. Am Gehäuse, am Griff und am Filter finden wir keine einzige scharfe Kante. Eine Kleinigkeit fällt dennoch auf: Die Gehäuseoberfläche verkratzt leicht. Wer den Roboter zum Ausspülen auf den Kopf dreht, sollte ihn deshalb auf eine weiche Unterlage legen.
Ausstattung
Auch die Ausstattung ist gut. Im Inneren sitzt ein Filterkorb mit 4 Litern Volumen und einer Filtereinheit mit einer Maschenweite von 150 Mikrometern. Sie soll neben Blättern auch Insekten und feinen Schmutz zurückhalten. Dazu kommen ein integrierter Spender für 3-Zoll-Chlortabletten und eine App-Anbindung per Bluetooth. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 499 Euro, im Handel ist das Produkt zum Testzeitpunkt aber schon für etwa 379 Euro zu haben.
Einrichtung, App und Alltag
Bis zum ersten Start vergehen nur etwa 8 Minuten: Gerät einschalten, Bluetooth aktivieren, App öffnen und den Roboter ins Wasser setzen. Auch danach bleibt die Bedienung angenehm simpel. Entnahme und Neustart gehen schnell von der Hand. Dank des überschaubaren Gewichts sind auch Transport und Lagerung kein Thema.
Die App selbst gefällt uns mit ihrem einfachen, übersichtlichen Aufbau. Sie zeigt zuverlässig den Betriebs- und Verbindungsstatus an. Hinzu kommt eine manuelle Steuerung per Smartphone sowie eine Zeitschaltfunktion. So lässt sich der Roboter gezielt dirigieren, etwa an den Beckenrand, wo er sich bequem am Griff herausheben lässt. Bei Wind wird die manuelle Steuerung allerdings deutlich unpräziser: Der Skimmer reagiert verzögert und lässt sich nur schwer auf Kurs halten. In solchen Momenten lassen wir ihn schlicht seine Arbeit machen. Im Alltag fällt das kaum ins Gewicht, denn meistens läuft der Skimmer ohnehin nach seinem Zeitplan.
Navigation auf der Wasseroberfläche
Ein systematisches Bahnenmuster fährt der EcoSurfer S2 nicht. Seine Bewegungen wirken deshalb mitunter ziellos. Dennoch erkennt er Gefahren und meistert Leiter, Einlaufdüse, Einbauskimmer und die Rundungen des ovalen Beckens ohne einen einzigen Rettungseingriff. Bis an die Beckenwand fährt er zuverlässig heran.
Akku und Solarbetrieb
Die Laufzeit ist wohl das stärkste Argument des S2. Aiper verspricht mehr als 35 Stunden pro Ladung, in unserem Test kommt der Roboter auf rund 30 Stunden – ein sehr starker Wert. An sonnigen Tagen kann er dadurch nahezu dauerhaft arbeiten. Eine komplette Ladung am mitgelieferten Netzteil dauert etwa 6 Stunden. Laut Aiper steuert der Roboter bei niedrigem Ladestand zudem selbstständig eine sonnige Stelle des Pools an, um dort nachzuladen.
Reinigungsleistung
Die lange Laufzeit ist allerdings nur dann ein Vorteil, wenn auch die Reinigungsleistung stimmt. Für den Test bringen wir Blätter, Insekten und feinen Schmutz auf die Wasseroberfläche und lassen den Roboter im Automatikmodus arbeiten. Das Ergebnis beeindruckt uns: Innerhalb von etwa einer Stunde sammelt er die eingebrachten Blätter vollständig ein; auch im schwer zugänglichen Bereich rund um die Leiter bleibt nichts liegen. Das Wasser bleibt während des gesamten Zyklus klar, Schmutzwolken oder aufgewirbelte Partikel beobachten wir nicht. Der 150-Mikrometer-Filter hält den gesammelten Schmutz sicher im Korb, statt ihn wieder zu verteilen. Nach dem Zyklus finden wir die Blätter ordentlich im Filterkorb wieder; auf der Oberfläche bleiben nur vereinzelte Rückstände zurück. Wer den Pool nicht abdeckt, spart sich damit die tägliche Handarbeit fast komplett. Nur für letzte Reste kommt gelegentlich noch der Kescher zum Einsatz.
Wartung und Reinigung
Auch nach dem Einsatz bleibt der Aufwand gering: Der Filterkorb lässt sich entnehmen und mit dem Gartenschlauch ausspülen, ohne dass direkter Kontakt mit dem Schmutz nötig ist. Die Reinigung des Filterkorbs ist so in unter 5 Minuten erledigt.
Fazit
Der Aiper EcoSurfer S2 überzeugt uns im Test vor allem bei seiner Kernaufgabe: Blätter, Insekten und feinen Schmutz sammelt er zuverlässig und erstaunlich schnell von der Wasseroberfläche, ohne dabei das Wasser zu trüben. Zusätzlich punktet er mit seiner hohen Ausdauer, der solaren Nachladung und einer einfachen Bedienung samt übersichtlicher App. Schwächen zeigt er bei der zufallsbasierten Navigation und bei der manuellen Steuerung unter windigen Bedingungen. Hinzu kommen das kratzempfindliche Gehäuse und vereinzelte Schmutzreste, für die gelegentlich doch noch der Kescher zum Einsatz kommt. Für einen Straßenpreis von rund 379 Euro erhält man einen Spezialisten, der eine lästige tägliche Aufgabe fast vollständig übernimmt. Wer einen kleinen bis mittelgroßen Pool ohne Abdeckung besitzt, findet hier einen echten Alltagshelfer. Wer auch Boden und Wände gereinigt haben möchte, braucht zusätzlich einen klassischen Poolroboter.
- +Sehr starke Reinigungsleistung
- +Rund 30 Stunden Laufzeit
- +Solare Nachladung
- +Einfache Bedienung
- +Übersichtliche App
- +Zuverlässige Hinderniserkennung
- +Schnelle Filterreinigung
- –Zufallsbasierte Navigation
- –Manuelle Steuerung windempfindlich
- –Gehäuse verkratzt leicht
- –Vereinzelte Schmutzreste
- –Nur Oberflächenreinigung