Nähmaschinen

Ratgeber


Ganz gleich ob Nähanfänger oder Hobby-Schneider: Mit einer Nähmaschine kann ein Gang zum professionellen Schneider überflüssig werden. Kleinere oder größere Reparaturarbeiten sind, je nach Können, an der Kleidung möglich oder die individuelle Bekleidung wird gleich ganz von selbst genäht. Mit ein bisschen Übung und einer gewissen Handfertigkeit ist dies mit der richtigen Nähmaschine überhaupt kein Problem. Natürlich ist es ratsam vorab zu Wissen für welche Zwecke die Nähmaschine gebraucht wird und für welche Zielgruppe das jeweilige Modell geeignet ist. Auf dem Markt haben sich im Laufe der Zeit viele verschiedene Nähmaschinen etabliert. Dieser Ratgeber soll die Suche nach der perfekten Nähmaschine erleichtern.

 

Einsteiger oder Fortgeschritten?

Zunächst ist es wichtig den individuellen Erfahrungsgrad mit Nähmaschinen festzulegen. Für Nähanfänger empfiehlt es sich auf einfach zu bedienende Geräte zurückgreifen. Nähmaschinen mit vielen Zusatzfunktionen und Detaileinstellungen liefern zwar individuelle Ergebnisse, können einen Beginner jedoch schnell überfordern. Eine Nähmaschine mit circa 40 Programmen ist ideal. So hat der Nutzer eine zufriedenstellende Auswahl an Stichen und die Bedienung bleibt übersichtlich. Preislich können sich Einsteiger mit gutem Gewissen an Geräten von 100 bis 200 Euro orientieren. Die zumeist mechanisch betriebenen Maschinen zeichnen sich durch ihre besonders einfache Handhabung aus. Fortgeschrittene können hingegen auf Modelle mit mehr Funktionen in einer höheren Preisklasse zurückgreifen. Ab 500 Euro sind bereits solide Computer-Nähmaschinen erhältlich. Je teurer das Modell wird desto mehr Profi-Equipment wird geboten. Die Bedienung will jedoch gelernt sein. Empfehlenswert sind Maschinen mit integrierter Hilfefunktion, um die Besonderheiten der Nähmaschine schneller kennenzulernen.

 

Nähmaschinentypen

Grundsätzlich können Nähmaschinen in zwei Kategorien aufgeteilt werden: Maschinen, die manuell gesteuert werden und computergesteuerte Maschinen. Darunter werden dann auch Industrienähmaschinen und Haushaltsnähmaschinen unterschieden. Was die Haushaltsnähmaschine betrifft, wird zwischen folgenden Typen unterschieden: Freiarm-Nähmaschine, Overlock-Nähmaschine, Computer-Nähmaschine. Alle Gerätetypen können entweder mit oder ohne Freiarm erworben werden. Eine Freiarm-Nähmaschine bietet ein zuverlässiges Ergebnis, besonders bei rundgeschlossenen Kleidungsstücken wie Hosenbeine oder Ärmeln. Denn diese Kleidungsstücke können einfach auf die Nähfläche gezogen werden und dann bearbeitet werden. Auch Nähanfänger kommen mit einer Freiarm-Maschine bestens zurecht. Eine Overlook-Nähmaschine ist als ein Zusatz zur schon vorhandenen Nähmaschine (Freiarm o.Ä.) zu sehen und eher für Fortgeschrittene geeignet. Zudem ist sie für Nutzer geeignet, die sehr viel Nähen, und zugleich eine sinnvolle Anschaffung, wenn Kleidung selbst genäht wird und nicht nur Änderungen an Kleidungsstücken vorgenommen werden. Denn eine Overlook-Nähmaschine vernäht die Stoffe in der Art wie es auch industrielle Maschinen tun. Die Kreationen sehen am Ende wie ein gekauftes Kleidungsstück aus. Zu guter Letzt finden Nutzer sogenannte Computer-Nähmaschinen auf dem Markt. Geeignet für besonders motivierte Anfänger und Fortgeschrittene. Solche Modelle unterstützen die Schneiderin oder den Schneider mit digitalen Annehmlichkeiten deren Inhalte per Display aufgezeigt werden. Insgesamt haben computisierte Nähmaschinen eine Stichauswahl von 100 bis 400 Stichen, von klassischen bis zu komplizierten Zierstiche ist alles dabei.

Für Personen mit wenig Stauraum oder Reiseverliebte eignen sich außerdem Nähmaschinen im Mini-Format. Sogenannte Mini-Nähmaschinen arbeiten zumeist mechanisch, bestechen durch ihre Handlichkeit und ein geringes Gewicht. Die Einstellungsmöglichkeiten beschränken sich hier jedoch nur auf die wichtigsten Funktionen. Nähen ist nicht nur etwas für Erwachsene, auch Kinder können voll und ganz auf Ihre Kosten kommen. Spezielle Kindernähmaschinen sind für eine besonders einfache Handhabung konzipiert. Bunte Motive und besondere Töne motivieren Kinder und sorgen für ein positives Näherlebnis.

 

Vielfältige Funktionen vs. wichtige Grundfunktionen

Vor dem Kauf einer Nähmaschine sollte besonders auf die verschiedenen Gerätefunktionen geachtet werden. Der Verwendungszweck sollte den eigenen Fähigkeiten bestmöglich entsprechen. So verfügen Einsteigermodelle über alle wichtigen Sticharten und sind meist sehr einfach in der Bedienung. Professionelle Maschinen bieten geübten Nähern besonders viel Spielraum bezüglich der Nähprogramme.  Egal ob Nähanfänger oder Halbprofi – auf einige Grundfunktionen einer Nähmaschine sollte ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Jedes Modell sollte über die beiden Nutzstiche Geradestich und Zickzackstich verfügen. Je nach Modell lassen sich aus diesen beiden Sticharten weitere Nutzstiche und Zierstiche/Dekostiche kombinieren. Über einige Basis-Features sollte eine gute Nähmaschine ebenso verfügen: Ein LED-Nählicht, ein Geschwindigkeitsregler, genügend Platz unter dem Nähfuß, eine Rückwärtsnähfunktion, eine automatische Vernähfunktion und ein versenkbarer Transporteur sind hilfreiche Funktionen. Features wie eine Start- und Stopptaste, ein automatischer Fadenabschneider oder ein Kniehebel sind tolle Bereicherungen, aber nicht zwingend notwendig für ein entspanntes Näherlebnis. Computer-Nähmaschinen bieten dabei meist eine signifikant höhere Auswahl an verschiedenen Sticharten. Zudem sollte der Nähfuß für eine optimale Naht austauschbar sein und sich dem jeweiligen Verwendungszweck anpassen. Im Lieferumfang der meisten Nähmaschinen sind oft mehrere unterschiedliche Nähfüße enthalten. Außerdem ist es hilfreich, dass das Gerät über eine stufenlos regulierbare Nähgeschwindigkeit verfügt. So kann individuell die Geschwindigkeit, wie die Nadel in den Stoff sticht, reguliert werden und an das Können optimal angepasst werden.

 

Verschiedene Anforderungen

Natürlich ist auch die Stoffwahl entscheidend welche Nähmaschine sich am besten eignet. Dehnbare Materialien wie Jersey lassen sich gut mit einer einfachen Nähmaschine in Kombination mit einer Overlock-Nähmaschine bearbeiten. Bei Jerseystoffen empfiehlt sich eine Maschine mit verstellbarem Nähfußdruck besonders gut. Webware, wie Täschchen, Tischdecken oder Kissen, setzen keine speziellen Anforderungen voraus. Übliche Webwaren können von allen Nähmaschinen gut bewältigt werden. Wichtig hierbei sind jedoch Überlegungen zu gewünschten Zierstichen oder einer Knopflochfunktion. Um robuste Stoffe wie Leder zu verarbeiten, bedarf es an einer Nähmaschine mit genügend Kraft. Auch lohnt sich der Einsatz spezieller Nähmaschinennadeln für Leder. Dicke Stoffe wie Jeans hingegen können auch von herkömmlichen Nähmaschine mit etwas mehr Power verarbeitet werden. Wer gerne Patchworkdecken und Quilts herstellt, sollte auf einen großen Durchlass achten. Nur so können die Stoffmassen durch die Maschine bewegt werden. Je größer der Durchlass, desto komfortabler das Arbeiten. Für diese Arbeit sind häufig Zierstiche von hoher Relevanz.

Testberichte


Stiftung Warentest

Ausgabe 11/2019

Stiftung Warentest vergleicht 11 Nähmaschinen

Stiftung Warentest hat auf elf Nähmaschinen einen prüfenden Blick geworfen. Auf Platz 1 landet die Brother Innov-is F400 mit guten Nähergebnissen und einer hilfreichen Gebrauchsanweisung. Den zweiten Platz mit einer Note von 2,0 sichert sich die Bernina B 325. Knapp dahinter liegt die Janome 230 DC mit der Note 2,1.


ETM Testmagazin

Ausgabe 03/2015

9 mechanische Nähmaschinen im Test

Das ETM Testmagazin hat 9 mechanische Nähmaschinen im Vergleich getestet. Als Sieger ging dabei die Pfaff Hobby 1142 hervor, die vor allem mit einem sehr guten Stichbild und einem gleichmäßigen Nähen überzeugen konnte. Gefolgt auf Platz 2 liegt die Brother XQ3700, die mit einem ähnlich guten Nähergebnis überzeugen konnte. Platz 3 belegt die W6 N 1235/61.


ETM Testmagazin

Ausgabe 03/2012

5 Computer-Nähmaschinen im Vergleich

Das ETM Testmagazin hat fünf Computer-Nähmaschinen nach Montage, Einstellungen, Funktionalität, Betrieb, Lieferumfang und Dokumentation bewertet. Am Ende steht die Brother Innov-is 30 ganz vorne. Sie besticht mit sehr guten Nähergebnissen und hohem Komfort. Den Preis-/Leistungssieg erringt die W6 N 3300, die ebenfalls gute Nähergebnisse liefert und nur bei dünnen Stoffen leicht schwächelt.


ETM Testmagazin

Ausgabe 03/2012

7 Mechanische Nähmaschinen im Vergleichstest

Die Pfaff Hobby 1132 steht auf Platz eins im Vergleichstest von ETM Testmagazin. Sie begeistert durch ihre guten Näheigenschaften, einzig der Transport von sehr dünnen Stoffen bereitet manchmal Schwierigkeiten. Den Preis-/Leistungssieg trägt die Tristar SM 6000 davon, die zwar auf dem letzten Platz landet, allerdings die mit Abstand geringsten Anschaffungskosten bereitet.


Stiftung Warentest

Ausgabe 02/2011

9 mechanische Nähmaschinen im Vergleich

Stiftung Warentest hat neun mechanische (Freiarm-)Nähmaschinen miteinander verglichen. Mit dem Testsieg wird die Bernina bernette 66 belohnt, die viele Stichprogramme mitbringt und zusammen mit der Singer 8280 die besten Nähergebnisse liefert. Letztere landet auf Platz zwei und ist, wie der Sieger, sehr zuverlässig. Den dritten Platz ergattert die günstige Naumann 83A0, die trotz des geringen Preises gut und zuverlässig näht.


Stiftung Warentest

Ausgabe 02/2011

3 elektronische Nähmaschinen mit Display im Test

Im Vergleichstest von drei elektronischen Nähmaschinen mit Display vergibt die Stiftung Warentest einmal "gut" und zweimal "befriedigend". Platz eins erringt die Brother Innov-is 10 Anniversary, die für ihre Handhabung, ihre Näheigenschaften und ihre technischen Eigenschaften jeweils die Bestnote erreicht. Platz zwei und drei gehen an die Singer Curvy 8770 und die AEG Premium Line 11680.


Bestenliste: Nähmaschinen

Alle Produkte sortiert nach der aktuellen Testsieger.de-Note in der Kategorie Nähmaschinen. Die Note setzt sich zusammen aus den Testberichten angesehener Fachmedien und einer großen Anzahl von Kundenbewertungen.