Mundhygiene – die richtigen Geräte

Gesunde Zähne und Zahnfleisch sind das Ergebnis einer richtigen Mundreinigung sowie regelmäßiger Prophylaxe beim Zahnarzt. Zu einer richtigen Mundpflege gehört nicht nur das Reinigen von Zähnen und Zahnzwischen räumen, sondern auch der Zunge. Welche Faktoren eine korrekte Reinigung des Mundraums ausmachen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Inhalt:

Preis: Wie viel kostet eine gute Zahnbürste?

Philips Diamond Clean: Die Ladestation ist einem Zahnputzglas nachempfunden. (Bild: Philips)

Es ist kein Geheimnis, dass elektrische Zahnbürsten die Zähne deutlich effektiver putzen als Handzahnbürsten. Sie sind zudem komfortabler in der Handhabung und werden von Zahnärzten empfohlen. Vor dem Kauf müssen sich Nutzer für eine Technik und eine Preisklasse entscheiden.

Die Preise elektrischer Zahnbürsten variieren stark: Günstige Modelle gibt es bereits für 20 Euro, Premium-Modelle kosten bis zu 150 Euro. Im Vergleich zu den Einsteigergeräten bieten teurere in der Regel mehr Reinigungsmodi zur Auswahl, einen stärkeren Akku sowie eine höhere Rotationszahl. Damit „rütteln“ sie weniger als die günstigen Bürsten und arbeiten leiser.

Die Akkus von Spitzenmodellen halten rund drei Wochen durch. Die Akkuleistung ist ein Kaufkriterium, das nicht unterschätzt werden sollte, denn bei einer Aufladedauer von etwa 24 Stunden kann ein schwacher Akku im Alltag schnell lästig werden. Mit der Zeit lässt die Akkuleistung außerdem nach. Daher sollten Nutzer beim Kauf auf eine möglichst lange Akkulaufzeit achten. Auch bei der Verarbeitungsqualität haben Premium-Zahnbürsten die Nase vorn; sie sind oft langlebiger.

 

Oral-B Genius 9000 kommt mit einer Vielzahl an Funktionen. (Bild: Braun)

Während elektrische Zahnbürsten unter 50 Euro meist nur ein oder zwei Reinigungsprogramme im Angebot haben, warten höherpreisige Geräte mit mehreren unterschiedlichen Modi auf: Neben einem Standard-Programm für die tägliche Zahnpflege können Nutzer dann zum Beispiel zwischen einem Sensitive-Modus für sensible Zähne, einer Whitening-Stufe zum Entfernen oberflächlicher Verfärbungen und einem Zahnfleischschutz-Modus wählen. Bei manchen Zahnbürsten ist sogar noch eine Reinigungsstufe für die Zunge dabei.

Premium-Zahnbürsten wie die Braun SmartSeries 6400 stellen über Bluetooth eine Verbindung zum Smartphone her. Dafür muss der Nutzer zunächst die Oral-B-App installieren. Sobald eine Verbindung hergestellt ist, liefert die Zahnbürste Unterstützung beim Putzen in Echtzeit: Ein individuelles Zahnpflegeprogramm mit Anleitungen, die der Zahnarzt sogar anpassen kann.

Nutzer können darüber hinaus Ziele definieren, zum Beispiel „weißere Zähne“, um das Reinigungsprogramm darauf abzustimmen. Fortschritte werden ebenfalls festgehalten.

Passende Apps gibt es in sowohl im Google-Play-Store für Android-Handys als auch im Apple App-Store für iOS-Geräte.

Typen von elektrischen Zahnbürsten: Rotation und Schall

Bei elektrischen Zahnbürsten wird zwischen verschiedenen Typen unterschieden: Es gibt oszillierende, Schall- und Ultraschallzahnbürsten. Die klassischen, oszillierenden Zahnbürsten besitzen einen runden Kopf, der hin und her rotiert. Die Schwingzahl liegt bei den meisten Geräten zwischen 5.000 und 8.800 Umdrehungen pro Minute (U/min).

Oszillierende Zahnbürsten

Der Hersteller Braun setzt vor allem auf diese Putztechnik. Der Vorteil bei solchen Zahnbürsten ist, dass sie schon zu günstigen Preisen erhältlich sind. Die kleinen Bürsten kommen außerdem gut in schwer erreichbare Stellen wie die hinteren Backenzähne. Ein Nachteil der kleinen Bürsten ist, dass jeder Zahn einzeln geputzt werden muss. Manche Zahnbürsten werden mit der 3D-Reinigungstechnik beworben. Damit ist gemeint, dass die Bürstenköpfe nicht nur hin und her rotieren, sondern gleichzeitig pulsieren, also auf die Zähne „klopfen“.

Schallzahnbürsten

Bürstenköpfe von Schallzahnbürsten vibrieren durchschnittlich 27.000 bis 31.000 U/min. Solche Modelle eignen sich gut für nachlässige Nutzer, denn auf die richte Putztechnik muss weniger Wert gelegt werden und die Putzergebnisse sind meist besser als bei einem Gerät mit oszillierender Technik. Die Philips Sonicare ist ein Klassiker unter den Schallzahnbürsten. Die Form der Bürstenköpfe ist ähnlich der von Handzahnbürsten und erreicht eine größere Fläche als kleine runde Bürstenköpfe. Schallzahnbürsten sind verglichen mit rotierenden Modellen teurer. Aufgrund der größeren Bürstenköpfe sind die hinteren Backzähne schwieriger zu erreichen.

Ultraschallzahnbürsten

Echte Ultraschallzahnbürsten sind selten für den Privatgebrauch bestimmt, stattdessen finden sie eher in der professionellen Zahnpflege beim Zahnarzt Anwendung. Sie erfordern einen speziellen Bürstenkopf sowie eine besondere Zahncreme. Ultraschallzahnbürsten führen etwa 1,6 Millionen Schwingungen pro Sekunde aus. Durch das extrem schnelle Schwingen zerplatzen Bläschen in der Spezialzahnpasta, wodurch auch schwer erreichbare Bereiche gereinigt werden.

Bürstenköpfe: Kompatibilität von Ersatzbürsten

Die Oral-B 3DWhite-Aufsteckbürste entfernt oberflächliche Verfärbungen. (Bild: Braun)

Die Bürstenköpfe von elektrischen Zahnbürsten sollten alle drei Monate gewechselt werden. Denn einerseits nutzen sich die Borsten ab, wodurch die Putzleistung abnimmt. Andererseits setzen sich vermehrt Bakterien auf den Bürsten ab, die beim Putzen in der Mundhöhle verteilt werden.

Bei Ersatzbürstenköpfen müssen Nutzer auf die Kompatibilität zur elektrischen Zahnbürste achten. Oszillierende Modelle und Schallzahnbürsten verwenden unterschiedliche Aufsätze, die untereinander nicht austauschbar sind. Darüber hinaus sind die Bürstenköpfe verschiedener Hersteller untereinander ebenfalls nicht kompatibel.

Wer diese beiden Grundregeln beachtet, kann wenig falsch machen. Relevante Hersteller wie Braun und Philips haben eine größere Auswahl an Aufsteckbürsten im Angebot, die in der Regel zu allen Zahnbürsten dieses Herstellers mit gleicher Putztechnik passen. Klassischerweise sind in im Sortiment Bürstenköpfe für weißere Zähne, empfindliches Zahnfleisch sowie für Kinder-Zahnbürsten enthalten. Oral-B-Nutzer können zudem Aufsteckbürsten speziell für Zahnspangen und für Zahnzwischenräume kaufen. Für die Philips-Sonicare-Reihe ist ein spezieller Aufsatz zum Reinigen der Zungenoberfläche verfügbar.

Handzahnbürsten: Günstiger aber weniger gründlich

Wenn Sie eine Handzahnbürste nutzen, spülen Sie sie nach dem Zähneputzen ordentlich ab und entfernen Sie Speisereste und Rückstände von Zahnpasta. Zahnbürsten sollten trocken gelagert werden, damit sich die Bakterien darauf nicht vermehren. Alle sechs bis acht Wochen sollten Handzahnbürsten ausgetauscht werden, da sich die Borsten mit der Zeit abnutzen und die Putzleistung somit abnimmt.

Zahnzwischenräume reinigen: Mundduschen und Interdentalbürstchen

Mundduschen: Reinigung mit Wasser

Bei der Oral-B Waterjet Munddusche lässt sich der Wasserdruck individuell einstellen. (Bild: Braun)

Zu einer guten Mundhygiene gehört das Reinigen der Zahnzwischenräume. Dafür eignen sich Interdentalbürsten, Zahnseide oder Mundduschen. Letztere kommen an für Zahnbürsten schwer erreichbare Stellen. Speisereste und Ablagerungen werden mit Hilfe eines Wasserstrahls entfernt. Für Menschen mit eng stehenden Zähnen kann das Verwenden von Zahnseide unangenehm sein. In diesen Fällen bieten Mundduschen Abhilfe.

Sie eignen sich auch gut für alle, die eine Zahnspange oder einen Zahnersatz tragen. Wer unter Parodontose leidet, ist mit einer Munddusche ebenfalls gut beraten: Bakterien können sich in den Zahnzwischenräumen und Zahnfleischtaschen festsetzen und dort Entzündungen hervorrufen. Mit einem Wasserstrahl lassen sich diese Bereiche effektiv reinigen. Manche Geräte bieten zusätzlich eine Funktion zum Massieren des Zahnfleisches.

Auch die Geräte selbst sollten regelmäßig gereinigt werden, da sich einerseits Bakterien an der Düse festsetzen können. Andererseits setzt das Wasser dem Gerät zu: Je nachdem, in welcher Region Deutschlands der Nutzer wohnt, kann das Wasser mehr oder weniger kalkhaltig sein. Kalkablagerungen können die Munddüse verstopfen oder sogar beschädigen.

Reinigen Sie daher die Munddusche nach jedem Gebrauch zunächst mit heißem Wasser. Außerdem ist es sinnvoll, das Gerät regelmäßig zu desinfizieren, um mögliche Keime und Bakterien abzutöten. Im Fachhandel sind spezielle Reinigungsmittel erhältlich. Sie reinigen die Mundduschen effektiv und sind unbedenklich für die Gesundheit des Nutzers.

Zahnseide und Interdentalbürsten: Vorsicht bei der Anwendung

Zahnzwischenräume lassen sich auch manuell reinigen. Wer eng stehende Zähne mit glatten Zahnzwischenräumen hat, sollte zu Zahnseide greifen. Zahnstein an rauen Rändern lässt sich hingegen schwer entfernen, da sie die Zahnseide beschädigen können. Gehen Sie bei der Reinigung Zahn für Zahn vor und verwenden Sie jedes Mal ein neues Stück Zahnseide, um Bakterien nicht zu verteilen. Am besten kommt die Zahnseide abends nach dem Zähneputzen zum Einsatz. Im Anschluss können die Zähne erneut kurz geputzt werden, um Speisereste aus den Zwischenräumen zu entfernen.

Der Einsatz von Zahnseide ist allerdings umstritten. Denn bei falscher Anwendung kann es zu Verletzungen des Zahnfleisches führen. Dies kann passieren, wenn der Nutzer zu viel Druck beim Herunterführen des Fadens ausübt und dieser mit Kraft auf das Zahnfleisch trifft. Manche Zahnärzte raten daher sogar ganz von Zahnseide ab. Einig sind sich die Experten hingegen, dass die Reinigung der Zwischenräume unbedingt erfolgen muss.

Eine Alternative zur Zahnseide stellen Zwischenraumbürsten, auch Interdentalbürsten genannt, dar. Ähnlich wie bei der Reinigung einer Flasche mit einer Bürste, erreichen sie alle Nischen und Winkel. Damit sind sie ideal für die Reinigung bei Zahnspangen und Brückenzwischengliedern. Das Bürstchen wird seitlich in den Zwischenraum eingeführt und einige Male hin und her bewegt. Für ein noch besseres Ergebnis kann die Bürste mit Zahncreme bedeckt werden. Zwischendurch sollte die Bürste ausgewaschen werden. Interdentalbürsten sind in vielen verschiedenen Größen erhältlich, sodass sie auch bei eng stehenden Zähnen eine Alternative zur Zahnseide darstellen.

Zungenreinigung: Mundgeruch vorbeugen

Starter-Set für die Zungenreinigung: Philips TongueCare+. (Bild: Philips)

Die Zunge stellt einen idealen Nährboden für Bakterien dar, die wiederum Mundgeruch verursachen können. In 90 Prozent der Fälle lässt sich Mundgeruch auf bakteriellen Zungenbelag, Zahnfleischentzündung, Entzündung des Zahnhalteapparats und zu geringen Speichelfluss zurückführen. Meistens sind Zungenbeläge die Hauptursache für unangenehmen Atem. Dabei handelt es sich um Bakterien, die Proteine zersetzen und schwefelhaltige Gase freisetzen. Für einen frischen Atem ist die Reinigung der Zunge daher unerlässlich gehört zur täglichen Mundhygiene dazu.

Mit einem Zungenreiniger lassen sich Speisereste und Bakterien von der Zunge entfernen. Am besten wird der Zungenreiniger nach jedem Zähneputzen benutzt. Die Reinigung sollte im hinteren Drittel der Zunge beginnen, da sich dort besonders leicht Bakterien absetzen können. Das Gerät wird angesetzt und langsam von hinten nach vorne Richtung Zungenspitze geführt. Dabei sollte der Reiniger leicht aufgedrückt werden, um möglichst viel Belag mitzunehmen.

Dieser Vorgang sollte drei bis vier Mal wiederholt werden. Zwischendurch wird das Gerät unter fließendem Wasser gründlich gereinigt. Bei einigen Menschen kann ein Würgereiz bei dem Ansetzen im hinteren Mundbereich auftreten. In solchen Fällen kann es helfen, den Kopf etwas nach hinten zu lehnen und die Augen zu schließen.

Professionelle Zahnpflege: Zahnsteinentfernung und Prophylaxe

Zu einer richtigen Zahnpflege gehört eine regelmäßige Professionelle Zahnreinigung dazu. Diese wird von Zahnarztpraxen angeboten und sollte bei gesunden Zähnen alle sechs Monate vorgenommen werden. Während bei der täglichen Zahnpflege nur etwa 70 Prozent der Zahnflächen erreicht werden, ist eine Professionelle Zahnreinigung deutlich gründlicher. Eine Fachkraft entfernt Zahnstein, säubert die Zahnzwischenräumen und Zahnfleischtaschen. Zudem werden die Zähne poliert und flouridiert. Einige Krankenkassen übernehmen einen Teil der Kosten für eine Professionelle Zahnreinigung. Informieren lohnt sich daher.