Die besten 3D-Druckmaterialien im Überblick
Das richtige Filament bildet die Basis für jeden erfolgreichen 3D-Druck. Die Auswahl an Materialien ist mittlerweile gewaltig, wobei jede Sorte ihre eigenen Stärken bei der Stabilität, der Optik oder der Hitzebeständigkeit ausspielt.
Polymaker PolyTerra PLA
Vorteile
- Hervorragende matte Oberflächenoptik kaschiert Druckschichten effektiv.
- Sehr gute Druckbarkeit und hohe Zuverlässigkeit bei verschiedenen Druckern.
- Umweltfreundlichere Zusammensetzung durch einen höheren Anteil an organischen Materialien.
- Leicht zu bearbeiten und nachzubearbeiten durch die weichere Materialstruktur.
Nachteile
- Etwas spröder als herkömmliches PLA, was bei der Handhabung Vorsicht erfordert.
- Geringere mechanische Belastbarkeit im Vergleich zu Standard-PLA.
- Neigt bei zu hohen Temperaturen schneller zum Stringing.
Fazit: Ein exzellentes Filament für ästhetische Drucke, das durch seine matte Optik und einfache Verarbeitung überzeugt.
Worauf beim Kauf achten?
Die Wahl der richtigen Materialart
Bevor du dich für eine Farbe entscheidest, musst du den passenden Materialtyp für dein Vorhaben finden. PLA ist der Standard für dekorative Figuren, da es kaum zum Verzug neigt und keine giftigen Dämpfe absondert. Wenn dein Bauteil jedoch im Auto liegen oder mechanisch belastet werden soll, stößt PLA schnell an seine Grenzen. Hier kommen PETG oder ABS ins Spiel. PETG gilt als der Allrounder, weil es stabiler als PLA und einfacher zu drucken als ABS ist.
Hinweis
PLA basiert auf Maisstärke und ist biologisch abbaubar, allerdings nur unter industriellen Bedingungen. Für den Außeneinsatz ist es weniger geeignet, da es unter direkter Sonneneinstrahlung bereits ab etwa 50 Grad Celsius weich werden kann.
Durchmesser und Maßhaltigkeit
Fast alle modernen Heim-3D-Drucker nutzen Filament mit einem Durchmesser von 1,75 Millimetern. Es gibt zwar noch den Standard von 2,85 Millimetern, dieser kommt aber fast nur noch in speziellen Industriegeräten vor. Viel wichtiger als das Nennmaß ist die Toleranz. Ein hochwertiges Filament garantiert eine Abweichung von maximal plus/minus 0,02 Millimetern. Schwankt der Durchmesser stärker, führt das zu ungleichmäßigem Materialfluss und unschönen Oberflächen oder gar Verstopfungen in der Düse.
Lagerung und Feuchtigkeit
Filamente sind hygroskopisch, sie ziehen also Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft. Besonders PETG, TPU und Nylon leiden darunter. Wenn das Material feucht ist, entstehen beim Drucken winzige Dampfblasen, die ein knisterndes Geräusch verursachen und die Struktur deines Modells schwächen.
Tipp
Lagere angebrochene Rollen immer in luftdichten Boxen mit Silikagel-Beuteln. Falls ein Filament bereits feucht ist, kann ein spezieller Filament-Trockner die Druckqualität oft vollständig wiederherstellen.
Welches Material für welchen Zweck?
Die Entscheidung hängt massiv von der späteren Umgebung deines Objekts ab. Wer funktionale Teile für den Außenbereich druckt, sollte zu ASA greifen, da dieses Material eine hohe UV-Beständigkeit aufweist und im Gegensatz zu ABS in der Sonne nicht vergilbt oder spröde wird.
| Kriterium | PLA | ABS |
|---|---|---|
| Schwierigkeit | Sehr einfach | Hoch (Gehäuse nötig) |
| Temperaturbeständigkeit | Bis ca. 50 °C | Bis ca. 90 °C |
| Geruch beim Druck | Süßlich, kaum störend | Stark, teils unangenehm |
Achtung
Drucke Materialien wie ABS oder ASA niemals in schlecht belüfteten Wohnräumen. Diese Kunststoffe setzen beim Erhitzen Styrol-Dämpfe frei, die gesundheitsschädlich sein können und eine Absaugung oder einen geschlossenen Bauraum mit Filter erfordern.
Häufige Fragen
Die reinen Materialkosten sind oft geringer als gedacht. Eine Standardrolle PLA kostet zwischen 20 und 30 Euro pro Kilogramm. Für eine mittelgroße Figur verbrauchst du meist nur 50 bis 100 Gramm, was Materialkosten von etwa 1 bis 3 Euro entspricht.
Wenn Filament sehr spröde ist und schon bei geringer Biegung bricht, ist das meist ein Zeichen für Überlagerung oder zu viel aufgenommene Feuchtigkeit. Besonders PLA wird mit der Zeit brüchig, wenn es nicht trocken gelagert wurde.
Für sehr weiches TPU ist ein Direct-Drive-Extruder fast zwingend erforderlich, da das Material sonst im Zufuhrschlauch einknickt. Mit langsamen Druckgeschwindigkeiten lassen sich härtere Flex-Filamente aber auch mit Bowden-Systemen verarbeiten.
Achte auf eine saubere Wicklung auf der Spule. Wenn die Lagen ordentlich nebeneinander liegen, sinkt das Risiko, dass sich das Filament während eines langen Druckauftrags verheddert und der Drucker leer weiterläuft.
Beliebte 3D-Druckmaterialien
eSUN PETG Filament
Vorteile
- Hohe Zähigkeit und Schlagfestigkeit für langlebige Bauteile.
- Präzise Fertigungstoleranz von +/- 0,03 mm sorgt für gleichmäßigen Extrusionsfluss.
- Die große 2,5 kg Spule reduziert den Bedarf an häufigen Rollenwechseln.
- Gute Haftungseigenschaften und geringe Neigung zum Verzug.
Nachteile
- Das hohe Gewicht der 2,5 kg Spule erfordert einen stabilen Rollenhalter.
- PETG neigt konstruktionsbedingt zu leichtem Stringing bei nicht optimalen Einstellungen.
Creality Space Pi X4
Vorteile
- Hohe Kapazität durch gleichzeitige Trocknung von bis zu vier Filamentrollen.
- Großer Temperaturbereich bis 85 °C ermöglicht die Verarbeitung technischer Filamente wie Nylon.
- Effiziente Dual-Heizkammern sorgen für eine gleichmäßige und schnelle Trocknung.
- Intuitive Bedienung über das integrierte Touchscreen-Display.
Nachteile
- Das Gerät nimmt aufgrund der 4-Spulen-Kapazität viel Platz auf dem Arbeitstisch ein.
- Höherer Anschaffungspreis im Vergleich zu kompakten Single-Spulen-Trocknern.