Wärmepumpentrockner

Ratgeber


Haushalten ohne Garten oder Balkon bleibt oft nichts anders übrig, als die frisch gewaschene Wäsche in den eigenen vier Wänden zu trocknen. Wird hierbei nicht ausreichend gelüftet, besteht akute Schimmelgefahr. Eine unbedenklichere Alternative bieten Wärmepumpentrockner. Sie nutzen die beim Trocknungsprozess entstehende Abluft und arbeiten verhältnismäßig energiesparend.

Funktionsweise

Beim Wärmepumpentrockner handelt es sich um die Weiterentwicklung des klassischen Kondenstrockners. Die Technik des Geräts ist schlicht um eine Wärmepumpe erweitert, die die Arbeit des Kondensators übernimmt. Der Trockner saugt Luft aus der Umgebung an, erhitzt sie und leitet sie anschließend in die Trommel. Dort gerät die Luft in Bewegung, sodass die Wäsche getrocknet wird. Die entzogene Feuchtigkeit landet in einem Auffangbehälter.

Bauformen

Die in Europa weniger verbreiteten Toplader befüllt der Nutzer oben. Sie eignen sich vor allem für Wohnungen mit einem geringen Platzangebot. Das Be- und Entladen erfolgt bequem im Stehen, ohne dass die Textilien aus der Trommel fallen.
Frontlader verfügen zum Befüllen über ein großes Bullauge an der Vorderseite. Diese Fabrikate erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit und sind in etlichen Haushalten verbreitet. Sie sind nicht nur mit einer größeren Auswahl an Funktionen ausgestattet, sondern fassen auch mehr Wäsche als ein Toplader.

Ausstattungsmerkmale

Viele Programme und Funktionen wiederholen sich von Hersteller zu Hersteller, einige Option variieren jedoch. Gängig sind diverse Trockenprogramme und verschiedene zusätzliche Möglichkeiten, den Programmablauf an Art, Menge und Restfeuchte der Textilien anzupassen. Die meisten Unterschiede bestehen in der Lufttemperatur, Laufzeit sowie der Geschwindigkeit der Trommelumdrehungen. Einige Produkte sind mit einer Reversierautomatik ausgestattet, bei der die Trommel regelmäßig die Drehrichtung ändert. Auf diese Weise trocknet die Wäsche wesentlich gleichmäßiger.
Das Baumwoll- beziehungsweise Standardprogramm eignet sich hervorragend für robuste Textilien, die auch höheren Temperaturen standhalten, zum Beispiel Bettwäsche oder Handtücher. Bei empfindlicheren Stücken aus Wolle dreht sich die Trommel nur langsam und stoppt ab und zu, um die Position der Kleidungsstücke zu ändern. So behalten die Wäschestücke ihre Form. Programme mit dem Titel „Pflegeleicht“, „Feinwäsche“ oder „Outdoor“ arbeiten meist mit Temperaturen unter 50 Grad Celsius und wenigen Umdrehungen. Diese Funktion ist die beste Wahl für Stoffe aus Seide, Synthetik und Funktionskleidung. Je nach Hersteller sind auch Dessous, Hemden oder sogar Gardinen in diesen Programmen gut aufgehoben. Viele Modelle sind mit einem Automatikprogramm ausgestattet. Dabei checken Sensoren regelmäßig die Feuchte der Kleidung und passen die Trocknungszeit entsprechend an. Ist das gewünschte Ergebnis erreicht, erfolgt die Abschaltung des Geräts.
Endet das ausgewählte Programm, aber der Nutzer schaltet den Trockner weder aus noch entlädt er ihn, greift der Knitterschutz. Dabei dreht sich die Trommel in regelmäßigen Abständen, um übermäßige Falten in der Kleidung zu vermeiden. Die Dauer dieser Funktion lässt sich bei vielen Geräten individuell einstellen.
Beim Auffrischen frischt kalte Luft die Textilien auf. Diese Option dient dem Entfernen von Gerüchen aus Kleidung, die der Verwender zwar getragen hat, aber nicht übermäßig schmutzig ist. Zeitprogramme sind dann sinnvoll, wenn es gilt, nur eine geringe Ladung zu trocknen. Die Einstellung erfolgt unabhängig von der Feuchtigkeit oder Menge der Kleidungsstücke. Meist handelt es sich um eine vorher festgelegte Dauer von beispielsweise 30 Minuten. Das ein oder andere Fabrikat lässt dem Nutzer zusätzlich noch die Wahl zwischen geringer oder hoher Temperatur.
Fällt die Wahl auf das Programm „Bügeltrocken“, bleibt die Kleidung feucht genug, um sie im Anschluss gut bügeln zu können. Wenig bis gar keine Restfeuchte verbleibt in der Wäsche nach dem Durchlauf der Option „Schranktrocken“. Die Textilien können hier direkt nach der Entnahme aus der Trommel im Schrank platziert werden. Beim Schontrocknen dagegen arbeitet das Gerät mit wesentlich geringerer Temperatur und weniger Trommelumdrehungen. Ein Programmdurchlauf benötigt hier wesentlich mehr Zeit. Diese Option eignet sich für Feinwäsche, Dessous sowie Kleidung aus Synthetik- oder Acrylfasern. Alle, die viel Kleidung, aber wenig Zeit haben, greifen auf die Option „Schnelltrocknen“ zurück. Abhängig von Modell, Ladung, Feuchtigkeit und Material gelingt vielen Maschinen ein Programmdurchlauf zwischen 30 bis 45 Minuten.
Die Programmwahl wirkt sich sehr auf den Energieverbrauch aus. Um diesen möglichst gering zu halten, ist eine gewisse Vielfalt an Programmen und Funktionen hilfreich.

Kaufkriterien

Einer der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des passenden Wärmepumpentrockners ist die Energieeffizienzklasse. Diese ist abhängig vom Stromverbrauch. Während die Klasse A+++ einen äußerst geringen Verbrauch kennzeichnet, erhöht sich der Energiebedarf bei den Klassen A++ und A+ bereits beachtlich.
Die Hersteller bieten ihren Kunden mittlerweile eine große Vielfalt an Programmen und Funktionen. Auch vermeintlicher „Schnickschnack“ wie Wolle- oder Outdoor-Programme können sich als nützlich erweisen. Um festzustellen, wie viele Programme tatsächlich sinnvoll sind, sollte der Nutzer sich im Vorfeld fragen, welche Kleidung er am meisten nutzt.
Der Wäschetrockner sollte mindestens so viele Textilien fassen wie die dazugehörige Waschmaschine, damit die Wäsche nicht in mehreren Durchläufen getrocknet werden muss. Sieben bis acht Kilo bilden hier einen guten Mittelwert. Im besten Fall erfolgt die Bedienung so einfach und übersichtlich wie nur möglich. Die meisten Geräte sind mit einem Display ausgestattet, dass über Programm, Restlaufzeit und gegebenenfalls die Startzeitvorwahl informiert. Auch über notwendige Maßnahmen wie das Entleeren des Kondenswasserbehälters informieren viele Modelle. Der angemessene Geräuschpegel hängt vorrangig von der Position des Trockners ab. Befindet sich das Gerät innerhalb der Wohnung, sollte die Laustärke 65 Dezibel nicht überschreiten. Je nach Platzangebot gilt es zudem darauf zu achten, in welche Richtung sich die Maschine öffnet. Ist ausreichend Raum vorhanden, damit die Tür frei schwingen kann? Kollidiert sie nicht mit umstehenden Möbeln? Manche Geräte bieten einen wechselbaren Türanschlag, um den Trockner perfekt an die Umgebung anzupassen.

Nutzungstipps

Damit der Trockner lange seine beste Leistung erbringt und die Kleidung auch über große Zeiträume in Form bleibt, gilt es, ein paar Dinge zu beachten.
Bevor die Kleidung in die Trommel gelangt, sollte der Nutzer alles aus den Taschen entfernen sowie Reißverschlüsse, Knöpfe, Ösen und Haken schließen. Für kleine Stücke eignen sich Wäschesäcke. Die Auswahl des passenden Programms stellt sicher, dass nur so viel Energie zum Einsatz kommt, wie für den Trocknungsvorgang tatsächlich notwendig ist. Die maximale Füllmenge sollte dabei unbedingt eingehalten werden. Textilien im Trockner benötigen keinen Weichspüler. Sie werden beim Programmdurchlauf automatisch angenehm weich.

Pflege und Reinigung

Idealerweise behält ein Wärmepumpentrockner über Jahre seine volle Leistung. Der hohe Anschaffungspreis soll sich schließlich auszahlen. Oft genügen einige wenige Handgriffe, um alle Funktionen der Maschine zu erhalten. Die Leerung des Kondenswasserbehälters erfolgt am besten nach jeder Nutzung, damit das Programm im nächsten Durchlauf nicht abbricht, wenn der Auffangbehälter voll ist. Auch das Sieb des Behälters muss regelmäßig von Rückständen befreit werden. Das funktioniert besonders gut unter fließendem, warmem Wasser. Das Säubern des Flusensiebs findet nach jedem Trocknungsvorgang statt, denn der Schmutz dort mindert die Leistungsfähigkeit des Trockners erheblich und erhöht den Energiebedarf. Auch von den Feuchtigkeitssensoren sollte der Verwender regelmäßig Kalk- und Waschmittelrückstände entfernen, um gute Resultate zu erhalten.

Testberichte


ETM Testmagazin

Ausgabe 09/2013

12 energiesparende Wärmepumpen-Trockner im Test

Energiesparend und gleichzeitig gründlich trocknen - mit dem Testsieger Siemens IQ700 WT46W260 gelingt das am besten. Die Tester von ETM Testmagazin sind vor allem von der sehr guten Leistung und der kurzen Dauer der Trockenprogramme überzeugt - im Gegenzug liegt der Anschaffungspreis etwas höher als bei vielen Konkurrenten. Günstiger ist der "Preis-/Leistungssieger" Indesit IDCE845 A Eco, der jedoch einige kleinere Schwächen aufweist.


Bestenliste: Wärmepumpentrockner

Alle Produkte sortiert nach der aktuellen Testsieger.de-Note in der Kategorie Wärmepumpentrockner. Die Note setzt sich zusammen aus den Testberichten angesehener Fachmedien und einer großen Anzahl von Kundenbewertungen.