Optischer oder digitaler Zoom? Diese Technik steckt hinter der Vergrößerung

Beim Kauf einer neuen Kompaktkamera ist der Zoom für viele Hobbyfotografen ein entscheidendes Kriterium. Die Höhe des Zoomfaktors bestimmt, wie nah die Kamera ein weit entferntes Motiv heranholen kann – gerade im Urlaub und in der freien Natur entstehen dadurch teils atemberaubende Aufnahmen. Bei den meisten aktuellen Kompaktkameras gibt der Hersteller jedoch zwei verschiedene Faktoren an: Zum einen den optischen, zum anderen den digitalen Zoom. Testsieger.de erklärt, was es mit diesen Angaben auf sich hat – und worauf der Nutzer besonders achten sollte.

Kompaktkamera Zoom


Optischer Zoom

Für den optischen Zoom arbeitet die Kompaktkamera mit speziellen Linsen im Objektiv. Wie bei einem Fernglas holen diese Linsen das gewünschte Motiv heran – die Vergrößerung findet damit bereits statt, bevor der Bildeindruck aufgenommen wird. Dadurch ist der Prozess quasi verlustfrei: Das Foto hat hinterher die gleiche hohe Qualität wie eine nicht gezoomte Aufnahme. Die Stärke des optischen Zooms ist je nach Kamera begrenzt. Während sich Einsteiger-Kompaktkameras häufig auf einen Zoomfaktor von unter zehnfach beschränken, können teurere Modelle mit bis zu 40-facher Vergrößerung aufwarten.

Die Bildschärfe bleibt dabei stets hoch – mit einer Einschränkung: Wer bei starkem Zoom aus der Hand fotografiert und auf ein Stativ verzichtet, benötigt dafür eine sehr ruhige Hand. Bereits kleinere Bewegungen während der Aufnahme können zu Verwacklungen und damit zu unscharfen Bildern führen. Besonders kritisch wirken sich Handbewegungen bei Aufnahmen unter widrigen Lichtverhältnissen aus – während der langen Belichtungszeiten ist ein Stativ beinahe Pflicht.


Optischer Zoom

Digitaler Zoom

Im Gegensatz zum optischen Zoom wird die digitale Vergrößerung nicht durch mechanische Elemente wie Linsen im Objektiv erreicht. Stattdessen ist der gezoomte Bereich lediglich eine softwarebasierte Hochrechnung des Ausschnitts. Die Vorgehensweise ist dabei ähnlich der Interpolation in einem Bildbearbeitungs-Programm: Die bestehenden Pixel werden um weitere Bildpunkte ergänzt, was die Auflösung faktisch erhöht. Die Farbe der neu errechneten Pixel orientiert sich dabei an den Mittelwerten der umliegenden Bildpunkte.

Das Ergebnis dieses Prozesses leidet zwangläufig unter einem deutlichen Qualitätsverlust, da die neuen Bildpunkte dort eigentlich nicht sein sollten. Auch die Farbgebung lässt sich an diesen Stellen nicht hundertprozentig genau berechnen, was zu einer Verfälschung des Gesamteindrucks führt. Je stärker der Digitalzoom eingesetzt wird und je kleiner damit der zu vergrößernde Bildbereich ausfällt, desto stärker ist der wahrnehmbare Qualitätsverlust.

Daher sollte der Nutzer nach Möglichkeit den optischen Zoom vorziehen und die zusätzliche digitale Vergrößerung nur dann einsetzen, wenn es die Situation zwingend erfordert. Auch dann gilt allerdings: je niedriger der digitale Zoomfaktor, desto besser die Qualität. Aktuelle Superzoomkameras etwa bieten mittlerweile Zoomfaktoren von über 20-fach mit rein optischen Mitteln und damit stets die bessere Alternative gegenüber dem digitalen Zoom.


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