Kaffee wie vom Barista: der große Ratgeber

Dezember ist der Kaffeemonat schlechthin: In diesem Monat werden etwa 20 Prozent mehr Kaffee im Lebensmitteleinzelhandel verkauft als im Durchschnitt von Januar bis November. Ein Grund dürfte neben den wenigen Sonnenstunden auch weihnachtliches Gebäck sein, das in der Adventszeit Hochsaison hat: Plätzchen und Kekse schmecken mit Kaffee besonders gut. Kein Wunder, dass manche Röstereien spezielle Weihnachtsröstungen im Angebot haben. Weihnachtliche Aromen wie Haselnüsse und Beeren passen gut zur kalten Jahreszeit.

Kaffeemaschinen und Vollautomaten finden sich hingegen regelmäßig unter dem Weihnachtsbaum. Neben Klassikern wie Bücher, Kleidung und Spielzeug sind hochwertige Elektrogeräte wie Kaffeevollautomaten beliebte Geschenke. Offenbar lassen sich viele die etwas teureren Geräte lieber schenken oder nutzen geschenktes Bargeld, um sie sich zu kaufen.

Kaffeebohnen und Röstung: So erhält der Kaffee sein Aroma

Kaffee wärmt und wirkt anregend. Kein Wunder, dass das Getränk im Winter besonders beliebt ist.
Bei der Zubereitung von Kaffee trifft Kaffeepulver auf heißes Wasser. Mehr muss im Prinzip nicht passieren. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht; schließlich kommt es auf den Geschmack an. Kaffee setzt sich aus über 800 Aromen zusammen und ist damit eines der komplexesten Naturprodukte überhaupt. Der Geschmack des fertigen Heißgetränks hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von Brühdruck, Temperatur und Brühzeit. Es gibt viele verschiedene Kaffeesorten, von denen die meisten jedoch auf Robusta und Coffea Arabica fußen. Gemeinsam machen sie fast 100 Prozent des weltweiten Kaffeemarktes aus.

Des Weiteren trägt die Röstung zum Geschmack bei, denn erst dabei entstehen die Aromen und Geschmacksstoffe. Beim Rösten werden wichtige Prozesse in Gang gesetzt: Die Bohnen verlieren Wasser und büßen damit Gewicht ein. Zudem bildet sich Wasserdampf, wodurch sich das Volumen erhöht. Je länger Kaffeebohnen geröstet werden, desto dunkler und intensiver im Geschmack werden sie. Enthaltene Säuren verschwinden bei fortschreitender Röstdauer. Da diese auf den Magen schlagen können, ist dunkel gerösteter Kaffee bekömmlicher als helle Röstungen.

Kaffeemaschinen-Typen

Filterkaffeemaschine – Oldie but Goldie

Sie ist der Klassiker und steht in vielen Küchen: die Filterkaffeemaschine. In kurzer Zeit bereitet sie auch größere Mengen Kaffee zu. Zudem ist die Zubereitung einfach und schnell. Daher ist sie ideal für alle, die viel Kaffee trinken oder größere Kaffeegesellschaften versorgen müssen.¬ Wer morgens nur schwer aus dem Bett kommt, sollte sich eine Maschine mit Timer zulegen: Einfach abends die Startzeit festlegen und morgens von Kaffeeduft wecken lassen. Bei manchen Geräten ist die Kaffeekanne gleichzeitig eine Thermoskanne. So wird der Kaffee nicht kalt, wenn Sie ihn von der Heizplatte nehmen. Nicht nur Vergessliche sollten beim Kauf eines neuen Geräts auf eine Abschaltautomatik achten.

Kaffeevollautomat – Der Alleskönner für Kaffeespezialitäten

Wer gern Kaffeespezialitäten mit Milch wie Latte Macchiato und Cappuccino genießt und es bequem mag, sollte sich auf dem Markt der Kaffeevollautomaten umsehen. Zu den Vorzügen solcher Geräte gehört eine größere Auswahl an Getränken. So beziehen Sie neben klassischem Kaffee auch Espresso auf Knopfdruck. Wer auf Latte Macchiato und Cappuccino nicht verzichten möchte, sollte ein Gerät mit einer Düse zum Milchaufschäumen greifen. Noch bequemer wird es, wenn das Gerät über ein integriertes Milchsystem verfügt. Dann läuft der Milchschaum direkt in die Tasse. Solche Maschinen sind allerdings teurer als Modelle mit Aufschäumdüse.

Ein integriertes Mahlwerk ermöglicht, Kaffeebohnen in verschiedenen Feinheitsgraden zu mahlen. Es wird unterschieden zwischen Geräten mit Kegel- und Scheibenmahlwerk, die wiederum aus Stahl oder aus Keramik gefertigt sein können. In den meisten Vollautomaten sind Kegelmahlwerke verbaut, weil sie weniger Platz benötigen. Es handelt sich um ein kegelförmiges Mahlwerk das in Rotation gebracht wird. Im Gegensatz dazu werden die Kaffeebohnen beim Scheibenmahlwerk – wie der Name schon sagt – zwischen zwei Scheiben gemahlen und das fertige Pulver durch Zentrifugalkraft nach außen gedrückt. Der Vorteil des Kegelmahlwerks ist seine größere Fläche gegenüber dem Scheibenmahlwerk, wodurch das Mahlgut schonender behandelt wird.

Pad- und Kapselmaschinen: Die Praktischen

Die Philips Senseo ist der Klassiker unter den Padmaschinen. Sie brüht auch zwei Tassen gleichzeitig. (Bild: Philips)
Die Philips Senseo ist der Klassiker unter den Padmaschinen. Sie brüht auch zwei Tassen gleichzeitig. (Bild: Philips)
Bei Kaffeepadmaschinen wird zirka 90 Grad heißes Wasser 30 Sekunden lang durch ein eingelegtes Kaffeepad gedrückt. Bei den Pads handelt es sich um ein Filterpapierkissen, das mit rund sieben Gramm gemahlenem Kaffee gefüllt ist. Der Vorteil dieser Zubereitung ist, dass die Kontaktzeit von Wasser und Pulver nur recht kurz ist. Dadurch bleibt ein Großteil der Reiz- und Bitterstoffe im Pad.

Kaffeepads gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Stärkegraden. Außerdem ist der Kaffee schnell zubereitet: Sobald die Maschine das Wasser auf die notwendige Temperatur erwärmt hat, muss nur noch das Pad eingelegt werden und der Kaffee fließt auf Knopfdruck. Mit einigen Maschinen lassen sich zwei Tassen gleichzeitig befüllen, so geht es bei zwei Personen noch schneller. Um größere beziehungsweise mehrere Pads aufnehmen zu können, sind spezielle Padhalter nötig, die als Zubehör erhältlich sind. Die Maschinen aus der Philips-Senseo-Serie sind Marktführer unter den Padmaschinen.

Fans von Kapselmaschinen schwören auf den Geschmack des Resultats. Auch die Auswahl an Kaffeevariationen kann sich sehen lassen: Ob starker oder milder Kaffee, Espresso oder entkoffeiniert – je nach Maschine können Nutzer zwischen unterschiedlichen Stärkegraden wählen. Zudem ist die Bedienung ebenso so einfach wie bei Padmaschinen. Es müssen lediglich passende Kapseln eingelegt werden und kurze Zeit später fließt der fertige Kaffee in die Tasse. Nach dem Einlegen der Kapsel wird diese mit einem Dornen durchstochen. Anschließend wird heißes Wasser unter hohem Druck in die Kapsel und der Kaffee durch die Öffnung nach außen gepresst.

Einige Kapselmaschinen sind mit einem Milchaufschäumer ausgestattet und bereiten somit auch Kaffeespezialitäten wie Cappuccino und Latte Macchiato auf Knopfdruck zu. Kapselsysteme verschiedener Hersteller sind selten miteinander kombinierbar. Nutzer von Kapselmaschinen müssen beim Kapselkauf also besonders darauf achten, dass diese in die eigene Maschine passen. Im Vergleich zu Kaffeepads sind Kapseln außerdem teurer und lassen sich nicht kompostieren, da sie in den meisten Fällen aus Aluminium bestehen.

Handarbeit: Manuelle Zubereitungsmethoden

Es muss nicht immer die Kaffeemaschine ans Werk. Gerade für kleinere Mengen eignen sich alternative Zubereitungen wie mit dem Porzellanfilter oder der French Press ebenso gut. Manche Kaffeeliebhaber schwören auch auf den Geschmack. Wir stellen zwei beliebte Methoden vor.

Porzellanfilter: Für kleinere Mengen

Bei elektronischen Kaffeemühlen wie der Rommelsbacher EKM 200 lässt sich der Mahlgrad bequem einstellen. (Bild: Rommelsbacher)
Bei elektronischen Kaffeemühlen wie der Rommelsbacher EKM 200 lässt sich der Mahlgrad bequem einstellen. (Bild: Rommelsbacher)
Für die Zubereitung weniger Tassen ist ein Porzellanfilter eine elegante Lösung. Die Zubereitung mit dem Klassiker ist einfach, schnell und praktisch. Außerdem schmeckt der Kaffee richtig gut. Die Filter gibt es in den Größen 102 und 104. Erstere eignen sich für die Zubereitung von einer bis vier Tassen, während sich mit Filtern der Größe 104 vier bis zehn Tassen brühen lassen. Egal, für welche Größe Sie sich entscheiden, Sie benötigen die passenden Papierfilter.

Diese werden entlang der Doppelnaht gefaltet und anschließend in das Porzellan-Pendant gesetzt. Nun gießen Sie langsam heißes Wasser über den Filter, damit er besser haftet. Erst jetzt kommt der Kaffee ins Spiel: Für eine Tasse Kaffee (125 ml) wird ein Dosierlöffel Pulver benötigt. Stimmt die Dosierung, kommt leicht abgekühltes Wasser (91-95 °C) darauf. Gießen Sie nur so viel hinein, dass das Kaffeepulver leicht bedeckt ist, damit es aufquellen kann. Sobald das Wasser durchgeflossen ist, gießen Sie das übrige Wasser in kreisförmigen Bewegungen hinterher. Bei Bedarf gießen Sie noch etwas Wasser nach bis die Tasse beziehungsweise Kanne voll ist.

French Press: Kaffee mit viel Körper

Die Kaffeezubereitung mit der French Press zählt zu den beliebtesten Methoden. Anders als bei beim Papierfilter werden die im Kaffee enthaltenen Fette und Öle nicht herausgefiltert. Daher zeichnet sich der Kaffee aus der French Press durch viel Körper aus. Der Kaffee sollte einen Mahlgrad von 7 bis 8 aufweisen und damit etwa die Struktur von grobem Meersalz haben. Der Vorteil ist, dass es zu einer gleichmäßigen Extraktion kommt und der Kaffee daher gehaltvoller wird.

Geben Sie etwa acht bis neun gehäufte Esslöffel Kaffee (70 bis 80 g) in den Glasbehälter. Warten Sie nach dem Aufkochen des Wassers noch rund 30 Sekunden, dann hat es die optimale Temperatur. Nun das Wasser rasch eingießen und gut durchrühren. Setzen Sie den Deckel auf und drücken ihn leicht herunter, damit auch die Kaffeekruste an der Oberfläche in das Wasser gedrückt wird. Der Kaffee sollte im Anschluss etwa vier Minuten ziehen. Ist die Zubereitungszeit länger, schmeckt der Kaffee bitter, bei kürzerem Ziehen wird er dünn und wässrig. Nach vier Minuten das Metallsieb langsam und vorsichtig herunterdrücken und schon können Sie den fertigen Kaffee genießen.

Für welche Zubereitungsmethode Sie sich auch entscheiden, wählen Sie hochwertigen Kaffee. Wenn Sie eine Kaffeemühle besitzen, kaufen Sie am besten ganze Kaffeebohnen und mahlen sie auf den gewünschten Mahlgrad selbst. So wird das Heißgetränk zum Genuss.

10 kuriose Fakten über Kaffee

Kaffee vereint Tradition, Genuss und Lifestyle wie kaum ein anderes Produkt. Hier lesen Sie Wissenswertes und Skurriles über das Lieblingsgetränk der Deutschen, das Sie bestimmt noch nicht wussten.

Angeblich haben Ziegen die Wirkung von Kaffee als erstes entdeckt.
Angeblich haben Ziegen die Wirkung von Kaffee als erstes entdeckt.

  1. Die Kaffeebohne ist in Wirklichkeit eine Kirsche
    Die Kaffeebohne ist eigentlich keine Bohne, sondern eine Steinfrucht. An Kaffeebäumen und -büschen wachsen rote kirschartige Früchte und die Kaffeebohne ist der Kern dieser Früchte.
  2. Lieblingsgetränk der Deutschen
    In Deutschland ist Kaffee das beliebteste Getränk – noch vor Mineralwasser und Bier. Unglaubliche 150 Liter Kaffee trinkt jeder Deutsche im Jahr, das sind durchschnittlich zwei Tassen am Tag. Damit gehören wir zu den 20 Ländern mit dem höchsten Kaffeekonsum. Den meisten Kaffee trinken die Finnen. Jeder Finne kommt im Durchschnitt auf 3,6 Tassen täglich.
  3. Wegen Kaffee wurde die Webcam erfunden
    Die Erfindung der Webcam verdanken wir dem Computerwissenschaftler Quentin Stafford-Fraser, der damit eine alte Filterkaffeemaschine aufnahm. Warum? Er wollte seine Kollegen davor bewahren, drei Stockwerke herunterzulaufen, nur um dann eine leere Kanne vorzufinden. Also stellte er eine Kamera auf, die dreimal pro Minute ein Bild von der Kaffeemaschine schickte. Die Webcam war geboren.
  4. Kaffee wurde von Ziegen entdeckt
    Das besagt zumindest eine Legende. Demnach beobachtete ein Ziegenhirt, dass die Tiere nach dem Verzehr der Kaffeepflanze lebhafter wurden und tat es ihnen gleich – auch wenn er damals natürlich noch keine Kaffeemaschine hatte. Belegt ist diese Geschichte nicht, dafür aber amüsant.
  5. Zweitwichtigstes Handelsgut
    Nach Erdöl ist Kaffee die wichtigste Handelsware der Welt. Die Anbaufläche weltweit beträgt zehn Millionen Hektar, darauf wachsen fast 15 Milliarden Kaffeebäume. Pro Baum beträgt der Ertrag allerdings nur 500 Gramm Kaffeebohnen.
  6. Kaffeeliebhaber leben länger
    Lange Zeit galt Kaffee als ungesund. Zum Beispiel stand Koffein unter Verdacht, Bluthochdruck zu fördern. Inzwischen häufen sich allerdings Hinweise darauf, dass Kaffee eine gesundheitsfördernde Wirkung hat. So kann es einer neueren Studie zufolge der Verkalkung von Arterien vorbeugen. Dennoch sollte man es mit dem Kaffeekonsum nicht übertreiben.
  7. 50 Kaffeesorten
    Die beiden bekannten Kaffeesorten Arabica und Robusta machen zusammen fast 100 Prozent des Weltmarktes aus. Sie unterscheiden sich im Koffeingehalt und im Geschmack. Arabica-Bohnen enthalten mit 1,2 bis 1,7 Prozent nur etwa halb so viel Koffein wie Robusta-Bohnen. Damit ist Arabica-Kaffee auch im Geschmack milder. Was kaum jemand weiß: Es gibt insgesamt ungefähr 50 Kaffeesorten. Ihre Qualität hängt unter anderem von der Größe, der Verarbeitung und der Röstung der Bohnen ab.
  8. Hellere Bohnen enthalten mehr Koffein
    Je dunkler geröstet eine Kaffeebohne ist, desto weniger Koffein enthält sie. Beim Rösten werden die Bohnen bei 200 Grad erhitzt. Dabei verlieren sie an Gewicht und bis zu 60 Prozent an Volumen. Auch Koffein löst sich in der Hitze aus der Bohne. Wer also einen richtigen Wachmacher am Morgen braucht, sollte zu einer helleren Mischung greifen.
  9. Bis zu 1.000 Euro pro Kilo
    Soviel kostet der teuerste Kaffee der Welt: Kopi Luwak. Damit ist diese Sorte aus Indonesien rund 100 Mal teurer als eine herkömmliche. Wenn man weiß, woher Kopi Luwak seinen besonderen Geschmack hat, kann einem aber leicht die Lust am Kaffeetrinken vergehen: Bevor er in der Tasse landet, passiert er nämlich den Verdauungstrakt von Katzen.
  10. Die erste Wahl bei ersten Dates
    Zirka 70 Prozent der deutschen Singles treffen sich beim ersten Date zum Kaffeetrinken. Dazu gehören neben dem klassischen Filterkaffee auch Variationen wie Latte Macchiato, Espresso und Cappuccino.