Kaufberatung Prozessoren (Oktober 2017)

Die CPU („Central Processing Unit“) ist das Herzstück eines jeden Computers: egal ob Notebook oder stationäres PC-System, die Wahl des Prozessors entscheidet maßgeblich über die Leistung des Systems. Dementsprechend vielfältig ist die Auswahl an CPUs, mit denen entweder ein neuer PC gebaut werden kann oder ein vorhandener Aufgerüstet werden kann.

Plattform-Entscheidung: Intel oder AMD?

Im Bereich der Eigenbau-PCs haben sich zwei Hersteller gegenüber ihren Wettbewerben durchgesetzt: Intel (bekannt z.B. für die Core-i-Serie oder die Pentium-Prozessoren) sowie der Herausforderer AMD (mit Athlon- bzw. Ryzen-Prozessoren).

Prozessoren beider Hersteller setzen auf eine x86-Architektur mit 64-Bit-Support und können daher eine sehr breite Palette an Software ausführen. Bei Bau eines PCs hängen von der Wahl der Plattform noch weitere Komponenten ab, darunter das passende Mainboard und Arbeitsspeicher sowie CPU-Kühler.

Leistungskategorie: Office vs. High-End-Desktop

Ist die Entscheidung entweder zugunsten AMDs oder Intels gefallen, gibt es im Sortiment beider Hersteller noch deutlich Unterschiede, was die Performance und die Kosten betrifft. Die aktuellen Plattformen beider Hersteller in der Übersicht:

Intel Sockel 1151

Hinweis: Neue Prozessoren der Coffee-Lake-Generation (Core i7-8700K, Core i5-8400) mit sechs CPU-Kernen sind nicht auf bisherigen Sockel 1151-Boards lauffähig und benötigen neue Mainboards mit Z370-Chipsatz.

Intel Sockel 2066 (High End Desktop)

Aktuelle Intel-Prozessoren

AMD Sockel AM4

AMD Sockel TR4 (High End Desktop)

Aktuelle AMD-Prozessoren

Obwohl die verschiedenen Plattformen in Bezug auf die verwendbare Software identisch sind, gibt es doch gravierende Unterschiede in der Leistungsfähigkeit und Ausstattung. Folgende Überlegungen sollen helfen, die richtige Wahl für eine der Plattformen zu treffen:

  1. Ist die Software stark parallelisiert?
    Aufgrund der höheren Anzahl an Rechenkernen können AMD Ryzen-Prozessoren hier einen Vorteil bringen. Software, die stark von mehr Kernen profitiert ist zum Beispiel Adobe Lightroom oder Videorendering.Kommt dagegen Software zum Einsatz, die stark von Leistung für einen einzelnen Prozess abhängig ist, profitiert diese von der höheren Single-Thread-Performance der Intel-Prozessoren.
  2. Sollen mehrere Grafikkarten zum Einsatz kommen?
    Egal ob SLI oder CrossFire: kommen mehrere Grafikkarten parallel zum Einsatz, ist die Anzahl der PCI-Express-Lanes entscheiden. Hier bieten die beiden High-End-Plattformen abhängig von der gewählten CPU einen Vorteil. Dadurch bleibt das System für spätere Aufrüstungen flexibel.
  3. Sind bereits Kühlkomponenten vorhanden?
    Ist eine leistungsstarke PC-Kühlung vorhanden, muss diese nicht unbedingt erneuert werden. Voraussetzung: die Halterung passt noch auf das neue Mainboard und kann die CPU abdecken. In diesem Punkt kann sich ein Vorteil für Intel ergeben, da AMDs Threadripper-Plattform in fast jedem Fall einen neuen Kühler erfordert.
  4. Kommt speziell optimierte Software zum Einsatz?
    Auch wenn Intel und AMD-Prozessoren untereinander kompatibel sind, kann es sein, dass für ein System optimierte Software zum Einsatz kommt. Dann sollte die Kaufentscheidung auch zugunsten dieser Plattform fallen.
  5. Steht Energieeffizienz im Vordergrund?Wenn es auf Stromsparen ankommt, sollten die High-End-Desktop-Plattformen ausgeschlossen werden. Diese bieten zwar absolut betrachtet die größte Performance, erkaufen diese Leistung aber auch mit einem höheren Energieverbrauch. Gerade für Büroaufgaben sollte ein stromsparendes System mit integrierter Grafik zum Einsatz kommen.

AMD-Prozessoren:

Intel-Prozessoren: