Babyphones

Ratgeber


Wissenswertes rund um Babyphones

  1. So funktionieren Babyphones
  2. Babyphones mit oder ohne Kamera?
  3. Wie ist das mit der Strahlung und dem Babyphone?
  4. Babyphone-App oder Babyphone-Monitor?
  5. Bedienung per App oder per Babyphone?
  6. Die richtige Babyphone-Reichweite
  7. Babyphones mit allen Extras

Wenn das Baby die erste Nacht im eigenen Zimmer und im eigenen Bett verbringt, wird es höchste Zeit, sich ernsthaft über die Anschaffung eines Babyphones Gedanken zu machen. Denn nicht immer kann man sich darauf verlassen, dass man das Baby schreien hört, wenn es Hunger hat oder sonstige Nöte kundgibt. Mit Hilfe eines Babyphones können Sie sich beruhigt zurücklehnen und müssen sich keine Sorgen machen, ob Sie vielleicht Ihr Baby überhört haben. Denn mit der Empfängerstation haben Sie Ihren kleinen Liebling dabei und können nicht nur seine Sicherheit, sondern auch Ihre eigene Lebensqualität erhöhen.

1. So funktionieren Babyphones

Babyphones bestehen im Normalfall immer aus zwei Teilen: einer Basisstation (Babyeinheit) und einer Empfängerstation (Elterneinheit). Die Basisstation wird im Kinderzimmer aufgestellt und überwacht das Baby, während die Elterneinheit darüber informiert, wenn das Baby sich rührt. Geräusche werden von der Babyeinheit via Mikrofon erfasst, Bilder per Kamera. Übersteigen die Geräusche im Kinderzimmer einen gewissen Pegel, wird das auf der Elterneinheit je nach Ausstattung nur durch Ton oder auch mit Echtzeitbildern angezeigt. Der Ton kann unidirektional oder bidirektional übertragen werden, das heißt, Sie bekommen entweder nur die Geräusche aus dem Kinderzimmer mit (unidirektional) oder Sie können diese Geräusche wie bei einer Gegensprechanlage erwidern (bidirektional), etwa um mit dem Kind zu sprechen und es zu beruhigen. Ansonsten können Babyphones unzählige Funktionen und Ausstattungsmerkmale besitzen. Dazu gehören beispielsweise Temperaturmesser, Luftfeuchtigkeitsmesser, Schlaflied- und Nachtlicht-Funktionen.

2. Babyphones mit oder ohne Kamera?

Der Babyphone-Markt konzentriert sich aktuell vor allem auf Babyphones mit Kamera und ohne Kamera. Babyphones ohne Kamera senden nur akustische Signale, die von der Basisstation zur Empfängerstation ausgehen. Sie hören also, was im Kinderzimmer vor sich geht, sehen es jedoch nicht. Ganz anders verhält es sich mit den Videophones, die neben akustischen Signalen auch visuelle austauschen. Der Vorteil an Videophones gegenüber „nur“ akustischen Babyphones ist, dass Sie sich in manchen Fällen sogar den prüfenden Gang ins Kinderzimmer sparen können, weil Sie schon auf dem Display ersehen können, wie die Sachlage ist. Die LC-Displays stellen das Geschehen im Normalfall in Farbe dar. Viele Geräte besitzen auch einen Nachtsichtmodus, der bei Einbruch der Nacht automatisch in diesen Modus wechselt. Das Bild ändert sich in diesem Modus in Schwarz-Weiß, was dem Infrarotlicht geschuldet ist. Dieses beeinträchtigt das Baby nicht in seiner Nachtruhe, da es für den Menschen nicht wahrnehmbar ist. Durch diese visuellen Zusatzoptionen sind viele Vorteile auf Seiten der Videophones zu finden, doch auch die akustischen Babyphones liegen in manchen Bereichen vor den Videophones. Beispielsweise sind in puncto Reichweite die akustischen Endgeräte häufig deutlich stärker aufgestellt und weisen mehr Einstellungsmöglichkeiten auf. Ein darüber hinaus nicht unwesentlicher Punkt für die Kaufentscheidung: Akustische Babyphones sind deutlich günstiger als Videophones.

3. Wie ist das mit der Strahlung und dem Babyphone?

Seitdem viele technische Geräte in unsere Wohn- und Schlafzimmer Einzug gehalten haben, wird auch das Problem deren Strahlung und damit das Thema Elektrosmog immer heißer und kontroverser diskutiert. Dieses Thema betrifft natürlich vor allem größere Geräte wie den Fernseher, aber auch ein Babyphone ist ein technisches Gerät und somit Teil der Diskussion. Im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2012 wurden die Strahlungswerte von 17 Babyphones gemessen und einem Praxistest unterzogen. Fast die Hälfte der getesteten Geräte schlossen dabei mit den Bewertungen „mangelhaft“ und „ungenügend“ ab, was vor allem der in diesen Babyphones verwendeten DECT-Technologie zuzuschreiben ist. Zu den Lichtblicken gehören daher vor allem Babyphones, die per Eco-Modus Dauerstrahlung bei Bedarf ab- und zuschalten lassen. Vor allem die akustischen Babyphones schnitten bei diesem Test gut ab. Wer jetzt einen skeptischen Blick auf die Babyphones richtet, sollte sich gewahr sein, dass andere im Haushalt gebräuchliche technische Geräte deutlich mehr Strahlung abgeben. WLAN-Router, schnurlose Telefone und auch Smartphones geben um ein mehrfaches mehr Strahlung ab als ein Babyphone. Um das Baby zu schützen, wurden einige Mechanismen in Babyphones eingebaut. Der Eco-Modus ist dabei der nützlichste. In diesem Zustand werden nur noch Geräusche übertragen, die eine bestimmte Lautstärke nicht unterschreiten. Wenn das Baby somit ruhig schläft, verringert sich der Strahlungswert auf ein Minimum.

Die Reichweitenkontrolle kann bei manchen Babyphones ebenfalls ausgeschaltet werden. Dadurch funken sich die beiden Stationen nicht durchgehend an, die Verbindung zu überprüfen. Das senkt die Strahlung noch einmal deutlich. Wer all diesen Mechanismen nicht vertrauen will, greift auf analoge Babyphones zurück, die zwar strahlungsärmer sind, aber nicht die hohe Tonqualität wie digitale Babyphones aufweisen und darüber hinaus anfälliger für Störungen sind. Generell gilt für das Aufstellen des Babyphones im Kinderzimmer, dass das Babyphone nicht zu nahe am Kopf des Babys (mindestens ein Meter entfernt) positioniert werden sollte oder alternativ einfach am Fußende des Bettes. Wenn möglich, sollte das Babyphone im Eco-Modus und mit ausgeschalteter Reichweitenkontrolle betrieben werden. Wird das Babyphone nicht genutzt, sollten Sie es komplett ausschalten. Das Bett sollte ohnehin nicht in der Nähe einer Steckdose oder anderer elektrischer Geräte platziert werden.

4. Babyphone-App oder Babyphone-Monitor?

Grundsätzlich kann auch ein Smartphone als Babyphone genutzt werden. Hierzu gibt es im App-Store des jeweiligen Betriebssystems zahlreiche Apps, die zwei Smartphones miteinander verbinden und eines zur Basis- und das andere zur Empfängerstation machen. Die Überwachung kann dann auch per Tablet, PC oder Mac erfolgen. Generell wird ein Smartphone im Kinderzimmer deponiert, um hier aktiv zu werden. Der Geräuschpegel, bei dem das Smartphone „anschlägt“, kann individuell eingestellt werden. Sobald das Smartphone ausgelöst wurde, ruft es das Smartphone des überwachenden Elternteils an und übermittelt die Geräusche. Je nach installierter Software kann diese Übertragung auch mit Bildern aus dem Kinderzimmer erfolgen. Hierzu fungiert das das Smartphone zugleich auch als Kamera und muss auf das Kinderbett ausgerichtet werden. Da Smartphones nicht mit einem Nachtsichtsensor ausgestattet sind, funktioniert diese Methode nur bei Tag, bei Nacht überträgt das Smartphone die Dunkelheit eins zu eins. Statt eines Smartphones können als Babyeinheit auch Monitore erworben werden, die per App mit dem Smartphone als Elterneinheit verbunden werden. Diese Monitore sind teilweise besser auf den Überwachungsjob spezialisiert und zuverlässiger. Diese Monitore nehmen die Verbindung entweder per WLAN oder 3G zur Elterneinheit auf.

5. Bedienung per App oder per Babyphone?

Im Prinzip ist der einzige Vorteil der Smartphone-Lösung mit der Babyphone-App die deutlich höhere Reichweite. Während Babyphones nur durch einige Wände reichen, könnten Sie per Smartphone theoretisch vom anderen Ende der Welt ins Kinderzimmer blicken. Abgesehen davon, dass Sie ein zweites Smartphone benötigen, das sich von den Anschaffungskosten je nach Bedarf in einem zumindest ähnlichen Preissegment wie ein Babyphone befinden dürfte, benötigen Sie für diese immense Reichweite eine kontinuierliche Internet-Verbindung für beide Geräte. Eine weitere Hürde dürfte das Datenvolumen sein. Wenn Sie sich nicht in einem WLAN befinden, greift Ihr Smartphone für die Bild- und Audio-Übertragung kontinuierlich auf Ihr Datenvolumen zu und es im Nu. Gleiches gilt auch für den Akkuverbrauch, der bei durchgehender Nutzung der App massiv steigt. Eine weitere Hürde der App-Nutzung ist der Anruf, der von der Babystation an die Elternstation abgesetzt wird, wenn im Kinderzimmer Tohuwabohu herrscht. Dieser wird nämlich wie ein ganz normaler Anruf behandelt und dementsprechend abgerechnet. Wer also keine Telefon-Flatrate besitzt, muss mit saftigen Telefonrechnungen rechnen, falls der oder die Kleine im Kinderzimmer mal wieder etwas lauter ist.

6. Die richtige Babyphone-Reichweite

Babyphones weisen wie bereits angemerkt unterschiedliche Reichweiten auf. Je nach Lebens- und Wohnstil machen verschiedene Reichweiten mehr oder weniger Sinn. Grundsätzlich kann man sagen, dass Videophones eine deutlich geringere Reichweite aufweisen als akustische Babyphones. Als Babyphone genutzte Walkie Talkies und natürlich die Smartphone/Babyphone-App-Lösung hinterlegen die größte Reichweite. Außerdem ist es für die Reichweite von besonderer Wichtigkeit, ob Sie Ihr Babyphone auf einer freien Fläche ohne Hindernisse nutzen möchten oder innerhalb des Hauses. Innerhalb der eigenen vier Wände kommt es darauf an, wie viele Hindernisse zwischen der Baby- und der Elterneinheit liegen und aus welchem Material diese beschaffen sind. Sind die Wände dünn und aus Holz, Gips oder anderen durchlässigen Materialien, beeinflusst das die Verbindung zwischen den Babyphones nur gering. Handelt es sich um tragende Wände aus Beton und Stahl, kann die Reichweite der Babyphones deutlich verringert und eingeschränkt sein. Es kann also nicht schaden, sich vor dem Kauf eines Babyphones über solche Gegebenheiten zu informieren. Generell gilt, dass eine Babyphone-Nutzung innerhalb von Gebäuden in einem Abstand von 30 bis 50 Metern in den meisten Fällen problemlos funktionieren dürfte. Wer also in einer Wohnung oder einem Haus wohnt, der muss sich um eine zu geringe Reichweite nur wenig Gedanken machen. Ist an das Haus ein eigener Garten angeschlossen, sollte man sich schon eher mit der Reichweiten-Thematik beschäftigen, da die Abstände dadurch größer werden und sich auf die Verbindung auswirken. Wer mit dem Babyphone die heimische Wohnung komplett verlassen möchte, um damit einkaufen oder spazieren zu gehen, der ist mit einem Walkie Talkie gut bedient, die mit mehreren Kilometern Reichweite aufwarten.

7. Babyphones mit allen Extras

Babyphones können unzählige Funktionen und Ausstattungsmerkmale besitzen. Dazu gehören beispielsweise Temperaturmesser, Luftfeuchtigkeitsmesser, Schlaflied- und Nachtlicht-Funktionen sowie andere hilfreiche Features. Eine Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsanzeige ist beispielsweise dahingehend wichtig, da Ihr Baby für einen optimalen Schlaf eine Zimmertemperatur von 16 bis 20 Grad Celsius benötigt. Sollte diese Höchst- oder Mindestgrenze über- oder unterschritten werden, meldet sich das Babyphone zu Wort und wird auf diesen Missstand hinweisen. Dasselbe gilt für den Luftfeuchtigkeitssensor, der bei einer Über- oder Unterschreitung der Grenze zwischen 40 Prozent und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit Alarm schlagen sollte. Manche Babyphones sind mit Nachtlichtern ausgestattet, die Ihrem kleinen Baby die Angst vor der Dunkelheit nehmen und es sanft einschlafen lassen. Integrierte Schlaflieder beruhigen das Baby zusätzlich. Bei vielen Modellen kann zwischen mehreren Schlafliedern ausgewählt werden, ganz nach dem Geschmack des Babys.

Spezielle Babyphones besitzen Bewegungsmelder, die die Bewegungen des Babys verfolgen und bei Bedarf die Elterneinheit informieren. Atemaussetzer während des Schlafes sind im Kindsalter normal und grundsätzlich kein Grund zur Sorge. Wenn diese Atemaussetzer jedoch gehäuft auftreten und vor allem längere Zeit andauern, kann das zum Plötzlichen Kindstod führen. Für diesen Fall gibt es spezielle Babyphones, die mit Sensormatten interagieren und den Atem des Babys wahrnehmen können. Dauert ein Atemaussetzer zu lang, wird die Elterneinheit aktiviert und Sie können reagieren. Viele Todesfälle von plötzlichem Kindstod können so vermieden werden, da umgehend Hilfe geleistet werden kann. Dabei ist jedoch zu beachten, dass ein Babyphone mit Bewegungsmelder kein medizinisches Gerät ist, sondern lediglich auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam macht. Garantien für eine zuverlässige Alarmierung gibt es nicht und medizinische Maßnahmen müssen von den Eltern eingeleitet werden.